Die Sieben Weltwunder der Antike

Der Tempel der Artemis

Der Tempel der Artemis
Hendrick van Cleve III (um 1515- um 1592): Der Tempel der Artemis
  • Ort: Ephesos (Türkei)
  • Entstehungszeit: vor 560 v.Chr.
  • Bauherr: Lyderkönig Kroisos (Krösus)
  • Architekten: Cherisphron, Metagenes; Rhoikos von Samos
  • Maße: 55 x 115 Meter
  • Material: Mamor
  • Schicksal: zerstört durch die Goten (262 n. Chr.)

Der Tempel der Artemis, der griechischen Göttin des Mondes und gewaltigen Jägerin, der Hüterin der Städte, der Frauen und der jungen Tiere, wurde absichtlich auf moorigem Boden errichtet, da man glaubte, dieser könnte auch heftige Erdstöße (Erdbeben) abfangen. Im Inneren des Tempels stand ein 2 m hohes Standbild der Artemis.

Herostratos steckte den Tempel im Jahre 356 v.Chr. in Brand, um seinen Namen unsterblich zu machen. Die Statue überstand die Katastrophe nahezu unversehrt. Angeblich wurde in der Nacht des Brandes (21.07.356 v.Chr.) auch Alexander (der Große) geboren - ein Grund dafür, dass die Göttin Artemis in dieser Nacht nicht in Ephesos weilte, sondern dem zukünftigen Eroberer Asiens zur Seite stand...

Nach dem Brand wurde der Tempel erneut errichtet, diesmal bestand die Decke jedoch nicht aus Holz, sondern aus massivem Stein. Die neuen Außenmaße des Tempels waren 78 x 131 Meter.

Der Tempel der Artemis
Der Tempel der Artemis (Artemsion), Kupferstich von Johann Bernhard Fischer von Erlach (1656-1723), 1721

»Artemis sing ich, mit goldenen Pfeilen, die lärmende, wilde, reine Jungfrau... geschmückt den Leib mit goldenem Geschmeide, führt sie den Chor.«
Homer

»Ein armer, wohltätiger Mensch kann sich manchmal reich fühlen, ein geiziger Krösus niemals.«
Marie von Ebner-Eschenbach (1830-1916), österreichische Schriftstellerin

»Dem ganzen Kreise der Olympischen,
Alkmene! - Welch ein Wort? Dich in die Schar
Glanzwerfend aller Götter führ ich ein.
Und wär ich Zeus, wenn du dem Reigen nahtest,
Die ew'ge Here müßte vor dir aufstehn,
Und Artemis, die strenge, dich begrüßen.«

Heinrich von Kleist (1777-1811), Amphitryon

»Kretische Artemis

Wind der Vorgebirge: war nicht ihre
Stirne wie ein lichter Gegenstand?
Glatter Gegenwind der leichten Tiere,
formtest du sie: ihr Gewand

bildend an die unbewußten Brüste
wie ein wechselvolles Vorgefühl?
Während sie, als ob sie alles wüßte,
auf das Fernste zu, geschürzt und kühl,

stürmte mit den Nymphen und den Hunden,
ihren Bogen probend, eingebunden
in den harten hohen Gurt;

manchmal nur aus fremden Siedelungen
angerufen und erzürnt bezwungen
von dem Schreien um Geburt.«

Rainer Maria Rilke (1875-1926), Der neuen Gedichte anderer Teil (1908)

Diana / Artemis
Diana / Artemis, Quelle: Brockhaus Bilder-Conversations-Lexikon, Band 1. Leipzig 1837., S. 562-563.

Diana, bei den alten Griechen Artemis und unter diesem Namen in ganz Griechenland als Göttin der Jagd, [562] der Geburtshülfe und des Mondes verehrt, war der Sage zufolge eine Tochter des Jupiter und der Latona und Zwillingsschwester des Apollo.

Auf der Insel Delos (s. Cykladen) und vor ihrem Bruder geboren, leistete sie ihrer Mutter sogleich Beistand, die Schmerzen derselben veranlaßten sie aber, noch als Kind ihren Vater zu bitten, ewig Jungfrau bleiben, Bogen und Pfeile führen und sich mit der Jagd beschäftigen zu dürfen. Ihr Wunsch ward erfüllt, sie erhielt ein zahlreiches Gefolge von Nymphen, wurde vom Pan (s.d.) mit herrlichen Jagdhunden beschenkt und fing zuerst vier schöne Hirsche mit goldenen Geweihen, welche sie vor ihren Wagen spannte. Sie trug eine an Jupiter's Blitzen angezündete Fackel und lenkte den Wagen des Mondes wie Apollo den der Sonne; nur Jagd, Musik und Tanz erfreuten die Göttin, welche aber trotz ihrer Abneigung gegen das Mutterwerden die Helferin der Gebärenden war; ihr widmeten sich alle Jungfrauen, welche ledig bleiben wollten, änderten sie aber ihren Entschluß, so versöhnten sie die Göttin durch Opfergaben. Mit ihren Pfeilen bereitete sie alten und lebensmüden Frauen ein sanftes Ende, im Zorne aber tödtete sie durch Krankheit und Seuchen und rächte jede Beleidigung ohne Erbarmen. Das erfuhren Aktäon, Niobe (s.d.) und der Riese Orion, den sie wegen seiner Absichten auf ihre Keuschheit tödtete. D. verlor aber doch endlich an den schönen Jäger Endymion ihr Herz und wenn sie ihn des Nachts von der Jagd ermüdet im Walde schlafend fand, verließ sie ihren Wagen, um den reizenden Jüngling im Schlummer zu küssen. In Delphi wurden der D. besondere, Artemisien genannte, Feste gefeiert, ihren berühmtesten Tempel aber hatte sie zu Ephesus (s.d.) in Kleinasien, wo sie als Sinnbild der fruchtbringenden Natur verehrt wurde. Anfangs bildete man die D. mit einem Diadem, dann mit einem Halbmonde auf dem Haupte und mit einer Fackel, mit Bogen und Pfeilen oder mit einem Jagdspieße ab, und später gab man ihr noch einen Hirsch oder einen Jagdhund zur Seite.

Brockhaus Bilder-Conversations-Lexikon, Band 1. Leipzig 1837., S. 562-563.

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Zuletzt geändert am 02.08.2011

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