Kalenderblatt - Thema: Die 68er

Make love - not war
»Make love - not war«, Wahlspruch der Flower-Power-Bewegung der 1960er Jahre, Comic-Illustration von Thomas Schöne, veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung.

Chronik:

  • 11.06.1965: In der Londoner Royal Albert Hall findet das »International Festival of Poetry« statt - ein Meilenstein für die Literatur der Beat- und Hippiegeneration. Zu hören sind u.a. Allan Ginsberg (1926-1997), Lawrence Ferlinghetti (*1919), Adrian Mitchell (*1932) und Ernst Jandl (1925-2000).
    Link: Summer Of Love - Interaktive Chronik
  • 01.12.1966: Der ehemalige baden-württembergische Ministerpräsident Kurt Georg Kiesinger (1904-1988, CDU) wird Bundeskanzler einer großen Koalition aus CDU, CSU und SPD in der Bundesrepublik Deutschland. Vizekanzler und Außenminister wird Willy Brandt (1913-1992, SPD), Franz Josef Strauß (1915-1988, CSU) wird Finanzminister, Herbert Wehner (1906-1990, SPD) wird Bundesminister für gesamtdeutsche Fragen. Es kommt zur Gründung der Außerparlamentarischen Oposition (APO) durch Studenten.
    Link: Kurt Georg Kiesinger in der Wikipedia
  • 22.06.1966: 3.000 Berliner Studenten demonstrieren mit einem Sitzstreik für Mitbestimmung und eine Studienreform sowie gegen das Verbot, Universitätsräume für politische Veranstaltungen zu nutzen. Gefordert wird die Demokratisierung der westdeutschen Hochschulen.
  • 06.10.1966: In den USA werden die bisher frei erhältlichen Drogen LSD, Meskalin und Psilocybin verboten. LSD war die Modedroge der Hippie-Ära.
    Link: LSD in der Wikipedia
  • 28.11.1966: 1.200 Personen beteiligen sich an einer Demonstration gegen die Teilnahme der SPD an der Großem Koalition.
  • 10.12.1966: Die Polizei geht gewaltsam gegen die Teilnehmer - etwa 1.000 Studenten - einer nicht genehmigten Vietnam-Demonstration vor. 74 Teilnehmer werden festgenommen.
  • 17.12.1966: 200 Anhänger des Sozialistischen Studentenbundes veranstalten aus Protest für das gewalttätige Vorgehen der Polizei während der Vietnam-Demonstration am 10. Dezember 1966 eine »Spaziergang-Demonstration« gegen die Polizei. 85 Personen werden festgenommen.
  • 23.12.1966: Der UFO Club in London wird eröffnet, in dem u.a. Pink Floyd, Soft Machine und Procol Harum als Hausbands ihre Karriere beginnen. Der Club wird zu einem Zentrum für die psychedelische Musikszene in Europa. Bereits im Oktober 1967 schließt der Club wieder.
    Link: Der Ufo Club in der englischen Wikipedia

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Hubert H. Humphrey, Lyndon B. Johnson, General Creighton Abrams
US-Vizepräsident Hubert H. Humphrey, US-Präsident Lyndon B. Johnson und General Creighton Abrams, 27. März 1968, Quelle: [13]
  • 12.01.1967: Fritz Teufel, Ulrich Enzensberger, Dieter Kunzelmann, Detlef Michel und andere gründen die »Kommune I« (»Lebensgemeinschaft junger Maoisten«), die erste politisch motivierte Wohngemeinschaft in der Bundesrepublik Deutschland. Die Gemeinschaft strebt eine Revolutionierung des Alltags und die Aufhebung bürgerlicher Abhängigkeitsverhältnisse an. Bekanntes Mitglied ist ab 1968 das Fotomodell Uschi Obermaier (*1946), deren Verhältnis mit Rainer Langhans (*1940) für Aufsehen sorgte (»sexuelle Revolution.«).
    Link: Kommune I in der Wikipedia
  • 14.01.1967: Mit der Veranstaltung »Human Be-In« im Golden Gate Park von San Francisco beginnt der so genannte »Summer Of Love«, ein Höhepunkt der Hippiebewegung. Zu den Teilnehmern gehören der Psychologie-Professor und LSD-Aktivist Timothy Leary (1920-1996), der Dichter Allen Ginsberg (1926-1997) sowie die Musikgruppen »The Grateful Dead« und »Jefferson Airplane«.
    »Turn On, Tune In, Drop Out!"« (Timothy Leary)
  • 05.04.1967: Elf Kommunarden werden von der Polizei festgenommen, weil sie nach Darstellung der Polizei Anschläge gegen das Leben oder die Gesundheit des US-Vizepräsidenten Humphrey geplant hatten - der US-Politiker sollte mit Pudding beworfen werden. Die Bild-Zeitung titelt am nächsten Tag »Geplant - Berlin: Bomben-Anschlag auf den US-Vizepräsidenten - Elf Verschwörer gefaßt«
    Link: Das »Pudding-Attentat« in der Wikipedia
  • 06.04.1967: 2.000 Studenten beteiligen sich an einer Demonstration gegen den US-Vizepräsidenten Hubert H. Humphrey (1911-1978) und die amerikanische Vietnampolitik.
    Link: Hubert H. Humphrey in der Wikipedia

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Schah Reza Pahlavi, US-Präsident Nixon und seine Frau
Schah Reza Pahlavi, US-Präsident Nixon und seine Frau in formeller Kleidung anlässlich eines Empfangs im Weißen Haus, 21. Oktober 1969, Quelle: [13]
  • 27.05.1967: Anlässlich des neuntägigen Staatsbesuches des persischen Schah Reza Pahlavi (Mohammad Reza Schah Pahlavi, 1919-1980) werden umfangeiche Sicherheitsvorkehrungen getroffen: 30.000 Polizisten sind als Leibwache im Einsatz, ganze Stadtteile und Autobahnen werden gesperrt, der Luftraum bis in 2500m Höhe freigehalten. In der Bundesrepublik leben (1967) etwa 10.000 iranische Studenten und Praktikanten, die zum Teil wegen politischer Verfolgung aus der Heimat geflüchtet sind. Der Plan des Landes Nordrhein-Westfalen, oppositionelle Iraner nach Norderney zu evakuieren, wird nicht umgesetzt. Dafür müssen sie sich zweimal am Tag bei der Polizei melden.
    Link: »Der Polizeistaatsbesuch« in der Wikipedia
  • 01.06.1967: In Großbritannien erscheint das Album »Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band« der Beatles, ein Meilenstein der Pop-Geschichte. Es gilt auch als das einflussreichste Werk der psychedelischen Pop-Musik, der Song »Lucy in the Sky with Diamonds« wurde als LSD-Hymne verstanden (Quelle).
    Links: Infos bei popschmecker.de und »Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band« in der Wikipedia
  • 02.06.1967: Der Student Benno Ohnesorg wird bei der Niederschlagung der Demonstrationen gegen den Besuch des persischen Schah Reza Pahlavi (Mohammad Reza Schah Pahlavi, 1919-1980) von einem Polizisten erschossen. Folge sind die Ausweitung der Proteste gegen einen autoritären Staat. Der Studentenführer Rudi Dutschke (siehe: 11. April 1968) ruft zur »Weltrevolution« auf. Andreas Baader (24) u.a. legen am 2. April 1968 Brandsätze - der Beginn der gewaltätigen Entwicklung der »Außerparlamentarischen Opposition« (APO).
    ...Um 19.57 Uhr ist der letzte Gast in der Oper verschwunden, die Demonstranten schicken sich zum Gehen an. Jetzt gibt der Polizeipräsident ohne die zwingend vorgeschriebene Warnung über Lautsprecher den Befehl: »Knüppel frei! Räumen!«. Die Polizisten fangen an, wahllos auf Zuschauer und Demonstranten - die sich bis dahin weitgehend friedlich verhalten haben - einzuprügeln. Nach zehn Minuten gibt es die ersten Verletzten.
    Die Menge flüchtet zum größten Teil; in der Enge hinter den Absperrungen bricht stellenweise Panik aus; Gruppen von Polizisten greifen sich einzelne Demonstranten und Zuschauer und schlagen sie zusammen. Einzelne Polizisten versuchen, ihre Kollegen zu mäßigen, aber nach den falschen Lautsprecherdurchsagen, ein Polizist sei erstochen worden, gibt es kein Halten mehr.
    Benno Ohnesorg hat mit anderen in einem Hinterhof Zuflucht gesucht. Als die Schüsse fallen, hängt er wehrlos und passiv zwischen mehreren Polizisten, die auf ihn einschlagen. Er wird ins Städtische Krankenhaus Moabit gebracht, wo er kurz darauf stirbt.
    Quelle: »Chronik der Deutschen«, Chronik-Verlag, 1983, Seite 1033

    Links: Benno Ohnesorg in der Wikipedia, Geschichtsfälschung über die 68er mit Hilfe penetranter Meinungsmache
  • 02.06.1967 Der Student und Kommunarde Fritz Teufel (1943-2010) wird wegen seiner Protestaktion (angebliches Steinewerfen) gegen den Schah-Besuch verhaftet. Bis zum Verhandlungsbeginn im November sitzt er in Untersuchungshaft. Auf die Aufforderung, sich zu Ehren des Gerichts zu erheben, antwortet er "Na ja, wenn's der Wahrheitsfindung dient". Am 22. Dezember 1967 wird Fritz Teufel freigesprochen.
    Links: Fritz Teufel in der Wikipedia, Nachruf Fritz Teufel - Der Humorist der 68er ist tot
  • 09.10.1967 Der kubanische Revolutionär Ernesto »Che« Guevara (Ernesto Rafael Guevara de la Serna, 1928-1967), der einen Tag zuvor bei einem Gefecht zwischen bolivianischen Regierungstruppen und Rebellen gefangen genommen wurde, wird erschossen. Neben Fidel Castro war Che Guevara er einer der Anführer der Revolution in Kuba und bekleidete nach Castros Machtübernahme dort den Posten eines (erfolglosen) Industrieministers. In Afrika engagierte er sich im Bürgerkrieg des Kongo und versuchte 1966 in Bolivien die Massen zum revolutionären Aufstand zu bewegen. Durch seinen Tod wird Che Guevara zur Symbol- und Kultfigur für studentische Protestbewegungen und zur wichtigsten Leitfigur der europäischen Linken. (»Che« = argent. für Kumpel).
    Links: Biographie Ernesto (Ché) Guevara Serna und Ernesto Che Guevara in der Wikipedia
  • 17.10.1967: In New York wird das Musical »Hair« uraufgeführt (Broadway-Premiere am 29. April 1968).
    Link: Das Musical »Hair« in der Wikipedia
  • 09.11.1967: In Bonn kommt es zu ersten öffentlichen Anhörungen über die Notstandsverfassung in der BRD. Der Protest des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes (SDS) gegen den Staat wird stärker. Die Hamburger Studenten Detlev Albers (1943-2008) und Gert Hinnerk Behlmer enthüllen ein Banner mit der Aufschrift: »Unter den Talaren - Muff von 1000 Jahren«.
    Link: »Unter den Talaren - Muff von 1000 Jahren« in der Wikipedia

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US-Politiker und Bürgerrechtler 1963
Treffen von US-Politikern (Robert F. Kennedy, Lyndon Baines Johnson u.a.) mit Bürgerrechtlern (Martin Luther King u.a.), 22. Juni 1963.
Martin Luther King (1929-1968) wird am 4. April 1968 in Memphis erschossen, Senator Robert F. Kennedy fällt am 5. Juni 1968 einem Attentat zum Opfer. Quelle: [13]
  • 05.01.1968: Der Reformpolitiker Alexander Dubcek (1921-1992), bislang Führer der slowakischen »Kommunistischen Partei« (»KP«), wird als Nachfolger von Staats- und Parteichef Antonín Novotny (1904-1975) Erster Sekretär des Zentralkomitees der KPÇSSR (Kommunistische Partei der Tschechoslowakei).
    Link: Alexander Dubcek in der Wikipedia
  • 31.01.1968: 500 Studenten besetzen den Sitzungssaal während einer Pressekonferenz an der Freien Universität Berlin. Sie fordern eine Studienreform und Mitbestimmung.
  • 18.02.1968: 12.000 Studenten demonstrieren in Berlin gegen den amerikanischen Militäreinsatz in Vietnam. Der Studentenführer Rudi Dutschke (1940-1979) ruft zur »Weltrevolution« auf, die »eine freie Gesellschaft freier Individuen« schaffen sollte.
  • 27.03.1968: An Wissenschaftlichen Hochschulen werden Zulassungsbeschränkungen (»Numerus Clausus«) für Studienbewerber eingeführt, da die Hochschulen den Andrang von Studierwilligen nicht mehr bewältligen können. Der Numerus Clausus hat zum Teil lange Wartezeiten bis zur Aufnahme des gewünschten Studienganges zur Folge.
    Link: Der »Numerus Clausus« in der Wikipedia
  • 02.04.1968: Andreas Baader (1943-1977), Horst Söhnlein (*1943), Gudrun Ensslin (1940-1977) und Thorwald Proll (*1941) legen in der Nacht vom 2. auf den 3. April 1968 Brandsätze (selbstgebastelte Zeitbomben) in zwei Frankfurter Kaufhäusern. Dies markiert den Beginn der gewaltätigen Entwicklung der »außerparlamentarischen Opposition« (APO). Der »Sozialistische Deutsche Studentenbund« (SDS) distanziert sich von den Brandstiftern, die zu 3 Jahren Zuchthaus verurteilt werden. Am 14. Mai 1970 wird Andreas Baader durch einen Überfall maskierter Personen befreit. Siehe auch: 2. Juni 1967 (Tod von Benno Ohnesorg).
    Link: Die »Kaufhaus-Brandstiftungen am 2. April 1968« in der Wikipedia
  • 04.04.1968: Der schwarze Bürgerrechtler Martin Luther King (1929-1968) wird in Memphis erschossen. King hatte mit seiner Bürgerrechtsbewegung gewaltlos für die Verbesserung der Lage der Farbigen in den USA gekämpft. Kurz nach seinem Tod tritt das von ihm miterkämpfte »Bürgerrechtsgesetz 1968« in Kraft, welches die Diskriminierung der Farbigen in wesentlichen Punkten beendet. Kings Ermordung löst schwere Rassenunruhen aus, denen bis zum 11. April 46 Menschen zum Opfer fallen. Im Mai 1968 wird der flüchtige Attentäter James Earl Ray (1928-1998) in London verhaftet. Am 10. März 1969 gesteht er die Tat und wird zu 99 Jahren Haft verurteilt. Drei Tage später widerruft Ray sein Geständnis, erreicht aber keine Wiederaufnahme seines Verfahrens.
    Link: Martin Luther King in der Wikipedia
  • 05.04.1968: Die KPC (Kommunistische Partei der Tschechoslowakei) verabschiedet ein Aktionsprogramm, das Reformpolitik, Meinungs-, Versammlungs- und Koalitionsfreiheit sowie eine Aufarbeitung der stalinistischen Vergangenheit vorsieht. Ziel ist die Verwirklichung eines »demokratischen Sozialismus«.
    Link: Der »Prager Frühling« in der Wikipedia
  • 10.04.1968: Nach Studentenprotesten einigen sich die Kultusminister auf einen Hochschulreform-Ansatz, die Machtstellung der Professoren soll abgebaut werden.

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Verteilung von Flugschriften, 1968
Nach dem Attentat auf Rudi Dutschke am 11. April 1968 verteilt eine Frau Flugschriften auf dem Berliner Kurfürstendamm.
Quelle: © AdsD der Friedrich-Ebert-Stiftung
  • 11.04.1968: Rudi Dutschke (1940-1979), der Vorsitzende des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes (SDS), wird bei einem Mordanschlag durch den Münchner Arbeiter Josef Bachmann schwer verletzt. Die Folge sind zahlreiche zum Teil gewalttätige Demonstrationen.
    Dutschke schließt sich 1963 der »Subversiven Aktion« an, die 1964 im SDS aufgeht. Von 1965 bis 1968 ist er führender Theoretiker der »außerparlamentarischen Opposition« (APO). Nach der Bildung der »Großen Koalition« (SPD/CDU/CSU) 1966 und der Erschießung des Studenten Benno Ohnesorg am 2. Juni 1967 durch die Polizei organisiert er zahlreiche Demonstrationen. Proteste richten sich u.a. gegen den Vietnam-Krieg und Notstandsgesetze.
    Nach dem Attentat lebt Dutschke in London (1968-1971, Ausweisung wegen »subversiver Tätigkeit«) und Arhus, Dänemark. Ab 1975 arbeitet er für die FU Berlin. Am 24. Dezember 1979 stirbt er an den Spätfolgen des Attentats.
    Link: Rudi Dutschke in der Wikipedia
  • 12.04.1968: Über 10.000 Studenten demonstrieren in mehreren Städten der BRD gegen die einseitigen und aufwiegelnden Berichterstattungen des Axel-Springer-Verlages. Während der Straßenschlachten (»Osterunruhen«) werden etwa 400 Demonstranten und 54 Polizisten verletzt.
  • 15.04.1968: Bekannte Professoren und Schriftsteller erklären sich mit der Außerparlamentarischen Oposition (APO) solidarisch.
  • 03.05.1968: Politisch linksstehende Studenten besetzen die Pariser Sorbonne (Universität). Hintergrund ist die Schließung der Fakultät Nanterre der Pariser Universität. Nachdem die Polizei gegen die Studenten vorgeht und sie aus der Hochschule drängt, kommt es zu einer Straßenschlacht im Studentenviertel Quartier Latin, als deren Folge die Sorbonne noch am selben Tag geschlossen wird. 596 Studenten werden verhaftet. Die Führung der links orientierten Studentenunion UNEF kündigt Massendemonstrationen an, die Lehrergewerkschaft droht mit Streik. In der Woche vom 6. bis 13. Mai entwickeln sich die Studentenunruhen zu einer Massenrevolte. 800.000 Menschen demonstrieren am 13. Mai 1968 in Paris. Am 22. Mai beteiligen sich 9 Millionen Franzosen an den landesweiten Streiks.
    Link: »Mai-Unruhen 1968« in der Wikipedia
  • 11.05.1968: In Bonn und Dortmund finden Großdemonstrationen gegen die geplanten Notstandsgesetze statt. Die Demonstranten befürchten eine Einschränkung der Grundrechte sowie einen Missbrauch der Vollmachten. Die Notstandsgesetze, welche die Handlungsfähigkeit des Staates in Krisensituationen sichern sollen (u.a. Einsatz der Bundeswehr bei inneren Unruhen), werden am 30. Mai 1968 vom Bundestag verabschiedet.
    Link: Notstandsgesetze in der Wikipedia
  • 30.05.1968: Der französische Staatspräsident Charles de Gaulles (1890-1970) gibt in einer Radioansprache den Verzicht auf ein geplantes Referendum bekannt und kündigt die Neuwahl der Nationalversammlung an. Diese findet am 23. und 30. Juni 1968 statt. Die Gaullisten erreichen mit 293 von 487 Mandaten die absolute Mehrheit der Parlamentssitze.
    Link: »Charles de Gaulles und der Mai 1968« in der Wikipedia
  • 30.05.1968: Der Bundestag verabschiedet trotz zahlreicher Proteste die Notstandsgesetze, welche die Handlungsfähigkeit des Staates in Krisensituationen sichern sollen (u.a. Einsatz der Bundeswehr bei inneren Unruhen).
    Link: Notstandsgesetze in der Wikipedia
  • 27.06.1968: In der Tschechoslowakei veröffentlichen 70 Künstler, Wissenschaftler und Sportler (darunter Emil Zatopek) das von dem Schriftsteller Ludvik Vaculik (*1926) verfasste »Manifest der 2.000 Worte«. In dem Appell sprechen sie sich für eine von der Bedrohung durch die Warschauer-Pakt-Staaten unbeeindruckte Fortsetzung der demokratischen Reformen im Land aus. Jede Einmischung in die inneren Angelegenheiten des Landes wird scharf verurteilt.
  • 01.07.1968: Die USA, die Sowjetunion und Großbritannien schließen einen Vertrag über die Nichtweiterverbreitung von Kernwaffen (Treaty on the Non-proliferation of Nuclear Weapons), den Atomwaffensperrvertrag. Die Bundesrepublik Deutschland unterzeichnet den Vertrag am 28. November 1969, Frankreich und China erst 1992.
    Link: Der Atomwaffensperrvertrag in der Wikipedia
  • 20.08.1968: Ende des »Prager Frühlings«: der Versuch eines »Sozialismus mit menschlichem Antlitz« scheitert, als in der Nacht vom 20. auf den 21. August 1968 Panzer aus 5 Staaten des »Warschauer Paktes« die Tschechoslowakei besetzen. Mindestens 50 Menschen werden bei dem Einmarsch getötet, die Reformmaßnahmen werden auf sowjetischen Druck hin rückgängig gemacht (Unterzeichnung des »Moskauer Protokolls« am 26. August). Am 21. August werden der Reformpolitiker Alexander Dubcek (1921-1992), Parlamentspräsident Josef Smrkovsky und Ministerpräsident Oldrich Cernik verhaftet.
    »Bürger und Bürgerinnen, noch steht es in unserer Macht, mit Eurer Hilfe das große Werk der Wiedergeburt, das wir im Januar begonnen haben, zu vollenden. Die Regierung glaubt, dass wir das mit Eurer Hilfe ohne unnötige Opfer und Blutvergießen zustande bringen werden.«
    Aus der Erklärung der tschechoslowakischen Regierung, 21. August 1968, Quelle: Chronik Handbuch, Reden und Dokumente des 20. Jh., S. 385

    Links: Der »Prager Frühling« in der Wikipedia, Die NVA und die Niederschlagung des "Prager Frühlings"
  • 02.10.1968: Die Demonstration von etwa 500.000 Menschen, vorwiegend Studenten, in Mexiko-Stadt (Stadtteil Tlatelolco) wird vom Militär brutal niedergeschlagen. Bei dem »Massaker von Tlatelolco« (»Matanza de Tlatelolco«) werden etwa 500 Jugendliche getötet. Die mexikanische Regierung bezeichnet das Vorgehen als »Wiederherstellung von Ruhe und Ordnung«.
    Link: Das »Massaker von Tlatelolco« in der Wikipedia
  • 07.11.1968: Die 29-jährige Beate Klarsfeld erlangt mit einem falschen Presseausweis Zutritt zum CDU-Parteitag in Berlin. Auf dem Podium ohrfeigt sie den Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger (1904-1988, CDU) und beschimpft ihn mit den Worten »Nazi, Nazi!«. Damit will sie auf die angebliche Nazi-Vergangenheit des Politikers hinweisen, der von 1933 bis 1945 Mitglied der NSDAP war.
    Link: Beate Klarsfeld in der Wikipedia
  • 12.11.1968: Auf dem 5. Parteitag der Polnischen Vereinigten Arbeiterpartei in Moskau wird die so genannte »Breschnew-Doktrin« verkündet: »Die Souveränität der einzelnen Staaten findet ihre Grenze an den Interessen der sozialistischen Gemeinschaft.«. Damit wird nachträglich der Einmarsch der Truppen des Warschauer Paktes in die Tschechoslowakei (21. August 1968) gerechtfertigt. Erst 1988 wird die Doktrin von Michail Gorbatschow für ungültig erklärt.
    Link: Die »Breschnew-Doktrin« in der Wikipedia

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  • 20.03.1969: In Gibraltar findet die Hochzeit zwischen dem Musiker John Lennon (1940-1980) und der Konzeptkünstlerin Yoko Ono (*1933) statt. Die während ihrer Flitterwochen abgehaltenen Pressekonferenzen - mit Pyjamas im Bett ihres Hotelzimmers - werden zu »Bed-Ins« für den Weltfrieden erklärt.
  • 01.06.1969: John Lennon und Yoko Ono nehmen in einem Hotelzimmer des Fairmont Hotels in Montreal das Lied »Give Peace a Chance« auf, das zu einer Hymne der Friedensbewegungen wird.
    Link: »Give Peace a Chance« in der Wikipedia
  • 09.08.1969: Die hochschwangere Schauspielerin Sharon Tate (1943-1969), ihre Freunde Jay Sebring, Abigail Folger und Voyteck Frykowski sowie der Student Steven Parent werden von Sektenmitgliedern der Charles Manson-Family in Tates Haus in Bel Air (Los Angeles, Kalifornien) ermordet. Gemeinsam mit ihrem Ehemann, dem polnischen Filmregisseur Roman Polanski (*1933), hatte Sharon Tate 1966 die erfolgreiche Filmkomödie »Tanz der Vampire« gedreht.
    Link: Sharon Tate in der Wikipedia
  • 15.08.1969: Das »Woodstock-Festival« (15.-18. August 1969) in White Lake bei Bethel (New York) markiert den Höhepunkt der Hippie-Bewegung. 400.000 - 500.000 Fans feiern in einem Rausch aus Liebe, Musik und Drogen. Zu den auftretenden Künstlern gehören Jimi Hendrix (1942-1970), Joan Baez (*1941), Joe Cocker (*1944), The Who, Jefferson Airplane und Grateful Dead. Die Organisation der Veranstaltung verläuft chaotisch, da man ursprünglich nur 60.000 Besucher erwartet hatte.
    Link: Das »Woodstock-Festival« in der Wikipedia
  • 06.12.1969: In Altamont (Kalifornien) findet das »Altamont Free Concert« statt. Nach den Gruppen Santana, Jefferson Airplane, The Flying Burrito Brothers sowie Crosby, Stills, Nash and Young treten dort die Rolling Stones auf. Während die Rolling Stones spielen, wird direkt vor der Bühne der Afroamerikaner Meredith Hunter (1951-1969) von dem Ordner Alan Passaro erstochen, einem Mitglied der Hells Angels. Hunter hatte versucht, mit einem gezogenen Revolver auf die Bühne zu gelangen. Dieses dramatische Ereignis gilt als Ende der Hippie-Ära. Der Film »Gimme Shelter« dokumentiert diesen Vorfall.
    Link: »Gimme Shelter« in der Wikipedia

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  • 10.04.1970: Paul McCartney gibt der britischen Presse die Trennung der Beatles bekannt.
  • 18.09.1970: Der amerikanische Rockmusiker Jimi Hendrix (1942-1970) stirbt unter ungeklärten Umständen, vermutlich aber an der Einnahme von Drogen und Alkohol. Offizielle Todesursache ist »Tod durch Erbrechen«. Er gilt als einer der besten Rockgitarristen aller Zeiten.
    Link: Jimi Hendrix in der Wikipedia
  • 04.10.1970: Die amerikanische Sängerin Janis Joplin (1943-1970) stirbt an einer Überdosis Heroin. Sie gilt als eine der besten Blues-Sängerinnen aller Zeit und war bekannt für ihre »emotionsgeladenen Auftritte und ihren ekstatischen Gesangsstil« (Harenberg Personenlexikon, 2000).
    Link: Janis Joplin in der Wikipedia

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Zuletzt geändert am 18.03.2016

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