Kalenderblatt - Thema: Erfinder, Forscher, Wissenschaftler

Jacopo de'Barbari: Luca Pacioli (um 1445-1514)
Jacopo de'Barbari (um 1450-1515/1516): Luca Pacioli (um 1445-1514)

Chronik:

  • 19.05.804: Der angelsächsische Universalgelehrte, Mönch und Lehrer Alkuin (um 732-804) stirbt in Tours. Er setzte sich für eine Erneuerung der Wissenschaften des Altertums ein und war als war Gelehrter und Berater Karls des Großen Organisator des gesamten Studien- und Unterrichtswesens im Frankenreich.
    Link: Alkuin in der Wikipedia
  • 04.02.856: Der deutsche Erzbischof, Kirchenschriftsteller und Universalgelehrte Hrabanus Maurus (Rhabanus Maurus, um 780-856) stirbt in Mainz. Er gilt als einer der bedeutendsten Gelehrten im karolingischen Reich. Hrabanus Maurus ist der Verfasser der »De rerum naturis«, einer Enzyklopädie der Wissenschaften.
    Link: Hrabanus Maurus in der Wikipedia
  • 11.12.1198: Der arabische Gelehrte, Mediziner, Philosoph und Schriftsteller Averroes (Ibn Roschd Abul Walid Averroes, 1126-1198) stirbt in Marrakesch. Sein medizinisches Hauptwerk wurde über das Mittelalter hinaus von abendländischen Ärzten zu Rate gezogen.
    Link: Averroes in der Wikipedia
  • 15.11.1280: Der Universalgelehrte und Kirchenlehrer (Scholastiker) Albertus Magnus (»Doctor universalis«) stirbt etwa 80jährig in Köln. Er ist einer der bedeutendsten Naturwissenschaftler des 13. Jahrhunderts. Der Dominikaner setzt sich für die Einführung des naturwissenschaftlichen aristotelischen Gedankenguts in die christliche Philosophie ein. 1931 wurde er heilig gesprochen, 1941 durch Papst Pius XII. zum Patron der Naturforscher erklärt. Einer seiner Schüler ist Thomas von Aquin.
    Link: Albertus Magnus im Heiligenlexikon

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  • 11.08.1464: In Todi (Umbrien, Italien) stirbt der deutsche Philosoph, Theologe und Naturwissenschaftler Nikolaus von Kues (Nikolaus Chrypffs, Cusanus, 1401-1464). Der Kardinal (ab 1448) und Bischof von Brixen (ab 1450) gilt als Wegbereiter der Philosophie der Neuzeit und einer der großen Mathematiker des 15. Jahrhunderts. Er wies nach, dass die »Konstantinische Schenkung« eine Fälschung ist, stellte Versuche zur Quadratur des Kreises an (»De circuli quadratura«, 1450) und vermutete eine Achsendrehung der Erde sowie ihre Drehung um die Sonne und die Unendlichkeit des Weltalls. Er stellte Überlegungen zur Kalenderreform an (»De correctione calendarii«, 1436), schuf die erste Landkarte Europas, vermutete den Stoffwechsel der Pflanzen mit Hilfe der Luft und entwickelte Brillengläser mit konkaven Linsen. Die Pulsmessung zur medizinischen Diagnose wurde von ihm befürwortet.
    Links: Nikolaus von Kues in der Wikipedia und Nikolaus von Kues im Heiligenlexikon
  • 06.07.1476: In Rom stirbt der deutsche Wissenschaftler Regiomontanus (lat. 'Königsberger', Johannes Müller, 1436-1476), einer der herausragendsten Gelehrten des 15. Jahrhunderts auf den Gebieten der Mathematik, der Astronomie, der Kalenderberechnung und des Instrumentenbaus. Seine neuen astronomischen Tafeln dienen später Entdeckungsreisenden wie Christoph Kolumbus und Vasco da Gama als Navigationsgrundlage auf ihren Seefahrten. 1471 lässt er sich durch den Nürnberger Patrizier Bernhard Walther die erste Sternwarte Deutschlands einrichten (vermutlich das erste Observatorium im christlichen Europa).
    Link: Regiomontanus in der Wikipedia
  • 10.11.1494: Der italienische Mathematiker und Franziskaner Luca Pacioli (um 1445-1514), ein Freund von Leonardo da Vinci, gilt als »Vater der doppelten Buchführung« und befasste sich mit dem »Goldenen Schnitt«. Sein wegweisendes Buch »Summa de Arithmetica, Geometria, Proportioni et Proportionalità« wird erstmals am 10. November 1494 gedruckt.
  • 16.11.1509: Peter Henlein (um 1480/85-1542) erhält seinen Meisterbrief als Meister des Schlosserhandwerks und muss dafür die übliche Zahlung von 3 Gulden entrichten. Peter Henlein erfindet um 1510 das Nürnberger Ei, den Vorläufer der Taschenuhr.
    Link: Peter Henlein in der Wikipedia
  • 24.09.1541: Der Arzt, Naturforscher und Philosoph Paracelsus (1493-1541) stirbt in Salzburg. Er ist einer der ersten Wissenschaftler, der seine Erkenntnisse aus eigenen Forschungen und Beobachtungen erlangte und der Wegbereiter der Chemie in der Medizin.
  • 14.09.1542: Der Mechaniker und Erfinder der Taschenuhr, Peter Henlein (um 1480/85-1542), stirbt (zwischen dem 4. Juni und dem 14. September) in Nürnberg.
    Bis zur Mitte des 15. Jahrhunderts mussten mechanische Uhren senkrecht stehen, da sie einen Schwerkraftauftrieb durch Gewichte besaßen. Die Größe der Gewichte verhinderte auch eine Verkleinerung der Uhren. Erst 1470 wird der Federaufzug für mechanische Uhren bekannt. Peter Henlein experimentiert als einer der Ersten mit kleinen Uhrfedern. Er erkennt, dass die Schwerkraft bei diesem Antrieb keine Rolle spielt. Ihm gelingt um 1510 der Bau kleinerer Uhren, die in handliche, eiförmige Dosen passen. Das so genannte »Nürnberger Ei« ist der Vorläufer der Taschenuhr.
    Link: Kurzbiografie Peter Henlein
  • 24.05.1543: Der bedeutende Astronom und Mathematiker Nikolaus Kopernikus stirbt in Frauenburg. Er begründete das heliozentrische System, nach dem die Planeten um die Sonne kreisen. Mit seinen Erkenntnissen veränderte er nachhaltig das astronomische Weltbild.
    Link: Nikolaus Kopernikus in der Wikipedia
  • 15.10.1564: Der flämische Anatom deutscher Herkunft Andreas Vesal (Andreas Vesalius, eigentl. Andries van Wesel, 1514-1564) ertrinkt bei einem Schiffbruch nahe der Insel Zákinthos auf der Rückreise einer Pilgerfahrt nach Jerusalem. Mit seinem Werk »Über den Bau des menschlichen Körpers« (»De humani corporis fabrica, libri septem«, 1543) gilt er als Begründer der modernen Anatomie. Er war als Feldarzt in der Armee von Kaiser Karl V. (1500-1558) tätig, und ab 1544 dessen erster Leibarzt. 1556 wurde er der Leibarzt von Karls Sohn Philipp II. (1527-1598) in Madrid.
    Link: Andreas Vesalius

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  • 02.10.1608: Der deutsch-niederländische Brillenmacher Johannes Lippershey (Hans Lipperhey, um 1570-1619) stellt für die niederländische Regierung den Prototypen eines modernen Linsen-Fernrohres fertig. 1609 kann man die so genannten Teleskope bereits in Paris kaufen. Johannes Kepler (1571-1630) beschreibt im Jahre 1611 das nach ihm benannte Fernrohr (Kepler-Fernrohr), das 1613 erstmals von dem Jesuitenpater Christoph Scheiner (1575-1650) gebaut wird.
  • 15.11.1630: Der deutsche Astronom Johannes Kepler (1571-1630) stirbt in Regensburg. Kepler bestätigte das heliozentrische Weltbild des Nikolaus Kopernikus.
    Link: Johannes Kepler in der Wikipedia
  • 08.01.1642: Der italienische Naturwissenschaftler Galileo Galilei (1564-1642) stirbt in Arcetri bei Florenz. Neben Johannes Kepler ist er der bedeutendste Physiker und Astronom seiner Zeit.
    Link: Galileo Galilei in der Wikipedia
  • 11.02.1650: Der französische Naturwissenschaftler, Mathematiker und Philosoph René Descartes (1596-1650) stirbt am Hofe der schwedischen Königin Christine in Stockholm. Er ist der Hauptbegründer der neueren Philosophie und der analytischen Geometrie, führt das Cartesische Koordinatensystem mit den Achsenbezeichnungen x, y, z und die Exponentenschreibweise ein. Bedeutend ist auch sein Hauptsatz über die Energie und die Theorie der Korpuskularbewegung der Materie.
    »Ich denke, also bin ich«
    Link: René Descartes in der Wikipedia
  • 19.08.1662: In Paris stirbt der französische Mathematiker, Physiker und Religionsphilosoph Blaise Pascal (1623-1662). Bereits mit 17 beschreibt er in seiner bedeutenden Abhandlung »Essai sur les coniques« über die Kegelschnitte den »Pascalschen Satz«. 1642 konstruiert er die erste Rechenmaschine mit Zehnerübertrag. Er entdeckt die Verwendung des Barometers zu Höhenmessungen und erforscht das Gleichgewicht von Flüssigkeiten. Nach einer religiösen Vision im Jahre 1654 ändert Pascal sein Leben und beschäftigt sich mit philosophischen und religiösen Fragen; später zieht er sich ganz in das Kloster Port Royal zurück. Die Einheit für den Druck (Pa - Pascal) ist nach ihm benannt.
    »Sich über die Philosophie lustig machen, das heißt in Wahrheit philosophieren.« (Blaise Pascal)
    Link: Blaise Pascal in der Wikipedia
  • 14.11.1716: In Hannover stirbt der deutsche Philosoph, Mathematiker, Physiker und Diplomat Gottfried Wilhelm Freiherr von Leibniz (1646-1716), das wohl größte deutsche Universalgenie, auch der »Aristoteles des 17. Jahrhunderts« genannt.
    Link: Gottfried Wilhelm Leibniz in der Wikipedia
  • 31.03.1727: In Kensington (heute zu London) stirbt der englische Physiker, Mathematiker und Astronom Sir Isaac Newton (1643-1727), eines der größten wissenschaftlichen Genies aller Zeiten und Begründer der klassischen theoretischen Physik.
    Link: Isaac Newton in der Wikipedia
  • 13.03.1781: Der deutsch-englische Astronom und Musiker Friedrich Wilhelm Herschel (1738-1822) entdeckt den Planeten Uranus. Er erhält daraufhin finanzielle Unterstützung durch den englischen König Georg III. (1738-1820) und wird dessen privater Astronom. Herschel gilt als einer der bedeutendsten astronomischen Beobachter aller Zeiten. Er erkennt 1783 die Eigenbewegungen des Sonnensystems in Richtung auf das Sternbild Herkules, entdeckt 1787 die Uranusmonde Oberon und Titania, 1789 die Saturnmonde Enceladus und Mimas. 1800 entdeckt er die Infrarotstrahlung.
    Link: Friedrich Wilhelm Herschel in der Wikipedia
  • 11.01.1787: Der deutsche Musiker und Astronom Sir Wilhelm Herschel (1738-1822) entdeckt die Uranusmonde Oberon und Titania. Den Planeten Uranus hatte der seit 1757 in England lebende Forscher bereits am 13. März 1781 entdeckt.
    Link: Wilhelm Herschel in der Wikipedia

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  • 26.03.1804: In der Alservorstadt (heute Wien) stirbt der Schriftsteller und Erfinder Wolfgang von Kempelen (Johann Wolfgang Ritter von Kempelen de Pázmánd, ungarisch Kempelen Farkas, slowakisch Ján Vlk Kempelen, 1734-1804). Mit seinen mechanischen Automaten erregt der als Hofrat bei der österreichischen Herrscherin Maria Theresia tätige Baron großes Aufsehen. Unter anderem entwickelt er eine Schreibmaschine für Blinde und einen Sprechautomaten, der die Stimme von Kleinkindern imitiert.
    1769 baute er einen Schachautomaten, der an den Fürstenhöfen für Erstaunen sorgte. Der »schachspielende Türke« bestand aus einer lebensgroßen, als Türke verkleideten Puppe, die vor einem kastenförmigen Tisch hockte. Auf der Tischplatte stand ein Schachbrett mit Figuren, im Inneren befanden sich zahlreiche Hebel, Räder und Walzen. Der »Schachtürke« spielte nun gegen seine menschlichen Gegner und reagierte unterschiedlich auf deren Spielzüge. Erst 1789 wurde bekannt, dass von Kempelen in dem Kasten einen Menschen versteckt hatte.
  • 03.08.1804: Der deutsche Naturforscher Alexander von Humboldt (1769-1859) und der französische Arzt und Naturforscher Aimé Jacques Alexandre Bonpland (1773-1858) landen in Bordeaux und beenden damit ihre Forschungsreise, während der sie von 1799-1804 Venezuela, Kuba, Kolumbien, Peru, Ecuador und Mexiko bereist haben. Ihnen gelingt am 23. Juni 1802 die Besteigung des Chimborazo (6.310 m) bis auf eine Höhe von 5.759 m (damals ein Höhenrekord) und der Nachweis einer Verbindung des Orinocco mit dem Amazonas. Die unter abenteuerlichen Umständen durchgeführte Reise zählt zu den bedeutendsten wissenschaftlichen Leistungen aller Zeiten.
    Link: Die amerikanische Reise des Alexander von Humboldt
  • 17.08.1807: Die Jungfernfahrt des Dampfschiffes »Clermont« auf dem Hudson führt von New York über 240 Kilometer flussaufwärts nach Albany und dauert 32 Stunden. Erbauer der »Clermont« ist der amerikanische Ingenieur Robert Fulton (1765-1815), der zuvor zusammen mit Robert Livingstone die Gesellschaft »North River Steamboat« gegründet hatte. Die »Clermont« ist 40 Meter lang und 5,50 Meter breit. Mit der 20 PS starken Dampfmaschine erreicht sie eine Geschwindigkeit von 4,7 Knoten. Im Januar 1807 nimmt die »Clermont« als erstes Dampfschiff der Welt auf dieser Strecke den regelmäßigen Verkehr auf.
    Link: Die Anfänge der Dampfschifffahrt
  • 16.05.1810: In Tübingen erscheint die Abhandlung »Zur Farbenlehre«, eines der wissenschaftlichen Hauptwerke von Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832). Es ist das erste grundlegende Werk über Farbenlehre. Goethes Ansicht nach entstehen die Farben aus den Wechselwirkungen zwischen den nichtfarbigen Erscheinungen Finsternis, Trübe und Licht (»Farben sind Taten des Lichts, Taten und Leid«); den Himmel sehe man deshalb blau, weil vor dem schwarzen Hintergrund des Weltalls die blaue Himmelstrübe wahrgenommen werde.
    Link: Goethes Farbenlehre
  • 10.09.1810:Thema: Erfinder, Forscher, Wissenschaftler Der schwedische Chemiker und Universalgelehrte Jöns Jacob Freiherr von Berzelius (1779-1848) veröffentlicht seinen »Versuch einer lateinischen Nomenklatur für die Chemie, nach elektrisch-chemischen Ansichten« und begründet damit die noch heute gebräuchliche Zeichensprache in der Chemie. Hintergrund war, dass die bisherigen Bezeichnungen für die chemischen Elemente und Verbindungen nicht einheitlich festgelegt waren, was mitunter zu Verwechslungen mit tödlichen Folgen führte. Begriffe wie »Hornsilber«, »Spießglanzkönig« oder »Feuerluft« ersetzte Berzelius durch eine auf lateinischer Sprache basierende, systematische Nomenklatur. Außerdem legte er die Anfangsbuchstaben der Begriffe als Bezeichnung fest, wie z.B. »O« (oxygenium) für Sauerstoff und »H« (hydrogenium) für Wasserstoff. Berzelius prägte auch die Begriffe »organische Chemie«, »Isometrie«, »Allotropie« und »Katalyse«.
    Link: Jöns Jakob Berzelius in der Wikipedia
  • 14.11.1814: Die Londoner »The Times« ist die erste Zeitschrift, die mit einer so genannten Schnellpresse (Zylinderdruckmaschine) gedruckt wird. Der deutsche Buchdrucker Gottlob Koenig hatte sie 1810 in London patentieren lassen und zusammen mit Andreas Friedrich Bauer weiter verbessert.
  • 09.05.1816: Der französische Erfinder Joseph Nicéphore Niepce (1765-1833) erfindet die »Heliographie«, ein fotografisches Ätzdruckverfahren, die Wiedergabe von Bildern mit einer »Camera obscura«auf lichtempfindlich gemachtem Asphalt. Die Bilder können allerdings noch nicht fixiert werden. Das gelingt Niepce 1826. Mit einer Belichtungszeit von 8 Stunden belichtet er eine mit lichtempfindlichem Asphalt beschichtete Zinnplatte.
    Link: Joseph Nicéphore Niepce in der Wikipedia

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  • 25.09.1820: Der französische Physiker und Mathematiker André Marie Ampère (1775-1836) führt die Versuche des dänischen Physikers und Chemikers Hans Christian Ørsted (1777-1851) fort und entdeckt das Gesetz über die Kraftwirkungen zwischen stromdurchflossenen Leitern (Ampèresches Gesetz). Parallel gerichtete Ströme ziehen einander an, entgegengesetzte stoßen sich ab. Ampère gilt als Begründer der Elektrodynamik und ermöglichte mit seiner Entdeckung die Entwicklung leistungsfähiger Elektromagneten.
  • 05.03.1827: In seiner Geburtsstadt Como stirbt der italienische Physiker Alessandro Graf Volta (Alessandro Giuseppe Antonio Anastasio Graf Volta, 1745-1827), neben Luigi Galvani (1737-1798) der bedeutendste Pionier auf dem Gebiet der Elektrizität. Er ist Erfinder des Elektrophors, des Kondensators, des Voltaischen Eudiometer und besonders der Voltaischen Säule, durch welche er die Entdeckung Galvanis (»Froschschenkelversuch«) nutzbar machte.
    Link: Alessandro Volta in der Wikipedia
  • 22.02.1828: Der deutsche Chemiker Friedrich Wöhler (1800-1882) begründet mit der Synthese einer organischen Substanz (Harnstoff) aus einer anorganischen (Ammoniumcyanat) die moderne Chemie - ein Meilenstein in der Geschichte der Chemie.
    Link: Friedrich Wöhler in der Wikipedia

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  • 15.09.1830: Zwischen Manchester und Liverpool wird eine Dampfeisenbahnstrecke in Betrieb genommen. Als Zugmaschine dient die »Rocket« des Ingenieurs George Stephenson (1781-1848). Die erste öffentliche Eisenbahn der Welt wurde bereits am 27. September 1825 zwischen Stockton und Darlington eingeweiht. Mit Eröffnung dieser Eisenbahnlinien beginnt in Großbritannien das Zeitalter der Eisenbahn.
    Link: George Stephenson in der Wikipedia
  • 27.08.1831: Der Brite Physiker Michael Faraday (1791-1867) entdeckt die magnetische Induktion - die Grundlage zur Herstellung von Generatoren, Turbinen und Elektromotoren.
    Link: Michael Faraday in der Wikipedia
  • 27.12.1831: Charles Darwin (1809-1882) beginnt seine Weltreise (1831-1836) an Bord des Dreimasters »H.M.S. Beagle«, einem königlichen Forschungs- und Vermessungsschiff. Unter Kapitän Fitzroy führt die Reise über die Kapverdischen Inseln, entlang der Ost- und der Westküste Südamerikas, zu den Galápagos-Inseln, nach Tahiti, Neuseeland, Tasmanien, Mauritius, Kapstadt, nochmals Südamerika und über die Azoren zurück nach England. Die von ihm auf den Galapágos-Inseln entdeckten Finken geben Darwin den entscheidenden Anstoß zur Entwicklung seiner Theorie über die natürliche Auslese.
    Link: Charles Darwin in der Wikipedia
  • 13.05.1832: Der französische Naturforscher und Begründer der vergleichenden Anatomie sowie der Paläontologie (Wissenschaft von den Lebewesen vergangener Erdperioden), Georges Baron de Curvier (1769-1832), stirbt in Paris. Curvier schuf eine der größten anatomischen Sammlungen Europas. Das Tierreich teilte er in die vier Typen Wirbeltiere, Weichtiere, Gliedertiere und Strahlentiere ein. Die Unterschiede zwischen fossilen und gegenwärtig existierenden Lebewesen erklärte er mit einer Katastrophentheorie, nach der die ausgestorbenen Tiere und Pflanzen in mehreren Weltkatastrophen vernichtet worden seien und sich die Arten danach jeweils neu und anders entwickelt hätten. Nach ihm benannt sind der »Curvier-Gang« (Ductus Cuvieri) und die »Cuvier-Schläuche« (Cuvier-Organe).
    Link: Georges Cuvier in der Wikipedia
  • 20.11.1833: In einem Brief an seinen Freund Olbers beschreibt der deutsche Professor Carl Friedrich Gauß (1777-1855) eine elektrische Telegrafenanlage. Zusammen mit Professor Wilhelm Eduard Weber (1804-1891) hat er über eine Strecke von 2,7 Kilometer telegrafiert, zwischen der Sternwarte und dem Physikalischen Institut der Universität in Göttingen. Ihre Geräte sind eine Weiterentwicklung eines elektrischen Nadeltelegrafen des russischen Diplomaten Baron Pawel Schilling und benötigen nur zwei Drähte für die Übertragung.
    Link: Carl Friedrich Gauß in der Wikipedia
  • 27.09.1835: Robert Stephenson (1803-1859), der Sohn des britischen Dampflokomotivenpioniers George Stephenson (1781-1848), eröffnet die weltweit erste öffentliche Dampfeisenbahnlinie für den Personenverkehr. Die »Stockton and Darlington Railway« verbindet Stockton mit dem 39 Kilometer entfernten Darlington. Zugmaschine ist die von George Stephenson konstruierte »Locomotion«. Sie zieht den Tender, sechs mit Kohle beladene Güterwagen, einen Personenwagen für die Ehrengäste, 21 für Personen umgebaute Güterwagen und sechs weitere Kohlenwagen, insgesamt ca. 70 Tonnen Anhängelast.
    Link: Die Stockton and Darlington Railway in der Wikipedia
  • 07.01.1839: Der Wissenschaftler Dominique François Jean Arago stellt die »Daguerreotypie« anlässlich einer Sitzung der Akademien der Wissenschaften in Paris vor. Gemeinsam mit Joseph Nicéphore Niepce (1765-1833) hatte der französische Künstler Jacques Louis Daguerre (1789-1851) eine Methode zur Fixierung von Fotografien entwickelt. Obwohl Daguerre heute meist als Erfinder der Fotografie genannt wird, ist es wohl eher Niepce, dem diese Ehre gebührt. Siehe auch: 13. April 1839.
    Link: Daguerreotypie in der Wikipedia
  • 31.01.1839: Der englische Politiker, Wissenschaftler und Hobbyzeichner William Henry Fox Talbot (1800-1877) stellt der Öffentlichkeit sein Verfahren der »Talbotypie« vor. Er stellt, mit einer Glasplatte als Träger, Negative her, von denen sich beliebig viele Abzüge herstellen lassen. Dies war mit der »Daguerreotypomanie« nicht möglich. Bereits 1844 wird diese Technik zur Illustration von Büchern genutzt.
    Link: William Henry Fox Talbot in der Wikipedia
  • 13.04.1839: Der Mineralogie-Professor Franz von Kobell (1803-1875) und der Physik- und Mathematikprofessor Carl August von Steinheil (1801-1870) stellen der Bayerischen Akademie der Wissenschaften die Proben ihrer fotografischen Versuche vor. Im Deutschen Museum in München ist eine Pappkamera von Professor von Steinheil aus dem Jahre 1839 ausgestellt. Siehe auch: 7. Januar 1839.
    Link: Franz Ritter von Kobell im Projekt Gutenberg

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  • 23.09.1846: Der deutsche Astronom Johann Gottfried Galle (1812-1910) entdeckt unter Mitwirkung seines Assistenten Heinrich Louis Arrest (1822-1875) und mit Hilfe eines Fernrohrs den Planeten Neptun, den achten und äußersten Planeten unseres Sonnensystems.
    Bereits im Januar 1613 hatte Galileo Galilei (1564-1642) den Neptun als bewegliches Objekt mit dem Fernrohr beobachtet und ihn in Skizzen festgehalten. Seine wahre Natur erkannte Galilei aber offenbar nicht. 1845 errechnet der französische Astronom Urbain Jean Joseph Leverrier (1811-1877) die Existenz und den Ort des Planeten aus den Störungen der Uranusbahn. Galle liefert nun die Bestätigung dieser Vermutungen.
    Link: Der Planet Neptun in der Wikipedia

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  • 23.08.1850: Ein Seekabel durch den Ärmelkanal verbindet Dover (in England) mit Calais (in Frankreich). Die mit Guttapercha umhüllte Telegraphenleitung ist 25 Meilen lang und die erste grenzüberschreitende Verbindung. Da sie schon bald beschädigt ist, wird durch die Brüder James und John W. Bett ein neues, stabileres Kabel verlegt und am 13. November 1851 mit nationalen Telegraphenleitungen nach London und Paris zusammengeschaltet. Das erste Überseekabel wird am 5. August 1858 fertig gestellt.
  • 03.02.1851: Der französische Physiker Jean Bernard Léon Foucault (1819-1868) demonstriert im Pariser Observatorium mit Hilfe eines elf Meter langen Pendels die Achsendrehung der Erde. Im März 1851 wird der Foucaultsche Pendelversuch im Pariser Panthéon durch die Schwingungen eines 67 Meter langen und 28 Kilo schweren Pendels wiederholt.
  • 17.07.1854: Die erste durch gebirgiges Gelände führende Eisenbahnlinie der Welt, die 41 Kilometer lange Simmeringbahn in Österreich, nimmt ihren regulären Betrieb auf. Die Strecke von Gloggnitz nach Mürzzuschlag führt durch 15 Tunnel und über 16 »teilweise kühn angelegte« Steinbogenviadukte.
  • 17.10.1855: Der britische Ingenieuer Henry Bessemer (1813-1898) entwickelt ein neues Verfahren zur Stahlproduktion, welches eine zweite industrielle Revolution auslöst. Bei dem von Bessemer erfundenen »Windfrischverfahren« wird schmelzflüssiges Roheisen in birnenförmigen, feuerfest ausgekleideten Stahlbehältern - den so genannten Bessemer-Birnen - durch Hindurchblasen von Luft vom Kohlenstoff und anderen Beimengungen befreit in schweißbaren Stahl mit äußerst geringem Kohlenstoffanteil umgewandelt. Die Bessemer-Birne ist eine Verbesserung des bereits 1783 von Henry Cort (1740-1800) erfundenen »Puddelverfahrens«, liefert aber in 20 Minuten so viel Stahl wie ein Puddelofen an einem ganzen Tag. Das neue Verfahren setzt sich schnell durch. Alfred Krupp (1812-1887) nimmt 1862 in Essen sein erstes Bessemer-Stahlwerk in Betrieb.
    Link: Stahl in der MSN encarta
  • 05.08.1858: Das erste Überseekabel - die telegrafische Verbindung zwischen England und Amerika - wird unter der Leitung von Samuel Canning und Charles Bright fertig gestellt. Das erste Telegramm wird am 7. August übermittelt. Kurz darauf versagt die beschädigte Leitung ihren Dienst. 1866 - nach dem Bürgerkrieg - wird die Verlegung eines neuen Kabels abgeschlossen.
  • 24.11.1859: Der Naturforscher und Biologe Charles Darwin (1809-1882) veröffentlicht sein Hauptwerk »On the Origin of Species by Means of Natural Selection...« (»Von der Entstehung der Arten im Thier- und Pflanzenreich durch natürliche Züchtung...«). Damit schafft er die Grundlage der modernen Evolutionstheorie.
    Link: Charles Darwin in der Wikipedia

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  • 16.09.1861: Der Essener Unternehmer Alfred Krupp (1812-1887) nimmt den von ihm konstruierten Dampfhammer »Fritz« in Betrieb. Er hat eine Masse von 30 Tonnen (später 50 Tonnen) und bleibt 50 Jahre lang in Betrieb. Die riesige Ramme galt seinerzeit als »technisches Weltwunder«. Krupp führt 1862 als erster das 1855 erfundene »Bessemer-Verfahren« zur Stahlgewinnung ein, 1871 stellt er die ersten »Martin-Öfen« zur Erzeugung qualitativ hochwertigen Stahls auf.
  • 26.10.1861: Der hessische Physiker und Lehrer Johann Philipp Reis (1834-1874) führt der Physikalischen Gesellschaft in Frankfurt am Main das erste, von ihm selbst erfundene Telefon vor. Ihm gelingt die Übertragung von Tönen und der menschlichen Stimme. Er benutzt eine Schweinsblase als Membran, deren Schwingungen er mittels Magnetostriktion erstmals in pulsierende, durch einen Draht fortleitbare Induktionsströme umwandelt. Der kommerzielle Durchbruch für das Telefon gelingt jedoch erst dem Schotten Alexander Graham Bell (1847-1922), der am 14. Februar 1876 sein Patent anmeldet.
  • 08.02.1865: Der Augustinermönch Gregor Johann Mendel (1822-1884) veröffentlicht das Ergebnis seiner Kreuzungsversuche an Erbsen und Bohnen (Vererbungslehre), deren Bedeutung aber erst Jahrzehnte später erkannt wird.
    Link: Gregor Johann Mendel in der Wikipedia
  • 01.10.1865: Der Botaniker Julius von Sachs (1832-1897), Begründer der experimentellen Pflanzenphysiologie, veröffentlicht sein »Handbuch der Experimentalphysiologie«. Er weist darin nach, dass in grünen Pflanzenteilen durch Photosynthese energiereiche Stärke gebildet wird. Er entdeckt damit den für Lebewesen wichtigen Nahrungsbestandteil Kohlenhydrat. Weitere Werke: »Geschichte der Botanik vom 16. Jahrh. bis 1860« (1875) und »Gesammelte Abhandlungen« (1892-93).
    Link: Biografie von Julius von Sachs

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  • 14.02.1876: Unabhängig voneinander melden der Amerikaner Elisha Gray (1835-1901) und der schottisch-amerikanische Physiker und Taubstummenlehrer Alexander Graham Bell (1847-1922) Patente auf ihre Telefone an. Es sind Weiterentwicklungen der Erfindung von Johann Philipp Reis (1834-1874), der sein Telefon bereits am 26. Oktober 1861 vorgeführt hatte. Bell entwickelt das Telefon weiter und überträgt am 10. März 1876 den ersten Satz. Zunächst bleibt die Erfindung jedoch unbeachtet. Im Oktober gelingt ein Gespräch über 3.200 Meter zwischen Boston und Cambridge. Am 9. Juli 1877 gründet Bell die »Bell Telephone Company, Gardina G. Hubbard Trustee« in Boston, welche Telefonapparate produziert und vermietet. Die Gesellschaft geht 1885 in die »American Telephone and Telegraph Company« über. Im Frühjahr 1877 entwickelt der deutsche Physiker Werner Siemens das Telefon weiter, am 12. November 1877 geht in Berlin das erste Fernsprechamt in Betrieb.
  • 12.11.1877: In Friedrichsberg in Berlin nimmt das erste deutsche Telegraphenamt auf seinem Leitungsnetz probeweise den Telefonbetrieb auf. Der deutsche Physiker Werner Siemens hatte im Frühjahr 1877 das Bell-Telefon weiterentwickelt und verbessert. Am 14. Dezember 1877 erhält die Firma »Siemens & Halske« das Patent darauf. 1881 wird in Mühlhausen im Elsass (damals deutsch) das erste Fernsprechamt der Welt eingerichtet.

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  • 06.11.1880: Der französische Mediziner und Bakteriologe Charles Louis Alphonse Laveran (1845-1922) sieht erstmals durch das Mikroskop im Blutausstrich eines Malariakranken bewegliche Körperchen - pigmentierte Zellen, die rund oder halbmondförmig gebogen sind und sich amöbenartig bewegen. Die Entdeckung bestätigt Laveran in seiner Meinung, dass die Malaria von Parasiten hervorgerufen wird. 1882 entdeckt er die Erreger der Malaria im Blut seiner Patienten in Algerien und stellt sie in Rom der wissenschaftlichen Öffentlichkeit vor. 1907 erhält er den Medizinnobelpreis für seine »Forschungen über Rolle und Funktion der Einzeller (sog. Protozoen) als Krankheitserreger«
    Link: Stichwort »Malaria« in der Wikipedia
  • 20.09.1881: Auf dem ersten Elektrikerkongress, der am 20. und 21. September 1881 in Paris stattfindet, werden verschiedene elektrische Maßeinheiten festgelegt: Ampere (A), Coulomb (C), Volt (V), Ohm (Ω) und Farad (F). Außerdem wird das »CGS-Maßsystem« (Centimeter, Gramm, Sekunde, 1875 entwickelt von J.D. Everett im Auftrag der »British Association«) verbindlich festgesetzt.
  • 24.03.1882: Der deutsche Mediziner und Bakteriologe Robert Koch (1843-1910) gibt in einer Sitzung der »Berliner Physiologischen Gesellschaft« seine Entdeckung des Tuberkelbazillus (»Mycobacterium tuberculosis«) bekannt. Er legt damit den ersten vollkommenen Beweis für die »parasitische Natur« einer menschlichen Infektionskrankheit vor. Die Tuberkulose ist gegen Ende des 19. Jahrhunderts Ursache für jeden zweiten Todesfall von Menschen zwischen 15 und 40 Jahren. Robert Koch erhält 1905 den Medizinnobel für die »Untersuchungen und bahnbrechenden Entdeckungen auf dem Gebiet der Tuberkulose«
    Link: Stichwort »Tuberkulose« in der Wikipedia
  • 04.09.1882: Der amerikanische Erfinder Thomas Alva Edison (1847-1931) eröffnet in der New Yorker Pearl Street das erste öffentliche Elektrizitätswerk. Der von Edison verwendete Gleichstrom wird später durch das Wechselstromsystem von Nikola Tesla (1856-1943) und George Westinghouse (1846-1914) ersetzt (siehe Link!). 1879 hatte Edison die Kohlefadenglühlampe für Beleuchtungszwecke weiterentwickelt. 1880 entstand im Menlo Park die erste Glühlampenfabrik. 1881 erwirbt der deutsche Ingenieur Emil Rathenau (1838-1915) die Lizenzen für Deutschland und gründet 1883 die »Deutsche Edison-Gesellschaft für angewandte Elektricität«, die 1887 in »Allgemeine Elektricitäts-Gesellschaft« - »AEG« - umbenannt wird.
    Link: Der Stromkrieg zwischen Edison und Tesla
  • 26.09.1887: Der deutsch-amerikanische Elektroingenieur Emile (Emil) Berliner (1851-1929) meldet sein Grammophon zum Patent an. Es ist eine Weiterentwicklung des Edisonschen Phonographen und benutzt statt der Tonwalze eine rotierende Glasscheibe, die mit Ruß und Leinöl überzogen ist. Berliner gilt damit als Erfinder der Schallplatte. Ab 1895 wird die Schellackplatte zum Massenprodukt.
    Link: Emil Berliner in der Wikipedia
  • 08.01.1889: Der amerikanische Ingenieur Herman Hollerith (1860-1929) meldet seine elektromagnetische Lochkarten-Sortiermaschine zum Patent an. Dies ist der Beginn der maschinellen Datenverarbeitung.
    Link: Herman Hollerith in der Wikipedia
  • 06.05.1889: Auf der Pariser Weltausstellung wird das neue Wahrzeichen von Paris vorgestellt: der Eiffelturm. Die von dem Architekturbüro Eiffel in 2jähriger Bauzeit errichtete Stahlgitterkonstruktion ist mit 300 Metern das seinerzeit höchste Bauwerk der Welt. Es wiegt 7125 Tonnen, besteht aus 15.000 Einzelteilen und wird mit 2,5 Millionen Nieten zusammengehalten. Entworfen hat es der schweiz. Bauingenieur Maurice Koechlin, der Chef des Bureau d'études der Firma Eiffel - also nicht Alexandre Gustave Eiffel (1832-1923) selbst. 1957 wird der Turm durch eine Fernsehantenne auf 320,8 Meter erhöht.

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  • 04.12.1890: Der deutsche Bakteriologe Emil Behring (1854-1917) und der japanische Bakteriologe Shibasaburo Kitasato (1852-1931) veröffentlichen in der Ausgabe No. 49 der »Deutschen Medizinischen Wochenschrift« einen Artikel »Ueber das Zustandekommen der Diphtherie-Immunität und der Tetanus-Immunität bei Thieren«. Mit ihrer Entdeckung des Antitoxins (Antikörper) bei den Krankheiten Diphtherie und Tetanus begründen die beiden Forscher die Serumtherapie und die moderne Immunologie.
    Link: Stichwort »Immunologie« bei www.medizintoday.de
  • 28.09.1895: In Villeneuve-l'Étang bei Paris stirbt der französische Chemiker und Bakteriologe Louis Pasteur (1822-1895). Neben Robert Koch ist er der erste bedeutende Erforscher der Infektionskrankheiten und ihrer Bekämpfungsmethoden. Das von ihm entdeckte Verfahren zum Haltbarmachen von Lebensmitteln (durch schonendes Erhitzen auf 65-80 °C) ist nach ihm benannt, ebenso der Pasteur-Effekt (Phänomen der Hemmung der alkoholischen Gärung - Glykolyse - durch die Atmung in Gegenwart von molekularem Sauerstoff) und die Bakterien-Familie Pasteurellaceae.
    Link: Louis Pasteur in der Wikipedia
  • 08.11.1895: Der deutsche Physikprofessor Wilhelm Conrad Röntgen (1845-1923) entdeckt bei Experimenten mit Kathodenstrahlröhren die »X-Strahlen«, eine dem Licht verwandte, aber unsichtbare elektromagnetische Strahlung mit der Eigenschaft, feste Körper zu durchdringen. Am 22. Dezember 1895 gelingt ihm eine Röntgenaufnahme von der Hand seiner Ehefrau Berta, auf der die Knochen und der Ehering klar zu erkennen sind. Die »Röntgenstrahlen« revolutionieren die Medizin, obwohl zunächst nichts über die Gefahr übermäßiger Bestrahlung bekannt ist. 1901 erhält Röntgen für seine Entdeckung den ersten Physik-Nobelpreis.
    Link: Wilhelm Conrad Röntgen in der Wikipedia
  • 28.12.1895: Die Brüder Louis Jean (1864-1948) und Auguste Marie Louis Nicolas Lumière (1862-1954) eröffnen in Paris mit großem Erfolg das erste Lichtspielhaus. Im Jahr zuvor hatte Louis Jean den Kinomathegrafen erfunden, welcher der Erfindung von Thomas Alva Edison (1847-1931) ähnelt. Edison hatte seinen »Kinetoskop« und seinen »Kinetographen« allerdings nur in den USA zum Patent angemeldet. Die Gebrüder Lumière entwickeln aus dem Kinetoskop einen Filmprojektor, den »Cinématographe«, zum Abspielen von großen Filmrollen.
  • 24.02.1896: Der französische Physiker Antoine Henri Becquerel (1852-1908) berichtet der »Akademie der Wissenschaften« in Paris über seine Entdeckung der radioaktiven Eigenstrahlung von Uran. 1903 erhält er zusammen mit Marie Curie und Pierre Curie den Physik-Nobelpreis »als Anerkennung des außerordentlichen Verdienstes, das er sich durch die Entdeckung der spontanen Radioaktivität erworben hat«.
    Link: Henri Becquerel in der Wikipedia
  • 10.12.1896: In San Remo an der italienischen Riviera stirbt der schwedische Chemiker und Industrielle Alfred Nobel (1833-1896). Zu seinen zahlreichen Erfindungen gehören die Initialzündung (1863), Dynamit (1867) und die Sprenggelatine (1875). In vielen Ländern der Erde gründete Nobel Sprengstofffabriken. Das chemische Element Nobelium ist nach ihm benannt. Den größten Teil seines Vermögens hinterließ er zur Gründung der Nobelstiftung, zu deren Gründung ihn Bertha von Suttner (1843-1914) angeregt hatte.
    Link: Nobelprize.org
  • 14.05.1897: Der italienische Physiker und Radiotechniker Guglielmo Marchese Marconi (1874-1937) sendet ein drahtloses Telegramm über eine Strecke von 5 Kilometern von Lavernock Point zu der Insel Flatholm im Bristolkanal. Am 27. März 1899 stellt er die erste drahtlose Telegraphieverbindung zwischen England und Frankreich her.
    Link: Guglielmo Marconi in der Wikipedia

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  • 14.12.1900: Der deutsche Physiker Max Planck (1858-1947) trägt auf einer Sitzung der Physikalischen Gesellschaft in Berlin seine Quantentheorie vor. 1918 erhält er den Physik-Nobelpreis für seine »Begründung der modernen Physik durch seine Quantentheorie, nach der die Atome Strahlung nicht stetig, sondern stoßweise abgeben« oder aufnehmen, und zwar in bestimmten Energieelementen (Quanten). Diese neuartige Sicht eröffnete der Physik einen wichtigen Zugang zum Verständnis der Vorgänge im atomaren Bereich.
    Link: Max Planck in der Wikipedia
  • 14.11.1901: Der Wiener Bakteriologe und Serologe Karl Landsteiner (1868-1943) veröffentlicht in der »Wiener klinischen Wochenschrift« seinen Artikel »Ueber Agglutinationserscheinungen normalen menschlichen Blutes«, in dem er die Entdeckung von drei Blutgruppen - A, B und 0 - bekannt gibt. Auf Landsteiners Anregung entdecken Alfred von Decastello (1872-1960) und Adriano Sturli (1873-1966) 1902 eine vierte Blutgruppe, die am seltensten vorkommene Blutgruppe AB. Karl Landsteiner erhält für seine Entdeckung der Blutgruppen 1930 den Medizin-Nobelpreis. Zusammen mit Philip Levine (1900-1987) entdeckt er das so genannte MN-Blutsystem und 1937 zusammen mit Alexander Solomon Wiener (1907-1976) den Rhesusfaktor.
    Link: Karl Landsteiner in der Wikipedia
  • 12.12.1901: Der italienische Physiker und Radiotechniker Guglielmo Marchese Marconi (1874-1937) empfängt um 12:30 Uhr Ortszeit in Neufundland das vereinbarte Morsezeichen für den Buchstaben »S«, das vom britischen Poldhu aus gesendet werden. Es sind die ersten drahtlosen Funkzeichen, die über den Atlantik gesendet werden. Bereits 1902 sind die ersten kommerziellen Funkanlagen im Einsatz.
    Link: Guglielmo Marconi in der Wikipedia
  • 06.06.1904: Der deutsche Chirurg Ferdinand Sauerbruch (1875-1951) führt auf dem 33. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie in Berlin das von ihm entwickelte Druckdifferenzverfahren vor und liefert damit die Grundlagen für die Chirurgie im Brustraum.
    Link: Ferdinand Sauerbruch in der Wikipedia
  • 28.09.1905: In der renommierten Fachzeitschrift »Annalen der Physik« wird der Artikel eines Mitarbeiters des Eidgenössischen Patentamtes in Bern veröffentlicht: »Zur Elektrodynamik bewegter Körper« über eine »Spezielle Relativitätstheorie«, die für unbeschleunigte Objekte gilt. Darin wird angenommen, dass die Lichtgeschwindigkeit im Vakuum unabhängig von der Bewegung der Lichtquelle relativ zu einem Beobachter immer gleich ist. Daraus wird gefolgert, dass sich Körper mit wachsender Geschwindigkeit in Geschwindigkeitsrichtung zusammmenziehen müssen, dass sich der Ablauf der Zeit mit zunehmender Geschwindigkeit verlangsamen muss und dass es keine größere als die Vakuumlichtgeschwindigkeit geben kann. 1915-17 entwickelt bzw. veröffentlicht Albert Einstein seine »Allgemeine Relativitätstheorie«
    Link: Albert Einstein in der Wikipedia
  • 17.10.1906: Der deutsche Elektrophysiker Arthur Korn (1870-1945) übermittelt (»faxt«) telegrafisch ein Porträt des deutschen Kronprinzen Wilhelm über eine Strecke von 1.800 Kilometern. Als Abtaster führt Korn den Lichtstrahl ein. So genannte Selenzellen, deren elektrischer Widerstand sich mit der Stärke des einfallenden Lichts ändert, steuern die Umwandlung der Lichtschwankungen in Stromstöße, die wiederum beim Empfänger einen Lichtstrahl steuern, der das übertragene Bild aufzeichnet. Damit legt Korn die Basis für die spätere Telekopie. Bereits 1904 hatte er ein Foto telegrafisch übertragen. 1923 gelingt Korn die erste drahtlose Bildübertragung (eines Porträts von Papst Pius XI.) über den Atlantik. Da er jüdischer Abstimmung war, emigrierte Korn 1939 in die USA.
  • 24.12.1906: Dem kanadischen Physiker Reginald Aubrey Fessenden (1866-1932) gelingt es, einen gesprochenen Text drahtlos zu übertragen. Die von ihm dafür benutzte Funkstation - ein von dem Dänen Valdemar Poulsen (1869-1942) 1903 erfundener Lichtbogensender - in Massachusetts (USA) strahlt damit die weltweit erste Radiosendung aus. Als »Vater des Radios« (»Father of Radio«) gilt der amerikanische Physiker Lee De Forest (1873-1961) mit seiner Erfindung der elektrischen Verstärkerröhre (»Audion«), die er zur Radioröhre umbaut.
  • 21.10.1907: In einer Kiesgrube bei dem Dorf Mauer an der Elsenz südöstlich von Heidelberg stoßen Arbeiter in etwa 24 Metern Tiefe auf einen robusten Unterkiefer. Der Paläontologe Otto Schoetensack (1850-1912) stellt den menschlichen Ursprung des Fundes fest und beschreibt ihn in seiner Monographie »Der Unterkiefer des Homo heidelbergensis aus den Sanden von Mauer bei Heidelberg« (1908). Untersuchungen aus dem Jahre 1992 datieren die Fundschicht auf ein Alter von 600.000 bis 750.000 Jahre und damit in das frühe Mittelpleistozän.
    Link: www.homoheidelbergensis.de

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  • 03.03.1910: Professor Konrad Alt, Leiter der Landesheil- und Pflegeanstalt in Uchtspringe (Sachsen) berichtet in der Medizinischen Gesellschaft zu Magdeburg erstmals über den Erfolg eines neuen Heilmittels gegen die Syphilis, das Präparat »606« (»Salvarsan«), das ihm der Frankfurter Serologe Paul Ehrlich (1854-1915) zur klinischen Erprobung übergeben hat. Paul Ehrlich gilt mit seinen Forschungen als Vater der modernen Chemotherapie.
    Link: Paul Ehrlich in der Wikipedia
  • 1915: Gründung des »National Advisory Commitee for Aeronautics« (NACA), der Vorgängerorganisation der NASA.
  • 02.11.1920: Der erste Radiosender KDKA nimmt als erste regelmäßig arbeitende Rundfunkstation der Welt seinen Betrieb auf. KDKA überträgt Berichte von den Präsidentenwahlen und damit auch die erste Wahlsendung der Welt.
    1922 gehen der russische Radiosender »Komintern« und der französische Radiosender »Radiola« auf Sendung. Am 14. November wird in London die British Broadcasting Company (»BBC«) gegründet.
  • 07.05.1925: Der deutsche Reichskanzler Hans Luther (1879-1962) weiht das »Deutsche Museum von Meisterwerken der Naturwissenschaft und Technik« in München während einer feierlichen Eröffnungsfeier ein. Schöpfer ist der Elektro-Industrielle Oskar von Miller (1855-1934), der an diesem Tag seinen 70. Geburtstag feiert. Die Gründung des Museums erfolgte am 28. Juni 1903 im Verlauf der Jahreshauptversammlung des Vereins deutscher Ingenieure (VDI), auf Initiative von Oskar von Miller, unter dem Vorsitz Seiner Königlichen Hoheit Prinz Ludwig von Bayern im Festsaal der Bayerischen Akademie der Wissenschaften in München. Der Grundstein für das Museum wurde am 13. November 1906 auf der Isarinsel gelegt. Ziel ist die Vermittlung wissenschaftlicher Kenntnisse.
    Link: Geschichte des Deutschen Museums (1903-2002)

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  • 13.03.1930: Der Astronom und Forscher des Lowell-Observatoriums in Flagstaff (Arizona), Clyde William Tombaugh (1906-1997), gibt die Entdeckung eines neunten Planeten im Sonnensystem bekannt. Den später Pluto genannten Planeten hatte er am 18. Februar 1930 entdeckt, die Bekanntgabe erfolgt am 75. Geburtstag des Marsforschers Percival Lowell (1855-1916), der 1894 das Lowell-Observatorium gegründet (und finanziert) hatte. Am 24. August 2006 wird dem Pluto von der Generalversammlung der »Internationalen Astronomischen Union« (»IAU«) der Planetenstatus aberkannt. Er wird in die neudefinierte Klasse der Zwergplaneten eingeordnet.
    Link: Der Planet Pluto in der Wikipedia
  • 04.12.1930: Der Physiker Wolfgang Pauli (1900-1958) beschreibt in einem Brief an die Eidgenössische Technische Hochschule Zürich die Existenz des »Neutrons« (Elementarteilchen, später als »Neutrino« bezeichnet), das erst 1956 tatsächlich entdeckt wird.
    Link: Wolfgang Pauli in der Wikipedia
  • 09.03.1931: Der deutsche Elektrotechniker Max Knoll (1897-1969) und sein Student Ernst Ruska (1906-1988) testen in Leipzig erfolgreich das von ihnen entwickelte Elektronenmikroskop. Die zur Konstruktion nötigen fundamentalen Arbeiten zur geometrischen Elektronenoptik, von Ruska und Knoll 1931 verfasst, erscheinen 1932 in den »Annalen der Physik«. Das dort skizzierte erste Durchstrahlungs-Elektronenmikroskop hat zwei magnetische Sammellinsen zur Fokussierung des Elektronenstrahls. Die Vergrößerung ist zunächst nur 17,4fach, aber bereits 1934 gelingt die Konstruktion von Elektronenmikroskopen mit 10.000facher Vergrößerung. 1986 erhält Ernst Ruska dafür (zusammen mit Gerd Binnig und Heinrich Rohrer) den Physik-Nobelpreis.
    Link: Ernst Ruska in der Wikipedia
  • 18.08.1932: Der schweizerische Physiker Auguste Piccard (1884-1962) erreicht mit seinem Ballon »FNRS« eine Höhe von 16.940 m und dringt damit in die Stratosphäre vor. Piccard und der Physiker M. Cosyns sitzen dabei in einer kugelförmigen Druckkabine. Bereits am 27. Mai 1931 hatte Piccard mit dem Ballon eine Höhe von 15.781 m erreicht. Die Forscher führen Strahlungsmessungen durch und beweisen die Ungefährlichkeit des Aufenthaltes in größeren Höhen für Menschen in Druckkabinen - eine wichtige Erkenntnis für den Luftverkehr. Piccard konstruiert auch das erste Tiefseetauchgerät (Bathyscaph), mit dem er am 30. September 1953 bis in 3.150 m Tiefe vorstößt.
  • 07.07.1933: Die Britischen Ärzte Wilson Smith (1897-1965), Christopher Howard Andrewes (1896-1987) und Patrick Playfair Laidlaw (1881-1940) vom National Institute for Medical Research identifizieren das Influenza- oder Grippe-Virus.
    Link: »Influenza« in der Wikipedia
  • 01.11.1934: Der Berliner Hans Haupt erhält ein Patent auf seinen verkürzbaren Taschenschirm »Knirps«.
  • 22.12.1938: Den deutschen Chemikern Otto Hahn (1879-1968) und Friedrich Straßmann (1902-1980) gelingt am Kaiser-Wilhelm-Institut in Berlin die erste Kernspaltung mit einem Uran-Atomkern. Sie vermuten zunächst, dass durch ihr Experiment neue Elemente (so genannte Transurane) entstanden seien. Erst die im Exil lebende Lise Meitner (1878-1968, Hahns frühere Mitarbeiterin) und ihr Neffe Otto Robert Frisch (1904-1979) liefern am 28. Januar 1939 die theoretische Erklärung für den Versuch. Otto Hahn erhält 1944 den Nobelpreis für Chemie. Seine Entdeckung bildet die Grundlage für die Nutzung der Atomenergie.
    Link: Otto Hahn in der Wikipedia
  • 28.01.1939: Die im Exil lebende Physikerin Lise Meitner (1878-1968) und ihr Neffe Otto Robert Frisch (1904-1979) deuten als erste die von Otto Hahn (1879-1968) in Berlin unternommenen Versuche mit Urankernen als gelungene Atomspaltung.
    Link: Lise Meitner in der Wikipedia

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  • 12.05.1941: Der deutsche Ingenieur Konrad Zuse (1910-1995) stellt seinen digitalen Rechenautomaten »Zuse Z 3« vor. Es ist der erste praktisch verwendbare, programmgesteuerte Rechenautomat der Welt. Der Rechner beherrscht die Grundrechenarten (Addition, Division, Multiplikation und Subtraktion) und die Multiplikation mit fest eingegebenen Faktoren sowie das Lösen von Quadratwurzeln. Die Speicherkapazität beträgt 64 Zahlen zu je 22 Dualstellen.
    Link: Konrad Zuse in der Wikipedia
  • 02.12.1942: Kernphysiker setzen unter der Tribüne des Stadions der Universität Chicago (USA), im »Chicago Pile« genannten Reaktor, die erste kontrollierte nukleare Kettenreaktion in Gang. Das Forscherteam - vorwiegend emigrierte Europäer - unter dem italienischen Physiker Enrico Fermi (1901-1954) arbeitet unter strengster Geheimhaltung. Im Auftrag der US-Regierung soll bei dem »Manhattan-Projekt« die Entwicklung einer Atombombe erforscht werden.
  • 07.01.1943: In New York stirbt der in Kroatien geborene serbisch-amerikanische Erfinder und Elektrotechniker Nikola Tesla (1856-1943), einer der Wegbereiter auf dem Gebiet der Elektrotechnik. Tesla, der zeitweise Mitarbeiter von Thomas Alva Edison (1847-1931) war, leitet ab 1887 eigene physikalische Laboratorien in New York und Denver (Colorado). Er entwickelt 1887 unabhängig von Galileo Ferraris (1847-1897) die Technik der Mehrphasenströme. 1888 wird sein Drehstrommotor patentiert, 1891 konstruiert er den »Tesla-Transformator« zur Erzeugung von hochfrequenten Wechselströmen (Tesla-Ströme) sehr hoher Spannung bzw. hochfrequenter Schwingungen (Tesla-Schwingungen). Mehr als 700 weitere Patente gehen auf Teslas Konto. Nach ihm ist die Einheit der magnetischen Induktion (Flußdichte - T) benannt.
    Link: Nikola Tesla in der Wikipedia
  • 07.08.1944: Der Physiker Howard Hathaway Aiken (1900-1973) nimmt an der Harvard University in Massachusetts den ersten Hochleistungs-Digitalrechner »MARK I« bzw. »ASCC« (Automatic Sequence Controlled Calculator) in Betrieb. Der mit elektromechanischen Relais arbeitende Rechner ist der erste programmgesteuerte Rechenautomat der USA; er wiegt 35 Tonnen, ist 17 Meter lang und 2,50 Meter hoch. An der Entwicklung des Rechners ist auch die Wissenschaftlerin Grace Murray Hopper (1906-1992) maßgeblich beteiligt, die später die Computersprache COBOL entwickelte.
  • 12.07.1946: In Philadelphia (Pennsylvania, USA) stellen Wissenschaftler den ersten mit Elektronenröhren bestückten Computer vor, den »ENIAC« (Electronic Numerical Integrator and Computer). Er rechnet etwa 2000-mal so schnell wie ein Rechner mit elektromechanischen Relais. Die erste elektronische Großrechenanlage, entwickelt von dem Ingenieur John Presper Eckert, dem Mathematiker Hermann Heine Goldstine (1913-2004) und dem Physiker John William Mauchly, wiegt etwa 30 Tonnen, hat eine Stellfläche von 150 Quadratmetern.
    Link: ENIAC in der Wikipedia
  • 21.06.1948: Der ungarisch-amerikanische Ingenieur Peter Carl Goldmark (1906-1977) von der Firma Columbia Records stellt auf einer Händlertagung in Atlantic City (New Jersey) die erste Vinyl-Schallplatte (aus Polyvinylchlorid = PVC) vor. Sie hat einen Durchmesser von 30cm (12 Inch) und läuft mit einer Umdrehung von 331/3 Umdrehungen pro Minute; jede Seite hat eine Spieldauer von bis zu 23 Minuten. Die Aufnahmen sind in Mono, erst 1957 kommen Stereo-Versionen auf den Markt. Die ersten Veröffentlichungen sind das Violinkonzert von Mendelsohn Bartholdy und Tschaikowskys 4. Sinfonie. Die »unzerbrechlichen« Kunststoffschallplatten verdrängen die bisher verwendeten Platten aus Schelllack.
    Links/Quellen: Musik auf Polyvinylchlorid, Information und Kommunikation in Geschichte und Gegenwart
  • 30.06.1948: Die Wissenschaftler John Bardeen (1908-1991), Walter Houser Brattain (1902-1987) und William Bradford Shockley (1910-1989) entwickeln im Labor der Bell Telephone Laboratories in Murray Hilly (New Jersey, USA) den ersten Spitzentransistor. Bereits am 23. Dezember 1947 hatten sie einen Prototyp des ersten Verstärkers in Halbleitertechnik realisiert, den sie »transistor« nannten. 1956 erhalten die 3 Wissenschaftler den Physik-Nobelpreis »für ihre Untersuchungen an Halbleitern und die Entdeckung des Transistoreffekts« (d.h. für die Verstärkung elektrischer Signale). Das erste Transistorradio bringt die Firma Regency 1954 heraus, der erste transistorbestückte Rechenautomat geht am 19. März 1955 in Betrieb.

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  • 01.11.1952: Unter dem Codenamen »Ivy Mike« wird auf dem Eniwetok-Atoll die erste thermonukleare Bombe (»Wasserstoffbombe«) gezündet. Geleitet wird die amerikanische Forschergruppe von dem ungarisch-amerikanischen Physiker Edward Teller (1908-2003), dem »Vater der Wasserstoffbombe«. Das Atoll wird dabei vollkommen vernichtet. Die freigesetzte Energie der Wasserstoffbombe entspricht rund 700 »Hiroschima-Bomben« (siehe 6. August 1945).
  • 25.07.1953: Das (bis dahin) größte Tankschiff der Welt, die 25.010 BRT große »Tina Onassis«, läuft bei der Hamburger Deutschen Werft AG vom Stapel.
  • 30.09.1953: Der schweizerische Physiker Auguste Piccard (1884-1962) und sein Sohn Jacques (*1922) tauchen mit dem Tiefseetauchgerät (Bathyscaph) »Trieste« bei Neapel bis auf den Meeresboden, auf eine Tiefe von 3.150 m. Jacques gelingt am 23. Januar 1960 ein Tauchrekord im Marianengraben.
  • 19.03.1955: Der Rechenautomat »TRADIAC« ist der erste mit Transistoren (statt mit Röhren) bestückte Rechenautomat der Welt. Entwickelt wird der »Computer der zweiten Generation« unter der Leitung von J.H. Felker im Labor der Bell Telephone Laboratories in Murray Hilly (New Jersey, USA). Dies ist ein weiterer Schritt zur Verkleinerung der Automaten.
  • 18.04.1955: Der deutsche Physiker Albert Einstein (1879-1955) stirbt im Alter von 76 Jahren in Princeton, New Jersey (USA). Mit seiner speziellen (1905) und allgemeinen Relativitätstheorie (1915) hat er ein neues physikalisches Weltbild begründet. 1921 erhält er den Physik-Nobelpreis für seine »Verdienste um die theoretische Physik, insbesondere die Entdeckung des photoelektrischen Effekts.«
    Link: Albert Einstein in der Wikipedia
  • 28.02.1958: Werner Karl Heisenberg (1901-1976), Nobelpreisträger von 1932 und einer der bedeutendsten theoretischen Physiker des 20. Jahrhunderts, stellt seine »Weltformel« (einheitliche Feldtheorie der Elementarteilchen) vor, die alle Grundsätze der Natur erfassen und der Enheit der Physik eine neue Qualität geben soll. Siehe auch: 10. Dezember.
    Link: Werner Karl Heisenberg in der Wikipedia
  • 18.12.1959: Gründung der Stiftung »Deutsches Elektronen-Synchrotron DESY« in Hamburg durch den Staatsvertrag, der von Atomminister Siegfried Balke und dem Hamburger Bürgermeister Max Brauer unterzeichnet wird. 1960 beginnt der Bau ersten Beschleunigers. Das Elektronen-Synchrotron »DESY« ist die (damals) weltweit größte Anlage ihrer Art. Am 1. Januar 1964 beginnt die Elementarteilchenforschung in Hamburg: zum ersten Mal werden Elektronen in dem neuen Synchrotron beschleunigt.
    Link: »DESY« in Hamburg

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  • 23.01.1960: Der schweizerische Tiefseeforscher Jacques Piccard (1922-2008) und der amerikanische Marineleutnant Don Walsh tauchen auf den Grund der »Challengertiefe« im Marianengraben (10.970 m). Im gleichen Jahr erreichen sie in der Nähe die tiefste Stelle der Erde - 11.521 Meter. Die Tauchkugel »Trieste«, hatte Piccards Vater Auguste Piccard (1884-1962) konstruiert.
  • 18.08.1960: Die US-amerikanische Firma Searle & Co bringt die erste Antibabypille unter dem Namen »Enovid®« auf den Markt. Das Mittel zur Empfängnisverhütung enthält Ersatzstoffe der Hormone, die den Eisprung und somit die Schwangerschaft verhindern. Entwickelt wurde es von dem 1938 in die USA emigrierten Chemiker Carl Djerassi (*1923, »Vater der Antibabypille«) und dem amerikanischen Biologen Gregory Goodwin Pincus (1903-1967). Ihr erstes Hormon-Präparat wird in den USA zunächst nur bei Menstruationsbeschwerden eingesetzt. 1960 wird es in den USA auch als Verhütungsmittel (Kontrazeptivum) zugelassen. 1961 bringt die Firma Schering AG die Pille (als Präparat »Anovlar®«) auch in Deutschland auf den Markt. Es wird zunächst nur verheirateten Frauen verschrieben. In den westlichen Industrieländern kommt es durch »die Pille« zum Geburtenrückgang, dem »Pillenknick«.
    Link: www.medicine-worldwide.com - Die Pille
  • 22.04.1966: In Houston (Texas, USA) wird von dem amerikanischen Gefäßchirurgen Michael E. deBakey (*1908) zum ersten Mal die Einpflanzung eines künstlichen Herzens (linke Kammer) vorgenommen. Der Patient überlebt die Operation, stirbt aber 4 Tage später.
  • 18.02.1967: In Princeton (New Jersey) stirbt der amerikanische Physiker und »Vater der Atombombe« Julius Robert Oppenheimer (1904-1967). Er leitete das »Manhattan-Projekt« (1943-1945) in Los Alamos im US-Bundesstaat New Mexico zur Entwicklung der Atombombe.
    Link: Robert Oppenheimer in der Wikipedia

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  • 11.11.1974: Am Beschleuniger »SLAC« (Stanford Linear Accelerator Center) in Palo Alto (bei San Francisco) wird das Elementarteilchen »J/psi« entdeckt. Damit gelingt der Nachweis einer vierten Quark-Spezies, des so genannten Charm-Quarks c, auch Charmonium genannt - ein Meilenstein in der Teilchenphysik!
    Im November 1974 wird am Hamburger Speicherring »DORIS«, der zum Forschungszentrum »DESY« (Deutsches Elektronen-Synchrotron) gehört, ebenfalls das Elementarteilchen J/psi entdeckt. Die Physiker Burton Richter (*1931) und Samuel Chao Chung Ting (*1936) erhalten 1976 den Physik-Nobelpreis für die »Pionierarbeit bei der Entdeckung eines schweren Elementarteilchens einer neuen Art (J/psi).«
    Links: »DESY« in Hamburg und SLAC (englisch)

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  • 05.02.1980: Der deutsche Physiker Klaus von Klitzing (*1943) entdeckt neben dem Planckschen Wirkungsquantum und der Elektronenladung e eine neue Naturkonstante als Grundmaß für den elektrischen Widerstand (Klitzing-Effekt / Quanten-Hall-Effekt). Dafür erhält er 1985 den Physik-Nobelpreis.
    Link: Klaus von Klitzing in der Wikipedia
  • 12.08.1981: Sechs Jahre nach dem »Altair 8080« und fünf Jahre nach dem »Apple I« bringt die »International Business Machines Corporation« (»IBM«, Spitzname »Big Blue«) den Personal-Computer »IBM 5150« auf den Markt. Die CPU des IBM-PC 8088 ist mit einem 8-Bit-Prozessor von Intel ausgestattet, als Betriebssystem kommt MS-DOS (Microsoft-Disk Operating System) zum Einsatz.
    Link: Der IBM-PC in der Wikipedia
  • 01.08.1991: Der finnische Student Linus Benedict Torvalds (*1969) beschließt, ein auf Minix basierendes Betriebssystem für AT-368-Computer zu schreiben. In der Newsgroup »comp.os.minux« schreibt er am 1. August 1991: »...As I mentioned a month ago, I'm working on a free version of a Minix-look-alike for AT-386 computers. It has finally reached the stage where it's even usable (though may not be, depending on what you want), and I am willing to put out the sources for wider distribution. It is just version 0.02...but I've successfully run bash, gcc, gnu-makee, gnu-sed, compress, etc. under it.« (Quelle: linux.com)
    Am 17. September 1991 veröffentlicht Torwalds die erste Version von Linux (Ver. 0.01) auf einem öffentlichen FTP-Server.
    Link: Linux in der Wikipedia
  • 04.07.1999: In einer Steinkammer auf dem Mittelberg nahe der Stadt Nebra (Unstrut) in Sachsen-Anhalt wird die »Himmelsscheibe von Nebra« entdeckt. Die Metallplatte aus der Bronzezeit mit Goldapplikationen gilt als weltweit älteste konkrete Himmelsdarstellung.
    Links: Die Himmelsscheibe von Nebra, www.himmelsscheibe-erleben.de
  • 25.11.2001: Die US-Biotechnologie-Firma ACT (Advanced Cell Technology) gibt das erfolgreiche Klonen menschlicher Embryonen bekannt, was weltweite Diskussionen auslöst. Gegen den Vorwurf, sie lege den Grundstein für eine »Menschenzüchtung« (»reproduktives Klonen«) verteidigt sich die Firma mit Hilfe eines Ethik-Beirates. Das Klonen soll der Gewinnung menschlicher Stammzellen zum Heilen dienen (»therapeutisches Klonen«). Stammzellen übernehmen im Entwicklungsprozess des Lebens unterschiedliche Aufgaben.
    Link: Stichwort »Klonen« in der Wikipedia
  • 20.05.2007: Der amerikanische Chemiker und Erfinder der künstlichen Ursuppe, Stanley Lloyd Miller (1930-2007), stirbt in National City, Kalifornien. 1952 führte er zusammen mit Harold Clayton Urey (1893-1981, Chemie-Nobelpreis 1934) das so genannte »Miller-Experiment« (auch »Miller-Urey-Experiment«) durch: Wasser, Wasserstoff, Methan, Methan und Ammoniak wurden etwa eine Woche lang elektrischen Ladungen ausgesetzt. So wurden die Urbedingungen auf der Erde simuliert (Veröffentlichung am 15. Mai 1953 im Journal »Science«). Damit gelang ihm der Nachweis der Entstehungsmöglichkeit von organischen Substanzen in der Frühzeit der Erde (Urzeugung).

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Zuletzt geändert am 18.03.2016

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