Kalenderblatt - Thema: Der Krieg in Indochina / Vietnam

Vietnam, »Operation Hastings«
Vietnam, »Operation Hastings«, Juli 1966, Quelle: [13]
»Dong Ha, Vietnam. Operation Hastings - Marines of Company H, 2nd Battalion, 4th Marine Regiment take to the water as they move to join up with other elements of their battalion.«

Chronik:

  • 19.12.1946: Beginn des Vietnamkrieges (als so genannter »Indochina-Krieg«).
    Nach dem Zweiten Weltkrieg mussten sich die Japaner aus Vietnam zurückziehen. Die kommunistische Gruppierung Vietminh unter Ho Chi Minh (1890-1969) rief am 2. September 1945 die »Demokratische Republik Vietnam« aus. Als Staatspräsident forderte er die Unabhängigkeit und Souveränität Gesamtvietnams. Frankreich dagegen wollte ihre Kolonialherrschaft in »Indochina« wiederherstellen. In den Kämpfen behielt zunächst Frankreich die Oberhand. Als das kommunistische China den Vietminh Unterstützung gewährte, wandte Frankreich sich wegen logistischer und finanzieller Hilfe an die USA. Siehe: 7. Mai 1954.
    Link: Der »Indochina-Krieg« in der Wikipedia

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Gefangener Vietcong, 1966
Gefangener Vietcong, 1. Februar 1966, Quelle: [13]
»Captured Viet Cong. A Viet Cong prisoner captured during Operation Double Eagle, 20 miles south of Quang Ngai, Vietnam is brought into the collection area by Marines. Prisoners are blindfolded and tied to prevent escape attempts. The card on the prisoner's black pajama shirt relates to circumstances of his capture.«
  • 07.05.1954: Die Franzosen erleiden eine entscheidende Niederlage im »Indochina-Krieg« gegen die Vietnamesen. Nach 56-tägiger Belagerung fällt die französische Festung Dien Bien Phu. Die Verluste der Franzosen sind hoch: 16.000 französische Soldaten sterben, werden verwundet oder geraten in Gefangenschaft. Frankreich gerät unter politischen Druck. Siehe: 20. Juli 1954.
    Link: Indochina in der Wikipedia
  • 20.07.1954: In dem Waffenstillstandsabkommen der »Indochinakonferenz« wird eine Teilung Vietnams in Höhe des 17. Breitengrades vereinbart. Der nördliche Teil soll als »Demokratische Republik Vietnam« von den kommunistischen Vietminh regiert werden, der südliche Teil wird als »Republik Vietnam« von Frankreich unterstützt. Hier übernimmt der Militärdiktator Ngo Dinh Diem (1901-1963) die Macht. Frankreich hat im »Indochina-Krieg« mindestens 92.000 Soldaten verloren. 1955 lösen die USA Frankreich als Schutzmacht in Südvietnam ab. Guerillakriege der »Vietcong« erschüttern das Land. Die »Vietcong« sind ein militärischer Flügel der »Nationalen Befreiungsfront von Südvietnam« (NLF), die 1960 von Nordvietnam zur Stürzung der Regierung Südvietnams gegründet worden waren. Siehe: 2. November 1963.
    Link: Indochina in der Wikipedia

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Vietnamesin vor der Leiche ihres Mannes, 1965
Eine weinende Vietnamesin vor der Leiche ihres Mannes, 1965, Quelle: [13]
»A Vietnamese woman weeps over the body of her husband, one of the Vietnames Army casualties suffered in the war with the Viet Cong in South Vietnam.«
  • 02.11.1963: Südvietnams Staatspräsident Ngo Dinh Diem wird bei einem Militärputsch getötet. Ein Revolutionärer Generalsrat übernimmt die Macht und erhält »in seinem Kampf gegen den Kommunismus« am 7. November Anerkennung von den USA und Großbritannien. Die USA sehen in der neuen Regierung einen stärkeren Partner im Kampf gegen den Vietcong, dem seit Anfang 1963 wöchentlich 2.500 Menschen zum Opfer fallen. Auf der Konferenz auf Hawaii am 20. November hofft man auf einen baldigen Abzug der US-Militärberäter aus Südvietnam. Siehe: 30. Januar 1964.
  • 30.01.1964: Ein unblutiger Militärputsch führt zur Ablösung der Militärjunta. Auch die neuen Machthaber wollen den Kommunismus bekämpfen. Zur Unterstützung des Staatspräsidenten Nguyen Khan schickt die US-Regierung weitere Militärberater ins Land, zusätzlich den bereits stationierten 16.000 Mann. 50.000 US-Soldaten sollen außerdem die südvietnamesische Armee unterstützen. Die Vietcong-Rebellen haben inzwischen 40 Prozent aller südvietnamesischen Dörfer erobert. Siehe: 2. August 1964.
    Link: Der Vietnamkrieg in der Wikipedia
  • 02.08.1964: »Tonking-Zwischenfall« - nach dem angeblichen Angriff vietnamesischer Patrouillenboote auf einen US-Zerstörer im Golf von Tonking greifen die USA direkt in den Vietnamkonflikt zwischen dem kommunistischen Nordvietnam und den unter westlichem Einfluss stehenden Südvietnam ein (die so genannte »amerikanische Phase« des Vietnam-Krieges). Der Bombenkrieg gegen Nordvietnam ab Februar 1965, unter anderem auch mit Napalmbomben und dem Entlaubungsmittel »Agent Orange«, richtet sich auch gegen die Zivilbevölkerung. Den Kommunisten gelingt eine Verwickelung der US-Truppen in einen zermürbenden Guerillakrieg.
    Link: Der Tonking-Zwischenfall in der Wikipedia
  • 15.03.1965: Mit über 100 Flugzeugen eröffnen die USA den Bombenangriff auf Hanoi in Vietnam. Erstmals kommen Napalmbomben zum Einsatz. Dadurch und durch die Verwendung von Entlaubungsmitteln kommt es zu verheerenden ökologischen Schäden.
    Link: Stichwort »Napalm« in der Wikipedia
  • 07.02.1967: Die US-Streitkräfte setzen während des Vietnam-Krieges erstmals das chemische Kampfgift »Agent Orange« zur Entlaubung von Wäldern und Nutzpflanzen ein.
    Link: »Agent Orange« in der Wikipedia
  • 30.01.1968: Der Beginn der »Tet-Offensive« durch Vietcong und nordvietnamesische Truppen führt zu einer Wende im Vietnamkrieg. Der Überfall auf die US-Botschaft in Südvietnams Hauptstadt Saigon zu Beginn des buddhistischen Neujahrsfestes (Tet), sowie weitere Angriffe, bewegen den US-Präsidenten Lyndon B. Johnson (1908-1973) zur Aufnahme von Verhandlungen mit Nordvietnam. Am 31. März verkündet Johnson das Ende der US-Luftangriffe auf Nord-Vietnam.
    Waffenstillstandverhandlungen (ab 13. Mai 1968) in Paris verlaufen vorerst ergebnislos. Die USA sind seit dem 2. August 1964 in den Konflikt zwischen Nord und Süd verwickelt.
    Link: Die Geschichte Vietnams in der Wikipedia
  • 16.03.1968: Bei dem »Massaker von My Lai« während des Vietnam-Krieges töten US-Soldaten 504 Dorfbewohner, darunter auch zahlreiche Kinder und Säuglinge. Diese als abschreckende Maßnahme gegen die angeblich die Kommunisten unterstützenden Zivilisten, vermutlich kein Einzelfall im Vietnamkrieg, führte zu internationalen Protesten und der Forderung an die USA, den Krieg zu beenden.
  • 13.05.1968: Waffenstillstandsverhandlungen zwischen der USA und Nord-Vietnam 1968 (ab 1969 auch mit Süd-Vietnam und dem Vietcong) in Paris verlaufen vorerst ergebnislos.
    Link: Der »Vietnamkrieg« in der Wikipedia

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Einsatz von Hubschraubern in Vietnam
Einsatz von Hubschraubern in Vietnam, 16. Mai 1966, Quelle: [13]
»UH-1D helicopters airlift members of the 2nd Battalion, 14th Infantry Regiment from the Filhol Rubber Plantation area to a new staging area, during Operation "Wahiawa," a search and destroy mission conducted by the 25th Infantry Division, northeast of Cu Chi, Vietnam«
  • 01.05.1970: US-Truppen fallen auf Befehl von US-Präsident Richard Nixon (1913-1994) in Kambodscha ein, um die Nachschubwege des vietnamesischen Vietcong zu zerstören. Im März 1970 hatte General Lon Nol den Staatspräsidenten Prinz Norodom Sihanouk (*1922) gestürzt und Kambodscha zur Republik erklärt. Die Angriffe seiner Truppen auf die Vietcong-Soldaten im Grenzgebiet machen Kambodscha für die nächsten Jahre zum Schlachtfeld des Vietnamkrieges. Unterstützt von Nordvietnam und Prinz Sihanouk kämpfen die kommunistischen »Roten Khmer« gegen Lon Nols Regime, während dieser von den Amerikanern und Südvietnam unterstützt wird. Am 14. April 1975 erobern die »Roten Khmer« Kambodschas Hauptstadt Pnom Penh.
    Link: Kambodscha in der Wikipedia
  • 27.01.1973: In Paris wird das »Abkommen über die Beendigung des Krieges und die Wiederherstellung des Friedens in Vietnam« von den USA, Nord- und Südvietnam unterzeichnet. Die Kämpfe gehen jedoch weiter. Der Vietnamkrieg wird erst 1975 durch die Eroberung Südvietnams beendet.
  • 17.04.1975: Mit der Machtübernahme der »Roten Khmer« beginnt in Kambodscha eine Schreckensherrschaft, die Millionen Menschenleben fordert. Siehe: 4. April 1976 und 8. Januar 1979.
    Link: Die Roten Khmer in der Wikipedia
  • 30.04.1975: Mit der bedingungslosen Kapitulation Südvietnams vor dem Vietcong endet nach fast 30 Jahren der Vietnamkrieg (seit 1946). Die kommunistischen Guerillas und ihre nordvietnamesischen Verbündeten übernehmen die Macht. Am 2. Juli 1976 wird mit der Errichtung der Sozialistischen Republik Vietnam der gesamtvietnamesische Staat wieder hergestellt.
    Die Bilanz des Krieges: zwei Millionen Tote, drei Millionen Verwundete, zwölf Millionen heimatlose Menschen, verheerende ökologische Schäden durch den Einsatz von Napalm und Entlaubungsmitteln.
    Link: Der Vietnamkrieg in der Wikipedia
  • 04.04.1976: Pol Pot (1928-1998), Generalsekretär der kommunistischen »Roten Khmer«, übernimmt das Amt des Ministerpräsidenten. Die im Bürgerkrieg siegreichen »Roten Khmer« beginnen eine radikale Umgestaltung der Gesellschaft: Geld und Handel werden abgeschafft, das Leben in den Städten wird verboten, Städter werden auf das Land zwangsumgesiedelt, einzig die Landwirtschaft ist als Wirtschaftszweig und Lebensgrundlage zugelassen. Durch Hunger, Krankheit, Entkräftung und Exekutionen sterben über eine Million Menschen. Siehe: 8. Januar 1979.
    Link: Pol Pot in der Wikipedia
  • 08.01.1979: Vietnamesische Truppen erobern die kambodschanische Hauptstadt Phnom Penh und stürzen das Terrorregime der Roten Khmer unter Pol Pot. Siehe: 17. Februar 1979.
    Link: Pol Pot in der Wikipedia
  • 17.02.1979: Die Volksrepublik China marschiert in Vietnam ein. China protestiert mit dieser »begrenzten Strafaktion« gegen das Eingreifen Vietnams in Kambodscha (siehe: 8. Januar), welches die Schreckensherrschaft der Roten Khmer beendete. Bis zum Einmarsch vietnamescher Truppen 1979 töteten die Roten Khmer unter ihrem Führer Pol Pot (1928-1998) rund 2 Millionen Menschen.
    Link: Pol Pot in der Wikipedia

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Zuletzt geändert am 30.12.2014

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