Kalenderblatt - Thema: Osmanisches Reich / Türkei

Karte der Türkei
Karte der Türkei, Quelle: maps.mygeo.info

Chronik:

  • 27.12.537: In Anwesenheit des byzantinischen Kaisers Justinian I. (um 482-565, Regierungszeit 527-565) wird in Konstantinopel (heute Istanbul) die Hagia Sophia (»Heilige Weisheit«) eingeweiht. In nur 5 Jahren Bauzeit (Grundsteinlegung: 23. Februar 532) wurde die Kirche unter der Leitung von Anthemios von Tralleis (gestorben um 534) und Isidoros von Milet (gestorben vor 558) errichtet, nachdem der Vorgängerbau 532 durch ein Erbeben zerstört worden war. Sie hat (ohne Nebengebäude) eine Grundfläche von 74,80 Meter mal 69,70 Meter. Die Mittelkuppel hat einen Durchmesser von 33 Meter, sie erhebt sich, scheinbar schwebend, über 40 Fenster. Die Gesamthöhe beträgt 55,6 Meter. Sie liegt auf vier Hauptpfeilern, an die sich kleinere Kuppeln anschließen, die von gekrümmten Ziegelpfeilern getragen werden. Der Boden und die Wände sind mit erlesenem Marmor gedeckt. In der Hagia Sophia werden die Kaiser des Reiches von Byzanz gekrönt und bedeutende Staatsakte vollzogen. Mehrmals stürzt die Kuppel (teilweise) ein, wird jedesmal wieder aufgebaut. Am 29. Mai 1453 fällt Konstantinopel an die Türken. Sie bauen die Hagia Sophia in eine Moschee um, fügen vier Minarette hinzu und geben ihr den Namen »Ayasofya Camii«. 1934 lässt der türkische Präsident Mustafa Kemal Atatürk (1881-1938) die Moschee in ein Museum umwandeln. Gegenüber der Hagia Sophia entsteht von 1609-1616 die »Sultan-Ahmet-Moschee« (»Sultan Ahmet Camii«), die der damals 16jährige Sultan Ahmed erbauen lässt. Sie ist von sechs Minaretten umgeben und innen mit 20.000 blauen Fliesen geschmückt, was ihren Namen erklärt: die »Blaue Moschee«. Baumeister ist Mehmet Aga, ein Schüler des bedeutenden osmanischen Architekten Sinan.
    »Ruhm und Ehre dem Höchsten, der mich für würdig hielt, ein solches Werk zu vollenden. Oh Salomon, ich habe dich übertroffen!« (Kaiser Justinian I.)
    Links: The Byzantine Monuments - HAGIA SOPHIA und Sehenswürdigkeiten in Istanbul

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Schwerter türkischer Sultane
Schwerter türkischer Sultane im Topkapi-Serail in Istanbul, um 1880, Quelle: [16]
  • 26.08.1071: In der »Schlacht von Manzikert« in Ostanatolien besiegen die türkischen Seldschuken unter Sultan Alp Arslan (Mohammed Ibn Daud, um 1030-1072) den byzantinischen Kaiser Romanos IV,. Diogenes (gestorben 1071), der in Gefangenschaft gerät. In den folgenden Jahren gelangt ganz Kleinasien - und somit auch Palästina - unter türkische Herrschaft.
    Link: Die Schlacht von Manzikert in der Wikipedia
  • 15.08.1118: Der byzantinische Kaiser (seit 1081) Alexios I. Komnenos (1048-1118) stirbt in Konstantinopel. Unter seiner Herrschaft erlangt das niedergehende byzantinische Reich eine Stabilisierung und seine letzte große Blütezeit. Im Bündnis mit Venedig und dem Sultan von Nikaia (Nicäa, heute Iznik, Türkei) schlägt Alexios I. 1081-1085 die Normannen unter Robert Guiscard zurück und wehrt mit Unterstützung der Kumanen einen Angriff der Petschenegen auf Konstantinopel ab (1088-1091). Im März 1095 erbittet Alexios I. durch Gesandte auf der »Synode von Piacenza« um Unterstützung (durch erfahrene Söldner) bei Papst Urban II. (um 1040-1099). Dieser ruft dann am 27. November 1095 in Clermont-Ferrand zum Kreuzzug auf. Gegen den Vasalleneid gestattet Alexios I. den Heeren des Ersten Kreuzzuges (1096-1099) den Durchzug durch sein Reich und gewinnt dadurch Nikaia (Nicäa) und das von den türkischen Seldschuken beherrschte Kleinasien zurück. Sein Nachfolger ist Johannes II. Komnenos (1118-1143).
    Link: Alexios I. Komnenos in der Wikipedia

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Osman I. Ghasi (1258/59-1326)
Osman I. Ghasi (auch: Osman I. Gazi, 1258/59-1326), Miniatur aus dem 16. Jahrhundert
  • um 1300: Osman I. Ghasi (1258/59-1326) begründet die Dynastie der Osmanen und legt den Grundstein für das Osmanische Reich. Vermutlich 1281 oder 1288 tritt er die Nachfolge seines Vaters Khan Ertogrul an, der im Nordwesten Anatoliens ein Großfürstentum errichtet hat. Osman bringt die gesamte Provinz Bithynien unter seine Kontrolle und nimmt um 1300 den Titel eines Sultans an. Symbol der Osmanen wird das Schwert Osmans, mit dem jeder osmanische Sultan gegürtet wird.
  • 1326: Orchan I. Ghasi (1288-1359), Sohn von Osman I. Ghasi (1258/59-1326), ist der Begründer der Janitscharen, der Elitetruppen der Infanterie. Unter Orchan erobern die Osmanen 1326 Bursa und 1329 sämtliche byzantinischen Gebiete Kleinasiens. Nach der Annexion des Emirats Kurasi beherrscht Orchan I. die gesamte Nordwestküste Kleinasiens. Nach der Überquerung der Dardanellen wird 1354 in der Nähe von Gallipoli der erste Stützpunkt auf europäischem Boden errichtet.
  • 1365: Der osmanische Sultan Murad I. Hüdavendigar (1326-1389) erhebt die 1361 eroberte Stadt Adrianopel (heute: Edirne) zur Hauptstadt des Osmanischen Reiches. Adrianopel entwickelt sich zu einem wichtigen Handels- und Kulturzentrum. 1453 wird das am 29. Mai 1453 eroberte Konstantinopel neue Hauptstadt des Osmanisches Reiches.
    Link: Edirne in der Wikipedia
  • 28.06.1389: In der »Schlacht auf dem Amselfeld« (serb. »Boj na Kosovu« / »Kosovo polje«) schlägt der osmanische Sultan Murad I. (Khudavendighiar, um 1319-1389) vernichtend die serbischen Völker unter Fürst Lazar (1329-1389). Nach der Ermordung des Sultans (vermutlich durch den serbischen (?) Ritter Milos Obilic) übernimmt dessen Sohn Bajezid (Bayazid, genannt Yildrim, »der Blitz«, 1354-1403) die Führung. Die Osmanen töten den gefangenen Fürsten Lazar und lassen fast den gesamten serbischen Adel ausrotten. Serbien wird zum Vasallenstaat - das Land zwischen den Flüssen Donau, Save, Drina und Timok wird dem Osmanischen Reich tributpflichtig. In Serbien ist der 28. Juni als »Vidovdan« (St.-Veits-Tag) ein nationaler Gedenk- und Feiertag. Am 19. Oktober 1448 kommt es auf dem Amselfeld im Kosovo erneut zu einer Schlacht.
    Link: Die Schlacht auf dem Amselfeld in der Wikipedia
  • 25.09.1396: Die Osmanen unter Sultan Bayezid I. (1354/60-1403) schlagen das abendländische Kreuzfahrerheer unter König Sigismund von Ungarn (1368-1437) vernichtend. Bulgarien wird osmanische Provinz und erlangt erst 1908 wieder seine Unabhängigkeit zurück.
    Link: Bayezid I. in der Wikipedia

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Osmanische Truppen, aus einer Handschrift des 16. Jh.
Osmanische Truppen in einer Handschrift des 16. Jh.
  • 1415: Die Walachei unterliegt den Angriffen des Osmanischen Reiches und wird tributpflichtig. Die Walachei, seit 1330 ein selbständiges Fürstentum, wird von 1386-1418 von Fürst Mircea dem Alten (Mircea cel Batran) regiert und erreichte unter ihm ihre größte Ausdehnung.
    Link: Die Walachei in der Wikipedia
  • 16.10.1448: In der zweiten »Schlacht auf dem Amselfeld« (16. - 19. Oktober 1448) im Kosovo unterliegt das Kreuzfahrerheer unter der Führung des ungarischen Reichsverwesers János Hunyadi (Johann Hunyadi, um 1387-1456) den osmanischen Heeren unter Sultan Murad II. (um 1403-1451). Serbien wird endgültig unterworfen, dann Griechenland besetzt. Der Feldherr János Hunyadi regierte in Ungarn seit 1446 für den noch unmündigen König László V. (Ladislaus Postumus, 1440-1457) und führte zahlreiche Feldzüge gegen die stark expandierenden Osmanen.
    Die erste »Schlacht auf dem Amselfeld« fand übrigens am 28. Juni 1389 statt.
  • 29.05.1453: Osmanische Truppen unter Sultan Mehmed II. Fatih (der Eroberer, Mohammed II., 1432-1481) erobern Konstantinopel, die Hauptstadt des byzantinischen Reiches. Der letzte Kaiser, Konstantin XII. Dragases Palaiologos, wird bei den Kämpfen getötet. Das byzantinische Kaiserreich, das 325 von Konstantin I. in der Nachfolge des Römischen Reiches begründet worden war, ist damit vernichtet. Das Osmanische Reich wird zu einer bedeutenden europäisch-asiatischen Großmacht. Da der Landweg nach Indien von den Osmanen versperrt wird, suchen die Europäer einen Seeweg nach Indien - und entdecken die »Neue Welt«. Konstantinopel (Istanbul) bleibt bis 1922 Hauptstadt des Osmanischen Reiches.
    Link: Der Untergang des byzantinischen Reiches in der Wikipedia
  • ab 1459: Die Osmanen überrennen den Balkan, besetzen 1463 Bosnien und 1483 die Herzegowina. 1460 besetzen sie den byzantinischen Peloponnes und zerschlagen 1461 das Kaiserreich Trapezunt, den letzten christlichen Vorposten im Osten.
  • 03.05.1481: Mehmed II. Fatih (der Eroberer, Mohammed II., 1432-1481), Sultan des Osmanischen Reiches seit 1451, stirbt bei Gebze. Am 29. Mai 1453 hatte er Konstantinopel erobert und damit die Herrschaft des byzantinischen Reiches beendet. Zu seinen weiteren Eroberungen gehören Serbien (1454), der byzantinische Peloponnes (1460), das letzte Teilreich der Byzantiner, das Kaiserreich Trapezunt (1461) und Bosnien (1460).
    Link: Mehmed II. in der Wikipedia
  • 21.09.1520: Sultan Salim I. Yavuz (Selim I., 1465/1470-1520) stirbt in Edirne. Ab 1516 eroberte er die heiligen Stätten des Islam, Mekka und Medina, und nimmt auch den Kalifentitel an (Kalif: Nachfolger des Propheten Mohammed). Zuvor hatte er bereits die Mamelucken unterworfen, Aserbaidschan, Syrien und Ägypten dem Osmanischen Reich eingegliedert. Damit begründete er die osmanische Vormachtstellung im Orient. Salims Nachfolger ist Süleyman I. (»der Prächtige«, 1494-1566).
    Link: Selim I. in der Wikipedia

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Sultan Süleyman I.
Sultan Süleyman I. (»der Prächtige«, 1494-1566), Porträt des Malers Nigari (um 1560)
  • 29.08.1526: Die Osmanen unter Sultan Süleyman I. (»der Prächtige«, 1494-1566) schlagen mit drei- bis vierfacher Übermacht das 26.000 Mann Starke Heer des böhmisch-ungarischen Königs Ludwig II. Jagiello (1506-1526) bei Mohács. Ludwig II. stirbt (vermutlich auf der Flucht), seine Witwe, Maria von Habsburg (1505-1558), flieht nach Wien. Süleimans Heere verwüsten das Land und verschleppen Zehntausende in die Sklaverei. Am 10. September 1526 zieht Süleiman in die ungeschützt zurückgelassene Burg von Buda ein. Kurz darauf verlassen er und seine Truppen das Land. Als ungarischer König mit »beschränkter Souveränität« wird am 14. Oktober 1526 der Fürst von Siebenbürgen, Johann Zápolya (János Szapolyai, 1487-1540), gewählt. Es kommt zu Auseinandersetzungen mit dem Habsburger Gegenkönig, Ferdinand I. (1503-1564). 1529 erobern die Türken Buda gegen den Widerstand der Truppen Ferdinands I., dem sie die Stadt jedoch überlassen. 1541 kommt Süleiman erneut nach Ungarn, unter dem Vorwand, die Vormundschaft über den minderjährigen König Johann Sigismund, dem Sohn Zápolyas, zu übernehmen. Seine Janitscharen hissen jedoch die türkische Fahne auf der Burg von Buda - und bis 1686 bliebt die ungarische Hauptstadt in türkischer Hand (siehe 2. September 1686).
    Links: Johann Zápolya in der Wikipedia und Die ungarische Tragödie bei Mohács
  • 24.09.1529: Die Osmanen unter Sultan Süleyman I. dem Prächtigen (auch: Suleiman, Soliman, Suleiman II., Sulaimann, 1495/96-1566) beginnen mit der (ersten) Belagerung von Wien. Vermutlich wegen des frühen Wintereinbruchs und der schlechten Nahrungsmittelversorgung werden die verlustreichen Angriffe Mitte Oktober abgebrochen. Am 14. Juli 1683 beginnt die zweite Belagerung Wiens.
    Link: Wiens erste Türkenbelagerung im Jahre 1529
  • 06.09.1566: Der osmanische Sultan Süleyman I. der Prächtige (auch: Suleiman, Soliman, Suleiman II., Sulaimann, 1495/96-1566) stirbt während der Belagerung von Szigetvár (Ungarn). Er gilt als einer der bedeutendsten Herrscher seiner Zeit, sowohl wegen seiner Erfolge als Feldherr als auch als Förderer von Kunst und Kultur. Unter ihm erlangt das Osmanische Reich seine größte Ausdehnung. In seine lange Regierungszeit (1520-1566) fällt die Eroberung Belgrads (1521), der Sieg über die Ungarn (29. August 1526), die Belagerung Wiens (24. September 1529) und die Einverleibung Algiers (1519/1529).
    Link: Süleyman I. der Prächtige in der Wikipedia
  • 07.10.1571: In der »Seeschlacht von Lepanto« nördlich des Golfs von Korinth besiegt die Flotte der Heiligen Liga (Spanien, Venedig, Kirchenstaat) unter dem spanischen Feldherrn Don Juan d'Austria (1547-1578) die zahlenmäßig überlegene osmanische Flotte unter Admiral Ali Pascha. Der Schriftsteller Miguel de Cervantes (1547-1616) verarbeitet seine Erlebnisse in der Schlacht teilweise in seinem Roman »Don Quijote« (1605/1615). Die Osmanen unter Sultan Selim III. (1524-1574) hatten zuvor das venezianische Zypern angegriffen und damit die Vormachtstellung Venedigs gefährdet. Durch den Sieg wird Spanien zur beherrschenden Seemacht im westlichen Mittelmeer.
    Link: Die Seeschlacht von Lepanto in der Wikipedia
  • 15.01.1595: Der osmanische Sultan Murad III. (1546-1595, Regierungszeit 1574-1595) stirbt nach einem epileptischen Anfall. Seine Regierungszeit ist durch den allmählichen Verfall der osmanischen Großmacht gekennzeichnet, die noch von seinem Vater Selim II. (1524-1574) und dessen Großwesir Mehmed Sokollu (1505-1579) aufrecht erhalten worden war. Es kommt zu Machtkämpfen im Harem, Aufständen der Janitscharen und Korruption. Murads Mutter war die 1537 von den Osmanen verschleppte Venezianerin Cecilia Venier-Baffo (1525-1587).
    Link: Murad III. in der Wikipedia

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Thron des osmanischen Sultans Salim I. Yavuz (Selim I., 1465/1470-1520)
Thron des osmanischen Sultans Sultan Salim I. Yavuz (Selim I., 1465/1470-1520), Topkapi-Serail in Istanbul, um 1880, Quelle: [16]
  • 10.08.1664: Der »Friede zu Vasvár« (Eisenburg) beendet den am 26. September 1663 ausgebrochenen Krieg zwischen dem Osmanischen Reich und Österreich. Kaiser Leopold I. (1640-1705) erkennt die Oberherrschaft der Osmanen über Siebenbürgen an, Ungarn bleibt weiterhin geteilt. Seit der verlorenen »Schlacht bei Mohács« am 29. August 1526 gehört ein Teil Ungarns zum Osmanischen Reich, der Rest besteht als Königreich Ungarn weiter.
  • 14.07.1683: Die Osmanen unter dem Großwesir des osmanischen Sultans, Kara Mustafa Pascha (um 1626-1636 - 1683, stoßen bis Wien vor. Ein Heer von 200.000 Mann belagert die Stadt. Kaiser Leopold I. (1640-1705), der bereits am 7. Juli aus der Stadt geflüchtet ist, bittet den polnischen König Johann III. Sobieski (1624-1696) um Hilfe. Am 12. September 1683 werden die Osmanen in der »Schlacht am Kahlenberg« besiegt.
  • 12.09.1683: In der »Schlacht am Kahlenberg« werden die Osmanen von österreichischen, polnischen, sächsischen und deutschen Truppen unter dem Oberbefehl des polnischen Königs Johann III. Sobieski (1624-1696) und der strategischen Führung Herzog Karls von Lothringen (1643-1690) vernichtend geschlagen. Dabei stehen sich 65.000 verbündete Streitkräfte und das 200.000 Mann starke Heer des Osmanischen Reiches gegenüber. Seit dem 14. Juli 1683 hatten die Osmanen unter dem Großwesir Kara Mustafa Pascha (um 1626-1636 - 1683) Wien belagert und bedrängt, viele Einwohner, auch Kaiser Leopold I. (1640-1705), verließen die Stadt. Durch den Sieg beginnt der erneute Aufstieg Österreichs zur Großmacht. Kara Mustafa Pascha wird am 25. Dezember 1683 wegen der Niederlage in Belgrad hingerichtet. (Siehe auch: 2. September 1686 - die Rückeroberung von Buda)
  • 12.08.1687: In der »Schlacht bei Mohács«, am Berg Harsan im Süden Ungarns, besiegen die österreichischen kaiserlichen Truppen unter Herzog Karl von Lothringen (1643-1690) und Kurfürst Maximilian II. Emanuel von Bayern (1662-1726) die Osmanen und erobern Siebenbürgen zurück. Die ungarischen Stände übertragen die Stephanskrone dem Haus Habsburg erblich, Joseph (1678-1711), der Sohn von Kaiser Leopold I. (1640-1705), wird am 9. Dezember 1687 zum ungarischen König gekrönt. Am 6. September 1688 wird Belgrad erobert und damit die osmanische Herrschaft in Ungarn endgültig beendet.
    Link: Die (zweite) Schlacht bei Mohács in der Wikipedia
  • 1691: Köprülü Fazil Mustafa (1637-1691), Großwesir des Osmanischen Reiches 1689-1691, fällt in der »Schlacht von Slankamen« (Szalankamen, nordwestlich von Belgrad). In der Schlacht werden die zahlenmäßig überlegenen Osmanen von den kaiserlichen Truppen unter Markgraf Ludwig Wilhelm von Baden (1655-1707) vernichtend geschlagen. Über 20.000 Türken und etwa 7.000 Soldaten der Gegenseite finden den Tod. Ludwig Wilhelm erhält den Beinamen »Türkenlouis« und wird von Kaiser Leopold I. (1640-1705) zum Generalleutnant ernannt.
    Link: Ludwig Wilhelm von Baden in der Wikipedia
  • 11.09.1697: In der »Schlacht bei Zenta« während des »Großen Türkenkrieges« (1683-1699) schlägt der Feldmarschall des österreichischen Heeres, Prinz Eugen von Savoyen (1663-1736), die osmanischen Truppen vernichtend. Am 26. Januar 1699 beendet der »Frieden von Karlowitz« den Krieg und legt den Grundstein für Österreichs Aufstieg zur Großmacht.
  • 26.01.1699: Der »Frieden von Karlowitz«, der nach langwierigen Verhandlungen zustande kommt, beendet nach 15 Jahren den »Großen Türkenkrieg« (seit dem 14. Juli 1683) und führt zum Aufstieg Österreichs zur Großmacht. Leopold I. (1640-1705), Kaiser des Heiligen Römischen Reiches 1658-1705, hat den Krieg aus Finanznöten beendet, und um bei dem anstehenden spanischen Erbfolgestreit freie Hand zu haben. vorausgegangen waren die »Schlacht am Kahlenberg« am 12. September 1683 und die »Schlacht bei Zenta« am 11. September 1697.
    Link: Leopold I. in der Wikipedia
  • 05.07.1770: In der »Seeschlacht bei Cesme« (Westanatolien) in der Nähe der Insel Chios vom 5. - 7. Juli 1770 wird die osmanische Flotte von der russischen Flotte unter Generaladmiral Graf Alexei Orlow vernichtend geschlagen. Es ist die schwerste Niederlage der Osmanen seit der »Seeschlacht von Lepanto« (7. Oktober 1571) und entscheidet den Russisch-Türkischen Krieg (1768-1774), der am 25. September 1768 mit der Kriegserklärung des osmanischen Sultans Mustafa III. (1717-1773) an Russland begonnen hatte.
  • 09.01.1792: Der »Frieden von Jassy« (Moldau) zwischen dem Osmanischen Reich und Russland beendet den seit 1787 dauernden Krieg (»Türkenkrieg«) um die Herrschaft im Schwarzen Meer. Das siegreiche Russland unter Zarin Katharina II., der Großen, erhält das Gebiet von Jedisan zwischen Bug und Dnjestr. Der osmanische Sultan Salim III. muss die am 8. April 1783 erfolgte Annexion der Krim durch Russland anerkennen.
    (Datum nach russ. Kalender: 29. Dezember 1791)

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Konstantinopel, Türkei
Konstantinopel (Istanbul), Türkei, um 1900, Quelle: [16]
  • 25.03.1821: Germanos, der Metropolit (Bischof) der Kirchenprovinz Patras, erhebt im Kloster Stagia Laura die Kreuzesfahne zum Aufstand der Griechen gegen die Herrschaft der Osmanen und ruft die Bewohner des Peleponnes zu den Waffen (der 25. März ist heute Nationalfeiertag in Griechenland). Im Februar 1825 landet der ägyptische General Ibrahim Pascha (1789-1848) mit seinen Truppen in Morea und erobert Missolunghi trotz schweren Widerstandes am 22. April 1826. Die bisher neutralen Großmächte Russland, England und Frankreich unterzeichnen am 6. Juli 1827 den »Londoner Vertrag« zur Unterstützung Griechenlands. Die türkisch-ägyptische Flotte wird am 20. Oktober 1827 in der »Seeschlacht von Navarino« vernichtet, ein französisches Pazifikationskorps zwingt Ibrahim Pascha im Oktober 1828 zur Räumung Moreas. Durch das Londoner Protokoll vom 3. Februar 1830, dem die türkische Regierung am 24. April beitritt, wird Griechenland zum souveränen Königreich erklärt.
    Am 9. Oktober 1831 wird der bereits am 11. April 1827 zum Regenten des neuen Staates auf sieben Jahre gewählte Graf Kapodistrias ermordet. Am 7. Mai 1832 wird Prinz Otto von Bayern (1815-1897) zum König von Griechenland bestimmt und bis zu seiner Volljährigkeit (1835) eine bayerische Regentschaft eingesetzt.
    Link: Die Griechische Revolution in der Wikipedia
  • 20.10.1827: In der »Seeschlacht von Navarino« (heute Pylos an der Südwestküste der Peleponnes) wird die türkisch-ägyptische Flotte vernichtet. In der der letzten bedeutenden Schlacht hölzerner Segelschiffe trifft eine Flotte der Ägypter und Osmanen auf vierundzwanzig britische, französische und russische Schiffe. Befehlshaber der alliierten Flotte ist der Engländer Sir Edward Codrington, türkischer Oberbefehlshaber ist Ibrahim Pascha. Die überlegene Feuerkraft der europäischen Allianz bringt einen klaren Sieg: die Osmanen verlieren 60 Schiffe und etwa 7.000 Männer, die Alliierten dagegen kein einziges Schiff und etwa 800 Männer. Die türkische Niederlage ist damit so eindeutig, dass die Osmanen mit einem Rückzug aus Griechenland beginnen.
    Link: Die Griechische Revolution in der Wikipedia
  • 16.10.1853: Mit der Kriegserklärung des Osmanischen Reiches an Russland beginnt der Krimkrieg (1853-1856). Der Fall von Sewastopol am 8. September 1855 entscheidet den Krimkrieg (1853-1856) zugunsten der Westmächte. Der Krimkrieg, ausgebrochen am 16. Oktober 1853, fordert etwa 500.000 Menschenleben. Am 30. März 1856 wird der »Friedensvertrag von Paris« geschlossen. Während des Krimkrieges nimmt die britische Krankenschwester Florence Nightingale ihre Arbeit im Militärhospital in Skutari auf, später wirkt sie in Balaklawa (Krim). Der »Engel der Verwundeten« gilt als Pionierin der modernen Krankenpflege.
    Link: Der Krimkrieg in der Wikipedia
  • 08.09.1855: Der Fall von Sewastopol nach einer 349-tägigen Belagerung entscheidet den Krimkrieg (1853-1856) zugunsten der Westmächte. Der Krimkrieg, ausgebrochen am 16. Oktober 1853 als der achte russisch-türkische Krieg, fordert etwa 500.000 Menschenleben. Am 30. März 1856 wird der »Friedensvertrag von Paris« geschlossen.
    Link: Der Krimkrieg in der Wikipedia
  • 31.05.1873: Der deutsche Kaufmann und Archäologe Heinrich Schliemann (1822-1890) schreibt in einem Brief an seinen Sohn Sergej: »die Hälfte der uralten Stadt ... haben wir aufgedeckt, 250.000 Kubikmeter Schutt haben wir weggeschleppt ... Jetzt sind wir aber müde, und da wir unser Ziel erreicht und die große Idee unseres Lebens realisiert haben, so stellen wir die Ausgrabungen hier in Troja am 15. Juni für immer ein...«. Wenige Tage später entdeckt er bei Grabungen auf einem Ruinenhügel in Hisarlik (heutige Türkei) den »Goldschatz des Priamos«, in Homers (8. Jahrh. v.Chr.) »Ilias« der letzte König von Troja (Troia, lat. Ilium) und Vater des großen Kriegers Hektor... (mehr in der Biografie).
    Link: Schätze der Welt - Troia

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  • 24.07.1908: Nach einer Revolution der Jungtürken setzt der osmanische Sultan Abdülhamid II. (Abd Al Hamids, 1842-1918) die Verfassung von 1876 wieder in Kraft. Für politische Häftlinge wird eine Amnestie gewährt, die Zensur wird aufgehoben, reaktionäre Politiker werden entlassen. Das Osmanische Reich wird konstitutionelle Monarchie. Die Jungtürken übernehmen die politische Macht und erzwingen 1909 die Abdankung Abdülhamid II. zugunsten seines Bruders Mehmed V. Reshad (Mehmed V. Resad 1844-1918).
    Link: Abdülhamid II. in der Wikipedia
  • 29.09.1911: Italien erklärt dem Osmanischen Reich den Krieg. Vorausgegangen war eine schroffe Forderung Italiens an das Osmanische Reich, einer militärischen Besetzung der Osmanischen Provinz Tripolis (dem heutigen Libyen) zuzustimmen. Konstantinopel schlägt Verhandlungen über wirtschaftliche Zugeständnisse vor, was von den Italienern mit der Kriegserklärung beantwortet wird. Am 30. September eröffnen italienische Kriegsschiffe das Feuer auf die Stadt Tripolis. Am 5. Oktober wird die Stadt erobert, italienische Truppen richten ein Blutbad unter der Bevölkerung an (»Tripolis-Massaker«). Die genaue Zahl der Opfer ist unbekannt. Die Italiener besetzen die Küste der Cyrenaika mit den Hafenstädten Bengasi, Dama und Tobruk. Bei den Friedensverhandlungen in Lausanne am 18. Oktober 1912 wird Tripolis Italien zugesprochen.
    Link: Der Italienisch-Türkische Krieg in der Wikipedia
  • 08.10.1912: Das Königreich Montenegro erklärt dem Osmanischen Reich (Türkei) nach wochenlangen Spannungen zwischen den Balkanstaaten und dem Osmanischen Reich den Krieg. Serbien, Bulgarien, Griechenland und Montenegro verbünden sich kurz darauf zum »1. Balkanbund« und erklären dem Osmanischen Reich am 17. Oktober den Krieg. Im »1. Balkankrieg« erleidet das Osmanische Reich vernichtende Niederlagen, es kapituliert am 8. November 1912 in Saloniki, am 3. Dezember 1912 wird in Tschataldscha ein Waffenstillstandsabkommen unterzeichnet, der am 30. Januar 1913 wieder aufgekündigt wird. Am 30. Mai 1913 kommt es zum »Londoner Primärfrieden«, der die Spannungen jedoch nicht beheben kann.
    Link: Der Balkankrieg in der Wikipedia
  • 20.12.1915: Der türkische Schriftsteller Azis Nesin (Mehmet Nusret, 1915-1995) wird in Istanbul geboren. Er gilt als einer der populärsten türkischen Schriftsteller. Nach seiner Ausbildung im Internat der Istanbuler Kriegsakademie wird er zunächst Offizier. Ab 1944 ist er als Herausgeber verschiedener kritischer und satirischer Zeitschriften tätig. Als Publizist und Autor gerät er häufig mit den türkischen Zensurbestimmungen in Konflikt, insgesamt 5 Jahre verbringt er in Haft. Nach dem Militärputsch von 1980 wird die Aufführung seiner Stücke an den Staatstheatern und die Erwähnung seiner Werke in Rundfunk und Fernsehen verboten. Azis Nesin hat seit 1948 über 70 Romane, Erzählungen und Theaterstücke geschrieben, in denen er sich zumeist kritisch oder satirisch mit Militarismus, Bürokratie, Bigotterie und Nationalismus auseinandersetzt.
    Werke: »Böyle gelmis, böyle gitmes« (1966/1972, »So geht's nicht weiter«), »Zübük« (1961, »Die skandalösen Geschichten vom türkischen Erzgauner Zübük«), »Tek yol« (1978, »Der einzige Weg«).
    Link: Azis Nesin in der Wikipedia

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Türkische Offiziere in Jerusalem
Enver Pascha (1881-1922) und andere hochrangige türkische Offiziere in Jerusalem
  • 10.08.1920: Durch den »Friedensvertrag von Sèvres« verliert das Osmanische Reich einen Großteil seines Territoriums. Die Vormachtstellung des Osmanischen Reiches im Vorderen Orient und auf dem Balkan ist damit beendet. Die aus der Bewegung der Jungtürken hervorgegangene Unabhängigkeitsbewegung gegen die Osmanen beruft eine Nationalversammlung nach Angora (heute: Ankara) ein und wählt Mustafa Kemal (1881-1938) zum Vorsitzenden der revolutionären Gegenregierung. Sultan Mehmed VI. wird am 1. November 1922 durch die Nationalversammlung zum Rücktritt gezwungen - es ist das Ende des Osmanischen Reiches. Der griechisch-türkische Krieg (seit dem 15. Mai 1919) endet am 24. Juli 1923 mit dem »Friedensvertrag von Lausanne«.
    Link: Der »Friedensvertrag von Sèvres« in der Wikipedia
  • 04.08.1922: Der türkische General und Politiker Enver Pascha (1881-1922) fällt in Baldschuan bei Samarkand im Kampf gegen die Rote Armee. Enver Pascha war Mitglied der jungtürkischen Bewegung und an der Revolution von 1909/1910 sowie am Putsch von 1913 beteiligt. Von 1913 bis 1918 ist er Kriegsminister. Gegen vermeintliche Feinde im Innern geht er brutal vor. So lässt er die armenische Minderheit verfolgen, da die orthodoxen Christen als Sympathisanten des Kriegsgegners Russland gelten. Mit deutscher Hilfe modernisiert er die osmanische Armee und ist 1914 am deutsch-türkischen Beistandspakt beteiligt.
    Links: Enver Pascha in der Wikipedia
  • 01.11.1922: Auf Druck der türkischen Nationalversammlung tritt Sultan Mehmed VI. (Mehmed VI. Vahdettin, 1861-1926) zurück. Er ist der letzte Sultan des Osmanischen Reiches (1918-1922). Am 29. Oktober 1923 wird die Türkei Republik.
    Link: Mehmed VI. in der Wikipedia
  • 13.10.1923: Der türkische Politiker Mustafa Kemal (1881-1938) verlegt die Hauptstadt der Türkei von Istanbul nach Ankara. Am 29. Oktober 1923 wird die »Republik Türkei« ausgerufen, Mustafa Kemal wird vom Parlament einstimmig zum ersten Präsidenten gewählt. 1934 erhält er den Ehrennamen »Atatürk« (»Vater der Türken«). Ankara ist neben Istanbul und Izmir eines der größten Wirtschaftszentren der Türkei.
    Link: Ankara in der Wikipedia
  • 29.10.1923: Im (ehemaligen) Osmanischen Reich wird durch Mustafa Kemal (1881-1938) die Republik Türkei ausgerufen. Mustafa Kemal, genannt Atatürk (»Vater aller Türken«), wird zum ersten Staatspräsidenten der Türkei gewählt und gilt als Begründer der modernen Türkei. Schleier und Fez werden abgeschafft, die Rechtsprechung wird nach europäischem Muster umgestaltet, statt der arabischen wird die lateinische Schrift eingeführt. 1935 erhalten die Frauen das Wahlrecht. Die Hauptstadt der Türkei wird von Konstantinopel nach Ankara verlegt.
    Link: Die Geschichte der Türkei in der Wikipedia

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  • 03.10.1931: Gründung der türkischen Zentralbank »Türkiye Cumhuriyet Merkez Bankasi«. Sie nimmt am 1. Januar 1932 ihre Geschäftstätigkeit auf. Seit dem 1. Januar 2005 gilt in der Türkei die neue Währung Yeni Türk Lirasi (YTL), welche die alte Türkische Lira ablöst.
    Link: Infos über türkische Währungen
  • 06.02.1935: Kemal Atatürk (Mustafa Kemal Pascha, 1881-1938) treibt die Umgestaltung der Türkei zu einem modernen Staat nach westlichen Vorbild voran. Am 6. Februar 1935 erhalten Frauen das aktive und passive Wahlrecht, und Nicht-Moslems dürfen sich nun in das Parlament wählen lassen.
    Link: Kemal Atatürk in der Wikipedia
  • 10.11.1938: In Istanbul stirbt der »Vater der Türken« und der erste Staatspräsident der Türkei, Kemal Atatürk (Gazi Mustafa Kemal Atatürk, 1881-1938).
    Link: Kemal Atatürk in der Wikipedia

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  • 10.02.1944: Die britisch-türkischen Geheimverhandlungen in Ankara über eine »Bündnispflicht der Türkei« gegenüber den Alliierten werden ergebnislos abgebrochen. Seit 1943 hatte Großbritannien wiederholt versucht, die Türkei zu einem Kriegseintritt auf seiten der Alliierten zu drängen. Die Türkei unter Staatspräsident Ismet Inönü (1884-1973) widersetzt sich jedoch den Forderungen und bleibt (vorerst) neutral. Am 2. Mai 1944 stellt Großbritannien die Lieferung von Militärgütern ein. Erst am 23. Februar 1945 erklärt die Türkei Deutschland und Japan den Krieg.
  • 23.02.1945: Kriegserklärung der Türkei an Deutschland und Japan.
  • 19.05.1945: Staatspräsident Ismet Inönü (1884-1973) kündigt in einer Rede die Umwandlung der Türkei in eine Demokratie an.
  • 26.06.1945: Die Türkei tritt den Vereinten Nationen als Gründungsmitglied bei.

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  • 14.05.1950: Die 1946 gegründete Demokratische Partei (DP) unter Adnan Menderes (1899-1961) gewinnt die freien Wahlen. Die Regierungszeit (1950-1960) von Menderes ist von Korruption und Unterdrückung gekennzeichnet. 1960 wird er durch einen Staatsstreich unter General Cemal Gürsel (1895-1966) gestürzt, vor Gericht gestellt und 1961 hingerichtet.
  • 18.02.1952: Auf einer Konferenz der NATO-Staaten in Lissabon wird von den Deligierten die Aufnahme Griechenlands und der Türkei in das westliche Verteidigungsbündnis beschlossen.
    Link: Die NATO in der Wikipedia

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  • 27.05.1960: Unblutiger Staatsstreich unter General Cemal Gürsel (1895-1966). Ministerpräsident Adnan Menderes (1899-1961) und weitere Regierungsmitglieder werden vor Gericht gestellt. Menderes und die Minister Zorlu und Polatkan werden zum Tode verurteilt. Gürsel wird bei den Parlamentswahlen 1961 zum Staatspräsidenten gewählt. Zum Ministerpräsidenten beruft er Ismet Inönü (1884-1973).
    Link: Adnan Menderes in der Wikipedia
  • 16.08.1960: Zypern erlangt seine Unabhängigkeit von Großbritannien. Grundlage ist das »Abkommen von Zürich« vom 11. Februar 1959. Erster Staatspräsident ist Erzbischof Makarios (Makarios III., 1913-1977). In den folgenden Jahren kommt es zu Spannungen zwischen Griechenland und der Türkei, die beide Ansprüche auf Zypern erheben. 1975 wird im Nordteil Zyperns die - international nicht anerkannte - Türkische Republik Nordzypern errichtet.
    Link: Die Geschichte Zyperns in der Wikipedia
  • 28.03.1966: General Cevdet Sunay (1899-1982) wird neuer Staatspräsident der Türkei (bis 28. März 1973).

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  • 12.03.1971: Auf Druck der Generalität tritt die türkische Regierung zurück. Staatspräsident Cevdet Sunay (1899-1982) ernennt am 19. März 1971 Nihat Erim (1912-1980), Mitglied der rechtsgerichteten Republikanischen Volkspartei, zum neuen Ministerpräsidenten. Seit Dezember 1970 war es immer wieder zu blutigen Auseinandersetzungen zwischen Studenten und Sicherheitskräften gekommen.
  • 15.07.1974: Die »Zypernkrise« - Staatspräsident Erzbischof Makarios III. wird durch einen Putsch der griechisch-zypriotischen Nationalgarde gestürzt. Ihr Ziel ist eine Vereinigung der Insel mit Griechenland. Die Türken entsendet darauf Truppen nach Zypern, die große Teile der Insel erobern. Am 23. Juli gibt die griechische Militärregierung unter General Gisikis die Regierungsgewalt an zivile Politiker zurück und beauftragt den aus dem Pariser Exil zurückgekehrten ehemaligen Ministerpräsidenten Konstantin Karamanlis mit der Regierungsbildung. Er verfügt die Schließung der Konzentrationslager auf der Insel Jaros und die Freilassung politisch Verfolgter, u.a. der Schauspielerin Melina Mercouri und des Komponisten Mikis Theodorakis. Makarios III. kehrt im Dezember 1974 zurück und nimmt seine Amtsgeschäfte wieder auf. Im türkisch besetzten Gebiet wird am 13. Februar 1975 der »Türkische Föderationsstaat von Zypern« proklamiert; Präsident wird Rauf Denktasch. Die Insel ist nun geteilt.
  • 06.04.1973: Admiral Fahri Korutürk (1903-1987) wird von der türkischen Nationalversammlung - nach 15 Wahlgängen - zum neuen Staatspräsidenten der Türkei (bis 6. April 1980) gewählt.

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  • 12.09.1980: Nach einem Militärputsch - dem dritten seit 1960 - wird der Generalstabschef Kenan Evren (*1918) neuer Staatspräsident (bis 9. November 1989). Admiral Bülent Ülüsü (*1923) wird am 21. September 1980 neuer Ministerpräsident. Das Parlament wird aufgelöst. das bisher eingeschränkt geltende Kriegsrecht wird über die gesamte Türkei verhängt. Das Land ist seit 1974 ohne ausreichende parlamentarische Mehrheit. Unter Ministerpräsident Süleymann Demirel von der konservativen Gerechtigkeitspartei hatte sich die wirtschaftliche Lage der Türkei dramatisch verschlechtert, Sparmaßnahmen führten zu einer Arbeitslosenquote von 20 Prozent.
  • 31.10.1989: Turgut Özal (1927-1993), Angehöriger des Sufi-Ordens der Naqschbandi, wird von der Großen Nationalversammlung der Türkei zum Staatspräsidenten gewählt (bis 17. April 1993). Von der Opposition wird die Abstimmung boykottiert. Unter ihm kommt es zur wirtschaftlichen Öffnung der Türkei und zur Reislamisierung. Im Juli 1990 bezeichnet Turgut Özal die Kurden erstmals als »kurdische Mitbürger« und verlangt von ihnen »Treue zur Republik«. Die Existenz der bisher abfällig als »Bergtürken« bezeichneten kurdischen Volksgruppe war von der Regierung der Türkei stets bestritten worden.
    Link: Turgut Özal in der Wikipedia

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  • 01.11.1992: Während einer Großoffensive gegen die in der Türkei verbotene kommunstische Arbeiterpartei Kurdistans (Partiya Karkeren Kurdistan, PKK) dringen türkische Einheiten 25 Kilometer in das Nachbarland Irak ein. Seit den 1980er Jahren organisiert die PKK vom Irak aus Angriffe und Terroranschläge. Ziel der am 27. November 1978 gegründeten PKK ist die Schaffung eines eigenen kurdischen sozialistischen Nationalstaates auf türkischem Boden.
    Link: Die »PKK« in der Wikipedia
  • 16.05.1993: Nach dem Tod von Turgut Özal (1927-1993) am 17. April 1993 wird Premierminister Süleyman Demirel (*1924) von der türkischen Nationalversammlung zum neuen Staatspräsidenten der Türkei gewählt. Demirel kündigt ein massives Vorgehen gegen die Arbeiterpartei Kurdistans PKK (Partiya Karkeren Kurdistan) an, deren Ziel die Gründung eines eigenen kurdischen sozialistischen Nationalstaates auf türkischem Boden ist.
    Link: Süleyman Demirel in der Wikipedia
  • 24.12.1995: Die islamistische »Wohlfahrtspartei« (»Refah Partisi«, »RP«) von Neçmettin Erbakan (*1926) wird bei den vorgezogenen Neuwahlen stärkste politische Kraft in der Türkei. Nach einer kurzen instabilen Regierung zwischen der »Mutterlandspartei« (»Anap«) und der »Partei des Rechten Weges« (»DYP«) wird Erbakan am 29. Juni 1996 Nachfolger von Ministerpräsidentin Tansu Çiller (*1946, Amtszeit 1993-1996) und erster islamistischer Ministerpräsident der Türkei seit der Trennung von Staat und Kirche im Jahre 1923. Seine mit der »DYP« gebildete Koalition hat eine parlamentarische Mehrheit von nur 5 Stimmen. Am 30. Juni 1997 muss Erbakan auf Druck der Militärs zurücktreten, die »Wohlfahrtspartei« wird verboten.
  • 17.08.1999: In Izmit im Nordwesten der Türkei kommt es zu einem schweren Erdbeben (Stärke 7,8), bei dem mehr als 14.500 Menschen sterben. Mehr als 240.000 Menschen werden verletzt. Von der Katastrophe sind auch die Städte Gölcuk, Bolu, Bursa und Istanbul betroffen. Grund für die hohe Opferzahl ist der schlechte Zustand der Gebäude, die wie Kartenhäuser einstürzen. Internationale Hilfstrupps u.a. aus Deutschland und Japan beteiligen sich an der Suche nach Überlebenden und den Hilfsmaßnahmen.
    Link: Stichwort »Erdbeben« in der Wikipedia
  • 05.05.2000: Der ehemalige Vorsitzende des Verfassungsgerichtes, Ahmet Necdet Sezer (*1941), wird im dritten Wahlgang vom türkischen Parlament zum neuen Staatspräsidenten der Türkei gewählt.
    Link: Ahmet Necdet Sezer in der Wikipedia
  • 11.03.2003: Der gemäßigte islamisch-konservative Politiker Recep Tayyip Erdogan (*1954), Vorsitzender der 2001 gegründeten »Gerechtigkeits- und Entwicklungspartei« (AKP, Adalet ve Kalkinma Partisi), wird Ministerpräsident in der Türkei. Er übernimmt das Amt von Abdullah Gül (*1950), der es seit dem Wahlsieg der AKP am 3. November 2002 bekleidet hatte.
    Link: Recep Tayyip Erdogan in der Wikipedia
  • 23.10.2005: Der türkische Schriftsteller und Journalist Orhan Pamuk (*1952) wird mit dem »Friedenspreis des Deutschen Buchhandels« ausgezeichnet. Orhan Pamuk gilt als einer der bedeutendsten Prosaschriftsteller der jüngeren türkischen Generation und als international bekanntester Schriftsteller der Türkei. Seine Werke wurden bislang in 34 Sprachen übersetzt und in über 100 Ländern veröffentlicht. Als erster Schriftsteller aus der Türkei erhält Orhan Pamuk 2006 den Nobelpreis für Literatur.
  • 28.08.2007: Abdullah Gül (*1950) wird im dritten Wahlgang zum 11. Staatspräsidenten der Türkei gewählt. Seine gescheiterte Kanditatur im April/Mai 2007 hatten zu einer innenpolitischen Krise und vorgezogenen Parlamentswahlen geführt, aus denen die Regierungspartei AKP (Partei für Gerechtigkeit und Aufschwung) gestärkt hervorging.
    Link: Abdullah Gül in der Wikipedia

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Zuletzt geändert am 16.06.2015

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