Kalenderblatt - Thema: Die Eroberung des Weltalls

Wernher von Braun (1912-1977)
Wernher von Braun (1912-1977), Quelle: [15]

Chronik:

  • 04.07.1910: In Mailand stirbt der italienische Astronom Giovanni Virginio Schiaparelli (1835-1910). Bekannt wird er 1877 durch seine Beoabachtungen des Planeten Mars. Durch einen Übersetzungsfehler hält man die vermeintlichen Flussläufe (canali = Rinnen) für Bauwerke intelligenter Wesen - »Marskanäle«. Die Legende der Marsmenschen ist geboren. Die Science-Fiction-Literatur bringt schließlich mit Edgar Rice Burroughs (1875-1950) Marszyklus »John Carter vom Mars« (11 Bände, 1917-1943) die »Grünen Männchen« hervor. Am 30. Oktober 1938 löst Orson Welles (1915-1985) durch ein Radiohörspiel über eine Invasion der Marsmenschen in Amerika eine Massenpanik aus.
    Link: Giovanni Schiaparelli in der Wikipedia
  • 16.03.1926: Die erste mit flüssigem Treibstoff angetriebene Rakete startet in Auburn/Massachusetts (USA). Dem Physikprofessor und Raketenpionier Robert Hutchins Gooddard (1882-1945) gelingt es, die Rakete für 2 1/2 Minuten in der Luft zu halten; sie ist 90 km/h schnell und fliegt 600 m weit. Goddard forscht in den nächsten Jahren weiter und startet im März 1935 die weltweit erste Rakete, die mit Überschallgeschwindigkeit fliegt.
  • 03.10.1942: Der von der deutschen Heeresversuchsanstalt Peenemünde auf der Insel Usedom entwickelten Fernrakete »A4« (Aggregat 4) gelingt erstmals ein Flug bis in 90 km Höhe und damit über die Atmosphäre hinaus in den Weltraum. Ingenieur Wernher von Braun (1912-1977): »Der einzige Fehler dieses erfolgreichen Fluges besteht darin, dass die Rakete auf dem falschen Planeten gelandet ist.«. Die Nazis planen jedoch nicht die Eroberung des Weltraums, sondern wollen die Raketen, mit Sprengsätzen bestückt, als Waffe einsetzen. 1944 startet derselbe Raketentyp als »V2« (Vergeltungswaffe 2) zur Bombardierung von London. Der von Adolf Hitler erhoffte Erfolg bleibt allerdings aus.
    Link: Wernher von Braun in der Wikipedia
  • 04.10.1957: Die UdSSR schickt mit »Sputnik 1« den ersten künstlichen Satelliten ins Weltall und läutet damit den Beginn der Weltraumforschung ein. Von den USA wird dies als schwere Niederlage empfunden. Mit Beobachtungs- und Messsatelliten lassen sich neuer Erkenntnisse über die Erde gewinnen, Übertragungssatelliten werden schon bald zur Funkübertragung eingesetzt. Die Möglichkeiten der militärischen Nutzung lösen im Westen eine wahre Hysterie aus, da die Sowjetunion über eine fortschrittliche Technik von Trägerraketen verfügt.
    Link: Sputnik and The Dawn of the Space Age (NASA) (englisch)
  • 03.11.1957: Mit dem zweiten künstlichen Satelliten »Sputnik 2« schickt die Sowjetunion auch die Polarhündin Laika ins Weltall, um die Auswirkung der Schwerelosigkeit auf Säugetiere zu erforschen. Dabei werden der Gesundheitszustand des Tieres und andere Daten zur Erde gesendet und dort ausgewertet. Laika stirbt vermutlich eine Woche nach dem Start an Sauerstoffmangel.
    Links: Sputnik 2 (englisch) und Laika in der Wikipedia
  • 31.01.1958: Um 22:48 EST (Ortszeit, am 1. Februar nach GMT) wird der erste amerikanische Satellit »Explorer I« erfolgreich mit einer Jupiter-C-Rakete ins Weltall geschossen. »Explorer« verfügt über zwei Sender, die Signale zur Erde funken.
    Link: »Explorer I« in der Wikipedia
  • 02.01.1959: Nach vier Fehlschlägen der Amerikaner bringt die UdSSR die Raumsonde Lunik I. (Luna I) mit einer zweistufigen Standardrakete ins All. Statt wie geplant auf dem Mond zu landen, fliegt der Satellit in einer Entfernung von 7.500 km am Mond vorbei, funkt Messdaten und tritt dann in eine elliptische Bahn um die Sonne ein. Die USA schießen am 3. März einen künstlichen Planetoiden mit Namen »Pioneer 4« in eine Solarumlaufbahn. Am 12. September 1959 startet »Lunik II« und erreicht nach 34-stündigem Flug am 14. September als erster Raumflugkörper den Mond.
  • 14.09.1959: Die sowjetische Raumsonde »Lunik II« landet als erster von Menschen produzierter 'Gegenstand' auf dem Mond. Um 2:24 Uhr Moskauer Zeit schlägt sie in der Nähe des »Mare Serenitatis« auf. Die ersten Fotos von der Rückseite des Mondes sendet die »Lunik III« am 7. Oktober 1959 aus einer Entfernung von 70.400 km zur Oberfläche.

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  • 12.04.1961: Der sowjetische Kosmonaut Juri Gagarin (1934-1968) ist der erste Mensch im Weltall. Das Raumschiff »Wostock« startet um 9:07 Uhr Moskauer Zeit. Nach der Erdumrundung erfolgt 108 Minuten später die erfolgreiche Landung in der Nähe von Saratow an der Wolga. Der Luftwaffenmajor wird zum Nationalhelden, seine Pioniertat wird vor allem von der Sowjetunion als Sieg des Sozialismus gefeiert. Am 27. März 1968 stirbt er bei einem Flugzeugabsturz. Die erste Frau im Weltall ist Valentina Tereschkowa (*1937), die am 16. Juni 1963 ins All startet.
    Link: Juri Gagarin in der Wikipedia
  • 05.05.1961: Als erster US-Amerikaner fliegt Alan Shepard (1923-1998) in einer Mercury-Kapsel ins All, umrundet die Erde aber nicht vollständig. Die Mission Mercury-Redstone 3 (MR-3) gilt (nach Juri Gagarins Flug am 12. April 1961) als der zweite bemannte Flug in der Geschichte der Raumfahrt. Mit einer Dauer von 15 Minuten und 22 Sekunden ist es auch der kürzeste Raumflug überhaupt.
    Link: Alan Shepard in der Wikipedia
  • 20.02.1962: John Herschel Glenn (*1921) umkreist als erster amerikanischer Astronaut in der Raumkapsel Mercury 6 die Erde. Seit 1974 als Demokrat für den Bundesstaat im Senat der Vereinigten Staaten, bewirbt er sich 1984 erfolglos als Präsidentschaftskandidat. 1997 tritt er von seinen politischen Ämtern zurück. Vom 29. Oktober 1998 bis zum 7. November 1998 ist der mit 77 Jahren »älteste Astronaut im Orbit« mit der Raumfähre Discovery erneut im All und umkreist die Erde 134 mal.
    Link: John Herschel Glenn in der Wikipedia
  • 16.06.1963: Valentina Tereschkowa (*1937) startet mit der »Wostok 6« als erste Frau ins Weltall und umkreist in 3 Tagen die Erde 48-mal. Sie meldet sich mit: »Ich sehe den Horizont. Ein blauer, blauer Streifen. Das ist die Erde. Wie schön sie ist.«. Für die spätere »Heldin der Sowjetunion« ist es der einzige 'Einsatz' im Weltall.
  • 18.03.1965: Der sowjetische Oberstleutnant Alexei Archipowitsch Leonow (*1934) ist der erste Mensch, der sich - gesichert durch eine Leine - außerhalb eines Raumschiffes (Woschkod 2) im Weltall aufhält.
  • 23.03.1965: Die Astronauten Virgil I. Grissom (1926-1967) und John W. Young (*1930) starten mit der Raumkapsel »Gemini 3« zum ersten bemannten Gemini-Raumflug der USA. Sie umkreisen die Erde dreimal, bevor sie knapp 5 Stunden später bei den Bahamas landen. Zur Vorbereitung des Apollo-Mondflugprogrammes finden insgesamt zehn bemannte Gemini-Missionen (»Gemini 3« bis »Gemini 12«) statt.
    Link: Gemini 3 in der Wikipedia
  • 03.06.1965: Edward Higgins White (1930-1967) schwebt als erster amerikanischer Astronaut frei im Weltraum. 21 Minuten lang schwebt er von »Gemini 4« aus über Hawaii in Richtung der US-Atlantikküste.
    Zusammen mit den Astronauten Virgil I. Grissom und Roger B. Chaffee stirbt White am 27. Januar 1967 in der Kapsel der AS-204 (später umbenannt in Apollo 1), in der bei Tests ein Feuer ausbricht.
    Link: Gemini 4 in der Wikipedia
  • 15.07.1965: Die US-amerikanische Raumsonde »MARINER 4« sendet die ersten Bilder von der Marsoberfläche. Nach dem Start am 28. November 1964 hat die Raumsonde am 14. Juli 1965 ihr Ziel in einem Abstand von 10.000 km zum Mars erreicht. Kurz nach Mitternacht funkt sie das erste von 21 Bildern zur Erde.
    Link: Mariner 4 - NSSDC ID:1964-077A
  • 27.01.1967: Die Astronauten Virgil I. "Gus" Grissom (1926-1967), Edward H. White (1930-1967) und Roger B. Chaffee (1935-1967) sterben beim Test für den ersten Start eines Apollo-Raumschiffes (Apollo 1), als (vermutlich) durch einen Kurzschluss in der mit reinem Sauerstoff gefüllte Apollo-Kapsel ein Feuer ausbricht. Die Männer sterben innerhalb weniger Sekunden.
    Link: Apollo 1 in der Wikipedia
  • 23.04.1967: Start der sowjetischen Raumkapsel »Sojus 1« (Soyuz spacecraft). Nach erfolgreicher Mission kommt es bei der Rückkehr aus dem Weltraum am 24. April zu einem Unglück: das Fallschirmsystem versagt, und die Raumkapsel stürzt aus sieben Kilometer Höhe ungebremst zur Erde und zerschellt, der Kosmonaut Wladimir M. Komarow stirbt.
  • 21.12.1968: Mit der »Apollo 8« findet die erste bemannte Umrundung des Mondes statt. Die Astronauten Frank Borman (*1928), James Lovell (*1928) und William Anders (*1933) starten am 21. Dezember, am 24. Dezember gelangt das Raumschiff in die Umlaufbahn des Mondes. Die erfolgreiche Rückkehr (Landung) erfolgt am 27. Dezember 1968.
    Link: Apollo 8 in der Wikipedia
  • 20.07.1969: Die Landefähre »Eagle« des Raumschiffes »Apollo 11« landet um 21:17 Uhr MEZ auf dem Mond. An Bord sind die Astronauten Neil Armstrong (1930-2012) und Edwin 'Buzz' Aldrin (*1930). Michael Collins (*1930) steuert die Kommandokapsel, die sich in einer Umlaufbahn um den Mond befindet. Am 21. Juli 1969 um 3:56 Uhr MEZ betritt der Astronaut Neil Armstrong als erster Mensch die Mondoberfläche.
    Link: Apollo 11 in der Wikipedia
  • 21.07.1969: Der Astronaut Neil Armstrong (1930-2012) betritt um 3:56 Uhr MEZ mit den Worten »Ein kleiner Schritt für einen Menschen, ein gewaltiger Sprung für die Menschheit« als erster Mensch die Mondoberfläche. Das Ereignis wird von 500-600 Millionen Menschen live im Fernsehen verfolgt. Die Astronauten hinterlassen eine Edelstahlplatte mit der Aufschrift: »Hier betraten Menschen vom Planeten Erde zum erstenmal den Mond, 1969 A.D. Wir kamen in Frieden für die ganze Menschheit. Neil A. Armstrong, Astronaut, Michael Collins, Astronaut, Edwin E. Aldrin, Astronaut, Richard Nixon, Präsident der Vereinigten Staaten.«. Am 24. Juli um 17:51 MEZ landet das Mutterschiff »Columbia« im Pazifik, die Astronauten werden gesund geborgen. Der Erfolg der Mission beendet den jahrelangen »Wettlauf« mit der Sowjetunion zum Mond. Die UdSSR hatten bereits am 4. Oktober 1957 den ersten künstlichen Satelliten »Sputnik 1« und am 12. April 1961 den ersten Menschen ins Weltall geschickt.
    Links: NSSDC Image Catalog - Apollo 11 und Apollo 11 in der Wikipedia

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  • 14.04.1970: »Houston, wir haben ein Problem« meldet Astronaut Jim Lowell, Kommandant der am 11. April gestarteten Raumkapsel »Apollo 13« an die Bodenstation. Rund 335.000 Kilometer von der Erde entfernt war ein Sauerstofftank explodiert, was zum Ausfall der Versorgungssysteme führt. Unter haarsträubenden Umständen gelingt der Crew - James Lovell, Fred W. Haise und John L. Swigert - am 17. April die Rückkehr zur Erde (siehe Foto).
    Links: Apollo 13 bei www.mondatlas.de und The Apollo 13 Accident
  • 10.11.1970: Die sowjetische Mondsonde »Luna 17« mit dem Mondfahrzeug und Labor »Lunochod 1« an Bord startet mit einer Rakete zum Mond, wo sie am 17. November 1970 landet. Über ein Jahr, bis zum offiziellen Ende der Mission am 4. Oktober 1971, führt raquo;Lunochod 1« ferngesteuert wissenschaftliche Arbeiten und Messungen im »Mare Imbrium« (Regenmeer) aus.
    Link: Lunochod 1 in der Wikipedia
  • 15.12.1970: Die sowjetische Raumsonde »Venera 7« landet auf der Venus.
    Link: Die Venera-Mission in der Wikipedia
  • 19.04.1971: Start der ersten Raumstation, der sowjetischen »Saljut-1«.
    Link: Saljut in der Wikipedia
  • 26.07.1971: Die Astronauten David R. Scott und James B. Irwin unternehmen mit dem Mondauto »Lunar Roving Vehicle (LRV)« eine Fahrt auf dem Mond. Das Fahrzeug wiegt 209 kg und hat durch seine Batterien eine Reichweite von etwa 92 km. Die Apollo 15 - Mission war am 26. Juli 1971 gestartet, die Mondlandung erfolgte am 30. Juli und die Rückkehr zur Erde am 7. August. Astronauten: David R. Scott, Alfred M. Worden und James B. Irwin.
    Link: The Apollo Lunar Roving Vehicle
  • 02.03.1972: Die US-amerikanische Raumsonde »PIONEER 10« startet ins Weltall. 15 Jahre später verlässt sie unser Sonnensystem. An Bord befindet sich eine Plakette mit einer Botschaft für außerirdische, intelligente Lebensformen, auf der u.a. unser Planetensystem, die Sonde selbst sowie ein Mann und eine Frau abgebildet sind. Am 2. Dezember 1974 fliegt die Sonde in einem Abstand von 42.888 km am Jupiter vorbei und liefert mehrere tausend Fernsehbilder.
    Link: Pioneer Project Home Page
  • 11.12.1972: Die »Raumfähre Challenger« landet auf der Mondoberfläche, in einem knapp 10 Kilometer breiten Tal in der Nähe des Littrow-Kraters in den Taurus-Bergen. Der Start der Saturn-V-Rakete AS-512 war am 7. Dezember 1972 in Cape Canaveral (Florida) erfolgt. An Bord sind die Astronauten Ron E. Evans (1933-1990), Eugene A. Cernan (*1934, »the last man on the moon«), und Harrison H. Schmitt (Harrison "Jack" Schmitt, *1935). Cernan und Schmitt entdecken erste konkrete Beweise für Mondvulkanismus. Die Mission wird von NASA-Sprechern als wissenschaftlich ergiebigste bezeichnet. Die hat mit 12 Tagen, 13 Stunden und 53 Minuten auch die längste Dauer, verzeichnet die längste APOLLO-Flugbahn (3.377.600 Kilometer) und den längsten Mondaufenthalt (74 Stunden und 59 Minuten). Es ist die vorläufig letzte bemannte Landung auf dem Mond.
    Link: APOLLO 17 in der Wikipedia
  • 14.05.1973: Das Himmelslabor »Skylab« wird vom Raumfahrtzentrum Cape Canaveral (Florida, USA) mit einer Saturn V Rakete in eine Umlaufbahn um die Erde gebracht. Allerdings ist dies mit einigen technischen Problemen verbunden (Verlust bzw. Beschädigung der Sonnensegel und des Hitzeschildes). Die Astronauten Charles Conrad, Joseph Kerwin und Paul Weitz erreichen die Station am 25. Mai mit einer Saturn-1-B-Rakete und müssen zunächst Innen und Außen einige Reparaturen durchführen. Danach können Sie ihre Forschungen aufnehmen (25. Mai - 22. Juni 1973). Zwei weitere Missionen vom 28. Juli - 25. September 1973 und vom 16. November 1973 - 8. Feburar 1974 verlaufen ebenfalls erfolgreich und erbringen zahlreiche technische und physikalische Erkenntnisse. Am 11. Juli 1979 verglüht »Skylab« ohne Probleme beim Eintritt in die Erdatmosphäre westlich von Australien.
    Link: Skylab (NASA) (englisch)
  • 30.05.1975: Gründung der europäischen Raumfahrtorganisation »European Space Agency« (ESA) als Nachfolgeorganisation der ELDO und der ESRO. Ziele der ESA sind u.a.: die Erforschung der Erde, des Sonnensystems und des Universums, die Entwicklung satellitengestützter Technologien und die Förderung verschiedener europäischer High-Tech-Industrien. Die ESA hat ihren Hauptsitz in Paris.
    Links: Die ESA in der Wikipedia und www.esa.int (offizielle Homepage)
  • 17.07.1975: Die amerikanische Raumkapsel »Apollo 18« und das sowjetische Raumschiff »Sojus 19« werden mit Hilfe eines Verbindungsstückes im Weltall aneinandergekoppelt. Eine Schleuse ermöglicht das Überwechseln der Besatzung. Dies ist die erste sowjetisch-amerikanische Zusammenarbeit im All.
  • 20.08.1975: Start der »Viking-Mission« der NASA zum Mars. Die Raumsonden »Viking 1« und »Viking 2«, die jeweils aus einem »Orbiter« (verbleibt in der Umlaufbahn) und einem »Lander« (zur Landung) bestehen, sollen Bilder von der Marsoberfläche liefern, die Atmospähre analysieren und nach Spuren von Lebewesen suchen. »Viking 1« startet am 20. August 1975 und erreicht den Mars am 19. Juni 1976. Der »Lander« landet am 20. Juli 1976 auf der Oberfläche.
    »Viking 2« startet am 9. September 1975 und erreicht den Mars am 7. August 1976. Die Landung erfolgt am 3. September 1976.
  • 22.10.1975: Die sowjetische Raumsonde »Venus 9« (»Venera 9«) landet auf der Venus und übermittelt die ersten Bilder von der Oberfläche des Planeten. Zuvor war am 15. Dezember 1970 die Raumsonde »Venus 7« als erste Sonde erfolgreich gelandet, die Raumsonde »Venus 8« landete am 22. Juli 1972. Diese Sonden hatten die Oberflächentemperatur, den Außendruck und andere (chemische) Daten übermittelt.
    Link: Der Planet Venus in der Wikipedia
  • 16.06.1977: In Alexandria (Virginia, USA) stirbt der deutsch-amerikanische Raketentechniker und Raumfahrtpionier Wernher von Braun (Wernher Magnus Maximilian Freiherr von Braun, 1912-1977). Wernher von Braun ist ab 1937 Technischer Direktor der Heeresversuchsanstalt Peenemünde, wo die erste automatisch gesteuerte Flüssigkeitsrakete »V-2« entwickelt wird. Er ist einer der 642 deutschen Forscher, die während der amerikanischen Geheimaktion »Paper Clip« (1945-1952) in die USA geholt werden. Dort konstruiert von Braun u.a. die »Jupiter-C-Rakete«, die »Vanguard-Rakete« und die dreistufige »Saturn-V-Rakete«, mit der dem Raumschiff »Apollo 11« 1969 der Flug zum Mond gelingt. Von Braun ist ab 1960 Direktor des »NASA Marshall Space Flight Center« in Huntsville und ab 1969 beim NASA-Stab in Washington. 1969 wird er stellvertretender Direktor der NASA, 1972 wird er Vizepräsident des Luft- und Raumfahrtkonzerns »Fairchild«.
    Link: Wernher von Braun in der Wikipedia
  • 26.08.1978: Der Oberleutnant der Luftwaffe der DDR, Sigmund Jähn (*1937), startet als erster Deutscher in den Weltraum. Zusammen mit dem sowjetischen Kosmonauten Waleri Fjodorowitsch Bykowski (*1934) startet er mit dem Raumschiff »Sojus 31«, welches dann an die sowjetische Orbitalstation »Salut-6« (Komplex aus »Saljut 6« und »Sojus 29«) ankoppelt. Die Rückkehr erfolgt am 3. September 1978.
    Link: Sigmund Jähn in der Wikipedia
  • 24.12.1979: Erfolgreicher Start der ersten europäischen Trägerrakete »ARIANE« vom Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guyana. Die Rakete wurde seit 1974 von der europäischen Weltraumorganisation ESA (European Space Agency) entwickelt; sie ist 202 t schwer und 47,40 m hoch.

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  • 12.04.1981: Erster Start der amerikanischen Raumfähre »STS-1« Columbia. Sie ist das erste wieder verwendbare Raumfahrzeug und soll Erdsatelliten in die Erdumlaufbahn bringen oder zurückholen sowie komplette Laboratorien ins All befördern. Die Columbia verglüht am 1. Februar 2003 beim Wiedereintritt in die Atmosphäre. Nach widersprüchlichen Aussagen über die Ursache des Unglücks wird von einer Untersuchungskommission am 26. August bekannt gegeben, dass ein beim Start abgefallenes Stück Isolierschaum des Außentanks ein Loch in die Vorderkante des linken Flügels geschlagen habe. Dazu kämen mechanische Fehler und Fehlverhalten von Ingenieuren sowie eine mangelhafte Kommunikation innerhalb der NASA.
  • 26.05.1983: Vom US-Luftwaffenstützpunkt Vandenberg (USA) startet der erste Satellit der europäischen Weltraumorganisation ESA. Die Mission EXOSAT soll Röntgen-Strahlungsquellen im Weltraum untersuchen.
    Links: Die ESA in der Wikipedia und www.esa.int (offizielle Homepage)
  • 28.11.1983: Der Physiker und Astronaut Ulf Merbold (*1941) ist der erste Deutsche, der mit einem amerikanischen Space Shuttle in den Weltraum startet, und nach Sigmund Jähn (*1937, siehe: 26. August 1978) der zweite Deutsche im Weltall. Die US-Raumfähre »Columbia« transportiert neben den sechs Astronauten die orbitale Forschungs- und Beobachtungsplattform »Spacelab« ins All. Die erfolgreiche Rückkehr zur Erde erfolgt am 8. Dezember 1983.
    Link: Die Space Shuttle Mission »STS-9« in der Wikipedia
  • 07.02.1984: Der amerikanische Astronaut Bruce McCandless (*1937) schwebt als erster Mensch ohne Verbindung zur Raumfähre »Challenger« im Weltall.
    Link: Bruce McCandless - Biographical Data (englisch)
  • 30.10.1985: Mit Hilfe der wiederverwendbaren Raumfähre »Challenger« bringt die US-Raumfahrtbehörde NASA das europäische Weltraumlabor »Spacelab« in den Erdumlauf. An der STS-61-A Mission (»D-1«) nehmen auch drei europäische Wissenschaftler teil, die Deutschen Ernst Willi Messerschmid (*1945) und Reinhard Furrer (1940-1995) sowie der Niederländer Wubbo Ockels (*1946). Die Misssion endet am 6. November 1985.
    Im November 1983, bei dem ersten Einsatz des Spacelab (Mission »STS-9«), wurden von Wissenschaftlern aus 14 verschiedenen Ländern Forschungen durchgeführt. Mit an Bord befand sich auch der deutsche Wissenschaftsastronaut Ulf Merbold (*1941).
    Link: Reinhard Furrer in der Wikipedia
  • 19.02.1986: Start der bemannten sowjetischen Weltraumstation »Mir« (= Frieden), die mit Hilfe einer dreistufigen Trägerrakete vom Typ Proton in die Umlaufbahn um die Erde gebracht wird und in einer Höhe von 350 km um die Erde kreist. Geldmangel und technische Probleme beenden im März die Mission im All: die 135 Tonnen schwere Raumstation verlässt Mitte März 2001 planmäßig ihre Umlaufbahn und stürzt am 23. März 2001 gegen 6.57 Uhr MEZ in den Südpazifik, wobei ein Großteil der Station beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre verglüht. Die »Mir« gilt als Meilenstein in der Geschichte der bemannten Raumfahrt.
    Link: Die Raumstation »Mir« in der Wikipedia
  • 28.01.1986: Die amerikanische Raumfähre »Challenger« explodiert 73 Sekunden nach dem Start. Bei dem Unglück sterben die sechs Astronauten und die Lehrerin Christa McAuliffe. Als Ursache stellt eine Kommission poröse Dichtungen am rechten Feststoffbooster fest. Das Unglück hat umfassende technische Überarbeitungen und Verbesserungen zur Folge. Am 29. August 1988 startet mit der »Columbia« erstmals nach dem Unglück wieder ein Space Shuttle ins All.
    Link: Challenger - Neun erfolgreiche Flüge und ein Totalverlust

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  • 24.04.1990: Das Hubble-Weltraumteleskop (»Hubble Space Telescope (HST)«) wird mit dem Spaceshuttle »Discovery« auf eine Umlaufbahn um die Erde gebracht. Das größte optische und Ultraviolett-Observatorium im All, benannt nach dem amerikanischen Astronomen Edwin P. Hubble (1889-1953), kann gegenüber den Teleskopen auf der Erde entfernte Himmelkörper 50mal besser erspähen. Es hat eine Länge von 13,10 m und einen Durchmesser von 4,30 m. Die Stromversorgung der zwei Computer und der wissenschaftlichen Instrumente erfolgt über 2 Sonnenkollektoren, die jeweils 12,10 m lang und 2,40 m breit sind.
    Link: HST - NSSDC ID:1990-037B
  • 30.12.1995: Das orbitale Röntgen-Teleskop »Rossi X-Ray Timing Explorer« (»RXTE«) wird mit einer Delta II Rakete auf die Umlaufbahn um Erde gebracht. Es dient zur Beobachtung von Röntgenquellen wie Schwarzen Löchern und Neutronensternen.
    Link: »RXTE« in der Wikipedia
  • 04.07.1997: Die US-amerikanische Raumsonde »Pathfinder« landet weich auf der Marsoberfläche und setzt das Roboterfahrzeug »Sojourner« aus.
    Link: »Mars Pathfinder« in der Wikipedia

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Mars 2007 - Phoenix Lander, Orbiters, Netlanders
Mars 2007 - Phoenix Lander, Orbiters, Netlanders, Quelle: NASA
  • 01.02.2003: Die amerikanische Raumfähre »Columbia« verglüht beim Wiedereintritt in die Atmosphäre. Sieben Menschen sterben bei dem Unglück, darunter auch der israelische Oberst Ilan Ramon (48), der erste Israeli im Weltall. Nach widersprüchlichen Aussagen über die Ursache des Unglücks wird von einer Untersuchungskommission am 26. August 2003 bekannt gegeben, dass ein beim Start abgefallenes Stück Isolierschaum des Außentanks ein Loch in die Vorderkante des linken Flügels geschlagen habe. Dazu kämen mechanische Fehler und Fehlverhalten von Ingenieuren sowie eine mangelhafte Kommunikation innerhalb der NASA.
    Links: Columbia Sonderseite
  • 15.10.2003: Um 9:10 Uhr Ortszeit (03.10 Uhr MESZ) erfolgt der Start des ersten bemannten chinesischen Weltraumfluges. Das Raumschiff »Shenzhou 5« (»Göttliches Schiff«) wird vom Startgelände in der Wüste Gobi mit einer Rakete vom Typ »Langer Marsch 2F« ins All geschossen. An Bord des Raumschiffes ist der Taikonaut Oberstleutnant Yang Liwei (*1965). Die Landung erfolgt 21 Stunden später, um 6.23 Uhr (00.23 Uhr MESZ) in der Steppe der Inneren Mongolei.
    Links: Die Chinesische Raumfahrt in der Wikipedia
  • 04.01.2004: Die US-amerikanische Raumsonde »Spirit« (MER-A) landet um 5:35 Uhr MEZ auf auf dem Mars und sendet 2 Tage später Fotos von bislang unbekannter Schärfe an das NASA-Kontrollzentrum in Pasadena. Am 25. Januar 2004 landet auch die Schwestersonde »Opportunity« (MER-B) auf dem Mars.
    Link: Die Raumsonde »Spirit« in der Wikipedia
  • 23.01.2004: Die Sonde der Europäischen Weltraumorganisation ESA, »Mars Express«, schickt sensationelle Bilder vom Mars zur Erde, die den Beweis für die Existenz von Eis auf dem Planeten liefern. Das Mars-Landegerät »Beagle 2«, am 2. Dezember 2003 über dem Mars abgeworfen, bleibt jedoch verschollen. Weitere Marsbilder und Forschungsergebnisse liefern die NASA-Roboter »Spirit« (Landung am 4. Januar 2004) und »Opportunity« (Landung am 25. Januar 2004). Die Marsroboter liefern Beweise dafür, dass der Mars früher lebensfreundlicher gewesen sein muss.
  • 14.01.2005: Nach 7 Jahren Reise durchs All landet die europäische Raumkapsel »Huygens« planmäßig auf dem Saturn-Mond Titan und sendet Daten zur Erde. Es ist eines der größten Forschungsprojekte der europäischen Raumfahrtbehörde ESA, das von Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn als »brillanter Höhepunkt der Raumfahrtgeschichte« bezeichnet wird. Forscher hoffen auf Erkenntnisse über die Frühgeschichte der Erde, deren Atmosphäre vor 3,8 Milliarden Jahren der heutigen von Titan ähnelte. NASA-Wissenschaftler Alphonso Diaz: »Titan ist für uns eine Art Zeitmaschine. Wir glauben, dass es dort viele chemische Verbindungen tiefgefroren gibt, die für die Entstehung des Lebens auf der Erde ausschlaggebend waren.«
  • 09.11.2005: Die europäische Sonde »Venus-Express« startet an Bord einer Sojus-Rakete vom russischen Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan ins All. Sie soll Daten zu Temperatur, Dichte und Zusammensetzung der Venus-Atmosphäre sammeln und Aufschlüsse über die Entwicklung des erdähnlichen Planeten ergeben. Am 11. April 2006 schwenkt die Sonde in eine Umlaufbahn um die Venus ein und sendet am 13. April 2006 erste Bilder vom Südpol der Venus.
    Link: Europas Venus-Express
  • 15.01.2006: Die US-amerikanische Raumsonde »Stardust« landet um 11.12 Uhr mitteleuropäischer Zeit planmäßig in der Wüste von Utah. Am 7. Februar 1999 war sie ins All befördert worden, um Kometenstaub einzusammeln. Die Analyse der mindestens vier Milliarden Jahre alten Partikel des Kometen »Wild 2« soll NASA-Wissenschaftlern zur Folge neue Erkenntnisse über die Entstehung unseren Planetensystems bringen.
    Links: Stardust - NASA's Comet Sample Return Mission und Raumsonde »Stardust« in der Wikipedia
  • 07.06.2006: Der deutsche Raumfahrer und Oberst der Luftwaffe Thomas Reiter (*1958) aus Rastede (bei Oldenburg) betritt als erster Deutscher die Weltraumstation ISS. Fast sechs Monate lang ist er während der »ISS-Expedition 13« für Außeneinsätze, Sicherheit und Gesundheit zuständig. Die Rückkehr zur Erde mit der Shuttle-Mission »STS-116« erfolgt am 22. Dezember 2006.
    Link: Thomas Reiter in der Wikipedia
  • 04.08.2007: Start der NASA-Raumsonde »Phoenix«, die am 25. Mai 2008 auf dem Mars landen soll.
    Link: Die Raumsonde Phoenix in der Wikipedia

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Zuletzt geändert am 16.06.2015

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