Nationalsozialismus

Entscheidende Personen bis 1934

Heinrich Brüning

  • Lebensdaten: 26.11.1885-30.03.1970
  • deutscher Zentrumspolitiker
  • Reichskanzler ab 1930, Außenminister ab 1931
  • versuchte mit Notverordnungen zu regieren
  • lehnte eine Arbeitsbeschaffungspolitik ab
  • 1932 Rücktritt auf Betreiben Kurt von Schleichers
  • 1934 Emigration
  • 1937 Professor für polit. Wissenschaften a.d. Harvard Univ./Cambridge
  • 1951-1955 Professor in Köln, kehrte 1955 in die USA zurück
  • Heinrich Brüning, dessen Parlament keine parlamentarische Mehrheit besaß, versuchte durch Notverordnungen die schwere Wirtschaftskrise zu bekämpfen. Seine ablehnende Haltung gegenüber einer Arbeitsbeschaffungspolitik und die durch seine Politik verursachten Lohn- und Gehaltskürzungen führten zu einem Anstieg der Arbeitslosigkeit sowie zu vielen Firmenzusammenbrüchen. Die Folge war der wachsende Einfluss der KPD und der NSDAP. Zwar zeichnete sich eine Lösung der Finanzierung der Reparationszahlungen bereits ab, auf Betreiben des Generals Kurt von Schleicher mußte Brüning jedoch im Mai 1932 zurücktreten. Hitler nutzte Brünings außenpolitische Erfolge, zu denen eine Anerkennung der rüstungspolitischen Gleichberechtigung gehörte, später für seine Zwecke.

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Houston Stewart Chamberlain

  • Lebensdaten: 09.09.1855-09.01.1927
  • deutscher Rassentheoretiker englischer Herkunft
  • 1899 erscheint »Die Grundlagen des 19. Jahrhunderts«
  • 1903 Heirat mit Richard Wagners Tochter Eva
  • 1916 Deutsche Staatsbürgerschaft
  • 1918 erscheint »Rasse und Nation«
  • 1925 erscheint »Rasse und Persönlichkeit«
  • 1928 erscheint postum »Briefwechsel mit Kaiser Wilhelm II.«
  • Chamberlain, ein Schwiegersohn von Richard Wagner, verherrlichte in seinen Werken das Germanentum. Er stellte Rassentheorien über Hethiter, Arier und Juden und über reine und vermischte Rassen auf. Mit seinem Werk "Die Grundlagen des 19. Jahrhunderts" mit dem »Rassenmythos« gilt er als einer der geistigen Wegbereiter des Nationalsozialismus.

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Paul von Beneckendorff und von Hindenburg

  • Lebensdaten: 02.10.1847-02.08.1934
  • 1859-1911 Militärdienst
  • 1866 Teilnahme am Deutschen Krieg
  • 1870/71 Teilnahme am Deutsch-Französischen Krieg
  • 1914 Generalfeldmarschall, Sieg über die Russen (Tannenberg)
  • 1914-16 Oberbefehlshaber Ost
  • 1916-19 Chef des Generalstabs
  • 1925-34 Reichspräsident
  • 1932 Wiederwahl als Kandidat auch der SPD gegen Hitler
  • Nach dem Tod von Friedrich Ebert (1925) wurde der »Sieger von Tannenberg« (im 1. Weltkrieg) Paul von Hindenburg zum Reichpräsidenten gewählt. Der greise Reichspräsident, stark beeinflusst von seinem Staatssekretär Otto Meißner, seinem Vertrauten Franz von Papen und seinem Sohn Oskar von Hindenburg, ernannte Adolf Hitler am 30.01.1933 zum Reichskanzler.

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Alfred Hugenberg

  • Lebensdaten: 19.06.1865-12.03.1951
  • 1891 Gründer des Alldeutschen Verbandes
  • 1894-1903 Mitglied der staatlichen Ansiedlungskommission in Posen
  • 1909-18 Direktor der Krupp-Werke
  • ab 1914 Aufbau eines Medienkonzerns (Zeitung, Nachrichten, Film)
  • 1919 Mitglied der Nationalversammlung
  • 1920-45 Mitglied des Reichstages
  • 1927 Kauf der Ufa
  • 1928 Vorsitzender der DNVP
  • 1931 Harzburger Front (Zusammenschluß von NSDAP, »Stahlhelm«, Deutschnationalen u.a. gegen die Regierung Brünings, 1932 aufgelöst)
  • 1933 Reichsminister für Landwirtschaft und Ernährung
  • 1946-49 Haft
  • Hugenberg war ein Anhänger der Monarchie und ein Gegner der Weimarer Republik. Mit seinem Medienapparat beeinflusste er besonders das Bürgertum und wandte sich gegen die Außenpolitik der Regierung und Reparationszahlungen. Hugenberg war in dem irrigen Glauben, er könnte Hitler für eigene politische Interessen einspannen. Damit wurde er zu einem der wichtigsten (bürgerlichen) Wegbereiter der Machtergreifung. Sein Konzern wurde zum Teil durch die Nazis verstaatlicht.

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Erich Ludendorff

  • Lebensdaten: 09.04.1865-20.12.1937
  • seit 1881 im Heeresdienst
  • 1916 Oberste Heeresleitung zusammen mit Hindenburg
  • 1918 wegen seiner unnachgiebigen Haltung in der Frage der Waffenstillstandsbedingungen entlassen
  • 1923 Teilnahme am Hitlerputsch
  • 1924-1928 Mitglied der nationalsozialistischen Fraktion im Reichstag
  • 1925 scheitert seine Kandidatur zur Wahl des Reichspräsidenten
  • General Ludendorff, einer der populärsten deutschen Heerführer im Ersten Weltkrieg, förderte die Dolchstoßlegende und hetzte gegen die Republik. Gründete mit seiner Frau Mathilde von Kemnitz (1877-1966) einen Kampfbund gegen die »überstaatlichen Mächte« (katholische Kirche, Jesuiten, Juden, Freimaurer) und den »Tannenbergbund zur deutschen Gotterkenntnis«. 1933 warnte er Reichspräsident Hindenburg nachdrücklich vor der Berufung Hitlers zum Reichskanzler.

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Otto Meißner

  • Lebensdaten: 13.03.1880-27.05.1953
  • 1920 Ministerialdirektor, Leiter des Büros des Reichspräsidenten
  • 1923 Staatssekretär
  • 1935 Chef der Präsidialkanzlei (repräsent. Aufgaben)
  • 1937 Staatsminister
  • 1945 von den Alliierten interniert
  • 1949 Freispruch
  • 1951 Im Spruchkammerverfahren als Belasteter eingestuft
  • 1952 Einstellung weiterer Verfahren
  • Otto Meißner hatte großen Einfluss auf Paul von Hindenburg. Er gab von Hindenburg den Rat, Hitler zum Reichskanzler zu ernennen, was dann am 30.01.1933 geschah.

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Franz von Papen

  • Lebensdaten: 29.10.1879-02.05.1969
  • 1914/15 Militärattaché in Mexiko und den USA
  • 1915 unter dem Vorwurf der Sabotage ausgewiesen, Bataillonskommandeur in Frankreich, Stabschef der 4. türkischen Armee in Palästina
  • 1918 Abschied als Oberstleutnant, Mitglied der Zentrumspartei
  • 1920-1928 und 1930-1932 Abgeordneter des Zentrums im preußischen Landtag
  • 01.06.1932 Reichskanzler und Reichskommissar für Preußen
  • 17. Dezember 1932 Rücktritt zugunsten von Schleichers
  • Januar 1933 bis Juli 1934 Vizekanzler
  • 1934-1944 Botschafter in Wien (bis 1938) und Ankara
  • 1946 vom Internat. Militärtribunal freigesprochen
  • 1947 in einem Spruchkammerverfahren zu 8 Jahren Arbeitslager verurteilt
  • 1949 vorzeitige Freilassung
  • 1952 erscheint »Der Wahrheit eine Gasse«
  • 1968 erscheint »Vom Scheitern einer Demokratie 1930-1933«
  • Der erzkonservative Franz von Papen, ein ehemaliger Offizier, war - durch seine guten Beziehungen zu Paul von Hindenburg - maßgeblich am Zustandekommen des »Kabinetts Hitler« beteiligt. Er verbündete sich mit Hitler gegen seinen Nachfolger als Reichskanzler, Kurt von Schleicher. Er unterschätzte jedoch Hitler, den er für seine Zwecke einspannen wollte. Nach dem Röhm-Putsch (Juni 1934) trat der Vizekanzler von Papen zurück und hatte danach eher unbedeutende Posten als Botschafter in Wien und der Türkei inne.

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Walther Rathenau

  • Lebensdaten: 29.09.1867-24.06.1922
  • deutscher Politiker, Industrieller und Philosoph jüdischer Herkunft
  • 1899 Vorstand der von seinem Vater Emil Rathenau gegründeten AEG
  • 1914-15 Organisator der Rohstoffversorgung
  • 1921 Reichsminister für Wiederaufbau
  • 1922 deutscher Vertreter auf der Konferenz zu Genua
  • 1922 Vertrag von Rapallo mit der UdSSR
  • 1922 von antisemitischen rechtsradikalen ehemaligen Offizieren der Organisation Consul ermordet
  • Walther Rathenau war als sozial- und kulturphilosophischer Schriftsteller einer der meistgelesenen Autoren seiner Zeit. Er forderte eine Erfüllung der Reparationen zum Beweis ihrer Unerfüllbarkeit.
  • Werke: 'Reflexionen' (1908), 'Zur Kritik der Zeit' (1912), 'Zur Mechanik des Geistes' (1913), 'Der neue Staat' (1919)

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Kurt von Schleicher

  • Lebensdaten: 07.04.1882-30.06.1934
  • deutscher General und Politiker
  • 1913 im Großen Generalstab
  • 1914 Mitglied der Obersten Heeresleitung
  • 1918-29 Politischer Referent im Reichswehrministerium
  • 1929 Staatssekretär im Reichswehrministerium
  • 1930 beteiligt am Sturz von Reichskanzler Heinrich Müller
  • 1931 Generalleutnant
  • 1932 beteiligt am Sturz von Reichskanzler Heinrich Brüning
  • 06/1932 Reichswehrminister im Kabinett von Papen
  • 03.12.1932 - 28.01.1933 Reichskanzler
  • 30.06.1934 während des Röhm-Putsches ermordet
  • Während seiner Kanzlerschaft im Winter 32/33 versuchte der geschickt im Hintergrund agierende und als Intrigrant geltende Kurt von Schleicher die NSDAP durch eine Zusammenarbeit mit dem Strasser-Flügel zu spalten. Von Schleicher hatte jedoch Hitler und die SPD gegen sich. Während des so genannten Röhm-Putsches wurden von Schleicher und seine Frau von der SS ermordet.

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Gregor Strasser

  • Lebensdaten: 31.05.1892-30.06.1934
  • 1921-32 Mitglied der NSDAP
  • 1921 Gauleiter in Niederbayern
  • 1923 Teilnahme am Hitler-Putsch, 18 Monate Festungshaft
  • 1924-33 MdR
  • 1925-29 Gauleiter des NSDAP-Untergaues Niederbayern
  • 1926/27 Reichspropagandaleiter der NSDAP
  • 1928 erscheint »Freiheit und Brot«
  • 1928-32 Reichsorganisationsleiter der NSDAP
  • 08.12.1932 Rücktritt von allen Parteiämtern
  • Strassers Organisationstalent trug zur reichsweiten Ausdehnung der NSDAP bei. Im Herbst 1932 verhandelte Strasser, der zum linken Flügel der NSDAP gehörte, mit von Schleicher über eine Beteiligung an der Reichsregierung. Schleicher wollte ihn als Vizekanzler und preußischen Ministerpräsidenten einsetzen und damit die NSDAP spalten. Strasser konnte sich jedoch nicht gegen Hitler durchsetzen und trat von allen Ämtern zurück. Schleicher wurde während des so genannten Röhm-Putsches ermordet.

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Gustav Stresemann

  • Lebensdaten: 10.05.1878-03.10.1929
  • 1918-29 Vorsitzender der DVP
  • 1923 Reichskanzler und Außenminister
  • 1923 Beendung d. Ruhrkampfes gegen die franz.-belgische Besatzung
  • 15.11.1923 die Einführung der Rentenmark beendet die Inflation
  • 1924 Annahme des Dawes-Plans
  • 1925 Verträge von Locarno
  • 1926 Eintritt Deutschlands in den Völkerbund
  • 1926 Friedensnobelpreis zusammen mit Aristide Briand
  • 1928 Unterzeichnung des Briand-Kellogg-Paktes zur Ächtung des Krieges
  • 1929 Annahme des Young-Plans
  • Gustav Stresemann war einer der bedeutendsten Politiker der Weimarer Republik. Zusammen mit dem französischen Staatsmann Aristide Briand (1862-1932) arbeitete er an der Überwindung nationaler Gegensätze und erreichte 1926 nach einer freundschaftlichen Aussprache mit Briand in Thoiry den Eintritt Deutschlands in den Völkerbund. Für ihre deutsch-französische Verständigungpolitik erhielten Stresemann und Briand 1926 den Friedens-Nobelpreis.

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Zuletzt geändert am 07.06.2009

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