Kalenderblatt - Thema: Der 1. Weltkrieg

Hugo Vogel (1855-1934): »Die beiden Getreuen beim Kriegsplan«
Generalfeldmarschall Paul von Hindenburg und General Erich Ludendorf auf dem Gemälde »Die beiden Getreuen beim Kriegsplan« von Hugo Vogel (1855-1934)

Chronik:

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1914

  • 28.06.1914: Bei einem Attentat in der bosnischen Hauptstadt Sarajevo werden der österreichische Erzherzog Franz Ferdinand (1863-1914) und seine Gemahlin Herzogin Sophie von Hohenberg (1868-1914) von dem bosnischen Serben Gavrilo Princip (1895-1918) erschossen. Zuvor war ein Bombenattentat des 19-jährigen Druckergesellen Nedjelko Cabrinovic fehlgeschlagen. Als Drahtzieher der Attentate stellt sich der Serbe Dragutin Dimitrijevic (genannt »Apis«) heraus, der Chef des serbischen Geheimdienstes und fanatischer Nationalist. Die Attentäter gehören zur Geheimorganisation »Schwarze Hand«, die mit allen Mitteln ein »Großserbisches Reich« errichten wollen, welches alle südslawischen Völker (auch Bosnien und Kroatien) vereinen soll. Der deutsche Kaiser Wilhelm II. lässt am 6. Juli durch Reichskanzler Theobald von Bethmann Hollweg die »unbedingte Bündnistreue des Deutschen Reiches zu Österreich-Ungarn« erklären.
    Princip wurde zu 20 Jahren Kerker verurteilt, er starb am 28. April 1918 an Knochentuberkulose.
    Siehe: 23. Juli 1914.
    Link: Gavrilo Princip in der Wikipedia
  • 23.07.1914: Österreich-Ungarn richtet ein Ultimatum an Serbien, in dem die Verfolgung und Bekämpfung der Attentäter innerhalb von 48 Stunden gefordert wird. Nach einer ausweichenden Antwort Serbiens werden am 25. Juli 1914 die diplomatischen Beziehungen zu Serbien abgebrochen. Siehe: 28. Juli 1914.
  • 28.07.1914: Österreich-Ungarn erklärt Serbien den Krieg - der Beginn des »Großen Krieges«, der später der »Erste Weltkrieg« genannt wird. Russland beginnt daraufhin am 30. Juli 1914 mit der Mobilmachung, um Serbien zu unterstützen. Siehe: 1. August 1914.
    Link: Der Erste Weltkrieg in der Wikipedia
  • 01.08.1914: Das Deutsche Reich, durch den »Dreibund« mit Österreich-Ungarn und Italien verbunden, erklärt Russland den Krieg. Am 2. August 1914 beginnt Frankreich mit der Mobilmachung. Frankreich ist durch die »Entente cordiale« mit Großbritannien und Russland verbunden. Am 3. August 1914 erklärt das Deutsche Reich Frankreich den Krieg. Siehe: 4. August 1914.
  • 04.08.1914: Deutschen Truppen marschieren in Belgien ein, um den »Schlieffen-Plan« in die Tat umzusetzen. Nach diesem Plan soll die deutschen Armee in zwei Flügeln durch Belgien gegen Frankreich marschieren, die Ärmelkanalküste von Dünkirchen bis Le Havre besetzen und schließlich Paris erobern, und das alles vor Russlands kompletter Mobilmachung. Bereits im neutralen Belgien stößt man jedoch auf Widerstand vor allem der Zivilbevölkerung. Bei der außerordentlichen Sitzung des Reichstags im Weißen Saal des Königlichen Schlosses zu Berlin bezeichnet der deutsche Kaiser Wilhelm II. den Krieg als »Akt der Notwendigkeit«. Seine Rede beendet er mit den Worten: »Ich kenne keine Parteien mehr, ich kenne nur noch Deutsche.«. Der britische Außenminister Edward Grey prophezeite: »In Europa gehen die Lichter aus.«.
  • 26.09.1914: Der Schriftsteller Hermann Löns (1866-1914) fällt bei Loivre in der Nähe von Reims, Frankreich. Er hatte sich gleich zu Beginn des Ersten Weltkrieges als Freiwilliger gemeldet. Bekannt wurde der »Heidedichter«, durch seine stimmungsvollen Erzählungen über die Lüneburger Heide und seine Tiergeschichten (»Mümmelmann«, 1909). Seine volksliedhafte, sentimentale Lyrik (»Der kleine Rosengarten«, 1911) wurde um die Jahrhundertwende Liedgut der Wandervogelbewegung.
    Link: Hermann Löns im Projekt Gutenberg
  • 26.09.1914: Der Maler August Macke (August Robert Ludwig Macke, 1887-1914) fällt südlich von Perthes-les Hurlus (Frankreich). Der expressionistische Maler war Mitglied der Künstlergruppe »Blauer Reiter«. Seine dargestellten Figuren sind abstrakt, aber erkennbar, seine Bilder wirken vor allem durch die kraftvollen Farben. Eine enge Freundschaft verband Macke mit dem Maler Franz Marc (1880-1916, siehe 4. März 1916).
    »Die Lebendigkeit einer gemalten Fläche entsteht durch die Bewegung, die im Beschauer erregt wird, durch den gleichzeitigen Klang von Rot, Blau, Längen, Kurven usw. ... Das Leben auf den Moment zusammendrängen, desgleichen Raum. Wir nehmen das Licht sehr schnell auf. Die einzelnen Teile eines Bildes gehen sehr schnell in uns ein ... Das Spezielle am Bilde ist eben das Gleichzeitige und Nacheinander.« (August Macke über das Malen, 1913)
  • 03.11.1914: Der österreichische Lyriker Georg Trakl (1887-1914) stirbt in einer psychiatrischen Klinik in Krakau an einer Überdosis Kokain. Als Folge seiner schrecklichen Erlebnisse als Sanitäter im »Großen Krieg« hatte er einen Nervenzusammenbruch erlitten, dem ein Selbstmordversuch folgte. Mit seinen schwermütigen Werken gilt Trakl als einer der bedeutendsten Vertreter des österreichischen Expressionismus.
    Link: Georg Trakl im Projekt Gutenberg

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Vigneulles nach der Beschießung
Vigneulles nach der Beschießung, 1915

1915

  • 22.04.1915: Deutsche Truppen setzen in der zweiten Schlacht bei Ypern (Belgien) an der Westfront erstmals Giftgas - hochgiftiges Chlorgas - ein. An dem Stellungskrieg ändert sich trotz der vernichtenden Wirkung des Gases jedoch nichts.
  • 03.05.1915: Italien erklärt seinen Austritt aus dem seit 1882 bestehenden Dreibund mit dem Deutschen Reich und Österreich-Ungarn. Am 23. Mai 1915 erklärt Italien Österreich-Ungarn den Krieg.
    Link: Stichwort »Dreibund« im Österreich-Lexikon
  • 07.05.1915: Das deutsche U-Boot »U 20« torpediert vor der irischen Küste das britische Passagierschiff »RMS Lusitania«, das kurz darauf sinkt. Bei dem Unglück sterben 1.198 Menschen, darunter auch 128 Amerikaner. Prominentes Opfer ist der amerikanische Millionärssohn Alfred G. Vanderbilt. Während der ehemalige US-Präsident Theodore Roosevelt (1858-1919) den Krieg gegen Deutschland fordert, ist der Amtsinhaber Thomas Woodrow Wilson (1856-1924) strikt dagegen. Er verlangt allerdings, dass die Deutschen die Torpedierung als Bruch des internationalen Rechts anerkennen und Schadenersatz leisten. Für die Deutschen ist die »Lusitania« ein Kriegsschiff, da sie Munition und anderes Kriegsmaterial transportierte. Die deutsche Regierung weist die Vorwürfe zurück.
    Link: Die »RMS Lusitania« in der Wikipedia
  • 23.06.1915: Beginn der ersten (23. Juni - 7. Juli 1915) von insgesamt elf Schlachten am Isonzo zwischen Österreich-Ungarn und Italien. Die letzte Schlacht, bei der die Italiener schließlich 6 km Boden gewinnen, findet vom 18. August - 20. September 1917 statt.
    Link: Isonzo in der Wikipedia
  • 24.11.1915: Auf dem Amselfeld westlich des Ortes Pristina im Kosovo werden die Serben von den Truppen Deutschlands, Österreich-Ungarns und Bulgariens vernichtend geschlagen. Überlebende der serbischen Armee fliehen in das Nachbarland Albanien. Bis Dezember wird ganz Serbien besetzt.

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Lászlo Mednyánszky (1852-1919): Dahinschwinden
Lászlo Mednyánszky (1852-1919): Dahinschwinden, um 1917

1916

  • 21.02.1916: Beginn der deutschen Großoffensive auf Verdun. Durch eine Materialschlacht soll der Gegner nach den Vorstellungen der Obersten Heeresleitung »ausbluten«. Bis zum 15. Dezember 1916, dem Ende der Schlacht, sterben bei den sinnlosen und erfolglosen Kämpfen in der »Hölle von Verdun« 364.000 französische und 338.000 deutsche Soldaten. Siehe auch: 1. Juli 1916 (»Somme-Schlacht«).
    Link: Verdun in der Wikipedia
  • 04.03.1916: Der in München geborene Maler Franz Marc (1880-1916) fällt in der Schlacht bei Verdun (siehe: 21. Februar 1916). Er zählt mit seinen fast schon abstrakten Tierbildern zu den größten deutschen Malern der Moderne. 1911 ist er Mitbegründer der Künstlergruppe »Blauer Reiter«.
    »Gibt es für Künstler eine geheimnisvollere Idee als die, wie sich wohl die Natur in den Augen eines Tieres spiegelt? Wie sieht ein Pferd die Welt oder ein Adler, ein Reh oder ein Hund? Wie armselig, seelenlos ist unsere Konvention, Tiere in eine Landschaft zu setzen, die unseren Augen zugehört, statt uns in die Seele des Tieres zu versetzen.« (Franz Marc)
  • 31.05.1916: In der einzigen großen Seeschlacht des Ersten Weltkrieges stellt die deutsche Hochseeflotte die britische »Grand Fleet« vor dem Skagerrak (vor der jütländischen Küste). 21 deutsche und 37 britische Großkampfschiffe liefern sich in der »Schlacht am Skagerrak« erbitterte Gefechte, die 8.500 Todesopfer fordern, aber ohne Ergebnis enden. Unter den Toten befindet sich auch der Schriftsteller Gorch Fock (1880-1916).
    Link: Die »Seeschlacht im Skagerrak« in der Wikipedia
  • 01.07.1916: Die verbündeten britischen und französischen Verbände beginnen den Angriff auf die deutschen Stellungen an der Somme, um die deutschen Truppen in Verdun zu schwächen (siehe 21. Februar 1916). Die »Somme-Schlacht« (23. Juni - 26. November 1916) ist die größte Materialschlacht des Ersten Weltkrieges. Etwa 420.000 deutsche sowie 614.105 britische und französische Soldaten finden den Tod. Von den Briten werden am 15. September 1916 zum ersten Mal Tanks - gepanzerte Kampfwagen mit Raupenketten - eingesetzt, die Angst und Schrecken verbreiten. Nach 4 Monaten wird die Schlacht erfolglos abgebrochen.
    Link: Die »Schlacht an der Somme« in der Wikipedia

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Lászlo Mednyánszky (1852-1919): Soldaten
Lászlo Mednyánszky (1852-1919): Soldaten, 1914-1918

1917

  • 09.01.1917: Die Oberste Heeres- und Marineleitung beschließt den uneingeschränkten U-Boot-Krieg, was maßgeblich zum Kriegseintritt der USA beiträgt.
    Link: »U-Boot-Krieg« in der Wikipedia
  • 01.02.1917: Beginn des »uneingeschränkten U-Boot-Krieges«, bei dem deutsche U-Boote auch Passagier- und Handelsschiffe torpedieren. Dies führt zum Eintritt der USA in den Ersten Weltkrieg.
    Link: »U-Boot-Krieg« in der Wikipedia
  • 02.03.1917: Der russische Zar Nikolaus III. (1868-1918) dankt ab. Er wird mit seiner Familie nach Sibirien verbannt und in Jekaterinburg (Swerdlowsk) gefangen gehalten. Siehe: 07. November 1917 (Oktoberrevolution) und 16. Juli 1917 (Ermordung der Zarenfamilie).
  • 06.04.1917: Die USA erklären dem Deutschen Reich den Krieg. Vorausgegangen war die Wiederaufnahme des uneingeschränkten U-Boot-Krieges durch die Deutschen am 1. Februar 1917. Es kommt dadurch zu einem Abbruch der diplomatischen Beziehungen der USA zum Deutschen Reich am 3. Februar 1917. Am 17. Januar 1917 versucht der deutsche Staatssekretär des Auswärtigen Amtes, Arthur Zimmermann, Mexiko für ein Bündnis zu gewinnen. Dies führt zu einer weiteren, dramatischen Verschlechterung des deutsch-amerikanischen Verhältnisses. Die ersten US-Truppen unter General John J. Pershing treffen am 7. Juni 1917 in Frankreich ein, am 21. Oktober 1917 kommt es zu ersten Fronteinsätzen. Am 14. August tritt auch China und die Mehrzahl der amerikanischen Staaten in den Krieg gegen das Deutsche Reich ein.
    Link: Der Erste Weltkrieg in der Wikipedia
  • 15.10.1917: Die niederländische Tänzerin Mata Hari (Margaretha Geertruida Zelle, 1876-1917) wird in Vincennes bei Paris wegen angeblicher Spionage für das Deutsche Reich in Frankreich erschossen.
    Mata Hari arbeitet ab 1903 als Ausdruckstänzerin in Paris und wird besonders berühmt wegen ihrer Nackttänze. Nach Reisen durch ganz Europa gerät sie 1914 in finanzielle Schwierigkeiten und erhält aufgrund ihrer zahlreichen Kontakte ein Angebot des deutschen Konsuls für Spionagetätigkeiten. Der französische Geheimdienst unterbreitet ihr ebenfalls ein Spionageangebot, beobachtet sie dann aber in Madrid bei einem Besuch des deutschen Militärattachés. Bei ihrer Rückkehr nach Paris wird sie verhaftet und verurteilt.
  • 07.11.1917: Bei der »Oktoberrevolution« (am 25.10. nach russischer Zeitrechnung) stürzen die Bolschewiken unter der Führung von Wladimir Iljitsch Lenin (1870-1924) und Leo Dawidowitsch Trotzki (1879-1940) die provisorische russische Regierung Alexander Fjodorowitsch Kérenskis (1881-1970). Am 8. November (26. Oktober in Russland) wird ein Rat der Volkskommissare als neue Regierung gewählt und zwei wichtige Dekrete verabschiedet: »Über den Frieden« bietet allen kriegführenden Mächten einen Frieden ohne Annexionen und Kriegsentschädigungen an, »Über den Boden« verspricht den russischen Bauern die entschädigungslose Enteignung des Großgrundbesitzes. Zur neuen (bolschewistischen) Regierung gehören neben Lenin und Trotzki auch Alexei Ivanowitsch Rykow (1881-1938) und Josef Wissarionowitsch Stalin (1879-1953). Stalin wird am 8. November (26.10.) zum Vorsitzenden des Rates der Volkskommissare gewählt, was ihn zum Regierungschef macht.
  • 20.11.1917: In der Nähe des strategisch wichtigen Eisenbahnknotenpunktes Cambrai in Frankreich kommt es zur ersten Panzerschlacht der Militärgeschichte. Die »Schlacht von Cambrai« endet am 7. Dezember 1917.
    Link: Die »Schlacht von Cambrai« in der Wikipedia
  • 09.12.1917: Das zum Osmanischen Reich gehörende Jerusalem wird von britischen Truppen eingenommen.
  • 15.12.1917: Russland und Deutschland vereinbaren in Brest-Litowsk einen Waffenstillstand. Der »Friedensvertrag von Brest-Litowsk« wird am 3. März 1918 unterzeichnet.
    Link: »Friedensvertrag von Brest-Litowsk« in der Wikipedia

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Friedhof Gefallener in Toronya
Friedhof Gefallener in Toronya, 1916

1918

  • 08.01.1918: US-Präsident Thomas Woodrow Wilson (1856-1924) erklärt vor dem Kongress sein 14-Punkte-Programm über die Kriegsziele und die Friedensbedingungen der Alliierten. Damit reagiert er auf die Uneinigkeit der Entente-Mächte Frankreich, England und Russland.
    Link: Das 14-Punkte-Programm in der Wikipedia
  • 25.01.1918: In Petrograd (St. Peterburg) wird auf dem »Dritten Allrussischen Sowjetkongress« der Arbeiter- und Soldatendeputierten die Bildung der Russischen Föderativen Sowjetrepublik (RSFSR) proklamiert. Russland wird zur Sowjetrepublik erklärt.
  • 23.02.1918: Im Kampf gegen die »Weißen« (Anhänger des Zaren und Bürgerliche) erfolgt die Gründung der »Roten Armee«, die aus den 1917 gebildeten Arbeitermilizen hervorgeht. Oberbefehlshaber ist ab März 1918 der Bolschewik Leo Dawidowitsch Trotzki (1879-1940). Der Bürgerkrieg endet im November 1920 mit der Flucht der weißrussischen Truppen unter General Pjotr N. Baron von Wrangel.
  • 03.03.1918: Die Mittelmächte - Deutsches Reich, Österreich-Ungarn, Osmanisches Reich, Bulgarien - und Sowjetrussland schließen den »Frieden von Brest-Litowsk«. Sowjetrussland verzichtet auf seine Hoheitsrechte in Finnland, Livland, Estland und Kurland, Polen, Litauen, der Ukraine, Georgien und den armenischen Gebieten Kars, Ardaham und Batum. Diese Länder werden entweder selbständig oder von den Mittelmächten besetzt.
    Link: Der »Friedensvertrag von Brest-Litowsk« in der Wikipedia
  • 21.03.1918: General Erich Ludendorff (1865-1937) startet die »große Frühjahrsoffensive an der Somme« im Frontabschnitt Montdidier. Die Alliierten treten den geordneten Rückzug an, während die deutschen Truppen auch in Flandern (9. April) und an der Aisne (27. Mai) angreifen. Die Durchbruchsschlacht zwischen Scarpe und Oise bringt den deutschen Truppen den erwarteten Erfolg.
    Link: Erich Ludendorff in der Wikipedia
  • 21.04.1918: Der deutsche Jagdflieger Manfred Freiherr von Richthofen (1892-1918), besser bekannt als der »Rote Baron«, wird von dem kanadischen Jagdflieger Hauptmann Arthur Roy Brown abgeschossen. Mit seinem rot bemalten Fokker-Dreidecker wurde Richthofen zum Symbol für den Luftkrieg der Jahre 1914-1918. Zwischen 80 und 100 gegnerische Maschinen soll er abgeschossen haben.
    Link: Manfred Albrecht Freiherr von Richthofen in der Wikipedia
  • 16.07.1918: Der letzte russische Zar Nikolaus II. (1868-1918) und seine Familie werden in Jekaterinburg (Swerdlowsk) von den Bolschewisten ermordet. Die 300-jährige Herrschaft der Romanows ist damit beendet.
  • 14.09.1918: Der österreichische Kaiser Karl I. (1887-1922) veröffentlicht die Friedensnote »An alle!«. Darin fordert er Verhandlungen zur Herbeiführung eines Verständigungsfriedens. Die Alliierten weisen die Note scharf zurück. Der deutsche Kaiser, Wilhelm II. (1859-1941) ist empört und spricht von einer »ernsthaften Gefährdung des Bündnisses«.
  • 29.10.1918: Die Matrosen und Heizer der in Wilhelmshaven liegenden deutschen Hochseeflotte weigern sich, zu einem letzten, sinnlos erscheinenden Kampf gegen die britische Flotte auszulaufen. Trotz der Anerkennung des Waffenstillstandes (27. Oktober) und der Beendigung des uneingeschränkten U-Boot-Krieges (20. Oktober) wollten die Admiräle Reinhard Scheer, Adolf von Trotha und Magnus von Levetzow die Schlagkraft der deutschen Marine beweisen. Die Meuterei greift in den nächsten Tagen auf andere Marinestandorte über und führt zur Novemberrevolution mit Aufständen und Militärrevolten im ganzen Reich (siehe 4. November 1918). Es kommt zum Zusammenbruch der militärischen Ordnung und zur Bildung von Soldatenräten und Arbeiterräten, die gemeinsam die militärische Exekutivgewalt (ausführende Gewalt) übernehmen. Die Räte befürworten die politische Führung von MSDP und USDP. Siehe: 7. November (Ausruf des Freistaates Bayern) und 9. November (Abdankung des Kaisers).
    Link: Die Novemberrevolution in der Wikipedia
  • 31.10.1918: Der österreichische, expressionistische Maler Egon Schiele (1890-1918) stirbt an der & »Spanischen Grippe«. Durch die schlechte Versorgung sind die geschwächten Menschen besonders anfällig für die Krankheitserreger. Erstmals soll die Krankheit am 11. März 1918 in einem überfüllten Armeelager in Fort Riley in Kansas (USA) aufgetreten sein. Durch die Verschiffung der (überlebenden) Soldaten gelangt sie nach Europa. Mit etwa 20 Millionen Todesopfern fallen ihr 1918/1919 weltweit mehr Menschen zum Opfer, als dem »Großen Krieg«. Zur gleichen Zeit brechen auch Epidemien von Kinderlähmung und Gehirnhautentzündung aus.
    Links: Spanische Grippe und Egon Schiele-Museum Tulln
  • 03.11.1918: Bei Padua wird zwischen dem ehemaligen Österreich-Ungarn und den Alliierten der »Waffenstillstand von Villa Giusti« unterzeichnet. Am 11. November 1918 dankt der österreichische Kaiser Karl I. (1887-1922) ab.
    Link: Waffenstillstand von Villa Giusti in der Wikipedia
  • 04.11.1918: Während der Meuterei der Kieler Matrosen (siehe 29. Oktober) werden 1.000 Matrosen inhaftiert; ihnen droht die Erschießung. Verhandlungen zur Freilassung werden abgelehnt, worauf die gesamte Flottenbesatzung meutert; Dockarbeiter und Landsoldaten schließen sich an. Das dritte Geschwader in Kiel wählt Soldatenräte, entwaffnet Offiziere, befreit die Gefangenen und hisst die rote Fahne auf den Schiffen. Die Matrosen gehen an Land und besetzen öffentliche Gebäude - am Abend ist ganz Kiel in ihrer Hand.
  • 07.11.1918: Kurt Eisner (1867-1919) proklamiert in München den republikanischen »Freistaat Bayern«. König Ludwig III. von Bayern (1845-1921) geht ins Exil. Im Saal der Gaststätte »Malthäserbräu« wird der Arbeiter- und Soldatenrat gewählt.
  • 09.11.1918: Die Reichshauptstadt Berlin wird von der Novemberrevolution erfasst. Der Machtkampf zwischen den Mehrheitssozialdemokraten (MSPD) und der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (USDP) entscheidet sich für die MSPD. Reichskanzler Prinz Max von Baden (1897-1929) verkündet eigenmächtig die Abdankung des deutschen Kaisers Wilhelm II. (1859-1941), der ins niederländische Exil geht. Er ernennt den Führer der MSPD, Friedrich Ebert (1871-1925), zum neuen Reichskanzler und tritt selbst zurück. Durch Philipp Scheidemann (1865-1939), Mitglied der MSPD, wird gegen 14:00 Uhr vom Reichstagsgebäude in Berlin aus die »Deutsche Republik« ausgerufen. Gegen 16:00 Uhr ruft Karl Liebknecht (1871-1919), der Führer des Spartakusbundes, vor dem Berliner Schloss die »Freie Sozialistische Republik aus«.
  • 11.11.1918: In einem Eisenbahnwaggon im Wald von Compiègne wird der Waffenstillstand zwischen dem Deutschen Reich und den Alliierten unterzeichnet. Die deutsche Oberste Heeresleitung (OHL) überlässt es den Zivilisten, die Niederlage zu akzeptieren. Der deutsche Reichstagsabgeordnete Matthias Erzberger (1875-1921) und der französische Marschall Ferdinand Foch (1851-1925) unterzeichnen den Vertrag. Die deutsche Westfront war am 8. August, dem »Schwarzen Tag« des deutschen Heeres, zusammengebrochen. Der Waffenstillstand hat bis zum Abschluss des »Friedensvertrags von Versailles« am 28. Juni 1919 Gültigkeit. Karl I. (1887-1922) verzichtet als Kaiser von Österreich auf seinen Thron, am 13. November auch als König von Ungarn auf den ungarischen Thron. In Polen wird die Republik ausgerufen.

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Die Ruinen der St. Martin's Kirche in Ypern
Die Ruinen der St. Martin's Kirche in Ypern (Ypres, Belgien), 1918/1919, Quelle: [13]

1919

  • 18.01.1919: Eröffnung der Friedenskonferenz der Siegermächte des Ersten Weltkrieges im Spiegelsaal des Schlosses von Versailles. Die Unterzeichnung durch die vom Reichspräsidenten bevollmächtigten Minister Hermann Müller (1876-1931) und Johannes Bell (1868-1949) erfolgt am 28. Juni 1919.
  • 28.06.1919: Die deutsche Delegation unter Außenminister Hermann Müller (1876-1931, SPD) unterzeichnet den »Friedensvertrag von Versailles«, der ihnen am 7. Mai 1919 von dem französischen Ministerpräsidenten Georges Clemenceau (1841-1929) zur Stellungnahme überreicht worden war. Eine Ablehnung hätte zur Wiederaufnahme der Kriegshandlungen geführt. Der Inhalt des Vertrages ist erdrückend. So wird dem Deutschen Reich die alleinige Kriegsschuld angelastet, sämtliche Kolonien gehen verloren. Elsass-Lothringen fällt an Frankreich, Westpreußen und Posen kommen zu Polen, Danzig wird freie Stadt, Memelland erhält eine alliierte Verwaltung. Das Hultschiner Ländchen kommt zur Tschechoslowakei, Volksabstimmungen entscheiden über die Zugehörigkeit weiterer Gebiete. Die allgemeine Wehrpflicht wird verboten, die Stärke der Reichswehr und der Flotte wird stark eingeschränkt, schwere Waffen sind untersagt. Der »Friedensvertrag von Versailles« tritt am 10. Januar 1920 in Kraft.
    Link: Der Vertrag von Versailles in der Wikipedia
  • 10.09.1919: Nach Zustimmung der Wiener Nationalversammlung unterzeichnet Österreich in St. Germain-en-Laye (bei Paris) den Friedensvertrag der Alliierten. Österreich muss, wie das Deutsche Reich, die Kriegsschuld auf sich nehmen und verliert Südtirol, Triest, Istrien und Dalmatien und muss die staatliche Selbständigkeit von Ungarn, Polen, der Tschechoslowakei und Jugoslawien anerkennen. Der Anschluss an das Deutsche Reich ist untersagt.

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Zuletzt geändert am 30.12.2014

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