Kalenderblatt - Thema: Aus der Geschichte Ungarns

Budapest, 1890-1900
Königliche Burg in Budapest, 1890-1900, Quelle: [16]

Chronik:

  • 896: Sieben Magyarenstämme unter der Führung Árpáds (gestorben 907) besetzen das Karpatenbecken und vertreiben oder versklaven die dort lebenden Menschen.
    Link: Árpád in der Wikipedia
  • 04.07.907: In der »Schlacht bei Pressburg« (Pozsony/Bratislava, 4./5. Juli) siegen die Magyaren (Ungarn) über das bayerische Heer unter Markgraf Luitpold, der im Kampf fällt. Seit einigen Jahrzehnten dringen die Magyaren immer weiter in den Westen vor und fallen in Bayern und Sachsen ein. Die Magyaren stammen ursprünglich aus dem Steppengebiet am südöstlichen Ural. Zwischen Don und Dnjepr lässt das Nomadenvolk sich nieder und verbündet sich mit dem Steppenvolk der Chazaren. Bald werden sie jedoch von Mähren, Bulgaren und Petschenegen, später auch von Byzanz bedrängt. 895 ziehen sie nach Pannonien (ehem. röm. Provinz zwischen Donau, Ostalpen und Save). Nach dem Tod von Kaiser Arnulf von Kärnten am 8. Dezember 899, mit dem die Ungarn ein Bündnis geschlossen hatten, brechen offene Feindseligkeiten zwischen Bayern und Ungarn aus.
    907 stirbt auch Árpád, der »Stammvater« der Ungarn, der die sieben Magyarenstämme vereinigt und um 896 aus dem Dnjestr-Pruth-Gebiet in die Pannonische Ebene führt. Nach ihm ist die ungarische Dynastie der Arpaden benannt, die bis 1301 an der Macht bleiben.
    Link: Die Geschichte Ungarns in der Wikipedia
  • 10.08.955: In der »Schlacht auf dem Lechfeld« bei Augsburg am Laurentius-Tag werden die Magyaren (Ungarn) von dem deutschen König Otto I. (912-973) besiegt. Im August besiegt er die Slawen an der Recknitz. Die Siege sind die Grundlage des Ottonischen Kaisertums.
    Link: Die »Schlacht auf dem Lechfeld« in der Wikipedia

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  • 15.08.1038: In Esztergom stirbt Stephan I. der Heilige (Szent István király, um 975-1038), ungarischer Großfürst (997-1000) und ungarischer König (1000-1038). Der Sohn von Großfürst Géza (Geisa, Regierungszeit um 972-997), der bis zu seiner Taufe durch Bischof Adalbert (Vojtêch) von Prag (um 956-997) den Namen Vajk (Wojk) trägt, heiratet 996 Gisela von Bayern, eine Schwester Kaiser Heinrichs II. (973-1024). Stephan I. formt einen christlichen Feudalstaat nach westlichem Vorbild. Er gründet zehn Bistümer, darunter Esztergom (Gran) und Kalocsa als Erzbistümer. Am 26. Dezember 1000 (oder 1. Januar 1001 oder 17. August 1000) wird er mit der Stephanskrone gekrönt, die er der Legende nach von Papst Silvester&xnbsp;II. (um 945-1003) geschenkt bekam. Nach seinem Tod kommt es zu Kämpfen um die Thronfolge. 1083 wird Stephan I. heilig gesprochen und ist heute Schutzheiliger von Ungarn. Sein Gedenktag ist der 20. August.
    Links: Stephan I. der Heilige und Imre (Emmerich, Heinrich) von Ungarn (Stephans Sohn)
  • 20.08.1038: Der am 15. August verstorbene erste ungarische König Stephan I. (István, 969-1038) wird bestattet. Stephan I. ist Landesapostel und Schutzpatron Ungarns. Sein Übertritt zum Christentum und seine Krönung zum ersten ungarischen König im Jahre 1000 war der Beginn der christlichen Monarchie in Ungarn. Der 20. August ist ein ungarischer Nationalfeiertag (St. Stephanstag).
    Links: Stephan I. in der Wikipedia und im Heiligenlexikon
  • 29.07.1095: Der ungarische König Ladislaus I. der Heilige (Szent László, um 1040-1095) stirbt in Nitra (Nyitra, Westslowakei). Seit 1077 König von Ungarn verband er Kroatien und Ungarn in Personalunion und unterstützte Papst Gregor VII. im Investiturstreit. Er erreichte 1083 die Heiligsprechung von König Stephan I. (um 975-1038), seinem Sohn Herzog Emerich (Imre, gestorben 02. September 1031) und Bischof Gerhard Sagredo von Csanád.
    Link: Ladislaus I. der Heilige

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  • 11.04.1241: Die Mongolen unter Batu Khan (um 1205-1256) besiegen den ungarischen König Bela IV. (1206-1270) in der »Schlacht an der Theiß« bei der Brücke von Mohi. Die mongolischen Verbände ziehen verwüstend und mordend durch Ungarn und dringen bis Kroatien und an die Adria vor. Als Anfang 1242 die Nachricht vom Tod des Großkhans Ögedei (am 11. Dezember 1241 in Karakorum) eintrifft, ziehen sich die Mongolen in ihre Heimat zurück.
  • 11.10.1305: Otto III. (1261-1312), Herzog von Niederbayern, wird in Stuhlweißenburg (Székesfehérvár) als Belas V. zum König von Ungarn gekrönt. Bereits 1301 war ihm die Stephanskrone angeboten worden, was er jedoch aus innerpolitischen Gründen ablehnen musste. 1308 tritt Karl I. Robert (1288-1345) aus dem Haus Anjou seine Nachfolge an.
    Link: Otto III. in der Wikipedia

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Bertalan Székely: Die Frauen von Eger
Bertalan Székely (1835-1910): Die Frauen von Eger (1867)
  • 09.12.1437: Sigismund von Luxemburg (1368-1437), Markgraf von Brandenburg (1378-1388), König von Ungarn (seit 1387), deutscher König (seit 1410/1411), König von Böhmen (seit 1419) und Römisch-deutscher Kaiser (seit 1433) stirbt in Znaim (Mähren). Auf sein Drängen hin wird am 5. November 1414 das Konzil von Konstanz mit 70.000 Teilnehmern einberufen. Dadurch soll das seit 1370 andauernde Abendländische Schisma (Kirchenspaltung, siehe 8. April 1378) beigelegt werden und die Kirche reformiert werden. Außerdem sollen Beschlüsse gegen die Ketzer, wie vor allem den tschechischen Reformator Jan Hus (Johannes, 1369-1415), gefasst werden. Trotz eines Geleitbriefes und dem Protest des deutschen Königs Sigismund wird Jan Hus am 6. Juli 1415 in Konstanz verbrannt.
    Link: Sigismund von Luxemburg in der Wikipedia
  • 16.10.1448: In der zweiten »Schlacht auf dem Amselfeld« (16. - 19. Oktober 1448) im Kosovo unterliegt das Kreuzfahrerheer unter der Führung des ungarischen Reichsverwesers János Hunyadi (Johann Hunyadi, um 1387-1456) den osmanischen Heeren unter Sultan Murad II. (um 1403-1451). Serbien wird endgültig unterworfen, dann Griechenland besetzt. Der Feldherr János Hunyadi regierte in Ungarn seit 1446 für den noch unmündigen König László V. (Ladislaus Postumus, 1440-1457) und führte zahlreiche Feldzüge gegen die stark expandierenden Osmanen.
    Die erste »Schlacht auf dem Amselfeld« fand übrigens am 28. Juni 1389 statt.
  • 21.07.1456: Von Johann Hunyadi (Hunyadi János, um 1387-1456) geführte ungarische Truppen besiegen die Nándorfehérvár (damals in Ungarn, heute Belgrad in Serbien) belagernden Osmanen unter Sultan Mehmet II. (1430-1481) und verhindern ihr weiteres Vordringen nach Europa. Hunyadi stirbt am 11. August 1456 an der Pest. Belgrad wird schließlich am 29. August 1521 von den Osmanen unter Süleyman I. (1495-1566) erobert.
    Link: Johann Hunyadi in der Wikipedia
  • 16.03.1457: László Hunyadi (Ladislaus Hunyadi, 1433-1457), der älteste Sohn des ungarischen Feldherrn und Reichverwesers János Hunyadi (Johann Hunyadi, um 1408-1456), wird auf Veranlassung des Königs László V. (Ladislaus Postumus, 1440-1457) auf dem Marktplatz von Buda enthauptet, was erst nach vier Versuchen gelingt. János Hunyadi, der »Türkenbezwinger« und Vater von Matthias I. Corvinus (Matthias Hunyadi, 1443-1490), schlug 1456 mit seiner »Bauernarmee« die türkischen Truppen in einer entscheidenden Schlacht bei Nádorfehérvár (Beograd).
    Link: Ladislaus Hunyadi in der Wikipedia
  • 23.11.1457: Ladislaus Postumus (tschech. Ladislav Pohrobek, 1440-1457), Herzog von Österreich, König von Böhmen und als Ladislaus V. König von Ungarn, stirbt in Prag.
    Link: Ladislaus Postumus in der Wikipedia
  • 24.01.1458: Matthias I. Corvinus (Matthias Hunyadi, 1443-1490) wird König von Ungarn. Der Sohn des ungarischen Reichverwesers János Hunyadi (Johann Hunyadi, um 1408-1456) setzt sich gegen den Gegenkönig Friedrich III. (1415-1493) durch, der ihn 1463 anerkennt. 1469 wird er in Brünn zum König von Böhmen gekrönt. 1478 erringt er Mähren, Schlesien und die Lausitz und bekämpft 1479-1483 die Türken in Serbien und Bosnien. Im Krieg gegen Friedrich III. gewinnt er 1477-1485 Niederösterreich mit Wien und große Teile der Steiermark. 1485 verlegt er seine Residenz nach Wien und holt italienische Gelehrte und Künstler an seinen Hof. Er gründet die Universität in Preßburg und die »Bibliotheca Corviniana« in Buda (Ofen), die bedeutendste Bibliothek nördlich der Alpen. Nach seinem Tod (6. April 1490) zerfällt sein Großreich.
    Link: Matthias I. Corvinus in der Wikipedia

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Schlacht bei Mohács
Bertalan Székely (1835-1910): Die Schlacht bei Mohács am 29. August 1526
  • 29.08.1526: Die Osmanen unter Sultan Süleiman II. (»der Prächtige«, 1494-1566) schlagen mit drei- bis vierfacher Übermacht das 26.000 Mann Starke Heer des böhmisch-ungarischen Königs Ludwig II. Jagiello (1506-1526) bei Mohács. Ludwig II. stirbt (vermutlich auf der Flucht), seine Witwe, Maria von Habsburg (1505-1558), flieht nach Wien. Süleimans Heere verwüsten das Land und verschleppen Zehntausende in die Sklaverei. Am 10. September 1526 zieht Süleiman in die ungeschützt zurückgelassene Burg von Buda ein. Kurz darauf verlassen er und seine Truppen das Land. Als ungarischer König mit »beschränkter Souveränität« wird am 14. Oktober 1526 der Fürst von Siebenbürgen, Johann Zápolya (János Szapolyai, 1487-1540), gewählt. Es kommt zu Auseinandersetzungen mit dem Habsburger Gegenkönig, Ferdinand I. (1503-1564). 1529 erobern die Türken Buda gegen den Widerstand der Truppen Ferdinands I., dem sie die Stadt jedoch überlassen. 1541 kommt Süleiman erneut nach Ungarn, unter dem Vorwand, die Vormundschaft über den minderjährigen König Johann Sigismund, dem Sohn Zápolyas, zu übernehmen. Seine Janitscharen hissen jedoch die türkische Fahne auf der Burg von Buda - und bis 1686 bliebt die ungarische Hauptstadt in türkischer Hand (siehe 2. September 1686).
    Links: Johann Zápolya in der Wikipedia und Die ungarische Tragödie bei Mohács
  • 16.12.1526: Erzherzog Ferdinand von Habsburg (1503-1564) besteigt als Ferdinand I. nach dem Tod von König Ludwig II. (1506-1526) den ungarischen Thron (Ludwig war auf der Flucht nach der »Schlacht von Mohács« ums Leben gekommen, siehe 29. August 1526). 1527 wird Ferdinand I. auch böhmischer König. Am 22. Juli 1515 hatte eine Doppelhochzeit zwischen dem habsburgischen und dem ungarisch-böhmischen Herrscherhaus die Erbansprüche der Donaumonarchie gesichert.
    Link: Ferdinand I. in der Wikipedia
  • Herbst 1552: Die im nördlichen Teil Ungarns gelegene Burg Eger wird durch die Türken belagert. 4 Wochen lang können Burghauptmann István Dobó und seine zweitausend Männer eine Eroberung des ungarischen Oberlandes (der heutigen Slowakei) durch das übermächtige türkische Heer verhindern. Der ungarische Schriftsteller Géza Gárdonyi (1863-1922) schildert diesen Kampf in seinem historischen Roman »Sterne von Eger« (1901).
  • 30.05.1594: Der bedeutende ungarische Dichter Bálint Balassi (1554-1594) stirbt während der Belagerung von Esztergom (Gran) an den Folgen einer Verwundung.
    Link: Schätze der ungarischen Dichtkunst - Bálint Balassi

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  • 10.08.1664: Der »Friede zu Vasvár« (Eisenburg) beendet den am 26. September 1663 ausgebrochenen Krieg zwischen dem Osmanischen Reich und Österreich. Kaiser Leopold I. (1640-1705) erkennt die Oberherrschaft der Osmanen über Siebenbürgen an, Ungarn bleibt weiterhin geteilt. Seit der verlorenen »Schlacht bei Mohács« am 29. August 1526 gehört ein Teil Ungarns zum Osmanischen Reich, der Rest besteht als Königreich Ungarn weiter.
  • 12.09.1683: In der »Schlacht am Kahlenberg« werden die Osmanen von österreichischen, polnischen, sächsischen und deutschen Truppen unter dem Oberbefehl des polnischen Königs Johann III. Sobieski (1624-1696) und der strategischen Führung Herzog Karls von Lothringen (1643-1690) vernichtend geschlagen. Dabei stehen sich 65.000 verbündete Streitkräfte und das 200.000 Mann starke Heer des Osmanischen Reiches gegenüber. Seit dem 14. Juli 1683 hatten die Osmanen unter dem Großwesir Kara Mustafa Pascha Wien belagert und bedrängt, viele Einwohner, auch Kaiser Leopold I. (1640-1705), verließen die Stadt. Durch den Sieg beginnt der erneute Aufstieg Österreichs zur Großmacht. Kara Mustafa Pascha wird am 25. Dezember 1683 wegen der Niederlage in Belgrad hingerichtet. (Siehe auch: 2. September 1686 - die Rückeroberung von Buda)
  • 02.09.1686: Unter dem Oberbefehl von Herzog Karl von Lothringen (1643-1690) erobern die Truppen von Kaiser Leopold I. (1640-1705) Buda (Ofen, Ungarn) am rechten Donauufer von den Osmanen zurück. Bereits am 12. September 1683 waren die Türken in der »Schlacht am Kahlenberg« besiegt und nach Osten zurückgedrängt worden.
  • 12.08.1687: In der »Schlacht bei Mohács«, am Berg Harsan im Süden Ungarns, besiegen die österreichischen kaiserlichen Truppen unter Herzog Karl von Lothringen (1643-1690) und Kurfürst Maximilian II. Emanuel von Bayern (1662-1726) die Osmanen und erobern Siebenbürgen zurück. Die ungarischen Stände übertragen die Stephanskrone dem Haus Habsburg erblich, Joseph (1678-1711), der Sohn von Kaiser Leopold I. (1640-1705), wird am 9. Dezember 1687 zum ungarischen König gekrönt. Am 6. September 1688 wird Belgrad erobert und damit die osmanische Herrschaft in Ungarn endgültig beendet.
    Link: Die (zweite) Schlacht bei Mohács in der Wikipedia

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Bertalan Székely (1835-1910): Abschied von Thököly Imre
Bertalan Székely (1835-1910): Abschied von Thököly Imre (Emmerich Thököly, 1657-1705). Der Magnat und Staatsmann Thököly stirbt am 13. September 1705 in Nikomedia.
Link: Emmerich Thököly in der Wikipedia
  • 08.04.1735: Der ungarische Freiheitskämpfer Ferenc Rákóczi II. (Franz II. Rákóczi, 1676-1735) stirbt im türkischen Exil. Während der »Kuruzzenkriege« (1703-1711) steht der Siebenbürger Fürst an der Spitze des längsten und erfolgreichsten Aufstandes gegen die Herrschaft der Habsburger. Bis 1707 können die Österreicher beinahe vollständig aus Ungarn vertrieben werden. Trotz seiner guten diplomatischen Beziehungen zu Frankreich und Russland erhält Rákóczi jedoch keine Unterstützung, und so wendet sich schließlich das Blatt: am 3. August 1708 werden die Kuruzzen bei Trencínc (Trentschin) geschlagen, nach weiteren Niederlagen geht im April 1711 auch die letzte größere Siedlung, Kosice (Kaschau), verloren. Der »Frieden von Szatmár« (Sathmar), geführt von dem Oberbefehlshaber des Kuruzzenheeres, Baron Sándor Károly, beendet die Kämpfe und räumt den Ungarn einige Rechte ein (u.a. Religionsfreiheit). Die angebotene Amnestie schlägt Rákóczi jedoch aus, er geht zunächst nach Polen, dann nach Frankreich und schließlich in die Türkei.
    Links: Aufstand von Franz II. Rákóczi und Der Rákóczi-Freiheitskampf
  • 29.11.1780: In Wien stirbt Maria Theresia (1717-1780), Erzherzogin von Österreich seit 1740, Königin von Ungarn seit 1741, Königin von Böhmen seit 1743. Ihr Nachfolger wird ihr seit 1765 als Mitregent eingesetzte Sohn Joseph II. (1741-1790), der als »König mit dem Hut« (ungarisch: »kalapos király«) in die ungarische Geschichte eingeht. Seit 1736 ist sie mit Herzog Franz Stephan von Lothringen, dem späteren Kaiser Franz I. (1708-1765) verheiratet. 16 Kinder gehen aus der Ehe hervor darunter auch Marie Antoinette (1755-1793) und Leopold II. (1747-1792). Ihre lange Regierungszeit ist geprägt vom »Österreichischen Erbfolgekrieg« (1740-1748), vom »1. Schlesischen Krieg« (1740-1742) und »2. Schlesischen Krieg« (1744-1745) und vom Siebenjährigen Krieg (1756-1763, siehe 10. Februar 1763). Zahlreiche Reformen im Heer-, Verwaltungs- und Finanzwesen werden von ihr durchgeführt; so führt sie die allgemeine Steuerpflicht ein und erlässt 1768 ein einheitliches Strafgesetz, das »Nemesis Theresiana«. Sie lässt Volks- und Gewerbeschulen sowie Handelsakademien errichten und verwandelt die österreichisch-böhmische Reichshälfte in einen modernen Beamtenstaat.
    Links: Kampf gegen Habsburg - Von der Aufklärung zum Geheimdienst und Maria Theresia in der Wikipedia

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Grundsteinlegung der Kettenbrücke
Grundsteinlegung der Kettenbrücke (Széchenyi Lánchíd) am 24. August 1842.
Gemälde von Miklós Barabás (1810-1898), Quelle: Fine Arts in Hungary
  • 15.03.1848: Beginn der Revolution in der Pester Innenstadt. Am 7. April wird von König Ferdinand V. die erste unabhängige verantwortliche Regierung unter der Führung von Graf Lajos Batthyány (Ludwig Batthyány, 1807-1849) ernannt, am 11. April sanktioniert er die bei der letzten Ständeversammlung verabschiedeten Gesetze. Lajos Batthyány wird am 6. Oktober 1849 in Budapest hingerichtet.
    Link: »Die Revolution von 1848« in der Wikipedia
  • 24.09.1848: Lajos Kossuth (1802-1894) hält in Cegléd eine Rede zur Anwerbung von wehrfähigen Männern. Die Kämpfe mit österreichischen Truppen im Herbst 1848 radikalisiert die Führung der ungarischen Revolution (1848/49) und veranlasst sie, den Aufbau einer Streitmacht voranzutreiben. Kossuth reist zur Organisation des Landsturms in die Große Ungarische Tiefebene. Die Rede in Cegléd gilt deshalb als historisch so bedeutend, da hier im Jahre 1514 auch die Proklamation des Bauernführers György Dózsa (1470-1514), einem Kleinadligen aus Siebenbürgen, verfasst worden war (der »Bauernaufstand« wird unter Johann Zápolya (János Szapolyai, 1487-1540) 1514 blutig niedergeschlagen, György Dózsa wird grausam hingerichtet).
    »Zu dir bin ich gekommen, tüchtiges Volk Ungarns, du Hoffnung, Burg und Säule meiner verratenen Heimat.« (Lajos Kossuth am 24. September 1848 in Cegléd)
    Link: Homepage der Stadt Cegléd
  • 02.12.1848: Der 18jährige Franz Joseph (1830-1916) wird Nachfolger seines Onkels, des österreichischen Kaisers Ferdinand (1793-1875), der wegen der revolutionären Ereignisse abdanken muss. Der ungarische Reichstag - den Ferdinand zwar aufgelöst hat, der sich aber für unauflösbar erklärt hat - erkennt den Thronwechsel nicht an. Es kommt zum Ungarischen Freiheitskrieg.
  • 14.04.1849: Der ungarische Reichstag erklärt das Haus Habsburg-Lothringen in Ungarn für abgesetzt und ruft die Republik aus. Lajos Kossuth (1802-1894), seit September 1848 Ministerpräsident, wird zum Reichsverweser gewählt. Mit russischer Hilfe gelingt den Österreichern im Juni/Juli die Niederschlagung des ungarischen Aufstands. Am 11. August 1849 dankt Kossuth ab und geht ins Ausland. Am 13. August kapituliert die ungarische Armee bei Világos vor den Russen (jedoch bewusst nicht vor den Österreichern). Die Österreicher unter dem österreichischen Feldzeugmeister Haynau verhängen über die Aufständischen ein blutiges Strafgericht. Am 6. Oktober werden in Arad 13 Generäle und über 100 weitere Soldaten hingerichtet; Tausende werden eingekerkert. Zehntausende müssen, zu einfachen Soldaten degradiert, auf unbestimmte Zeit in den entlegensten Garnisonen des Reiches dienen. Auch der ehemalige Ministerpräsident Graf Lajos Battyány (1807-1849) wird am 6. Oktober 1849 hingerichtet.
  • 31.07.1849: Der ungarische Schriftsteller und Dichter Sándor Petöfi (Alexander Petrovics, 1823-1849) fällt in der »Schlacht bei Segesvár (Schäßburg) « in Siebenbürgen. 1844 erscheint seine erste Gedichtsammlung »Versek« - patriotische Versepen - 1846 die zweite Sammlung. 1846 heiratet er Júlia Szendrey (1828-1868). In der Nacht zum 15. März 1848 dichtet er das Nationalgedicht (»Nemzeti Dal«) »Auf, die Heimat ruft, Magyaren!«. Während des Pester Aufstandes (»márciusi ifjak«) spielt Petöfi eine Schlüsselrolle, seine Kandidatur für den Reichstag scheitert jedoch. Er ist Sprecher der revolutionären Demokraten und stellt sich gegen den ungarischen Kompromiss mit Habsburg. Am 15. Oktober 1848 wird er Hauptmann beim Honvédbataillon in Debrecen. Am 31. Juli 1849 erreicht er die mit den Russen im Kampf stehenden ungarischen Honvédtruppen. Kurz darauf verschwindet er auf dem Schlachtfeld von Segesvár (Siebenbürgen). Seine Leiche wird nie gefunden. Zu seinen Werken gehören die Epen »János Vitéz« (»János, der Held«, 1845) und »Az Apostol« (1848). Siehe auch: OPPIS WORLD - Ungarn - Sándor Petöfi
    Link: Berühmte Ungarn - Sándor Petõfi
  • 13.08.1849: Die ungarische Armee kapituliert bei Világos vor den Russen (jedoch bewusst nicht vor den Österreichern). Damit ist der »Ungarische Freiheitskrieg« niedergeschlagen. Die Österreicher unter dem österreichischen Feldzeugmeister Haynau verhängen über die Aufständischen ein blutiges Strafgericht. Am 6. Oktober werden in Arad 13 Generäle und über 100 weitere Soldaten hingerichtet; Tausende werden eingekerkert. Zehntausende müssen, zu einfachen Soldaten degradiert, auf unbestimmte Zeit in den entlegensten Garnisonen des Reiches dienen. Auch der ehemalige Ministerpräsident Graf Lajos Battyány (1807-1849) wird am 6. Oktober 1849 hingerichtet.

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Károly Lotz: Husaren-Offiziere im Lager
Károly Lotz (1833-1904): Husaren-Offiziere im Lager (1857)
  • 19.11.1855: In Pest stirbt der ungarische Dichter, Schriftsteller und Übersetzer Mihály Vörösmarty (1800-1855). Er ist der Verfasser einiger der klangvollsten Gedichte ungarischer Sprache und gilt als Begründer einer eigenständigen ungarischen Literatur. Bedeutend ist sein Heldenepos »Zaláns Flucht« (»Zalán futása«, 1825), in dem er die ungarischen Landnahme (896) heroisiert.
    Link: Mihály Vörösmarty in der Wikipedia
  • 08.04.1860: Der ungarische Reformer Gróf István Széchenyi (Graf Stephan Széchenyi, 1791-1860) begeht Selbstmord. Er gilt als eine der populärsten historischen Persönlichkeiten des Landes. Durch ihn wird die Ungarische Akademie der Wissenschaften gegründet, wofür er ein Jahreseinkommen stiftet. Er veranlasst die Regulierung der Donau und der Tisza (Theiß), um die Hochwassergefahr zu bannen. Széchenyi gilt auch als »Vater der Dampfschifffahrt« auf der Donau und dem Balaton (Plattensee). Er organisiert den Ausbau eines gepflasterten Straßennetzes, fördert die Bank- und Kreditgeschäfte sowie die Finanzierung der Wirtschaft, den Pferdesport und damit auch die moderne Pferdezucht. Auch der Bau der berühmten Kettenbrücke (Széchenyi Lánchíd) und anderer Einrichtungen in Budapest geht auf ihn zurück. István Széchenyi war ein Mensch mit vielen großartigen Ideen, aber auch voller Selbstzweifel.
    Links: Berühmte Ungarn - István Széchenyi und Link: Count István Széchenyi (1791-1860)
  • 15.03.1867: Nach der österreichischen Niederlage im Deutschen Krieg 1866 wandelt der »Österreichisch-Ungarische Ausgleich« die Monarchie der Erblande des Hauses Österreich in die Österreichisch-Ungarische (Doppel-) Monarchie (»k.u.k. Doppelmonarchie«) um, die ausschließlich durch die Person des österreichischen Kaisers, der auch König von Ungarn ist, verbunden wird. Nach langen Verhandlungen (seit 1865), die maßgeblich von dem ungarischen Politiker Ferenc Deák (1803-1876) geprägt sind, legt Gyula Graf von Andrássy (1823-1890), Ministerpräsident der im Februar 1867 neu gebildeten ungarischen Regierung, gegenüber Kaiser Franz Joseph I. (1830-1916) den Treueid ab. Der Ausgleich tritt am 15. März 1867 in Kraft. Am 8. Juni 1867 wird Franz Joseph (Ferenc József) in Budapest zum König, seine Frau Elisabeth (»Sisi«) zur Königin von Ungarn gekrönt.
    Links: Österreichisch-Ungarischer Ausgleich und Ferenc Deák in der Wikipedia
  • 22.10.1882: Der ungarische Dichter János Arany (1817-1882) stirbt in Budapest. Er gilt als einer der bedeutendsten Dichter Ungarns und als Klassiker der ungarischen Literatur. Zu seinen Werken gehören: »Toldi« (1846), »Budas Tod«, »Die Zigeuner von Nagy-Ida« und »Die Herbstzeitlosen«.
    Link: Gedichte von János Arany
  • 18.02.1890: Der österreichisch-ungarische Staatsmann Gyula Graf von Andrássy (1823-1890) stirbt in Volosca. 1848 kämpft er für die Unabhängigkeit Ungarns gegen Österreich und bleibt 1849, nach der Niederlage, als Gesandter in der Türkei. In Abwesenheit zum Tode verurteilt, bleibt er bis zu seiner Amnestierung 1857 im Exil. Ab 1861 ist er wieder Mitglied des ungarischen Reichstages und ab 1865 dessen Vizepräsident. 1867 wird er der erste ungarische Ministerpräsident. Als österreichisch-ungarischer Außenminister (ab 1871) gelingt ihm die Annäherung an Deutschland und 1873 der Abschluss des »Dreikaiserabkommens« zwischen Österreich-Ungarn, dem Deutschen Reich und Russland. 1879 muss er nach innenpolitischen Schwierigkeiten zurücktreten.
  • 20.03.1894: Lajos Kossuth (1802-1894), Führer der ungarischen Unabhängigkeitsbewegung von 1848/49, stirbt in Turin. Der ungarische Nationalheld kämpfte zeitlebens für die Unabhängigkeit Ungarns von der Donaumonarchie Österreich (ab 1867 Österreich-Ungarn). Wegen seiner Kritik an der Politik des Wiener Hofes kommt der Jurist für drei Jahre in Kerkerhaft. Nach seiner Freilassung fordert er in der Pester Zeitung »Hírlap« Reformen: Bauernbefreiung, Rechtsgleichheit, Verfassungsmäßigkeit und die nationale Eigenständigkeit. Er setzt sich für die ungarische Sprache und den nationalen Handel ein. Während der Märzrevolution von 1848 ist er die populärste politische Gestalt des Landes. Am 14. April 1849 ruft der ungarische Reichstag die Republik aus und ernennt Lajos Kossuth zum Präsidenten. Die Revolution wird jedoch von Österreich niedergeschlagen und Kossuth muss ins Ausland fliehen.
    Link: Lajos Kossuth in der Wikipedia und Die Revolution von 1848
  • 1896: Große Millenniumsfeier (Tausendjahrfeier) der Landnahme durch die Magyaren. Auf dem Budapester Heldenplatz wird mit dem Bau eines Denkmals begonnen (die Figuren der Habsburger werden später durch die ungarischen Freiheitskämpfer ersetzt). Hinter dem Denkmal entsteht die architektonisch außergewöhnliche Burg Vajdahinyad, in dem heute das Landwirtschaftsmuseum unterbracht ist.
  • 02.05.1896: In Budapest wird während der 1000-Jahr-Feier der Staatsgründung Ungarns (896) die sogenannte Millenniums-Linie (Millenniumi Földalatti Vasút) zwischen Innenstadt und Stadtwäldchen eröffnet. Es ist die erste Untergrundbahn auf dem europäischen Kontinent.
    Link: Die Budapester Metro in der Wikipedia

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Lajos Deák-Ébner (1850-1934): Ungarn
Lajos Deák-Ébner (1850-1934): Ungarn, 1896. Quelle: Fine Arts in Hungary
  • 30.04.1900: In Endenich bei Bonn stirbt der ungarische Maler Mihály Munkácsy (Michael Lieb, 1844-1900), der am 20. Februar 1844 in Minkács geboren wurde. Mit seinen zeitbezogenen Bildern gilt er heute in Ungarn als »nationale Institution«.
    Link: Fine Arts in Hungary - Mihály Munkácsy (engl.)
  • 16.11.1918: In Ungarn wird die Demokratische Republik ausgerufen. Der radikale Reformer Graf Mihály Károlyi (von Nagykárolyi, 1875-1955) wird zum Staatspräsidenten Ungarns gewählt. Am 31. Oktober 1919 hatten meuternde Soldaten in Budapest den Grafen Istvan Tisza (1861-1918), Ministerpräsident des ungarischen Teils der Donaumonarchie, erschossen. Im März 1919 tritt Károlyi zurück und geht ins Exil nach Frankreich. Unter der Führung des Kommunisten Béla Kun (1886-um 1939) wird darauf am 2. April 1919 eine kurzlebige Räterepublik ausgerufen, die von konterrevolutionären Truppen gestürzt wird (1. August 1919).
    Károlyi kehrt nach Ende des Zweiten Weltkrieges nach Ungarn zurück und wird 1947 ungarischer Botschafter in Paris. 1949 tritt er, aus Protest gegen den »Rajk-Prozess« (1949 wird der frühere Außenminister László Rajk nach einem Schauprozess hingerichtet), von diesem Posten zurück. Er stirbt am 20. März 1955 in Vence (Frankreich). 1961 wird er rehabilitiert und 1962 werden seine sterblichen Überreste nach Ungarn überführt.
  • 16.11.1919: Admiral Miklós Horthy von Nagybána (1868-1957), Kriegsminister der Gegenregierung und Oberbefehlshaber der Nationalen Armee, rückt in Budapest ein. Am 1. März 1920 wird er von der ungarischen Nationalversammlung zum Reichsverweser der für »ruhend« erklärten Monarchie gewählt. Er verhindert 1921 die Rückkehr des 1918 als österreichisch-ungarischer Kaiser zurückgetretenen Karl I. (1887-1924). 1941 führt er Ungarn auf deutschen Druck in den Krieg gegen die Sowjetunion. Sein Versuch der Vereinbarung eines Sonderfriedens mit den Alliierten (1944) wird von Hitler mit seiner Absetzung und seiner Internierung in Deutschland beantwortet. 1945/46 gerät Horthy in amerikanische Gefangenschaft, seit 1949 lebt er dann in Portugal. Er stirbt am 9. Februar 1957 in Estoril (Portugal).
  • 04.06.1920: Durch den »Frieden von Trianon« (unterzeichnet im Versailler Palais Grand Trianon) verliert Ungarn zwei Drittel seiner Fläche und damit drei Fünftel seiner Bevölkerung.
    Link: Der Vertrag von Trianon in der Wikipedia
  • 19.11.1923: In der ungarischen Hauptstadt Budapest findet die erfolgreiche Uraufführung von Béla Bartóks (1881-1945) »Tanzsuite« und Zoltan Kodálys (1882-1967) »Psalmus hungaricus« statt. Die beiden bedeutenden ungarischen Komponisten erringen damit internationalen Ruhm. Dirigent ist der ungarische Pianist und Komponist Ernst von Dohnányi (1877-1960).
    Links: Zoltan Kodálys, Béla Bartók und Ernst von Dohnányi
  • 13.02.1949: Kardinal József Mindszenty (József/Joseph Pehm, 1892-1975), Oberhaupt der katholischen Kirche Ungarns und Symbol des Freiheitswillens, wird in einem Schauprozess wegen angeblichen »Landesverrates und Devisenvergehens« zu lebenslanger Haft verurteilt. Am 26. Dezember 1948 wird er verhaftet, gefoltert und mit Drogen misshandelt, um ihn körperlich und seelisch zu brechen und sein Schuldeingeständnis zu erzwingen. Bis zu seiner Befreiung am 30. Oktober 1956 (während des ungarischen Aufstandes) wird er in verschiedenen Gefängnissen in Einzelhaft gehalten. Bei Niederschlagung des Aufstandes am 4. November 1956 flüchtet er in die Amerikanische Botschaft in Budapest. Erst am 28. September 1971 wird er wegen seines schlechten Gesundheitszustandes begnadigt und darf das Land verlassen. 1974 wird er im Zuge der Ostpolitik des Vatikans gegen seinen Willen seiner Ämter enthoben. 1990 wird er durch die ungarische Regierung rehabilitiert. 1991 werden seine sterblichen Überreste im Dom vom Esztergom feierlich bestattet.
    Link: József Mindszenty im Biographisch-Bibliographischen Kirchenlexikon und József Mindszenty in der englischen Wikipedia

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Ring-Straße in Budapest, 1890-1900
Ring-Straße in Budapest, 1890-1900, Quelle: [16]
  • 23.10.1956: In der ungarischen Hauptstadt Budapest bricht nach Massenkundgebungen und Demonstrationen ein Volksaufstand aus. Die Ungarn fordern u.a. den Abzug sowjetischer Truppen, eine stärkere Anlehnung an den Westen, die Abschaffung der Zensur, die Befreiung politischer Gefangener, freie Wahlen und Reformen. Der 1955 entmachtete Imre Nagy (1896-1958) wird am 25. Oktober zum neuen Ministerpräsidenten ausgerufen. Er kündigt am 1. November den Austritt des Landes aus dem Warschauer Pakt an. Der Aufstand nimmt bürgerkriegsähnliche Ausmaße an. Imre Nagy erreicht mit einem Appell eine Feuerpause, die Lage bleibt jedoch gespannt und ganz Ungarn befindet sich im Generalstreik. János Kádár (1912-1989) kündigt die Gründung der Revolutionären Arbeiter- und Bauernregierung an und ruft die sowjetischen Truppen ins Land. Der Aufstand wird am 4. November 1956 von sowjetischen Truppen blutig niedergeschlagen.
    Link: Der Ungarische Volksaufstand in der Wikipedia
  • 04.11.1956: 1000 sowjetische Panzer sowie bombenabwerfende Flugzeuge greifen Budapest an und beenden gewaltsam den Ungarischen Volksaufstand, der am 24. Oktober begonnen hat. Am 1. November hatte Ministerpräsident Imre Nagy die Neutralität Ungarns proklamiert und an die Vereinten Nation appelliert. Die letzte Meldung von Radio Budapest vor der Einnahme durch die Sowjets lautet: »Unsere Zeit ist kurz. Die Tatsachen sind bekannt. Helft Ungarn, helft der ungarischen Nation, den Arbeitern, Bauern, Intellektuellen. Hilfe! Hilfe! Hilfe!«. Eine Verhaftungswelle ist die Folge, Imre Nagy wird von den Sowjets verschleppt und am 16. Juni 1958 hingerichtet. 3.000 Ungarn und 1.000 Sowjetsoldaten kommen während der Aufstände ums Leben. Neuer Ministerpräsident (1956-1958 und 1961-1965) wird der moskautreue János Kádár (1912-1989), der maßgeblich an der Niederschlagung des Aufstandes beteiligt war.
    Link: Der Ungarische Volksaufstand in der Wikipedia
  • 16.06.1958: Der ungarische Politiker Imre Nagy (1896-1958), Ministerpräsident Ungarns 1953-1955 und 1956, wird »wegen konterrevolutionärem Verhaltens« durch sowjetische Truppen hingerichtet. Nagy war maßgeblich am ungarischen Volksaufstand von 1956 beteiligt, erst 1989 erfolgt seine Rehabilitation.
    Link: Imre Nagy in der Wikipedia
  • 09.02.1960: In New York stirbt der ungarische Pianist und Komponist Ernst von Dohnányi (Ernö von Dohnányi, 1877-1960), einer bedeutendsten Pianisten des 20. Jahrhunderts. Er ist der Vater des Widerstandskämpfers Hans von Dohnanyi (1902-1945), der Großvater des Politikers Klaus von Dohnanyi (*1928) und des Dirigenten Christoph von Dohnányi (*1929) und der Urgroßvater des Schauspielers Justus von Dohnanyi (*1960).
  • 21.08.1968: Als Mitglied des Warschauer Paktes nimmt Ungarn an der sowjetischen Besatzung der Tschechoslowakei und der Niederschlagung des »Prager Frühlings« teil.
  • 11.09.1989: Die ungarische Regierung lässt in Anbetracht der Flüchtlingssituation in der Botschaft in Budapest und nach Gesprächen von Außenminister Gyula Horn mit der Bundesregierung seit Mitternacht die in Ungarn befindlichen DDR-Bürger nach Österreich ausreisen. Innerhalb von 24 Stunden reisen etwa 10.000 Bürger der DDR in den Westen, weitere 47.000 folgen in den nächsten Wochen.
    Link: www.chronik-der-mauer.de - September 1989
  • 23.10.1989: Vom Balkon des Parlamentsgebäude in Budapest aus erklärt Staatspräsident Mátyás Szürös vor zehntausenden jubelnden Menschen die bisherige »Volksrepublik Ungarn« zu einer Republik. Der symbolträchtige Schritt am Jahrestag des Volksaufstandes von 1956 stellt den Höhepunkt rasanter Reformprozesse und das formale Ende des kommunistischen Staates in Ungarn dar.
    Link: Die Geschichte Ungarns in der Wikipedia
  • 30.06.1990: Die letzten sowjetischen Truppen verlassen Ungarn.

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Kettenbrücke (Széchenyi Lánchíd) in Budapest
Die Kettenbrücke (Széchenyi Lánchíd) in Budapest, ca. 1900-1923, Quelle: [16]
  • 01.07.1991: Auflösung des Warschauer Paktes.
  • 16.12.1991: Unterzeichnung des Assoziierungsvertrages mit der EG (in Kraft seit 01.02.1994).
  • Dezember 1991: Aufnahme in Nordatlantischen Kooperationsrat der NATO
  • 15.07.1994: Gyula Horn (*1932) wird als Ministerpräsident Ungarns vereidigt. Unter seiner Führung hatte die »Ungarische Sozialistische Partei« (MSZP) die zweiten freien Wahlen in Ungarn im Mai 1994 gewonnen. Als Außenminister der letzten kommunistischen Übergangsregierung (Mai 1989 bis April 1990) veranlasste Gyula Horn am 27. Juni 1989 die Öffnung der Grenze nach Österreich und ließ am 11. September Tausende DDR-Flüchtlinge über Österreich in die Bundesrepublik ausreisen. Das Amt des Ministerpräsidenten bekleidet er von 1994-1998.
  • 01.04.1994: Ungarn stellt den Beitrittsantrag zur EU. Die Beitrittsverhandlungen beginnen am 10. November 1998.
  • 19.06.1995: Árpád Göncz (*1922), Staatspräsident Ungarns seit 1990, wird zum zweiten Mal ins Amt gewählt.
  • 10.05.1998: Bei den Parlamentswahlen in Ungarn am 10. und 24. Mai 1998 kommt es zum Wahlsieg des »Bundes Junger Demokraten« (Fiatal Demokraták Szövetsége, Fidesz), der unter Ministerpräsident Viktor Orbán (*1963) eine Koalition mit der konservativen Kleinbauernpartei (FKgP) und dem ungarischen Demokratischen Forum (MDF) eingeht.
  • 12.03.1999: NATO-Beitritt Ungarns.
  • August 2000: Ferenc Mádl (*1931) wird zum Staatspräsidenten Ungarns gewählt (bis August 2005).
  • 07.04.2002: Bei den Parlamentswahlen in Ungarn am 7. und 21. April 2002 kommt es zum Wahlsieg der »Ungarischen Sozialistischen Partei« (Magyar Szocialista Párt, MSZP), die unter Ministerpräsident Péter Medgyessy (*1942) mit dem »Bund Freier Demokraten« (Szabad Demokraták Szövetsége, SZDSZ) koaliert.
  • 01.05.2004: EU-Beitritt Ungarns.
  • 23.04.2006: Ferenc Gyurcsány (*1961), Ministerpräsident von Ungarn seit dem 28. September 2004, gewinnt die ungarischen Parlamentswahlen. Es ist das erste Mal seit dem Ende des Kommunismus, dass in Ungarn eine Regierung von den Wählern im Amt bestätigt wird. Mitte September 2006 gelangt eine Rede Gyurcsánys an die Öffentlichkeit, in der er u.a. zugibt, die Bevölkerung im Wahlkampf 2006 belogen zu haben, um an der Macht zu bleiben. In Budapest kommt es daraufhin zu gewalttätigen Demonstrationen.
    Link: Ferenc Gyurcsány in der Wikipedia

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Karte von Ungarn
Karte von Ungarn, Quelle: maps.mygeo.info

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Zuletzt geändert am 06.07.2015

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