Die Sieben Weltwunder der Antike

Das Mausoleum zu Halikarnassos

Das Mausoleum von Halikarnaß
Das Mausoleum von Halikarnaß, Kupferstich von Johann Bernhard Fischer von Erlach (1656-1723), 1721
  • Ort: Halikarnassos (Bodrum / Türkei)
  • Entstehungszeit: ab 353 v.Chr.
  • Bauherr(en): König Mausolos von Halikarnassos und seine Schwester/Frau Königin Artemisia II.
  • Baumeister: Pythius von Priene, Satyrus von Paros (?)
  • Maße/Größe: Höhe 42 m; Unterbau 33 x 39 m
  • Schicksal: durch ein Erdbeben zerstört (12. Jahr.)

Das monumentale Marmorgrabmal des Königs Mausolos von Halikarnassos (377-353 v.Chr.) in Karien beeindruckte nicht nur durch seine Größe und seine ungewöhnliche Bauweise. An den Friesen und Reliefs des Grabmals schufen die hevorragendsten Bildhauer (die Griechen Scopas, Bryaxis, Timotheus und Leochares) der Epoche einmalige Kunstwerke - überlebensgroße Darstellungen von Wagenrennen, Amazonenkämpfen, Göttern und mythologischen Gestalten versetzten die Welt in Erstaunen.

König Mausolos starb 353 v.Chr., der Weiterbau wurde von seiner Schwester und Ehefrau Artemsia geleitet, die sich mit einer riesigen, steinernen Quadriga (Höhe 6,1 Meter) auf dem Dach des Bauwerkes selbst ein Denkmal setzte.

Im 15. Jahrhundert benutzten Johanniter die Trümmer des Mausoleums zum Bau einer riesigen Burg. Teile des Frieses mit Darstellungen der Amazonenschlacht wurden zur Zierde in die Burgmauer eingesetzt. 1846 wurde dieser Fries aus den Mauern herausgebrochen und in das Britische Museum in London verbracht. Weitere Teile des Weltwunders wurden 1857 von dem Altertumsforscher Charles T. Newton gefunden und ebenfalls dem Museum übergeben.

Artemisia
Meister der Griseldis: Artemisia (Detail), 1492

»...eines der sieben Weltwunder zerstörten (die Johanniter), das alle Barbarenstürme überdauert hatte.«
Claude Guichard, Reisender, 1581

»Mausoleum: letzte und lächerlichste Torheit der Reichen.«
Ambrose Bierce (1842-1914), amerik. Schriftsteller u. Satiriker

Mausoleum (griech.), ursprünglich das Grabmal, das dem König Mausolos (in schriftlich Mausollos) von Karien seine Gemahlin Artemisia in Halikarnassos errichten ließ. Es bestand aus einem hohen viereckigen Unterbau, der einen Umfang von 129 m hatte und ein von 36 Säulen umstelltes tempel artiges Grabmal (Heroon) trug. Über diesem Heroon erhob sich ein Aufsatz, der sich in 24 Stufen zu einer Pyramide zuspitzte, auf deren Spitze eine Quadriga aus Marmor mit den Kolossalbildern des Mausolos und seiner Gemahlin stand; das Ganze war 44 m hoch. Die Architekten waren Satyros und Pythis, die Bildhauer Skopas, Bryaxis, Timotheos, Leochares und Pythis, von denen die vier erstern je eine Seite des Monuments zur Ausschmückung, letzterer die Ausführung der Porträtgruppe übernahmen. Dem Zusammenwirken dieser Künstler hatte das M. den Ruhm zu verdanken, daß es unter die sieben Wunderwerke der Alten Welt gezählt wurde. Noch im 12. Jahrh. erwähnt es der byzantinische Bischof Eustathios als[470] wohlerhalten; im folgenden Jahrhundert ging der Oberbau fast ganz zugrunde, und 1522 benutzten es die Johanniter als Kalk- und Steinbruch. Erst 1857 entdeckte Newton die Stätte wieder. Man fand noch ziemlich viele Skulpturen, so die ca. 3 m hohen Statuen des Königs Mausolos und der Artemisia, mehrere Reliefplatten von dem den Unterbau umgebenden Fries (mit Darstellung eines Amazonenkampfes) und Reste andrer Figuren, die alle nach London ins Britische Museum kamen. Vgl. Newton, Discovering at Halicarnassus etc. (Lond. 1862); Petersen, Das M. (Hamb. 1867); Adler, Das M. zu Halikarnaß (Berl. 1900) [...]
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 13. Leipzig 1908, S. 470-471.

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Zuletzt geändert am 29.06.2010

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