Kalenderblatt - Thema: Schweiz

Montreux am Genfer See
Montreux am Genfer See, ca. 1890-1900, Quelle: [16]

Chronik:

  • 01.08.1291: Die Talgemeinden Uri, Schwyz und Unterwalden bilden einen Bund zur Abwehr der habsburgischen Territorialinteressen. Sie verpflichten sich zur Erhaltung des Landesfriedens, setzen Schiedsgerichte für Streitigkeiten ein und lehnen fremde Gerichte ab. Der Bund gilt später als Gründungsakt der »Schweizerischen Eidgenossenschaft«.
    Link: Die »Alte Eidgenossenschaft« in der Wikipedia
  • 15.11.1315: In der »Schlacht am Morgarten« besiegen die Schweizer Waldstätte Schwyz, Uri und Unterwalden das Ritterheer des österreichischen Herzogs Leopold I. und besiegeln endgültig den »Ewigen Bund« vom 1. August 1291. Habsburg muss die Autonomie der Schweizer Eidgenossen anerkennen.
    Link: Die »Schlacht am Morgarten« in der Wikipedia
  • 09.07.1386: In der »Schlacht bei Sempach« (Kanton Luzern) besiegen die mit den rheinischen und schwäbischen Städten verbündeten eidgenössischen Städte das Ritterheer von Herzog Leopold III. von Österreich (1351-1386), der im Kampf fällt. Für die Habsburger bedeutet die Niederlage einen erheblichen Machtverlust in der Schweiz.
    Link: Die »Schlacht bei Sempach« in der Wikipedia
  • 1474: Die »Ewige Richtung«, ein in Konstanz geschlossener Vertrag zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und Herzog Sigismund von Tirol, bringt den endgültigen Verzicht des Hauses Österreich auf seine früheren Territorien in Schweizer Gebiet und beendet den Kampf der Eidgenossen gegen Österreich.
  • 21.03.1487: Der schweizerische Einsiedler und Mystiker Nikolaus von der Flüe (Löwenbrugger, Niklaus von Flüe, Bruder Klaus, 1417-1487) stirbt im Ranft. Von 1436-1446 nimmt er am Züricher Krieg gegen Österreich teil und lebt danach als Bauer auf dem Flüe, wo er eine Familie gründet. Er ist als Ratsherr und Richter tätig. Auf Grund mystischer Erfahrungen lebt er ab 1467 als Einsiedler. 1481 kann durch sein Eingreifen ein Bürgerkrieg der Eidgenossen verhindert werden. Nikolaus wird 1669 selig und 1947 von Papst Pius XII. heilig gesprochen. Sein Gedenktag in der Schweiz ist der 25. September.
    Links: Nikolaus von Flüe im Heiligenlexikon und www.bruderklaus.ch
  • 22.09.1499: Der »Frieden von Basel« beendet den Krieg zwischen dem deutschen König Maximilian I. (1459-1519) und den Schweizer Eidgenossen, die faktisch die Unabhängigkeit vom römisch-deutschen Reich erringen. Auslöser für den Konflikt war die Weigerung der Schweizer, die finanziellen Lasten der 1495 beschlossenen Reichsreform mitzutragen und das Reichskammergericht anzuerkennen. In den ab Februar 1499 stattfindenden militärischen Auseinandersetzungen mit den Heeren des »Schwäbischen Bundes« blieben die Schweizer mehrfach siegreich.
    Link: Der »Frieden von Basel« in der Wikipedia
  • 22.01.1506: Am 21. Januar 1506 marschieren 150 Schweizersoldaten unter dem Kommando des Urner Kaspar von Silenen durch die Porta del Popolo in Rom ein und werden am 22. Januar 1506 von Papst Julius II. (1443-1513) auf der Piazza San Pietro feierlich in den Dienst genommen. Dies bedeutet die Gründung eines regulären, ständigen Korps aus Schweizersoldaten zum Schutz des Päpstlichen Palastes, der »Schweizergarde«.
    Link: Die Päpstliche Schweizergarde
  • 13.09.1515: In der »Schlacht bei Marignano« (13./14. September) besiegt der französische Marschall Gian Giacomo Trivulzio, der im Dienst von König Franz I. von Frankreich steht, die Schweizer Söldner des Herzogs Massimiliano Sforza von Mailand. Mailand wird französisch, Papst Leo X. und seine Verbündeten erkennen die Vorherrschaft Frankreichs in Oberitalien an. Die Schweizer Eidgenossenschaft erklärt ihre ewige Neutralität.
    Link: Schweizer Sagen und Heldengeschichten - Die Schlacht bei Marignano
  • 11.10.1531: Der schweizerische evangelische Theologe und Reformator der deutschsprachigen Schweiz, Huldrych (Ulrich) Zwingli (1484-1531) fällt in der Schlacht bei Kappel (im so genannten 2. Kappeler Krieg). Durch Bekanntschaft mit Erasmus von Rotterdam (1515), persönliche Erlebnisse wie seine Erkrankung in der Pestzeit (1519/20) und die Schriften von Martin Luther entwickelte Zwingli ein eigenes reformatorisches Verständnis und schuf ein kirchliches Reformprogramm (Abschaffung von Heiligenbildern, Klöstern, Prozessionen, Letzter Ölung usw.), das sich seit 1523 in Zürich durchsetzte, und von dort als eigener Zweig der Reformation in der deutschsprachigen Schweiz ausbreitete.
    Link: Ulrich Zwingli in der Wikipedia
  • 24.09.1541: Der Arzt, Naturforscher und Philosoph Paracelsus (Theophrast von Hohenheim, eigentlich Philippus Aureolus Theophrastus Bombast von Hohenheim, 1493-1541) stirbt in Salzburg. Er ist einer der ersten Wissenschaftler, der seine Erkenntnisse aus eigenen Forschungen und Beobachtungen erlangte und der Wegbereiter der Chemie in der Medizin.
    Link: Paracelsus in der Wikipedia
  • 24.10.1648: Durch zähe Verhandlungen des Baseler Bürgermeisters Johann Rudolf Wettstein (1594-1666) beim »Westfälischen Frieden« in Münster und Osnabrück erreicht die Schweiz die völkerrechtliche Anerkennung ihrer faktisch seit 1499 bestehenden Unabhängigkeit vom Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation.
    Link: Johann Rudolf Wettstein in der Wikipedia
  • 19.06.1650: In Langenschwalbach (heute Bad Schwalbach) stirbt der schweizerische Kupferstecher Matthäus Merian d.Ä. (1593-1650). Seine Stadtbilder, die ab 1642 in der »Topographia« veröffentlicht werden, sind von überragender kulturgeschichtlicher Bedeutung. Von ihm stammen auch Stadtpläne von Basel, Köln, Frankfurt am Main und anderen Städten sowie Illustrationen zu dem zeitgeschichtlichen Werk »Theatrum Europaeum« (ab 1635). Seine Arbeiten werden von seinen Söhnen Matthäus d.J. (1621-1687) und Kaspar fortgesetzt. Seine Tochter Maria Sybilla Merian (1647-1717) ist eine bedeutende Malerin, Kupferstecherin und Biologin.

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St. Bernhardshunde in den Schweizer Alpen
St. Bernhardshunde in den Schweizer Alpen, ca. 1890-1900, Quelle: [16]
  • 09.02.1798: Nach dem Einmarsch französischer Revolutionstruppen wird die Schweiz als französische »Schwesternrepublik« zur »Helvetischen Republik« erklärt. Sie erhält eine (relativ) demokratische Verfassung nach französischem Vorbild - es ist die erste Verfassung der Schweiz. Am 19. Februar 1803 wird diese Verfassung auf Veranlassung Napoléon Bonapartes (1769-1821) durch die Mediationsakte ersetzt.
    Link: Die »Helvetische Republik« in der Wikipedia
  • 09.06.1815: Als Ergebniss des Wiener Kongresses wird die immerwährende Neutralität und die Unverletzlichkeit der Schweiz und ihrer Grenzen anerkannt. Genf, Wallis und Neuenburg kehren nach ihrer Zugehörigkeit zu Frankreich in den Bund zurück. Der größte Teil des Bistums Basel wird Bern als Entschädigung für den Verlust von Waadt und des Aargaus eingegliedert, was zum Juraproblem führt. Das Veltlin (1512-1797 bei Graubünden) und Mülhausen (1466-1798 schweizerisch) bleiben abgetrennt.
    Link: Der Wiener Kongress in der Wikipedia
  • 07.08.1815: Die neue Verfassung der Schweiz, der »Bundesvertrag«, betont vermehrt die kantonale Eigenständigkeit und Restauration.
  • 17.02.1827: In Brugg im Aargau stirbt der Schweizer Pädagoge, Sozialreformer und Pionier der Volksschule, Johann Heinrich Pestalozzi (1746-1827). Nach dem Studium der Theologie und der Rechtswissenschaften widmete er sich vor allem der Erziehung des »armen Volkes« und leitete Kindererziehungs- und Waisenheime in Neuhof, Stans, Burgdorf und Yverdon. Seine Erziehungstheorien veröffentlichte er in verschiedenen Schriften und Bildungsromanen und beeinflusste damit die Lehrerausbildung in Europa und Nordamerika maßgeblich.
    Link: Johann Heinrich Pestalozzi in der Wikipedia
  • 12.09.1848: Ausarbeitung einer neuen Bundesverfassung, die in ihren Grundzügen immer noch gültig ist.
  • 17.02.1863: In Genf wird von Henri Dunant (1828-1910), Gustave Moynier, Henri Dufor, Théodore Maunoir und Louis Appia das »Komitee der Fünf« gegründet - der Vorläufer des heutigen »Internationalen Komitees vom Roten Kreuz« (IKRK). Am 26. Oktober folgt eine Konferenz zum Zwecke der Gründung freiwilliger Hilfsgesellschaften und am 12. November wird die erste (Württembergische) Sanitätsverein als 1. Nationale Rotkreuzgesellschaft gegründet. 1864 wird die erste Genfer Konvention von 12 Staaten unterzeichnet, die erstmalig Regeln zur Behandlung von Verwundeten und Kriegsgefangenen und zum Schutz von Lazaretten festlegen. Bei den Kriegshandlungen in den Düppeler Schanzen (16. April 1864) ist das Rote Kreuz erstmals im Einsatz. Henri Dunant erhält 1901 den Friedensnobelpreis für die Gründung des Internationalen Roten Kreuzes. Auslöser für die Gründung waren die Erlebnisse Dunants bei der »Schlacht von Solferino« am 24. Juni 1859.
    Links: Deutsches Rotes Kreuz und International Committee of the Red Cross
  • 09.10.1874: Auf Betreiben des deutschen Generalpostdirektors Heinrich von Stephan (1831-1897) erfolgt in Bern die Gründung des »Allgemeinen Postvereins«. Nach zweijährigen Verhandlungen kommen am 16. September 1874 die Bevollmächtigten sämtlicher Staaten Europas, sowie der USA und Ägyptens in Bern zusammen. Am 9. Oktober 1874 wird der Grundvertrag des allgemeinen Postvereins von allen Staaten unterzeichnet. Er tritt am 1. Juli 1875 in Kraft. Frankreich tritt dem Verein am 1. Januar 1876 bei. 1878 wird aus dem »Allgemeinen Postverein« der »Weltpostverein«.
    »Die Bildung eines Weltpostvereins wird zur Folge haben, dass der ganze Postdienst in den weiten Gebieten, die er umfasst, zu einer einheitlichen Ordnung kommt. Er ersetzt die unzähligen Tarife, die ihn seither verwickelten und erschwerten, für den internationalen Verkehr durch eine Einheitstaxe. Wenn auch die Unentgeltlichkeit des Transits noch nicht erreicht werden konnte, so gewährt der Verein doch seinen Mitgliedern volle Freiheit für den Austausch ihrer Postsendungen; der Transit ist einer so mäßigen Taxe unterstellt, dass er auf die Höhe des Briefportos keinen Einfluss hat ... Indem der Allgemeine Postverein den Interessen des Verkehrs dient, wird er ein Werkzeug der Friedensstiftung und der Annäherung der Völker untereinander sein ...« (Oberst Vorel, erster Direktor des Weltpostvereins)
    Link: Universal Postal Union (englisch)
  • 01.06.1882: In der Schweiz wird die Gotthardbahn fahrplanmäßig in Betrieb genommen. Neben der Brenner-Linie ist sie das Kernstück der wichtigsten Nord-Süd-Verbindung über die Alpen. Die Strecke zwischen Luzern und Chiasso ist 226 Kilometer lang und führt über 519 Brücken und Viadukte. Die zu durchfahrenden Tunnel und Galerien haben eine Gesamtlänge von 57,5 Kilometer, der Gotthard-Tunnel ist 15 Kilometer lang.
    Link: Die »Gotthard-Bahn« in der Wikipedia

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Schweizer Kavallerie auf Patrouille an der Grenze
Schweizer Kavallerie auf Patrouille an der Grenze, 24. Dezember 1917, Quelle: [16]
  • 07.07.1901: In Zürich stirbt die Schweizer Schriftstellerin Johanna Spyri (1827-1901). Ihre bekannteste Romanfigur ist neben der »Gritli« und der »Rosenresli« wohl die »Heidi« (»Heidis Lehr- und Wanderjahre«, 1880; »Heidi kann brauchen, was es gelernt hat«, 1881).
    »Nun erzählte Heidi alles vom ganzen Tage, wie schön es gewesen, und besonders von dem Feuer am Abend, und nun sollte der Großvater auch sagen, woher es gekommen war, denn der Peter hätte nichts davon gewusst.
    »Siehst du«, erklärte der Großvater, »das macht die Sonne, wenn sie den Bergen gute Nacht sagt, dann wirft sie ihnen noch ihre schönsten Strahlen zu, dass sie sie nicht vergessen, bis sie am Morgen wiederkommt.« «
    (aus: Heidis Lehr- und Wanderjahre)
    Link: Johanna Spyri in der Wikipedia
  • 16.10.1925: In Locarno (Schweiz) beschließen Vertreter des Deutschen Reiches, Frankreichs, Großbritanniens, Belgiens, Italiens, Polens und der Tschechoslowakei ein Sicherheitsabkommen. Das Deutsche Reich erkennt darin die Grenzen zu Frankreich und Belgien an und verzichtet auf Elsass-Lothringen. Für 1926 wird ein Beitritt des Deutschen Reiches zum Völkerbund abgesprochen. Der »Vertrag von Locarno« ist ein wichtiger Schritt zur Verständigung zwischen Frankreich und dem Deutschen Reich.
  • 30.01.1948: Im Schweizer Wintersportort Sankt Moritz beginnen die V. Olympischen Winterspiele, die ersten nach dem Zweiten Weltkrieg. Sie werden von dem Schweizer Bundespräsidenten Enrico Celio (1889-1980) eröffnet und dauern bis zum 8. Februar 1948. Für den alpinen Wintersport bedeuten die Spiele den endgültigen Durchbruch. Sankt Moritz war auch Austragungsort der II. Olympischen Winterspiele von 1928.
    Link: Olympische Winterspiele in der Wikipedia
  • 29.09.1954: Bei Genf (zwischen Meyrin und St. Genis) in der Schweiz wird die »Conseil Européen pour la Recherche Nucléaire« (CERN) gegründet, ein Kernforschungslabor mit zwei Speicherringen (Synchrotronen) sowie verschiedenen Teilchenbeschleunigern. Von dem CERN-Wissenschaftler Tim Berners-Lee (*1955) wurde 1989 (ab 1990 zusammen mit Robert Cailliau) das World Wide Web geschaffen, das zum schnelleren und einfacheren weltweiten Daten- und Informationsaustausch zwischen den Wissenschaftlern entwickelt wurde.
    Link: CERN - The world's largest particle physics laboratory
  • 24.05.1956: In Lugano in der Schweiz findet der erste »Gran Premio Eurovisione Della Canzone Europe«, der »Grand Prix de la Chanson«, statt. Der internationale Schlagerwettbewerb, an dem sich Belgien, Frankreich, Italien, Luxemburg, die Niederlande, die Schweiz und die Bundesrepublik Deutschland beteiligen, wird von der European Broadcasting Union (EBU) ins Leben gerufen. Teilnehmer für Deutschland sind Freddy Quinn mit »So geht das jede Nacht« und Walter Andreas Schwarz mit »Im Wartesaal zum großen Glück«. Gewinnerin des Jahres 1956 ist Lys Assia mit »Refrain«.
    Link: Der »Eurovision Song Contest« in der ARD
  • 06.06.1961: In Küsnacht (Kanton Zürich) stirbt der Schweizer Psychologe und Psychiater Carl Gustav Jung (1875-1961), der Begründer der analytischen Tiefenpsychologie. Werke: »Wandlungen und Symbole der Libido« (1912), »Seelenprobleme der Gegenwart« (1931), »Psychologie und Religion« (1940), »Von den Wurzeln des Bewusstseins« (1954)
    Link: Carl Gustav Jung in der Wikipedia
  • 07.02.1971: In der Schweiz wird - nach einer Volksabstimmung - das Frauenwahlrecht eingeführt. Der Kanton Appenzell Innerrhoden führt das Wahlrecht allerdings erst am 25. März 1990 ein.
    Link: Stichwort Das »Frauenstimmrecht in der Schweiz« in der Wikipedia
  • 05.09.1980: Nach 10jähriger Bauzeit wird der Sankt-Gotthardtunnel zwischen Göschenen und Airolo für den Verkehr freigegeben. Mit einer Länge von 16,3 km ist es die längste unterirdische Straßenverbindung der Welt.
    Link: Der Sankt-Gotthardtunnel in der Wikipedia

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Zuletzt geändert am 30.12.2014

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