Leonardo da Vinci

Das Universalgenie

Leonardo da Vinci - das italienische Universalgenie der Hochrenaissance: Maler, Plastiker, Architekt, Ingenieur, Wissenschaftler, Naturphilosoph, Musiker, Erfinder und Anatom.

So genanntes Selbstportrait Leonardos
Leonardo da Vinci
Der Mensch des Vitruv, um 1490
Pferd auf den Hinterbeinen
Gusspanzerung eines Pferdekopfes
Zeigendes Mädchen

Leonardo da Vinci betrieb Forschungen zu Botanik, Geologie und Perspektive. 50 Jahre vor Andreas Vesal (1514-1564) begründete er mit seinen Untersuchungen an Leichen die moderne Anatomie. Er erklärte die schiefe Ebene, entdeckte die Bewegungs- und Hebelgesetze, bewies die Unmöglichkeit des Perpetuum mobile, erforschte die Reflexion der Wärmestrahlen und der Tonschwingungen.

Zu seinen Erfindungen gehören Flugapparate, Taucherglocke, Fallschirm, Druckpumpen, Schrauben, Brennspiegel und Kriegsmaschinen. Zu seinen berühmtesten Werken gehört das »Abendmahl« im Refektorium von Santa Maria delle Grazie in Mailand (vollendet 1498) und das Gemälde der »Mona Lisa« (1503-1506).

Geboren wurde er am 15. April 1452 als unehelicher Sohn des Notars Ser Piero d'Antonio (1426-1504) und der Magd Caterina. Leonardo wuchs bei seinem Vater auf. Zwischen 1462 und 1466 kam Leonardo in die Werkstatt des Goldschmiedes, Malers, Schnitzers und Bildhauers Andrea del Verrocchio (1435-1488) in Florenz. Hier entstanden die Jugendwerke »Anbetung der Könige« und »Hieronymus«. 1472 wurde er in die Florentiner Malerzunft »Compagnia di San Luca« aufgenommen.

1480 arbeitete Leonardo für Lorenzo de’ Medici (1449-1492, genannt il Magnifico, Herrscher über Florenz 1469-1492).
Er entwarf Waffen, Kriegsmaschinen, Brennspiegel sowie eine Ölpresse, die nach archimedischem Prinzip arbeitet.
Im Auftrag von Lorenzo de’ Medici begab Leonardo sich 1482 an den Hof der Sforza nach Mailand, einem der prunkvollsten Höfe des späten 15. Jahrhunderts. In einem Brief bot er dem Herzog Ludovico Sforza (genannt »il Moro«, 1452-1508) seine Dienste in der Kriegskunst und - im letzen Absatz - auch als Künstler an.

Über 16 Jahre lang beschäftigte er sich mit einem monumentalen Reiterstandbild, welches den Gründer der Sforza-Dynastie - Francesco I. - darstellen sollte. Das lebensgroße Tonmodell wurde 1499 bei der Eroberung Mailands von französischen Soldaten zerstört. Im Juli 1487 entstand der Entwurf der Kuppel für den Mailänder Dom. Die Schrift »Über die menschliche Gestalt« mit anatomischen Studien entstand 1489.

Abendmahl und Mona Lisa

Zwischen 1495 und 1497 entstand im Auftrag von Herzog Ludovico Sforza das »Abendmahl« im Refektorium Santa Maria delle Grazie, Mailand. Unglücklicherweise wandte Leonardo hier eine neue Technik an - die Temperafarben begannen schon nach einigen Jahren abzubröckeln. Erst im 20. Jahrhundert konnte das Bild erfolgreich restauriert werden.

Von 1500 bis 1507 hielt Leonardo sich wieder in Florenz auf. Hier sezierte er regelmäßig Leichen in der Leichenhalle des Krankenhauses Santa Maria Nuova. Auch betätigte er sich als Festungsbaumeister für die Stadt - und für Cesare Borgia (1475-1507), den skrupellosen ältesten Sohn von Papst Papst Alexander VI. (1430-1501).

Zwischen 1503 und 1507 entstand sein wohl berühmtestes Werk: die »Mona Lisa«, auch bekannt als »La Gioconda«. 1507 folgte Leonardo dem Ruf des französischen Statthalters Charles II. d'Amboise (1472/73-1511) nach Mailand. Von 1513 bis 1516 hielt Leonardo sich in Rom auf. Ab 1516 lebte er am Hof Franz'I. (1494-1547) in Frankreich.

Ab 1517 litt er an einer Lähmung der rechten Hand, konnte aber noch selbst zeichnen und unterrichten. Er starb am 2. Mai 1519 im Alter von 67 Jahren in Cloux (Clos-Lucé) bei Amboise.

Leonardo da Vinci gilt als Mitbegründer der experimentellen Naturwissenschaften und als bedeutendster Vertreter der Hochrenaissance »in ihrer Verbindung von Kunst und Wissenschaft und ihrem Streben nach allseitig menschlicher Vervollkommnung«. Mit seinen technischen Entwürfen ist er seiner Zeit weit vorraus - der Stand der damaligen Technik macht eine Umsetzung aber meist unmöglich; vieles davon kann erst Jahrhunderte später umgesetzt werden. Berühmt geworden ist auch sein sfumato (italienisch für verraucht, verschwommen), eine Maltechnik, bei der Farben und Töne ohne scharfe Grenzlinien allmählich von Hell in Dunkel übergehen.

Zuletzt geändert am 11.11.2013

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