Der Nobelpreis

Chemie, Frieden, Literatur, Medizin und Physiologie, Physik und Wirtschaftswissenschaften

Der schwedische Wissenschaftler und Industrielle Alfred Nobel (1833-1896) ließ sich 1867 seinen neu entwickelten Sprengstoff als Dynamit patentieren und gründete darauf ein gigantisches Industrieunternehmen. Weitere 350 Patente erwarb er in verschiedenen Ländern. Zu seinen Erfindungen gehören eine automatische Bremse für Lokomotiven (1878), ein Verfahren zur Reinigung von Gusseisen (1879), die Herstellung von Kunstseide (1893/94) und »Ballistit« (1887) zur militärischen Nutzung von Schießpulver. Seiner Ansicht nach konnte nur eine »unvorstellbar starke Vernichtungswaffe« - zur Abschreckung - die Menschen von Krieg abhalten.

1893 äußert Nobel erstmals seine Idee eines Friedenspreises - in einem Brief an seine ehemalige Privatsekretärin und Freundin Bertha von Suttner (1843-1914), die 1889 ihren aufsehenerregenden Roman »Die Waffen nieder« veröffentlicht hatte. Am 27. November 1895 lässt Nobel sein Testament aufsetzen. Es sichert die Finanzierung der Preise durch einen Fond (der Nobelpreis für Wirtschafts-Wissenschaften wird 1968 durch die Schwedische Reichsbank gestiftet, anlässlich ihres 300jährigen Bestehens).

Alfred Nobel
Alfred Nobel (1833-1896)

Der Nobelpreis wird seit 1901 jedes Jahr am 10. Dezember - am Todestag Alfred Nobels - auf den Gebieten Chemie, Frieden, Literatur, Medizin und Physiologie, Physik und (seit 1969) Wirtschaftswissenschaften verliehen. Es ist eine der wichtigsten internationalen Auszeichnungen und oft die Krönung eines Lebenswerkes.

Ein Fünferausschuß des Norwegischen Storthing (des Norwegischen Parlaments) bestimmt jährlich den Preisträger des Friedenspreises, das Karolinische Institut in Stockholm (Kongl. Karolinska Mediko-Kirurgiska Institut) den Preisträger für Medizin und Physiologie; die Literatur-Preisträger werden von der Akademie in Stockholm (Svenska Akademien) bestimmt, die Physik- und Chemiepreisträger werden von der Königlich Schwedischen Akademie der Wissenschaften (Kungliga Vetenskapsakademien) ausgewählt. Der Friedensnobelpreis wird vom norwegischen König in Oslo überreicht, die übrigen Nobelpreise vom schwedischen König in Stockholm (bis 1905 bildeten Norwegen und Schweden eine Union).

Join the Red Cross - Plakat (1917) von Harrison Fisher (1875-1934)
Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz erhielt den Friedensnobelpreis 1917, 1944 und 1963

"Alternativer Nobelpreis" - Right Livelihood Award

Der Right Livelihood Award (RLA), häufig "Alternativer Nobelpreis" genannt, ist eine Auszeichnung "für die Gestaltung einer besseren Welt". Die Right Livelihood Award Foundation wurde 1980 von dem schwedisch-deutschen Berufsphilatelisten Jakob von Uexküll (*1944) gestiftet. Die Preisträger werden jährlich im September von einer internationalen Jury bestimmt. 2014 wurden u.a. der amerikanische Ex-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden und der britische Journalist Alan Rusbridger zusammen mit dem Ehrenpreis ausgezeichnet.

Einfluss der Mont Pelerin Society

Folgende Nobelpreisträger waren oder sind Mitglieder des neoliberalen Elitenetzwerks Mont Pelerin Society

  • George Bernard Shaw (Literatur, 1925)
  • Ralph Bunche (Frieden, 1950)
  • Bertrand Russell (Literatur, 1950)
  • Philip Noel-Baker (Friedens, 1959)
  • John Richard Hicks (Wirtschaftswissenschaften 1972)
  • Friedrich Hayek (Wirtschaftswissenschaften 1974)
  • James Meade (Wirtschaftswissenschaften 1977)
  • Arthur Lewis (Wirtschaftswissenschaften 1979)
  • Óscar Arias Sánchez, Präsident von Costa Rica (Frieden, 1987)
  • Merton Miller (Wirtschaftswissenschaften 1990)
  • Ronald Coase (Wirtschaftswissenschaften 1991)
  • Amartya Sen (Wirtschaftswissenschaften 1998)
  • Robert Mundell (Wirtschaftswissenschaften 1999)
  • George A. Akerlof (Wirtschaftswissenschaften 2001)
  • Leonid Hurwicz (Wirtschaftswissenschaften 2007)
  • Paul Krugman (Wirtschaftswissenschaften 2008)

Informationen zur einflussreichen Mont Pelerin Society finden sich in der Lobbypedia.

Quellen und Links:

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Zuletzt geändert am 13.12.2017

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