Kalenderblatt - Thema: Terrorismus und Kriminalität

Schauplatz der »Pulververschwörung«
Das Parlamentsgebäude in London, Schauplatz der »Pulververschwörung«, 4./5. November 1605

Chronik:

  • 05.11.1605: Der so genannte »Gunpowder-Plot« (»Pulververschwörung«), die für den 5. November vorgesehene Sprengung des englischen Parlamentes und die damit verbundene Ermordung von König Jacob I. (1566-1625), scheitert. Guy Fawkes (Guido Fawkes, 1570-1606), einer der Hauptbeteiligten, wird am 4. November 1605 kurz vor Mitternacht gefasst. Die Verschwörer werden Ende Januar 1606 hingerichtet.
    Die Katholiken in England wurden seit der Regierung von Elisabeth I. unterdrückt. Auch unter ihrem Nachfolger, Jacob I. (engl.: James), dem Sohn der katholischen, schottischen Königin Maria, änderte sich entgegen der Hoffnungen der Katholiken nichts. Am 20. Mai 1604 treffen sich fünf katholische Männer in dem Pub »Duck and Drake« in London und beschließen unter der Führung von Robert Catesby, das »Parlament mit Schießpulver in die Luft zu jagen«. In einem Lagerraum unter dem »House of Lords« lagern sie 36 mit Schießpulver gefüllte Fässer - genug um ein ganzes Stadtviertel zu sprengen. Durch einen anonym verfassten Brief wird jedoch Lord Monteagle vor einem "blow" gewarnt. Der Lord informiert den Secretary of State, Sir Robert Cecil, dieser lässt daraufhin das Parlamentsgebäude überwachen.
    Der Vorfall führt zu weiteren staatlichen Diskriminierungen: erst 1797 erhalten die Katholiken das Kommunalwahlrecht, erst 1829 das Wahlrecht für das Parlament. Guy Fawkes wird im Laufe der Jahrhunderte zu einer volkstümlich verklärten Figur. In Großbritannien, Neuseeland, Südafrika, Neufundland, Kanada und einigen Teilen der USA wird der 5. November als »Bonfire Night« (»Guy Fawkes Night«) gefeiert. Vor jeder Parlamentseröffnung wird noch heute das gesamte Parlamentsgebäude durchsucht.
    Links: Guy Fawkes and Bonfire Night und Die »Pulververschwörung« in der Wikipedia

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  • 13.03.1881: Der russische Zar Alexander II. (1818-1881) wird bei einem Bombenattentat der anarchischen Gruppe »Volkswille« in St. Peterburg getötet (am 1. März nach dem julianischen Kalender). Nachfolger wird sein Sohn Alexander III. (1845-1894).
    Link: Alexander II. in der Wikipedia
  • 10.09.1898: Die österreichische Kaiserin Elisabeth (»Sisi«, 1837-1898) wird während eines Spaziergangs am Genfer See von dem italienischen Anarchisten Luigi Luccheni überfallen und mit einer Feile erstochen. Elisabeth war seit 1854 mit dem Kaiser von Österreich, Franz Joseph, verheiratet.
  • 06.09.1901: US-Präsident William McKinley (1843-1901) wird bei einem Attentat durch den Anarchisten Leon Czolgosz (1873-1901) in Buffalo so schwer verwundet, dass er am 14. September stirbt. Sein Nachfolger ist der bisherige Vizepräsident Theodore Roosevelt (1858-1919). Czolgosz wird zum Tode durch den elektrischen Stuhl verurteilt und am 29. Oktober 1901 hingerichtet.
  • 12.08.1906: Bei einem Bombenattentat von Sozialrevolutionären auf den russischen Ministerpräsidenten Pjotr Arkadjewitsch Stolypin (1862-1911) werden 27 Menschen getötet und viele Menschen verletzt, darunter auch die Tochter und der Sohn Stolypins. Er selbst bleibt unverletzt. Stolypin gilt als Symbolfigur des zaristischen Russland, der sich durch seinen harten Reformkurs viele Feinde macht. Er fällt einem Attentat am 14. September 1911 in der Oper von Kiew zum Opfer.
    Link: Pjotr Arkadjewitsch Stolypin in der Wikipedia
  • 01.02.1908: Der portugiesische König Carlos I. (Karl I., 1863-1908) und sein Sohn Ludwig Philipp fallen in Lissabon einem Attentat zum Opfer. Drei der sechs Attentäter werden von der Polizei erschossen.
    Die Übermacht der katholischen Kirche und der aristokratischen Regierung hatten zur Bildung einer radikal-demokratischen Opposition geführt. Der erste Umsturzversuch im Jahre 1891 misslang. Der seit 1889 regierende Carlos I. verringerte die Zahl der Ständeabgeordneten und beauftragte den Ministerpräsidenten João Franco 1906/1907 mit einer »Verwaltungsdiktatur«. Franco versucht die Monarchie mit brutalen Mitteln zu festigen. Vor diesem Hintergrund wird der Anschlag begangen. Nachfolger von Carlos I. wird am 2. Februar Manuel II., der zweite Sohn des Königs, neuer Ministerpräsident wird Admiral Francisco Joaquim Ferreira do Amaral. Das neue Kabinett wird bei Neuwahlen am 4. April 1908 bestätigt.
  • 14.09.1911: Auf den (im März 1911 zurückgetretenen) russischen Ministerpräsidenten Pjotr Arkadjewitsch Stolypin (1862-1911) wird in der Oper von Kiew ein Attentat verübt, an dessen Folgen Stolypin vier Tage später stirbt. Der Anarchist Dmitri Bogrow erhält mit Hilfe des Chefs der Kiewer Geheimpolizei - Kuljabko - Zutritt zur Oper und schießt auf Stolypin. (Datum nach julian. Kalender: 5. September).
    Bereits am 12. August 1906 hatte es ein Bombenattentat auf Stolypin gegeben, bei dem 27 Menschen starben und die Kinder Stolypins verletzt wurden.
    Link: Pjotr Arkadjewitsch Stolypin in der Wikipedia
  • 02.03.1932: Der 20 Monate alte Sohn des Nationalhelden Charles August Lindbergh (1902-1974) wird aus dem Elternhaus in Hopewell (New Jersey, USA) entführt. Eine umfangreiche Suchaktion bleibt erfolglos. Obwohl man das Lösegeld von 50.000 Dollar zahlt, wird das Kind am 12. Mai 1932 tot aufgefunden. Der Täter, der deutschstämmige Bruno Richard, wird anhand der Banknotennummern überführt und am 19. September 1934 verhaftet. Am 13. Februar 1935 wird er zum Tode verurteilt und 1936 hingerichtet.
  • 30.01.1948: Der indische Freiheitskämpfer Mahatma Gandhi (1869-1948) wird von einem fanatischen Hindu erschossen. Durch seinen gewaltlosen, passiven Widerstand trägt Gandhi maßgeblich zum Verzicht Großbritanniens auf die britische Kolonie bei (siehe: 15. August 1947). In seiner Rundfunkansprache sagt Indiens Premierminister Jwaharlal Nehru (1889-1964): »Das Licht unseres Lebens ist erloschen und überall ist Dunkelheit. Unser geliebter Führer, der Vater der Nation, ist nicht mehr. Aber das Licht, das diese Nation leitete, war kein normales Licht. Noch in tausend Jahren wird dieses Licht in der Welt zu sehen sein.«.
    Link: Mahatma Gandhi in der Wikipedia

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John Fitzgerald Kennedy (1917-1963)
John Fitzgerald Kennedy (1917-1963, Quelle: [13]) wird am 22. November 1963 in Dallas ermordet
  • 08.08.1963: Beim »Postraub des Jahrhunderts« überfallen Bruce Reynolds (*1931), Ronald Biggs (*1929) und 13 weitere Männer den Postzug Glasgow-London bei Cheddington in England und erbeuten 2,6 Millionen Pfund (heutiger Wert: 30 Millionen Pfund / 50 Millionen Euro). Alle Täter werden in den nächsten 5 Jahren gefasst, Ronald Biggs kann aus der Haft entkommen und nach Australien, 1974 nach Brasilien fliehen - er kehrt erst 2001 nach England zurück und stellt sich. Die Beute bleibt zum größten Teil verschwunden.
    Link: »The Great Train Robbery« in der Wikipedia
  • 22.11.1963: Der amerikanische Präsident John F. Kennedy (1917-1963) wird in Dallas/Texas erschossen. Ungeklärt ist bis heute, ob der Verdächtige Lee Harvey Oswald (1939-1963) der alleinige Täter war, wie es der Untersuchungsausschuss 1964 in dem »Warren-Report« bekannt gegeben hat. Erst 1979 wird von einem Sonderausschuss des US-Repräsentantenhauses die Möglichkeit eines zweiten Täters eingeräumt, was wieder Anlass zu einer »Verschwörungstheorie« gibt...
    Oswald wird am 24. November 1963 von dem Nachtklubbesitzer Jack Ruby erschossen.
    Link: John F. Kennedy in der Wikipedia
  • 02.06.1967: Der Student Benno Ohnesorg wird bei der Niederschlagung der Demonstrationen gegen den Besuch des persischen Schah Reza Pahlavi (Mohammad Reza Schah Pahlavi, 1919-1980) von einem Polizisten erschossen. Folge sind die Ausweitung der Proteste gegen einen autoritären Staat. Der Studentenführer Rudi Dutschke (siehe: 11. April 1968) ruft zur »Weltrevolution« auf. Andreas Baader (24) u.a. legen am 2. April 1968 Brandsätze - der Beginn der gewaltätigen Entwicklung der »Außerparlamentarischen Opposition« (APO).
    ...Um 19.57 Uhr ist der letzte Gast in der Oper verschwunden, die Demonstranten schicken sich zum Gehen an. Jetzt gibt der Polizeipräsident ohne die zwingend vorgeschriebene Warnung über Lautsprecher den Befehl: »Knüppel frei! Räumen!«. Die Polizisten fangen an, wahllos auf Zuschauer und Demonstranten - die sich bis dahin weitgehend friedlich verhalten haben - einzuprügeln. Nach zehn Minuten gibt es die ersten Verletzten.
    Die Menge flüchtet zum größten Teil; in der Enge hinter den Absperrungen bricht stellenweise Panik aus; Gruppen von Polizisten greifen sich einzelne Demonstranten und Zuschauer und schlagen sie zusammen. Einzelne Polizisten versuchen, ihre Kollegen zu mäßigen, aber nach den falschen Lautsprecherdurchsagen, ein Polizist sei erstochen worden, gibt es kein Halten mehr.
    Benno Ohnesorg hat mit anderen in einem Hinterhof Zuflucht gesucht. Als die Schüsse fallen, hängt er wehrlos und passiv zwischen mehreren Polizisten, die auf ihn einschlagen. Er wird ins Städtische Krankenhaus Moabit gebracht, wo er kurz darauf stirbt.
    Quelle: »Chronik der Deutschen«, Chronik-Verlag, 1983, Seite 1033

    Link: Benno Ohnesorg in der Wikipedia

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  • 02.04.1968: Andreas Baader (24), Horst Söhnlein (25), Gudrun Ensslin (27) und Thorwald Proll (26) legen Brandsätze (selbstgebastelte Zeitbomben) in zwei Frankfurter Kaufhäusern. Dies markiert den Beginn der gewaltätigen Entwicklung der »außerparlamentarischen Opposition« (APO). Der »Sozialistische Deutsche Studentenbund« (SDS) distanziert sich von den Brandstiftern, die zu 3 Jahren Zuchthaus verurteilt werden. Am 14. Mai 1970 wird Andreas Baader durch einen Überfall maskierter Personen befreit. Siehe auch: 2. Juni 1967.
  • 04.04.1968: Der schwarze Bürgerrechtler Martin Luther King (1929-1968) wird in Memphis erschossen. King hatte mit seiner Bürgerrechtsbewegung gewaltlos für die Verbesserung der Lage der Farbigen in den USA gekämpft. Kurz nach seinem Tod tritt das von ihm miterkämpfte »Bürgerrechtsgesetz 1968« in Kraft, welches die Diskriminierung der Farbigen in wesentlichen Punkten beendet. Kings Ermordung löst schwere Rassenunruhen aus, denen bis zum 11. April 46 Menschen zum Opfer fallen. Im Mai 1968 wird der flüchtige Attentäter James Earl Ray (1928-1998) in London verhaftet. Am 10. März 1969 gesteht er die Tat und wird zu 99 Jahren Haft verurteilt. Drei Tage später widerruft Ray sein Geständnis, erreicht aber keine Wiederaufnahme seines Verfahrens.
    Link: Martin Luther King in der Wikipedia
  • 11.04.1968: Rudi Dutschke (1940-1979), der Vorsitzende des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes (SDS), wird bei einem Mordanschlag durch den Münchner Arbeiter Josef Bachmann schwer verletzt. Die Folge sind zahlreiche zum Teil gewalttätige Demonstrationen.
    Dutschke schließt sich 1963 der »Subversiven Aktion« an, die 1964 im SDS aufgeht. Von 1965 bis 1968 ist er führender Theoretiker der »außerparlamentarischen Opposition« (APO). Nach der Bildung der »Großen Koalition« (SPD/CDU/CSU) 1966 und der Erschießung des Studenten Benno Ohnesorg am 2. Juni 1967 durch die Polizei organisiert er zahlreiche Demonstrationen. Proteste richten sich u.a. gegen den Vietnam-Krieg und Notstandsgesetze.
    Nach dem Attentat lebt Dutschke in London (1968-1971, Ausweisung wegen »subversiver Tätigkeit«) und Arhus, Dänemark. Ab 1975 arbeitet er für die FU Berlin. 1979 stirbt er an den Spätfolgen des Attentats.
  • 05.06.1968: US-Senator Robert F. Kennedy (1925-1968) wird in Los Angeles von dem Palästinenser Sirhan Bishara Sirhan niedergeschossen. Er stirbt einen Tag später, am 6. Juni, an den Folgen der Schussverletzung. Im März hatte Kennedy seine Kandidatur für das Präsidentenamt der USA angemeldet und sich in der Demokratischen Partei um Zustimmung bemüht.
    Link: Robert F. Kennedy in der Wikipedia
  • 09.08.1969: Die hochschwangere Schauspielerin Sharon Tate (1943-1969), ihre Freunde Jay Sebring, Abigail Folger und Voyteck Frykowski sowie der Student Steven Parent werden von Sektenmitgliedern der Charles Manson-Family in Tates Haus in Bel Air (Los Angeles, Kalifornien) ermordet. Gemeinsam mit ihrem Ehemann, dem polnischen Filmregisseur Roman Polanski (*1933), hatte Sharon Tate 1966 die erfolgreiche Filmkomödie »Tanz der Vampire« gedreht.
    Link: Sharon Tate in der Wikipedia

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  • 14.05.1970: Der wegen der Kaufhaus-Brandstiftungen inhaftierte Andreas Baader (1943-1977) wird durch einen Überfall maskierter Personen befreit. Mit dieser Aktion, an der Gudrun Ensslin (1940-1977) und die Journalistin Ulrike Meinhof (1937-1976) maßgeblich beteiligt sind, soll die Gewaltbereitschaft der Anarchisten-Szene demonstriert werden. Der harte Kern der »Baader-Meinhof-Gruppe«, die sich nun »Rote-Armee-Fraktion« (RAF) nennen, setzt sich nach Jordanien ab, wo sie eine paramilitärische Ausbildung erhalten. Ab 1972 verüben sie in Deutschland Banküberfälle und Sprengstoffanschläge. Im Juni 1972 werden nach und nach alle führenden RAF-Mitglieder festgenommen und unter besonders harten Bedingungen inhaftiert. Der Prozess gegen sie beginnt am 21. Mai 1975. Siehe auch: Entführung von Peter Lorenz am 27. Februar 1975.
    Link: Andreas Baader in der Wikipedia
  • 29.11.1971: Der Multimillionär Theo Albrecht (*1922) wird vor der Hauptverwaltung seines Unternehmens in Herten von Paul Kron und dem ehemaligen Rechtsanwalt Hans Joachim Ollenburg entführt. Die Freilassung erfolgt nach Zahlung von sieben Millionen D-Mark Lösegeld, vermittelt durch Ruhrbischof Franz Hengsbach (1910-1991) am 16. Dezember 1971. Die Entführer werden 1972 gefasst und 1973 vom Landgericht Essen zu einer Freiheitsstrafe von jeweils achteinhalb Jahren verurteilt.
    Theo Albrecht hatte zusammen mit seinem älteren Bruder Karl Albrecht (*1920) 1946 das Lebensmittelgeschäft der Mutter übernommen und 1961 den ersten Aldi (Albrecht-Discount) eröffnet.
    Links: ALDI-Chef entführt und Karl und Theo Albrecht (Biografie)
  • 05.09.1972: Palästinensische Mitglieder der Terrorgruppe »Schwarzer September« dringen in das Olympische Dorf in München ein, töten zwei israelische Sportler und nehmen neun Israelis als Geiseln. Die Terroristen fordern die Freilassung von über 200 Häftlingen aus israelischen Gefängnissen. Auf dem Flughafen Fürstenfeldbruck kommt es zu einer stundenlangen Schießerei mit der Polizei, wobei die neun Geiseln, fünf Araber und 1 Polizist sterben. 3 Terroristen werden festgenommen. Als Vergeltungsmaßnahme startet Israel Übergriffe auf Flüchtlingslager und Grenzdörfer im Libanon.
    Trotz des Entsetzens über diese Tat werden die Olympischen Spiele nach eintägiger Unterbrechung fortgesetzt. Als Begründung sagt der IOC-Präsident, dass man nicht zulassen dürfe, dass eine Handvoll Terroristen den Kern der internationalen Zusammenarbeit und des guten Willens zerstören, den die Olympischen Spiele darstellen. Der amerikanische Schwimmer Mark Spitz, der jüdischen Glaubens ist, der Star der Spiele und Gewinner von sieben Goldmedaillen, verlässt München unmittelbar nach Bekanntwerden der Ermordung der zwei israelischen Sportler.
    Links: Das Ende der heiteren Spiele: Mord und Geiselnahme im olympischen Dorf, Geiselnahme von München
  • 27.02.1975: 3 Monate vor Beginn des Prozesses gegen die Baader-Meinhof-Gruppe wird der Berliner CDU-Vorsitzende Peter Lorenz (1922-1987) von Mitgliedern der »Bewegung 2. Juni« entführt, welche die Freilassung inhaftierter Terroristen fordern. Die Forderungen werden fast vollständig erfüllt und die Terroristen tauchen in der Volksrepublik Jemen unter. Peter Lorenz wird am 5. März freigelassen.
    Link: Peter Lorenz in der Wikipedia
  • 21.05.1975: Prozessbeginn gegen vier Mitglieder der »Baader-Meinhof-Gruppe«, denen Morde, Mordversuche, Banküberfälle und Sprengstoffattentate zur Last gelegt werden. Angeklagt sind Ulrike Meinhof (40), Andreas Baader (32), Gudrun Ensslin (34) und Jan-Carl Raspe (30). Wirbel gibt es um die Verteidigung, nachdem man den Anwälten der Terroristen Komplizenschaft vorgeworfen hat. Klaus Croissant (1931-2002) und Hans-Christian Ströbele (*1939) werden am 16. Juni verhaftet. Das Urteil wird am 28. April 1977 gesprochen.
  • 09.05.1976: Ulrike Meinhof (1937-1976), Mitbegründerin der »Rote-Armee-Fraktion« (RAF), wird erhängt in ihrer Zelle im Hochsicherheitstrakt des Gefängnisses Stuttgart-Stammheim aufgefunden. Anfang Mai hatte der Hauptprozess gegen sie und die Führung der RAF gegonnen. Gewalttätige Proteste gegen Polizei und Staat sind die Folge.
  • 04.07.1976: In den frühen Morgenstunden des 4. Juli 1976 befreit ein israelisches Spezialkommando 105 Geiseln auf dem Flughafen von Entebbe (Uganda) aus der Gewalt linksextremer arabischer und deutscher Entführer. Diese hatten das Flugzeug eine Woche zuvor entführt und forderten die Freilassung von 53 Terroristen aus Gefängnissen der Bundesrepublik, der Schweiz, Frankreichs, Israels und Kenias. 31 Menschen werden bei der »Operation Entebbe« getötet, darunter drei Geiseln, der isralische Oberstleutnant Jonathan (Yoni) Netanyahu, sieben Entführer sowie 20 ugandische Soldaten, die sich dem israelischen Kommanda in den Weg stellen.
    Link: Die »Operation Entebbe« in der Wikipedia
  • 14.12.1976: Der Student Richard Oetker (25), Sohn der Unternehmerfamilie, wird in Weihenstephan bei München entführt. 47 Stunden lang halten die Entführer ihn in einer engen Holzkiste gefangen. Lebensgefährlich verletzt wird er gegen Zahlung eines Lösegeldes von 21 Millionen Mark im Kreuzlinger Forst bei München freigelassen. Erst 2 Jahre später wird der Täter gefasst und zu 15 Jahren Haft verurteilt.

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  • 07.04.1977: Das »Kommando Ulrike Meinhof - Rote Armee Fraktion« erschießt den Generalbundesanwalt Siegfried Buback (1920-1977), seinen Fahrer Wolfgang Göbel und den Justizbeamten Georg Wurster, die sich auf der Fahrt zum Bundesgerichtshof in Karlsruhe befinden.
    Link: Siegfried Buback in der Wikipedia
  • 28.04.1977: Die RAF-Terroristen Andreas Baader (1943-1977), Gudrun Ensslin (1940-1977) und Jan-Carl Raspe (1944-1977) werden wegen Mordes und der Bildung einer kriminellen Vereinigung zu je dreimal lebenslanger Haft verurteilt.
    Link: Andreas Baader in der Wikipedia
  • 30.07.1977: Jürgen Ponto, Vorstandssprecher der Deutschen Bank, wird von Mitgliedern der »Rote-Armee-Fraktion« in seinem Haus ermordet. Erst im April 1991, als Pontos Patenkind Susanne Albrecht (die in der DDR untergetaucht war) vor Gericht gestellt wird, kann die Tat geklärt werden. Zusammen mit Christian Klar und Brigitte Mohnhaupt hatte sie seine Entführung geplant, Klar hatte jedoch geschossen. Siehe auch: 7. April 1977, 5. September 1977, 13. Oktober 1977 und 18. Oktober 1977.
    Link: Jürgen Ponto in der Wikipedia
  • 05.09.1977: Der deutsche Arbeitgeberpräsident Hanns-Martin Schleyer (1915-1977) wird von einem Terrorkommando der Rote-Armee-Fraktion (RAF) entführt, um inhaftierte Terroristen freizupressen. Bei der Entführung werden drei Polizisten und Schleyers Fahrer Heinz Marcicz ermordet. Schleyer wird am 18. Oktober erschossen, seine Leiche wird am 19. Oktober 1977 in Mülhausen im Elsass/Frankreich aufgefunden.
    Link: Hanns-Martin Schleyer in der Wikipedia
  • 13.10.1977: Palästinensische Terroristen - zwei Männer und 2 Frauen - entführen die Lufthansa-Maschine »Landshut« mit 87 Menschen an Bord. Elf inhaftierte deutsche Terroristen, darunter der harte Kern der so genannten »Rote-Armee-Fraktion« (RAF), und zwei Türken sollen freigepresst werden. Ein 9000 km langer Irrflug der Maschine beginnt. Der Kapitän des Flugzeuges wird von den Terroristen als Verräter erschossen - er hatte das Flugzeug bei einer Landung in Aden verlassen, um es auf Schäden zu überprüfen. Der Co-Pilot wird zum Weiterflug nach Mogadischu in Somalia gezwungen. Verhandlungen mit den Entführern scheitern. Am 18. Oktober gelingt der »GSG 9«, einer Spezialeinheit des Bundesgrenzschutzes, die Erstürmung der Maschine und die Befreiung der Geiseln.
    Link: »Deutscher Herbst« in der Wikipedia
  • 18.10.1977: Der »GSG 9«, einer Spezialeinheit des Bundesgrenzschutzes, gelingt die Erstürmung der von palästinensischen Terroristen nach Mogadischu entführten Maschine und die Befreiung der Geiseln. 3 der Terroristen und ein »GSG 9«-Mann finden dabei den Tod. Die RAF-Häftlinge im Gefängnis Stuttgart-Stammheim, darunter Andreas Baader, Jan-Carl Raspe und Gudrun Ensslin, begehen daraufhin Selbstmord, der entführte Arbeitgeberpräsident Hanns Martin Schleyer (1915-1977) wird von seinen Entführern am gleichen Tag getötet. Siehe auch: 7. April 1977, 30. Juli 1977, 5. September 1977 und 13. Oktober 1977.
  • 09.05.1978: In Rom wird der von der linksextremistischen Terrororganisation »Rote Brigaden« entführte ehemalige italienische Ministerpräsident Aldo Moro (1916-1978) tot aufgefunden.
    Link: Aldo Moro in der Wikipedia

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  • 26.09.1980: Bei einem Bombenanschlag auf dem Münchner Oktoberfest werden 13 Menschen (darunter 4 Kinder) getötet und 219 zum Teil schwer verletzt. Auch der mutmaßliche Attentäter, der Student Gundolf K., wird bei der Explosion getötet.
    Link: Das Oktoberfest in der Wikipedia
  • 08.12.1980: Der britische Musiker und Komponist John Lennon (*9 Oktober 1940) wird in New York von einem vermutlich geisteskranken Fan erschossen. Der Mitbegründer der Pop-Gruppe »The Beatles« (1960-1970) schrieb vor allem politisch engagierte Texte. Zusammen mit seiner (zweiten) Frau Yoko Ono (*1933) gründete er 1969 die »Plastic Ono Band« (Welthit: »Give Peace A Chance«).
    Link: John Lennon in der Wikipedia
  • 11.05.1981: Der hessische Wirtschaftsminister Heinz-Herbert Karry (1920-1981, FDP), Bundesschatzmeister der Liberalen, wird in seinem Haus in Frankfurt am Main von unbekannten Tätern erschossen.
    Link: Heinz-Herbert Karry in der Wikipedia
  • 13.05.1981: Der rechtsextreme Türke Mehmet Ali Agca (*1958) verübt auf dem Petersplatz in Rom ein Attentat auf Papst Johannes Paul II. (1920-2005). Der Papst wird mit einer schweren Bauch- und Darmverletzung in das Gemelli-Krankenhaus eingeliefert, sein Gesundheitszustand wird als »Besorgnis erregend« bezeichnet. Er erholt sich nur langsam. Der Attentäter wird am 22. Juli 1981 zu lebenslanger Haft verurteilt.
    Link: Mehmet Ali Agca in der Wikipedia
  • 06.10.1981: Der ägyptische Staatspräsident Anwar as-Sadat (1918-1981), Friedensnobelpreisträger 1978, fällt während der Parade zum 8. Jahrestag des Oktoberkrieges (Yom-Kippur-Krieg, 6. Oktober 1973) in Kairo einem Attentat islamischer Fundamentalisten zum Opfer. Sechs weitere Personen werden getötet, 28 werden verletzt. Die Attentäter sind Angehörige der islamistischen Gruppe »al-Jihad«. Ihr Anführer und 4 weitere Attentäter werden im März 1982 zum Tode verurteilt. Nachfolger Sadats wird der bisherige Vizepräsident Hosni Mubarak (*1928).
    Link: Anwar as-Sadat in der Wikipedia
  • 31.10.1984: Indira Gandhi (1917-1984), Premierministerin von Indien (1966-1977 und 1980-1984), stirbt durch das Attentat zweier ihrer Leibwächter, die der Religionsgemeinschaft der Sikhs angehören. Zuvor war Gandhi radikal gegen aufständische Sikhs vorgegangen und hatte am 5. Juni 1984 den Goldenen Tempel von Amritsar (Hauptheiligtum der Sikhs) stürmen lassen. (Siehe auch: 24. Januar 1966)
    Link: Indira Gandhi in der Wikipedia
  • 23.12.1984: Bei einem Bombenanschlag vermutlich rechtsextremistischer Gruppen auf den Schnellzug Neapel-Mailand in einem Tunnel bei Bologna sterben 15 Menschen, 180 werden verletzt.
    Link: Stichwort »Bombenanschlag« in der Wikipedia
  • 07.10.1985: Das italienische Kreuzfahrtschiff »Achille Lauro« wird auf der Fahrt von Alexandria nach Port Said von vier Terroristen entführt. Nach eigenen Angaben gehören sie der »Front zur Befreiung Palästinas« (»PLF«) an, einer Splittergruppe der PLO, was von PLO-Chef Jassir Arafat (1929-2004) jedoch bestritten wird. 545 Besatzungsmitglieder und Passagiere werden als Geiseln genommen. Die Entführer verlangen die Freilassung von 51 palästinensischen Häftlingen aus Israel. Bevor die Terroristen sich am 9. Oktober den ägyptischen Behörden stellen, erschießen sie einen der Passagiere, den 69jährigen, jüdischen US-Amerikaner Leon Klinghoffer. Die zur Flucht genutzte Boing 737 wird am 11. Oktober von vier US-Kampfjets abgefangen und zur Landung auf Sizilien gezwungen. Der mutmaßliche Drahtzieher, der Gründer der »PLF«, Mohammed Abu Abbas (Muhammad Zaidan, 1948-2004), kann jedoch entkommen. Er wird im Juni 1986 von einem italienischen Gericht in Abwesenheit zu lebenslanger Haft verurteilt. Abu Abbas wird erst am 15. April 2003 in der Nähe von Bagdad festgenommen. Er stirbt während seiner Haft an einer Herzkrankheit.
    Am 2. Dezember 1994 sinkt die »Achille Lauro« vor der somalischen Küste, nachdem 2 Tage zuvor ein Feuer ausgebrochen war. 2 Menschen sterben bei dem Unglück.
  • 28.02.1986: Der schwedische Ministerpräsident Olof Palme (1927-1986) wird von einem Unbekannten erschossen. Die Hintergründe der Tat bleiben ungeklärt. Der Verdächtige Christer Pettersson wird zwar des Mordes an Palme für schuldig befunden und verurteilt, aber kurz darauf in zweiter Instanz aus Mangel an Beweisen wieder freigesprochen. Im Oktober 2001 bekennt sich der alkoholkranke und drogenabhängige Pettersson in einem Zeitungsartikel doch zu dem Mord an Palme: »Ich habe geschossen. Aber sie werden mich niemals überführen. Die Waffe ist weg«.
    Link: Olof Palme in der Wikipedia
  • 10.10.1986: Der Diplomat Gerold von Braunmühl wird vor seinem Bonner Haus von zwei RAF-Terroristen erschossen. Für die RAF (Rote Armee Fraktion) war von Braunmühl als enger Mitarbeiter von Hans Dietrich Genscher und Leiter einer großen politischen Abteilung eine »der zentralen Figuren im imperialistischen System«. Die Attentäter können unerkannt entkommen, zur Tat bekennt sich das »Kommando Ingrid Schubert«.
  • 16.03.1988: Die irakische Luftwaffe bombardiert das irakisch-kurdische Grenzdorf Halabja (Halabdscha) mit Giftgasbomben. Vom 16. bis 18. März 1988 massakrieren die Streitkräfte des irakischen Diktators Saddam Hussein 5.000 Kurden und Assyrer, weitere 10.000 erleiden schwerste Verletzungen. Insgesamt werden während der irakischen »Anfal-Offensive« über 200 mehrheitlich von Kurden bewohnte Ortschaften mit Senfgas und Tabun bombardiert. Die Zahl der Toten wird auf 70.000-80.000 geschätzt.
    Quelle: Völkermord an Kurden und Assyrern
  • 16.08.1988: Nach einem missglücktem Überfall auf eine Filiale der Deutschen Bank in Gladbeck (Nordrhein-Westfalen) nehmen die Räuber Dieter Degowski (32) und Hans-Jürgen Rösner (31) zwei Bankangestellte als Geiseln und erzwingen die Bereitstellung von Fluchtfahrzeugen. In Bremen, im Ortsteil Huckelriede, kapern sie einen mit 32 Personen besetzten Nahverkehrsbus. Als Rösners Freundin Marion Löblich, die nach dem Überfall zugestiegen ist, beim Halt an der Raststätte Grundbergsee von der Polizei überwältigt wird, erschießen die Gangster den 15jährigen Italiener Emanuele de Georgi. Bei der Verfolgungsjagd, die in die Niederlande führt, verunglückt ein Polizist tödlich. Die Fahrt wird in einem neuen Fluchtfahrzeug fortgesetzt. In Köln werden sie von Reportern, Fotografen und Kamerateams umringt, denen sie Interviews geben, während sie ihre Geiseln mit dem Tod bedrohen. Auf der Autobahn nach Frankfurt am Main greift die Polizei ein. Die Geisel Silke Bischoff (18) wird dabei erschossen. Rösner und Degowski werden 1991 zu lebenslänglichen Haftstrafen verurteilt.
    Link: Das Geiseldrama von Gladbeck in der Wikipedia
  • 30.11.1989: Alfred Herrhausen (1930-1989), Vorstandssprecher der Deutschen Bank, wird durch ein Bombenattentat auf sein Dienstfahrzeug getötet, sein Fahrer wird schwer verletzt. In einem Bekennerschreiben, dass am 2. Dezember 1989 in der Nähe des Tatorts gefunden wird, übernimmt die Terrororganisation »Rote Armee Fraktion« (»RAF«) die Verantwortung für die Tat.
    Link: Alfred Herrhausen in der Wikipedia

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  • 01.04.1991: Der Chef der Berliner Treuhandanstalt, Detlev Karsten Rohwedder (1932-1991), wird in seiner Düsseldorfer Villa erschossen. Bei den Tätern handelt es sich vermutlich um Mitglieder der Terrororganisation Rote Armee Fraktion (RAF), das Bekennerschreiben ist mit »Kommando Ulrich Wesel« unterzeichnet.
    Link: Treuhandchef Rohwedder ermordet
  • 21.05.1991: Der indische Ministerpräsident Rajiv Gandhi (1944-1991), Sohn und Nachfolger der 1984 ermordeten Ministerpräsidentin Indira Gandhi, fällt einem Bombenattentat zum Opfer.
    Link: Rajiv Gandhi in der Wikipedia
  • 26.02.1993: Islamische Extremisten verüben einen Bombenanschlag auf das World Trade Center in New York. Bei der Explosion eines Lieferwagens in der Tiefgarage von einem der Zwillingstürme sterben 6 Menschen, 300 werden verletzt. Als Auftraggeber des Terroraktes wird der ägyptische Scheich Omar Abd el Rahmen vermutet. Siehe: 11. September 2001.
    Link: Terroranschläge auf das World Trade Center
  • 27.06.1993: Die Antiterroreinheit des Bundesgrenzschutzes versucht auf dem Bahnhof der mecklenburgischen Stadt Bad Kleinen (bei Schwerin) die mutmaßlichen RAF-Terroristen Birgit Hogefeld (*1956) und Wolfgang Grams (1953-1993) festzunehmen. Grams und ein BGS-Beamter kommen bei der Aktion ums Leben. Widersprüchliche Zeugenaussagen, zahlreiche Pannen und dilettantisch durchgeführte Untersuchungen lösen eine innenpolitische Krise aus, für die Innenminister Rudolf Seiters (*1937, CDU) die Verantwortung übernimmt und von seinem Amt zurücktritt. Auch der Generalbundesanwalt muss gehen.
    Link: Wolfgang Grams in der Wikipedia
  • 19.04.1995: Bei einem Bombenanschlag auf ein Behördengebäude in Oklahoma City (USA) werden 168 Menschen getötet und 650 verletzt. Es ist der bisher schwerste Bombenanschlag in der Geschichte der USA. Der mutmaßliche Täter, der amerikanische Ex-Soldat und Rechtsextremist Timothy McVeigh, wird am 13. Juni 1997 zum Tode verurteilt.
    Link: »Oklahoma City Bombing« in der Wikipedia
  • 17.08.1995: Bei einer Bombenexplosion in der Nähe des Arc de Triomphe in Paris werden 17 Menschen verletzt. Zu den Opfern gehören eine 18jährige Deutsche sowie vier weitere ausländische Touristen. Eine algerische Terror-Organisation bekennt sich zu dem Gewaltakt.
  • 25.03.1996: Der Literaturwissenschaftler und Multimillionär Jan Philipp Reemtsma (*1952) wird vor der Tür seines Hauses in Blankenese niedergeschlagen und verschleppt. Man hält ihn im Kellerraum eines Hauses bei Bremen gefangen und lässt ihn nach Zahlung eines Lösegeldes von 30 Millionen DM am 26. April 1996 wieder frei. Die Kommunikation mit den Gangstern erfolgt über Kleinanzeigen in der »Hamburger Morgenpost«, die mit den Worten »Alles Gute Ann Kathrin« beginnen. Zwei der Täter können Ende Mai gefasst werden, der Drahtzieher, Thomas Drach, wird am 28. März 1998 in Buenos Aires verhaftet. Die Fahndungserfolge sind nicht zuletzt Reemtsmas hervorragendem Gedächtnis zu verdanken. Reemtsma gründete 1984 das »Hamburger Institut für Sozialforschung« und ist hier als Vorstand tätig. Seit 1996 lehrt er als Professor für Neuere Deutsche Literatur an der Universität Hamburg.
    Link: Jan Philipp Reemtsma in der Wikipedia
  • 27.07.1996: Bei einem Bombenattentat im Centennial-Park während der XXVI. Olympischen Sommerspiele in Atlanta werden zwei Menschen getötet und 111 Menschen verletzt. Erst 1998 wird Eric Rudolph (*1966) der Tat verdächtigt und schließlich im Mai 2003 verhaftet.
    Link: Eric Rudolph in der Wikipedia
  • 27.09.1996: Die »Taliban«, islamische Fundamentalisten, übernehmen bis 2001 die Macht im vom Bürgerkrieg zerrissenen Afghanistan. Menschenrechtsorganisationen wie »amnesty international«, die »Gesellschaft für bedrohte Völker« und »Human Rights Watch« werfen den Taliban schwerste Menschenrechtsverletzungen vor. Im Januar 2001 verhängt die UN ein Waffenembargo gegen die Taliban wegen deren Unterstützung des mutmaßlichen Terroristen Osama bin Laden. Siehe: 27. Dezember 1979 und 11. September 2001.
    Link: Stichwort »Taliban« in der Wikipedia
  • 07.08.1998: Bei der Explosion zweier Autobomben vor den US-Botschaften in Nairobi (Kenia) und Daressalam (Tansania) werden 263 Menschen getötet und etwa 5.000 Menschen verletzt. Als Hauptverantwortlicher gilt der islamische Fundamentalist Osama bin Laden (*1957/1958-2011), auf den die USA daraufhin ein Kopfgeld von 5 Millionen US-Dollar aussetzen. Siehe: 11. September 2001.
    Link: Osama bin Laden in der Wikipedia

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  • 11.09.2001: Bei dem folgenreichsten Terroranschlag der Geschichte rammen 2 von Terroristen entführte Verkehrsflugzeuge die beiden Türme des World Trade Centers in New York, die daraufhin zusammenbrechen. Etwa 3.000 Menschen kommen dabei ums Leben. Eine dritte Maschine beschädigt das Pentagon bei Washington schwer, eine vierte Maschine stürzt bei Pittsburgh ab.
    Hinter den Anschlägen steckte nach Mutmaßung der Terrorist USA Osama bin Laden (*1957/1958-2011). In den 80er Jahren hatte er in Afghanistan die Organisation »Al-Qaida« gegründet, die weltweit terroristische Anschläge ausführte. Bereits am 26. Februar 1993 versuchte die »Al-Qaida«, das World Trade Center in die Luft zu sprengen, was 6 Tote und hunderte Verletzte forderte. 1996 schließt Osama bin Laden sich den Taliban in Afghanistan an, die weite Teile des Landes erobern. Er gründet 1998 die »Internationale Islamische Front für den heiligen Krieg gegen Juden und Kreuzzügler« (womit Amerikaner gemeint sind), die am 7. August 1998 Bombenanschläge auf die US-Botschaften in Nairobi und Daressalam durchführt. Die USA setzen ein Kopfgeld auf ihn aus und greifen sein Lager in Afghanistan mit Raketen an. Gleichzeitig werden aufgrund der Erdölvorkommen in Mittelasien bis zum Sommer geheime Verhandlungen mit den Taliban geführt. Osama bin Laden wird in der Nacht zum 2. Mai 2011 von Einheiten der Navy Seals in seinem Anwesen in Abbottabad (Pakistan) erschossen.
    Links: Der »Terroranschlag 11. September« (Wikipedia), Al-Qaida (Wikipedia) und The Library of Congress (Fotos vom 11. September)
  • 11.04.2002: Bei dem Anschlag auf eine Synagoge auf der tunesischen Ferieninsel Djerba sterben 21 Menschen, darunter 14 deutsche Touristen. Viele Menschen werden schwer verletzt. Im Juni 2002 bekennt sich die islamistische Terrororganisation Al-Qaida zu dem Anschlag.
  • 23.10.2002: Vierzig bewaffnete und mit Sprengstoff ausgestattete tschetschenische Terroristen überfallen ein Musical-Theater in Moskau. Sie töten eine Frau und nehmen mehr als 800 Geiseln. Am 26. Oktober stürmen russische Spezialtruppen unter Einsatz von Betäubungsgas das Theater. 120 Geiseln und 41 Terroristen sterben, die meisten an Gasvergiftung.
  • 20.03.2003: Der US-amerikanische Präsident George W. Bush erklärt in einer Fernsehansprache, dass nach Ablauf des Ultimatums an den irakischen Machthaber Saddam Hussein (1937-2006), das Land zu verlassen, erste »ausgewählte Ziele« in Bagdad bombardiert werden und US-Streitkräfte an die irakische Grenze vorgerückt sind. Morgens um 3:30 Uhr MEZ werden die ersten Raketen auf ein Regierungsgebäude in Bagdad abgefeuert, in dem Saddam Hussein sowie sein innerer Führungszirkel vermutet werden. Dies ist der Beginn des Irak-Krieges (Dritter Golfkrieg).
    Link: Der Irak-Krieg in der Wikipedia
  • 10.09.2003: Die schwedische Außenministerin Anna Lindh (1957-2003) wird in einem Stockholmer Kaufhaus von dem 25jährigen Mijailo Mijailovic, einem Schweden serbischer Abstammung, niedergestochen. Sie erliegt ihren schweren Verletzungen in der darauf folgenden Nacht. Das Attentat löst weltweit Empörung und Trauer aus.
    Link: Anna Lindh in der Wikipedia
  • 06.02.2004: Bei einer Bombenexplosion, einem Selbstmordattentat, sterben in der Moskauer U-Bahn 39 Menschen, 134 werden verletzt. Die Behörden machen tschetschenische Terroristen für die Tat verantwortlich.
    Link: Moskau in der Wikipedia
  • 11.03.2004: Mehrere Bombenanschlägen auf Nahverkehrszüge in Madrid (Spanien) fordern 191 Todesopfern und mehr als 1.400 teilweise schwer verletzte Menschen. Am 13. März 2004 werden drei Marokkaner und zwei Inder festgenommen und ein Bekennervideo gefunden, auf dem ein angeblicher Militärsprecher der Al-Qaida die Tat als Vergeltungsmaßnahme für die Teilnahme Spaniens am Irak-Krieg bezeichnet. Vier Männer, vermutlich islamistische Terroristen, sprengen sich am 3. April während einer Razzia in einem Wohnhaus im Madrider Vorort Leganés in die Luft.
  • 03.09.2004: Bei der gewaltsamen Beendigung einer Geiselnahme an einer Schule in Beslan in der russischen Kaukasusrebublik Nordossetien sterben 335 Kinder, Eltern und Lehrer. Über 700 Menschen werden verletzt.
    Am 1. Sepember hatten 30 bewaffnete 30 Männer und Frauen die Schule in Beslan gestürmt und in ihre Gewalt gebracht. Mit der Geiselnahme sollte der Abzug der russischen Truppen aus Tschetschenien und die Freilassung von Kampfgenossen in Inguschetien erzwungen werden. Zuvor waren durch Selbstmordkommandos (Sprengstoff) 4 Flugzeuge mit insgesamt 232 Menschen an Bord abgestürzt. In Moskau sterben am 31. August 11 Menschen durch eine Selbstmordattentäterin, die sich selbst in die Luft sprengte.
    Link: Die Geiselnahme von Beslan in der Wikipedia
  • 07.07.2005: Bei einer Serie von Bombenattentaten in der Londoner Innenstadt während der morgendlichen Rushhour werden 52 Menschen getötet und 700 zum Teil schwer verletzt. Die Bomben explodieren in 3 U-Bahn-Stationen und zerstören einen Doppeldeckerbus. Kurz nach den Bombenanschlägen taucht im Internet ein Bekennerschreiben (im Namen) des Terrornetzwerks al-Qaida auf.
    Im schottischen Gleneagles hatte am 6. Juli der G-8-Gipfel der führenden Wirtschaftsmächte begonnen. Der britische Premierminister Tony Blair bezeichnet die Explosionen in London als Serie terroristischer Angriffe. Am 21. Juli kommt es erneut zu einem Versuch von 4 so genannten »Rucksackbombern«, Bomben in drei Londoner U-Bahnen und in einem Bus zu zünden. Diese Anschläge misslingen jedoch, die Terroristen werden am 29. Juli 2005 gefasst.
    Link: Die »Terroranschläge in London« in der Wikipedia
  • 25.11.2005: Die deutsche Archäologin Susanne Osthoff (*1962) und ihr irakischer Fahrer Chalid al Schimani werden im Irak entführt. Der Vorfall, der über Wochen in allen Medien präsent ist, löst auf internationaler Ebene Diskussionen und zahlreiche Spekulationen aus. Persönlichkeiten aus Politik und Kultur appellieren an die Geiselnehmer und fordern die Freilassung Osthoffs. Am 18. Dezember 2005 wird Susanne Osthoff freigelassen.
    Link: Susanne Osthoff in der Wikipedia
  • 07.10.2006: Die russische Journalistin, Autorin und Aktivistin für Menschenrechte Anna Politkowskaja (Anna Stepanowna Politkowskaja, 1958-2006) wird in Moskau von einem Auftragsmörder erschossen. Der Mord an der Regierungskritikerin löst weltweite Empörung und Proteste aus.
    Link: Anna Politkowskaja in der Wikipedia
  • 20.11.2006: Der 28-jährige Krankenpfleger Stephan L. (»Todespfleger von Sonthofen«) wird wegen zwölffachen Mordes, 15-fachen Totschlags und einer Tötung auf Verlangen schuldig gesprochen und zu lebenslanger Haft verurteilt. Eine vorzeitige Haftentlassung ist wegen der besonderen Schwere der Schuld ausgeschlossen. Vom März 2003 bis Juli 2004 hatte er zumeist älteren und schwerkranken Patienten auf der Intensivstation des Klinikums Sonthofen über den Infusionszugang zunächst ein Beruhigungs- oder Narkosemittel verabreicht, und kurz danach das Medikament Lysthenon gespritzt, das zu Muskelversagen und Atemlähmung führte. Es ist der größte Fall von Serientötungen in der deutschen Nachkriegsgeschichte.
    Link: Mordprozess Sonthofen
  • 23.11.2006: Der ehemalige russische Geheimagent Alexander Walterowitsch Litwinenko (1962-2006) stirbt in London an den Folgen einer Vergiftung mit dem radioaktiven Stoff Polonium. Von Scotland Yard wird der Tod Litwinenkos am 6. Dezember als Mord eingestuft, ab dem 7. Dezember ermittelt auch die russische Justiz wegen Mordes.
    Links: Litwinenko in der Wikipedia
  • 16.04.2007: Bei einem Amoklauf an der »Virginia Polytechnic Institute and State University« in Blacksburg, Virginia, tötet der 23-jährige südkoreanische Student Cho Seung-Hui 32 Menschen und verletzt 29 weitere schwer. Danach begeht Cho Selbstmord. Es handelt sich um einen der schlimmsten Amok-Läufe in der Geschichte der USA.
    Link: »Amoklauf an der Virginia Tech« in der Wikipedia
  • 27.12.2007: Die pakistanische Politikerin und Oppositionsführerin Benazir Bhutto (1953-2007) wird zwei Wochen vor der geplanten Parlamentswahl bei einem Attentat getötet. Bhutto war Premierministerin von Pakistan von 1988 bis 1990 und von 1993 bis 1996. Erst am 18. Oktober 2007 war sie nach acht Jahren Exil wieder in ihre Heimatstadt Karatschi zurückgegekehrt. Durch einen Selbstmordanschlag wurden dabei 139 Menschen getötet, die sich in der umjubelten Wagenkolonne rund um Bhuttos Fahrzeug befunden hatten.
    Link: Benazir Bhutto in der Wikipedia

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Zuletzt geändert am 16.06.2015

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