Kalenderblatt - Thema: Mongolenreiche 1100-1500 - von Dschingis Khan bis Timur Leng

Dschingis Khan (Temujin/Temudschin, vor 1167-1227)
Dschingis Khan (Temujin/Temudschin, vor 1167-1227), persische Miniatur von Raschid ad-Dins (gestorben 1311)

Chronik:

  • 18.08.1227: Der Begründer des Mongolenreiches Dschingis Khan (Temujin/Temudschin, vor 1167-1227), stirbt in Ningsia (China). 1202 hatte er die Tataren, 1205 auch die übrigen zentralasiatischen und mongolischen Stämme unter seiner Führung vereinigt. 1206 wird er von den mongolischen Fürsten zum Groß Khan (Dschingis Khan) gewählt. Während seiner Herrschaft werden große Teile Asiens erobert. u.a. auch das Chin-Reich in Nordchina (1212).
    Link: Dschingis Khan in der Wikipedia
  • 1229: Ögedei (Ugedai Khan, 1186-1241), der Lieblingssohn von Dschingis Khan (Temujin/Temudschin, vor 1167-1227), wird auf dem »qurultai«, der Versammlung aller Stammesführer, zum Großkhan der Mongolen (1229-1241) gewählt. Sein Khanat umfasst alle eroberten Gebiete südlich und östlich des Kerngebietes der Mongolei, also vor allem die nördlichen Randgebiete von China. Er verbündet sich mit dem südchinesischen Song-Imperium. 1231 erobert er mit seinem Heer das koreanische Korjo-Reich wo sie für 130 Jahre an der Macht bleiben (bis zum Ende der von Kublai Khan 1271 begründeten mongolisch-chinesischen Yüan-Dynastie).
    Link: Ugedai Khan in der Wikipedia
  • 31.01.1234: Das mongolische Heer des Großkhans Ögedei (Ugedai Khan, 1186-1241) beginnt mit dem Angriff auf das Dschurdschen- bzw. Chin-Reich und erobert es innerhalb eines Monats.
    Link: Ugedai Khan in der Wikipedia
  • 06.12.1240: Das Mongolenheer unter Batu Khan (um 1205-1256), einem Enkel Dschingis Khans, und dem greisen Feldherrn Subutai nimmt Kiew ein und unterwirft die südwestrussischen Fürstentümer. Nowgorod und das nordwestliche Russland werden verschont, sind aber tributpflichtig. Zuvor hatten sie die türkischen Stämme an der Wolga niedergeworfen und am 21. Dezember 1237 das altrussische Fürstentum Rjasan gestürmt und dort alle Bewohner abgeschlachtet. Am 8. Februar 1238 fällt die bedeutende Stadt Wladimir nach sechstägiger Belagerung. Danach erfolgt die Eroberung weiterer Städte, wie Moskau, Galitsch und Jaroslawl. 1243 gründet Batu Khan am Unterlauf der Wolga Sarai als Hauptstadt der »Goldenen Horde«. Dieses Mongolenreich in Osteuropa und Westsibirien besteht bis 1480.
  • 09.04.1241: In der »Schlacht bei Wahlstatt« werden das deutsch-polnische Ritterheer unter Herzog Heinrich II. (gestorben 1241) von Niederschlesien, der in der Schlacht fällt, von den Mongolen unter Batu Khan (um 1205-1256) geschlagen.
    Link: Die Schlacht bei Wahlstatt in der Wikipedia
  • 11.04.1241: Die Mongolen unter Batu Khan (um 1205-1256) besiegen den ungarischen König Bela IV. (1206-1270) in der »Schlacht an der Theiß« bei der Brücke von Mohi. Die mongolischen Verbände ziehen verwüstend und mordend durch Ungarn und dringen bis Kroatien und an die Adria vor. Als Anfang 1242 die Nachricht vom Tod des Großkhans Ögedei (am 11. Dezember 1241 in Karakorum) eintrifft, ziehen sich die Mongolen in ihre Heimat zurück.
    Link: Batu Khan in der Wikipedia
  • 11.12.1241: Ögedei (Ugedai Khan, 1186-1241), der Lieblingssohn von Dschingis Khan (Temujin/Temudschin, vor 1167-1227), stirbt. Er ist Großkhan der Mongolen von 1229-1241.
    Link: Ugedai Khan in der Wikipedia
  • 23.08.1244: Jerusalem wird von choresmischen Türken (Tataren) im Auftrag der ägyptischen Ajjubiden erobert und fällt unter die Herrschaft der Moslems. Dies bedeutet das Ende des Königreichs Jerusalem der Kreuzritter. 1291 erobern die Mamluken Akko, die letzte Kreuzfahrerbastion im »Heiligen Land«.
  • 24.06.1245: Auf dem »Ersten Konzil von Lyon« beauftragt Papst Innozenz IV. (um 1195-1254) den Franziskaner Johannes de Plano Carpini (um 1185-1252) mit einer Gesandtschaft zum mongolischen Großkhan. Hauptthema des Konzils ist jedoch die Absetzung des römisch-deutschen Stauferkaisers Friedrich II. (1194 - 13. Dezember 1250).
    Link: Das »Erste Konzil von Lyon« in der Wikipedia
  • 1246: Güyük (1207-1248), Sohn von Ögedei (1186-1241), wird Großkhan der Mongolen (1246-1248). Seine Herrschaft ist nur kurz, vermutlich wird er 1248 vergiftet. Bis 1251 übernimmt seine Witwe Töregene die Regentschaft.
    Link: Gujuk Khan in der Wikipedia

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Dschingis Khan (1167-1227)
Dschingis Khan (1167-1227), Buchmalerei aus dem 13. Jahrhundert
  • 1251: Möngke (Manga, Möngke Khan, 1214-1259), ein Enkel von Dschingis Khan (Temujin/Temudschin, vor 1167-1227), wird Großkhan der Mongolen (1251-1259). Er stirbt am 11. August 1259.
    Link: Möngke Khan in der Wikipedia
  • 01.08.1252: Der italienische Franziskaner Johannes de Plano Carpini (um 1185-1252) stirbt in Bar (Montenegro). Er ist der erste bekannte Westeuropäer, der Zentralasien besucht. 1245 war er im Auftrag von Papst Innozenz IV. (um 1195-1254) zum mongolischen Großkhan gereist, um ihn als Verbündeten zu gewinnen. Dieses Vorhaben scheitert zwar, doch ist sein »Buch über die Tartaren« (»Liber Tatarorum«) ein wichtiges Dokument über Geographie, Geschichte und Kultur der Mongolen.
  • 27.12.1253: Der Franziskaner und Forschungsreisende Wilhelm von Rubruk (*um 1210 - um 1270) und seine Begleiter erreichen nach einer abenteuerlichen und beschwerlichen Reise durch Zentralasien das Lager von Großkhan Möngke (Manga, Möngke Khan, 1214-1259) in der Nähe von Karakorum. Rubruk ist einer der ersten Europäer, der die Kultur der Mongolen studiert und beschreibt. Im Mai 1253 war er von Konstantinopel aus aufgebrochen, erreichte am 8. August das Lager Batu Khans (um 1205-1256) und überquerte dann den Ural. Nach einem längeren Aufenthalt bei Möngke erreichen er und seine Begleiter am 5. April 1254 Karakorum, und treten im Juli 1254 die Rückreise an. Am 15. August 1255 erreichen sie Tripoli bei Beirut. Rubruk wird von seinem Orden als Lektor der Theologie nach Akkon geschickt, wo er seine Reiseberichte verfasst - sie bleiben weitgehend unbeachtet.
    Link: Wilhelm von Rubruk in der Wikipedia
  • 15.09.1254: Marco Polo (1254-1324) wird in Venedig geboren, wo er auch aufwächst (andere Quellen geben die dalmatinische Insel Korcula - das damals venezianische Curzola - als Geburtsort an). Seinen Vater sollte er erst 1269 kennenlernen, denn sein Vater Niccolò und sein Onkel Matteo hatten Venedig vor seiner Geburt verlassen. 1271 brechen sie zu ihrer China-Reise auf, die fast vier Jahre dauern wird.
    Link: Marco Polo in der Wikipedia
  • 10.02.1258: Die Mongolen unter dem Fürsten und Feldherrn Hulagu Ilchan (Hülägü Ilchan, um 1217-1265), einem Enkel Dschingis Khans (vor 1167-1227), erobern und zerstören Bagdad. Am 10. Februar 1258 wird der letzte Kalif Al-Mustasim (1212-1258), der siebenunddreißigste Kalif der Abbasiden (1242-1258), getötet und damit das Kalifenreich endgültig vernichtet. Danach unterwirft Hulagu Syrien und Palästina. Mit seiner Hilfe wird sein Bruder Kublai (1215-1294) 1260 zum Großkhan der Mongolen (1260-1294) gewählt. Hulagu Ilchan, selbst Buddhist und verheiratet mit einer Christin, begründet die mongolische Herrscherdynastie Persiens, die bis ins 14. Jahrhundert regiert.

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Feldzug Kubilai Khans
Feldzug Kubilai Khans nach den Reiseberichten Marco Polos
  • 1260: Kublai (1215-1294), Sohn von Tolui (1191-1232), wird auf dem »qurultai« in Shangdu, dem Sommerpalast in Nordchina, zum Großkhan der Mongolen (1260-1294) gewählt.
    Link: Kublai Khan in der Wikipedia
  • 20.6.1277: Der Mamluken-Sultan Baibar I. (Baibars al-Bunduqdari / Baybar, 1233-1277) stirbt an einer Vergiftung. Ein ägyptisches Heer unter seiner Führung hatten 1277 die Mongolen bei Albistan in Kleinasien geschlagen. Von 1265-1268 hatte der skrupellose Baibar I. die Kreuzfahrerbastionen Haifa, Jaffa und Antiochia einnehmen können.
    Link: Baibar in der Wikipedia
  • 18.02.1294: In Beijing (Peking) stirbt der Mongolenherrscher und Kaiser von China, Kublai Khan (Khubilai Khan, 1215-1294). 1260 wird der Sohn von Tolui (1191-1232) und Enkel Dschingis Khans (Temujin/Temudschin, vor 1167-1227) auf dem »qurultai« in Shangdu, dem Sommerpalast in Nordchina, zum Großkhan der Mongolen (1260-1294) gewählt. Sein Bruder Arik Boga (Arigkbugha Khan, gestorben 1266) lässt sich von einer Stammesversammlung in der Mongolei ebenfalls zum Großkhan wählen. Den darauf folgenden blutigen Bruder- und Bürgerkrieg entscheidet Kublai 1264 für sich. Bis 1279 erobert er ganz China. Die Mongolenherrschaft endet 1368 mit der Vertreibung des letzten Yüan-Kaisers Toghun Temür (chin. Shundi). Nach seinem Tod zerfällt das Mongolen-Reich.
    Link: Kublai Khan in der Wikipedia
  • 08.01.1324: In Venedig stirbt der italienische Kaufmann und Reisende Marco Polo (1254-1324). Zusammen mit seinem Vater Niccolò und seinem Onkel Matteo brach er 1271 zu einer Reise nach China auf. 17 Jahre lang, von 1275-1292, diente er am Hof des Mongolenherrschers und Kaisers von China, Kublai Khan (1215-1294).
    Link: Marco Polo - Ein Leben zwischen Orient und Okzident
  • 18.02.1405: In Tschimkent stirbt der turko-mongolische Eroberer Timur Leng (Timur-Leng, Tamerlan, »der Lahme«, 1336-1405). 1360 setzt er sich als Herrscher Turkestans durch, 1370 erklärt er sich - unter Berufung auf den Koran - zum Erneuerer des mongolischen Weltreiches. In äußerst brutalen Feldzügen erobert er ganz Mittelasien, Persien, Nordindien und Mesopotamien. 1394 dringt er bis Moskau vor. 1402 besiegt er die Osmanen unter der Führung von Sultan Bajasid I. (Bayezid, um 1354-1403) in der »Schlacht bei Ankara«, 1400-1404 unterwirft er Vorderasien (Irak, Syrien und Kleinasien). Nach seinem Tod kommt es unter seinen Söhnen und Enkeln zu Machtkämpfen um die Erbfolge.
    Link: Timur Lenk in der Wikipedia

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Zuletzt geändert am 30.12.2014

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