Die Sieben Weltwunder der Antike

Der Koloss von Rhodos

Der Koloß von Rhodos
Der Koloß von Rhodos, Kupferstich von Johann Bernhard Fischer von Erlach (1656-1723), 1721
  • Ort: Rhodos (Griechenland)
  • Entstehungszeit: 292 - 280 v.Chr.
  • Erbauer: Chares von Lindos
  • Maße/Größe: Höhe 36 m
  • Gewicht: 12 Tonnen
  • Schicksal: zerstört durch Erdbeben (224 v. Chr)

Im Jahre 305 v.Chr. wollte König Demetrios von Phyrgien und Lykien die Stadt Rhodos in seine Gewalt bringen. Er führte seinen Angriff mit einem 30 m hohen Belagerungsturm durch, der aus Eichenholz bestand. Angeblich waren 3400 Männer erforderlich, um dieses Monstrum zu bewegen. Der Angriff scheiterte jedoch, und aus Dankbarkeit zu ihrem Gott und Beschützer Helios errichteten die Rhoder das Standbild des Helios - den Koloss von Rhodos.

Im 1. Jahrhundert n. Chr. beschrieb der römische Historiker Plinius der Ältere (um 23 bis 79) in seiner 'Naturgeschichte' die Überreste des Koloss von Rhodos: »Nur wenige Männer können den Daumen mit ihren Armen umfassen, und seine Finger sind größer als die meisten Statuen. Was die zerbrochenen Gliedmaßen anbelangt, so gleichen sie im Innern großen Höhlen.«

Koloss
Koloss, aus: Brockhaus Bilder-Conversations-Lexikon, Band 2. Leipzig 1838., S. 635-636., Quelle: www.zeno.org

[...] So war im Alterthum als eines der sieben Weltwunder berühmt der Koloß von Rhodus. Dieser war eine dem Sonnengotte zu Ehren errichtete eherne Bildsäule, welche 70 Ellen hoch war, am Eingange des Hafens der [635] genannten Insel stand und als Leuchtthurm benutzt wurde. Ein Erdbeben stürzte sie um, nachdem sie etwas über ein halbes Jahrhundert gestanden hatte; das Orakel verbot den Wiederaufbau, wahrscheinlich weil man den Umsturz derselben den Göttern zuschrieb, welche nicht wollen, daß der Mensch solche übermüthige Werke errichte, und so lag das Erz mehre hundert Jahre, bis es der Khalif Osman 654 v. Chr. einem Juden verkaufte, der, um es fortzuschaffen, noch 980 Kameele nöthig gehabt haben soll [...]
Quelle: Brockhaus Bilder-Conversations-Lexikon, Band 2. Leipzig 1838., S. 635-636.

»Das schönste von all den Weihegeschenken und Statuen in der Stadt Rhodos aber ist der Koloss des Helios.«
Strabo (63 v.Chr.-26 n.Chr.), griechischer Geograph und Historiker

»Wehmütig muß man zwar das Häufchen Ruinen betrachten, wenn man an die unzählbaren Schätze des Altertums denkt: an die hundert metallne Kolossen der Insel Rhodos allein oder die manchen hundert Meisterstücke von Lysipp, geschweige die Völkerschaften von Statuen zu Delphi und Elis, die Pracht und Herrlichkeit von Athen, Korinth, Gnid, Ephesos. Ein Grieche vor den römischen Räubereien würde die heutigen Antiken insgesamt gleichsam ansehen wie ein Lucull, von der Tafel aufgestanden, ein paar verschimmelte Brocken aus eines Bettlers Sack. Und doch schlagen sie allen unsern Stolz nieder und zeigen uns deutlicher unsre Barbarei als irgend etwas, was übriggeblieben ist.«
Wilhelm Heinse (1746-1803), Ardinghello und die glückseligen Inseln

Koloss von Rhodos
Matthäus Merian d. Ä. (1593-1650) - Koloss von Rhodos

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Zuletzt geändert am 02.08.2011

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