Kalenderblatt - Thema: Die Kreuzzüge, 1095-1291

Francesco Hayez: Der siebente Kreuzzug gegen Jerusalem
Francesco Hayez (1791-1882): Der siebente Kreuzzug gegen Jerusalem

Erster Kreuzzug (1096-1099)

  • 26.08.1071: In der »Schlacht von Manzikert« in Ostanatolien besiegen die türkischen Seldschuken unter Sultan Alp Arslan (Mohammed Ibn Daud, um 1030-1072) den byzantinischen Kaiser Romanos IV,. Diogenes (gestorben 1071), der in Gefangenschaft gerät. In den folgenden Jahren gelangt ganz Kleinasien - und somit auch Palästina - unter türkische Herrschaft.
  • 27.11.1095: Papst Urban II. (um 1040-1099) ruft auf dem Konzil von Clermont-Ferrand (Frankreich) zum Kreuzzug gegen die Seldschuken (einer türkischen Fürstendynastie) zum Schutz des »Heiligen Grabes« in Jerusalem auf. Die Seldschuken hatten Jerusalem 1071 erobert und behindern den stetig wachsenden Strom christlicher Pilger. Mit der Losung »Deus lo vult!« (Gott will es!) begründet der Papst den Kreuzzug und verspricht den Teilnehmern den Ablass ihrer Sünden. Die Anführer des Ersten Kreuzzuges: Gottfried von Bouillon (um 1061-1100), Bohemund von Tarent (1051/52-1111), Tankred von Hauteville (um 1076-1112), Raimund IV. von Toulouse (1041/42-1105), Robert II. von Flandern (um 1065-1111), Robert von der Normandie (1054-1134), Stephan von Blois (1046-1102), Balduin von Boulogne (1058-1118). Adhémar de Monteuil (gestorben 1098), der Bischof von Le Puys, wird durch Papst Urban II. (um 1040-1099) zum geistlichen Anführer ernannt. Von 330.000 Rittern erreichen schließlich - nach wechselvollen Kämpfen - etwa 40.000 das »Heilige Land«. Am 15. Juli 1099 wird Jerusalem erobert. Unter Gottfried von Bouillon (Godefroy de Bouillon, um 1061-1100) wird das Königreich Jerusalem gegründet.
    Bereits im Frühjahr 1096 hatte sich unter der Führung des Eremiten Peter von Amiens (um 1050-1115) der »Kreuzzug der Armen« auf den Weg gemacht. Sie erreichen das Heilige Land jedoch nie, sondern plündern und massakrieren die Judengemeinden am Rhein und werden im Oktober 1096 in Kleinasien von seldschukischen Truppen vernichtet. Peter von Amiens schließt sich mit den Überlebenden den inzwischen eingetroffenen ritterlichen Kreuzfahrern an.
    Link: Kreuzzüge in der Wikipedia
  • 01.07.1097: In der ersten »Schlacht von Doryläum« (Anatolien) besiegen die Kreuzfahrer unter Bohemund von Tarent (Boëmund, Bohemond, 1051/52-1111), Gottfried von Bouillon (um 1061-1100) und Adhémar de Monteuil (gestorben 1098) u.a. die Seldschuken unter Sultan Kilij Arslan I. (1079-1107).
    Link: Die »Schlacht von Doryläum« in der Wikipedia
Karl Friedrich Lessing: Kreuzfahrer
Karl Friedrich Lessing (1808-1880): Kreuzfahrer, 1863
  • 15.07.1099: Unter der Führung von Raimund IV. von Toulouse (1041/42-1105) erobern die Kreuzfahrer nach vierwöchiger Belagerung Jerusalem und richten dort ein schreckliches Massaker an. 70.000 Muslime und Juden, Männer, Frauen und Kinder, werden von ihnen abgeschlachtet. 300.000 Ritter, vorwiegend aus Frankreich, waren 1095 aufgebrochen, nach vielen wechselhaften Kämpfen und unter größten Mühen erreichen nur 40.000 von ihnen das Heilige Land. Nach der Eroberung wird 1099 unter Gottfried von Bouillon (um 1061-1100) das Königreich Jerusalem gegründet. Nach seinem Tod (18. Juli 1099) wird sein Bruder Balduin von Boulogne (1058-1118) am 25. Dezember 1100 durch Daimbert von Pisa (gestorben 1107) zum ersten König von Jerusalem gekrönt.
    Link: Kreuzzüge in der Wikipedia
  • 18.07.1100: Der Kreuzfahrer Gottfried von Bouillon (Godefroy de Bouillon, um 1061-1100), stirbt in Jerusalem an einer Seuche. Entgegen der Legende war er nicht der wichtigste Führer des Ersten Kreuzzuges, dies waren Bohemund von Tarent (1051/52-1111), sein Neffe Tankred von Hauteville (um 1076-1112), Raimund IV. von Toulouse (1041/42-1105) und Adhémar de Monteuil (gestorben 1098), Bischof von Le Puys. Gottfried von Bouillon war zwar der erste Herrscher über Jerusalem, ließ sich dort aber nicht zum König krönen, sondern "nur" zum Oberhaupt der Kreuzfahrerherrschaft. Der erste König Jerusalems war ab 1100 Gottfrieds Bruder Balduin I. (Balduin von Boulogne, 1058-1118).
    Link: Gottfried von Bouillon in der Wikipedia
  • 07.03.1111: Der Kreuzfahrer Bohemund von Tarent (Boëmund, Bohemond, 1051/52-1111), Fürst von Antiochia (1098-1111), inoffizieller Anführer des »Ersten Kreuzzuges«, stirbt in Apulien. Im Juni 1098 hatte er gemeinsam mit seinem Neffen Tankred von Hauteville (um 1076-1112) Antiochia eingenommen und dort eigenmächtig ein Fürstentum errichtet. 1100 gerät er in die Gefangenschaft des Danischmenden-Emirs von Siwas und wird erst 1103 gegen eine Lösegeldzahlung freigelassen. Während seiner Abwesenheit übernimmt Tankred die Regentschaft. In Frankreich, wo Bohemund nach einer schweren Niederlage gegen die Seldschuken in der »Schlacht von Harran« am 7. Mai 1104 militärische Unterstützung sucht, heiratet er Konstanze, die Tochter des französischen Königs Philipp I. (1052-1108). 1107 führt er - erfolglos - sein Heer gegen das Byzantinische Reich. Im »Vertrag von Devol« muss er den byzantinischen Kaiser Alexios I. Komnenos (1048-1118) als Lehnsherren anerkennen.
    Links: Bohemund von Tarent und Der Vertrag von Devol in der Wikipedia
  • 02.04.1118: In El Arisch stirbt Balduin I. (Balduin von Boulogne, 1058-1118), erster König von Jerusalem (1100-1118), Bruder des Gottfried von Bouillon (um 1061-1100) und einer der Anführer des ersten Kreuzzuges, an einer Fischvergiftung.
    Link: Balduin von Boulogne in der Wikipedia
  • 15.08.1118: Der byzantinische Kaiser (seit 1081) Alexios I. Komnenos (1048-1118) stirbt in Konstantinopel. Unter seiner Herrschaft erlangt das niedergehende byzantinische Reich eine Stabilisierung und seine letzte große Blütezeit. Im Bündnis mit Venedig und dem Sultan von Nikaia (Nicäa, heute Iznik, Türkei) schlägt Alexios I. 1081-1085 die Normannen unter Robert Guiscard zurück und wehrt mit Unterstützung der Kumanen einen Angriff der Petschenegen auf Konstantinopel ab (1088-1091). Im März 1095 erbittet Alexios I. durch Gesandte auf der »Synode von Piacenza« um Unterstützung (durch erfahrene Söldner) bei Papst Urban II. (um 1040-1099). Dieser ruft dann am 27. November 1095 in Clermont-Ferrand zum Kreuzzug auf. Gegen den Vasalleneid gestattet Alexios I. den Heeren des Ersten Kreuzzuges (1096-1099) den Durchzug durch sein Reich und gewinnt dadurch Nikaia (Nicäa) und das von den türkischen Seldschuken beherrschte Kleinasien zurück. Sein Nachfolger ist Johannes II. Komnenos (1118-1143).
    Link: Alexios I. Komnenos in der Wikipedia
  • 13.01.1118/1119: Mutmaßliche Gründung des Templerordens (13. Januar 1118 oder 1119) durch den aus der Champagne stammenden Hugo von Payens (Hugues de Payens, um 1080-1136). Der Orden ist zunächst eine Gemeinschaft französischer Ritter, die das geistliche Leben mit dem Schutz der Pilger verbindet. 1119 erhält die Gemeinschaft der »Pauperes commilitones Christi« (»Arme Streiter Christi«) von König Balduin II. von Jerusalem (Balduin von Bourcq, gestorben 1131) Räumlichkeiten im »Templum Salomonis«, der heutigen Al-Aqsa-Moschee, und wird danach als »Militia Templi« (daher: Tempelritter) bezeichnet. Einer der Fürsprecher der Tempelritter ist ab 1129 der Abt Bernhard von Clairvaux (* um 1090-1153). Auf dem Konzil von Troyes (1128/1129) wird unter seiner Mitwirkung eine Regel erarbeitet. Am 29. März 1139 wird der Orden und seine weitgehende Selbständigkeit durch die Bulle »Omne datum optimum« von Papst Innozenz II. (vor 1116-1143) bestätigt. Am 13. Oktober 1307 beginnt die Vernichtung des inzwischen reich und mächtig gewordenen Ordens unter dem französischen König Philipp IV. (1268-1314).
    Link: Der Templerorden in der Wikipedia
  • 21.08.1131: Der Kreuzfahrer Balduin II. (Balduin von Bourcq, gestorben 1131), König von Jerusalem (1118-1131) stirbt. Während seiner Regierungszeit wird (vermutlich) am 13. Januar 1118/1119 von Hugo von Payns (Hugo von Payens, Hugues de Payens, um 1080-1136) der Templerorden zum Schutz der Pilger gegründet (siehe 13. Januar 1118).

zum Seitenanfang

Zweiter Kreuzzug (1147-1149)

  • 25.07.1139: Der portugiesische Graf Alfons I. Henriques (Alfons-Heinrich, der Eroberer, 1110-1185), Sohn von Heinrich, dem Grafen von Burgund (gestorben 1112), wird nach seinem großen Sieg über die Mauren bei Ourique zum König ausgerufen und errichtet den neuen Staat Portugal. Die Grafschaft Portugal hatte Alfons 1122 geerbt, sie wurde jedoch von seiner Mutter beherrscht. 1128 erhebt er sich gegen sie und seinen Vetter Alfons VII. von León und übernimmt die Macht. 1143 unterstellt er sein Land dem Schutz des Papstes und legt ihm seinen Lehnseid ab, von dem ihn Alfons VIII. 1179 befreit. 1147 erobert er mit einer englisch-skandinavischen Kreuzfahrerflotte das seit 715/716 unter der Herrschaft der Mauren stehende Lissabon. Die Stadt wird Bischofssitz und Hauptstadt des Königreiches Portugal. Um 1250 erreicht Portugal mit der Eroberung der Algarve seine heutige Ausdehnung.
  • 24.12.1144: Die türkischen Seldschuken unter Imad ad-Din Zengi (1087-1146) erobern das christliche Fürstentum Edessa (die Hauptstadt des Kreuzfahrerstaates Edessa). Dies veranlasst Papst Eugen III. (gestorben 1153) im Dezember 1145 zum »Zweiten Kreuzzug« aufzurufen. Doch erst durch den Zisterzienser-Abt Bernhard von Clairvaux (um 1090-1153) werden die Massen mobilisiert. Ostern 1146 nimmt der französische König Ludwig VII. (Ludwig der Junge, 1120-1180) das Kreuz, im Dezember auch der deutsche König Konrad III. (1093-1152). Ludwig VII. wird begleitet von seiner Frau, Eleonore von Aquitanien (um 1122-1204). Die getrennt marschierenden Heere erreichen im Herbst 1147 Konstantinopel.
  • 25.10.1147: In der zweiten »Schlacht von Doryläum« während des »Zweiten Kreuzzuges« wird der deutsche König Konrad III. (1093-1152) von den islamischen Truppen vernichtend geschlagen. Der erkrankte Konrad kehrt mit dem Rest seiner Truppen nach Konstantinopel zurück. Zusammen mit dem Heer des französischen Königs Ludwig VII. (Ludwig der Junge, 1120-1180) marschieren sie unter widrigen Umständen nach Palästina. Die Belagerung von Damaskus (1149) scheitert kläglich. Der verbitterte französische König kehrt nach Frankreich zurück.
  • 20.08.1153: In Clairvaux bei Troyes stirbt der Abt, Kreuzzugsprediger und Mystiker Bernhard von Clairvaux (um 1090-1153), einer der bedeutendsten Mönche des Zisterzienserordens. Bernhard wird 1174 heilig gesprochen, 1830 erfolgt seine Ernennung zum Kirchenlehrer.
    Link: Bernhard von Clairvaux in der Wikipedia
  • 31.03.1204: Mit Eleonore von Aquitanien (um 1122-1204) stirbt im Kloster Fontevrault eine der interessantesten Frauengestalten des Mittelalters. Die Erbin des Herzogtums Aquitanien und der Grafschaften Poitiers und Gascogne ist 1137-1152 verheiratet mit dem französischen König Ludwig VII. (Ludwig der Junge, 1120-1180), den sie auch während des Zweiten Kreuzzuges (1147-1149) begleitet. In Antiochia verdächtigt Ludwig sie des Ehebruchs mit ihrem Gastgeber, Fürst Raimund (ihrem Onkel). Nach der Trennung von Ludwig heiratet sie 1152 Heinrich Plantagenet (1133-1189), der als Heinrich II. von 1154-1189 englischer König ist. Ihre gemeinsamen Kinder sind u.a. Richard I. Löwenherz (1157-1199, ihr Lieblingssohn) und Johann Ohneland (1167-1216). Als Heinrich sich in die jüngere Rosamunde Clifford verliebt und sie ihre gegen den Vater rebellierenden Söhne unterstützt, wird sie von Heinrich für zehn Jahre nach Salisbury verbannt. Ihre Enkelin Blanche von Kastilien (1188-1252) ist die Mutter von Ludwig IX. dem Heiligen (1214-1270) und führte 1226-1234 für ihn die Regentschaft.
    Link: Eleonore von Aquitanien in der Wikipedia

zum Seitenanfang

Die Gefangenname von Richard I. Löwenherz 1192
Die Gefangenname von Richard I. Löwenherz 1192, Darstellung in der Chronik des Petrus de Ebulo (um 1197)

Dritter Kreuzzug (1189-1192)

  • 18.06.1155: Der Staufer Friedrich I. Barbarossa (Rotbart, 1122-1190) wird von Papst Hadrian IV. zum römisch-deutschen Kaiser gekrönt. Bereits am 4. März 1152 war er in Frankfurt am Main als Nachfolger seines am 15. Februar 1152 verstorbenen Onkels König Konrad III. (1093-1152) zum römisch-deutschen König gewählt worden.
  • 02.10.1187: Sultan Saladin (Salah ed-Din Jusuf ibn Ajjub, 1137-1193) erobert mit seinem Heer Jerusalem und beendet damit die seit 1099 dauernde christliche Herrschaft. Zuvor hatte Saladin bereits alle wichtigen Städte in Palästina erobert und das Heer unter der Führung des Guido von Lusignan (gestorben 1194), des Königs von Jerusalem, geschlagen. Papst Gregor VIII. ruft daraufhin zum (Dritten) Kreuzzug auf.
  • 28.08.1189: Beginn der Belagerung der Hafenstadt Akkon (28. August 1189 - 12. Juli 1191).
    Link: Die Belagerung von Akkon in der Wikipedia
  • 1190: Gründung einer Hospitalbruderschaft während der Belagerung von Akkon (28. August 1189 - 12. Juli 1191) zur Betreuung von Kreuzfahrern aus Lübeck und Bremen, aus der sich 1198 der »Deutsche Orden«, ein Ritterorden nach dem Vorbild der Tempelritter, entwickelt.
    Links: Der Deutsche Orden und die Belagerung von Akkon in der Wikipedia
  • 10.06.1190: Friedrich I. Barbarossa (Rotbart, 1122-1190), Kaiser des Heiligen Römischen Reiches (seit 1155), ertrinkt im Fluss Saleph (heute Göksu, Türkei) während des 1189 begonnenen Dritten Kreuzzuges. Sein Sohn Friedrich V. von Schwaben (1164-1191) führt den Rest des Kreuzfahrerheeres nach Akkon und stirbt am 20. Januar 1191 während der Belagerung der Stadt an einer Malariaerkrankung.
    Link: Friedrich I. Barbarossa in der Wikipedia
Richard Löwenherz im Kampf mit Saladin
Philip Jacques de Loutherbourg (1740-1812): Richard Löwenherz im Kampf mit Saladin
  • 07.09.1191: In der »Schlacht von Arsuf« während des Dritten Kreuzzugs besiegen die Kreuzfahrertruppen unter dem englischen König Richard I. Löwenherz (1157-1199) das Heer des Sultans Saladin (Salahaddin, Salah ed-Din Jusuf ibn Ajjub, 1137-1193.
    Link: Die »Schlacht von Arsuf« in der Wikipedia
  • 04.03.1193: Der kurdisch-stämmige Sultan Saladin (Salahaddin, Salah ed-Din Jusuf ibn Ajjub, 1137-1193) stirbt in Damaskus. 1171 hatte er die Herrschaft in Ägypten übernommen und die sunnitische Aijubiden-Dynastie gegründet, welche die schiitischen Fatimiden verdrängen. Im Dienst der Sultane von Syrien war er 1169 als Befehlshaber der Truppen nach Ägypten gesandt worden, um die Fatimiden im Kampf gegen die Kreuzfahrer zu unterstützen. Durch seine militärischen Erfolge kommt er an die Macht und ruft sich 1173 zum Sultan (König, malik) von Ägypten und Syrien aus. 1187 siegt er bei Hattin über die Kreuzfahrer und beendet damit die seit 1099 dauernde christliche Herrschaft über Jerusalem und weiter Teile der Besitzungen in Syrien und Palästina. Saladin gilt in der arabischen Welt als Vorkämpfer für den Islam, ist aber auch ein kluger Diplomat, der Verträge den italienischen Hafenstädten unterhält. Saladin ist das Vorbild für den Sultan in Gotthold Ephraim Lessings »Nathan der Weise« (1779).
    Links: Nathan der Weise und Saladin in der Wikipedia
  • 04.02.1194: Der englische König Richard I. Löwenherz (1157-1199) wird nach der Zahlung eines Lösegeldes von etwa 100.000 Mark Silber aus der Festung Tribur entlassen, in der von dem römisch-deutschen König Heinrich VI. seit 1192 gefangengehalten wurde.
    Link: Richard Löwenherz in der Wikipedia
  • 06.04.1199: Der englische König Richard I. Löwenherz (1157-1199) stirbt während der Belagerung der Burg Chalus (im Limousin) an einer infizierten Verwundung. Der Sohn des englischen Königs Heinrich II. Plantagenet (Henry II., 1133-1189) und der Eleonore von Aquitanien (um 1122-1204) wird am 3. September 1189 in Westminster gekrönt. Kurz darauf bricht er zum dritten Kreuzzug (1189-1192) auf, erobert das byzantinische Zypern und leitet die Belagerung von Akkon (28. August 1189 - 12. Juli 1191) in Palästina. Akkon fällt 1191. Am 11. Mai 1191 heiratet er Berengaria von Navarra. Richard I. besiegt am 2. September 1192 den ägyptischen Sultan Saladin (Salahaddin, Salah ed-Din Jusuf ibn Ajjub, 1137-1193) bei Arsuf und erobert Jaffa am 10. September 1192. Jerusalem kann sich seiner Belagerung jedoch widersetzen. Mit Saladin schließt Richard I. einen dreijährigen Waffenstillstand; die Christen erhalten freien Zugang zu den Heiligen Stätten in Palästina. Damit ist der dritte Kreuzzug (1189-1192) beendet. Auf der Rückreise gerät Richard I. in die Gefangenschaft des von ihm beleidigten Herzogs Leopold V. von Österreich (1157-1194, dem Anführer der Kreuzfahrer seit Barbarossa Tod 1190), der ihn an den römisch-deutschen Kaiser Heinrich VI. (1165-1197) überstellt. Nach Zahlung eines hohen Lösegeldes kehrt er im März 1194 nach England zurück. Kurz danach bricht er zu Kriegszügen gegen Frankreich auf.
    Link: Richard I. Löwenherz in der Wikipedia

zum Seitenanfang

Vierter Kreuzzug (1202-1204)

Domenico Tintoretto: Die Eroberung von Konstantinopel
Domenico Tintoretto (1560-1635): Die Eroberung von Konstantinopel (1204)
  • 1198: Papst Innozenz III. ruft zum Vierten Kreuzzug auf.
  • 1202: Die Kreuzfahrer erobern für Venedig - als Gegenleistung für die Unterstützung der venezianischen Flotte und ohne Erlaubnis des Papstes - die von den Ungarn beherrschte Stadt Zara (Zadar) in Dalmatien. Bonifatius von Montferrat, einer der Führer des Vierten Kreuzzugs, trifft auf den aus der Gefangenschaft geflohenen Alexios IV. von Byzanz (Alexios IV. Angelus, 1182-1204). 1195 war dessen Vater Issak II. Angelos (gestorben 1204) von seinem Onkel Alexios III. Angelos (gestorben nach 1210) gestürzt worden. Alexios IV. verspricht den Kreuzfahrern Geld und Soldaten, falls sie ihn bei der Rückeroberung des Throns unterstützen würden. Im Sommer 1203 wird Konstantinopel erobert und Alexios III. in die Flucht nach Thrakien gejagt (siehe: 17. Juli 1203).
  • 17.07.1203: Nach der Eroberung von Konstantinopel (Istanbul) während des Vierten Kreuzzuges gelangen der gestürzte Kaiser Issak II. Angelos (gestorben 1204) und sein Sohn Alexios IV. von Byzanz (Alexios IV. Angelus, 1182-1204, ein Schwager des deutschen Königs Philipp von Schwaben) auf den Thron. Die beiden waren von Issaks Bruder Alexios III. Angelos (gestorben nach 1210) gestürzt und eingekerkert worden. Bei einer Revolution unter General Alexios Mourzouphles (gestorben nach 1204) am 28. Januar 1204 werden die beiden getötet und der General besteigt als Alexios V. am 5. Februar 1204 den Thron (zur Vorgeschichte siehe Themen - Die Kreuzzüge).
  • 13.04.1204: Der Vierte Kreuzzug endet mit der Plünderung von Konstantinopel (Istanbul) durch das Heer der Kreuzfahrer. Drei Tage lang wird geplündert, wohl 2.000 Griechen werden ermordet. In der »Hagia Sophia« wird Balduin I. von Flandern und Hennegau (1171-1206) am 16. Mai 1204 als erster »lateinischer Kaiser« zum neuen Herrscher gekrönt. Das Lateinische Kaiserreich hat bis zum 25. Juli 1261 Bestand. In Nikaia (Nicäa) wird am 13. April 1204 das Kaiserreich Nikaia (Nicäa) mit Konstantin (XI.) Laskaris (gestorben 1205) als Kaiser gegründet.
  • 16.05.1204: In der »Hagia Sophia« wird Balduin I. von Flandern und Hennegau (1171-1206) als erster »lateinischer Kaiser« zum neuen Herrscher gekrönt. Am 14. März 1205 gerät er in bulgarische Gefangenschaft.

zum Seitenanfang

Fünfter Kreuzzug (1217-1221 / 1228-1229)

  • 01.07.1217: König Andreas II. von Ungarn (um 1177-1235) und Herzog Leopold VI. von Österreich (1176-1230) brechen von Split (Spalato) aus zum Fünften Kreuzzug auf, zu dem Papst Innozenz III. (1161-1216) auf dem Laterankonzil im November 1215 aufgerufen hatte. Sein Nachfolger Honorius III. (um 1160-1227) erneuert den Aufruf. Von Akkon aus unternehmen die Kreuzfahrer drei erfolglose Expeditionen gegen die Sarazenen.
  • 05.11.1218: Nach der Rückkehr von König Andreas II. von Ungarn ziehen die verbliebenen Kreuzfahrer im Sommer 1218 zusammen mit niederrheinischen und friesischen Seefahrern, die sich auf dem Weg nach Palästina an Kämpfen in Portugal beteiligt haben, gegen das im Nildelta gelegene Damiette, das am 5. November 1219 nach langer, verlustreicher Belagerung fällt. Doch bereits am 8. September 1221 geht es wieder verloren. Die Schuld am Scheitern wurde damals vor allem Friedrich II. (1194-1250) gegeben, der trotz Zusagen nicht am Kreuzzug teilgenommen hatte.
  • 22.11.1220: Friedrich II. (1194-1250) wird in Rom von Papst Honorius III. (um 1160-1227) zum Kaiser gekrönt. Bereits bei seiner Krönung zum König am 23. Juli 1215 hatte er seine Teilnahme an einem Kreuzzug versprochen, sie aber immer wieder verschoben, was zu Konflikten mit dem Papst führte. Er wiederholt sein Versprechen, kann es aber aus innerpolitischen Gründen nicht einhalten. Im August 1227 bricht er zum Kreuzzug auf, muss aber wegen einer Krankheit umkehren. Trotz des nun ausgesprochenen päpstlichen Bannes bricht er 1228/1229 erneut auf und kann Jerusalem durch Verhandlung mit dem ägyptischen Sultan Al-Malik al-Kamil gewinnen. Zudem erreicht er einen zehnjährigen Waffenstillstand. Am 18. März 1229 krönt er sich selbst zum König von Jerusalem.
    Link: Friedrich II. in der Wikipedia
  • 07.11.1225: Der Staufer Friedrich II. (1194-1250) heiratet Isabella II. von Brienne (Jolante von Brienne, 1212-1228), die Königin von Jerusalem. Er erklärt sich noch am selben Tag zum König von Jerusalem. Isabella stirbt bei der Geburt des Sohnes Konrad IV. (1228-1254) am 25. April 1228.
    Link: Isabella II. in der Wikipedia
  • 18.03.1229: Der römisch-deutsche Kaiser Friedrich II. (1194-1250) krönt sich selbst zum König von Jerusalem. Obwohl von Papst Gregor IX. (um 1167-1241) wegen mehrfacher Verschiebung seiner Kreuzfahrt gebannt und als »Antichrist« verdammt, gelingt ihm die Rückgewinnung von Jerusalem auf friedlichen (diplomatischem) Wege. Im Februar 1229 vereinbart er mit dem ägyptischen Sultan Al-Malik al-Kamil einen zehnjährigen Waffenstillstand und die Rückgabe von Betlehem, Nazaret, Lydda, Sidon und Toron, sowie freien Zugang für die Christen in Jerusalem.
    Link: Friedrich II. in der Wikipedia

zum Seitenanfang

Sechster Kreuzzug (1248-1254)

  • 23.08.1244: Jerusalem wird von choresmischen Türken (Tataren) im Auftrag des ägyptischen Sultans as-Salih Ayyub (gestorben 1249) erobert und fällt unter die Herrschaft der Moslems. Dies bedeutet das Ende des Königreichs Jerusalem der Kreuzritter, Jerusalem wird nie wieder zurückgewonnen. 1291 erobern die Mamluken Akkon, die letzte Kreuzfahrerbastion im »Heiligen Land«.
  • 17.10.1244: Sultan as-Salih Ayyub (gestorben 1249) von Ägypten besiegt bei Gaza ein Heer der Kreuzfahrerstaaten. Der Patriarch Robert von Jerusalem entsendet den Bischof von Beirut nach Europa, damit dieser dort um Unterstützung bittet. Der französische König Ludwig IX. der Heilige (1214-1270) bricht Ende August 1248 zum Sechsten Kreuzzug auf. Er überwintert auf Zypern.
  • August 1248: Der französische König Ludwig IX. der Heilige (1214-1270) bricht Ende August 1248 zum Sechsten Kreuzzug auf. Er überwintert auf Zypern.
  • 05.06.1249: Der französische König Ludwig IX. der Heilige (1214-1270) landet während des Sechsten Kreuzzuges in Ägypten und erobert am 06. Juni Damiette (heute: Dumyat). Im April 1250 geraten er und sein Heer vor Kairo in Gefangenschaft. Sie werden gegen die Übergabe Damiettes und der Zahlung eines hohen Lösegeldes freigelassen. Anfang Mai erreicht Ludwig IX. Akkon und kümmert sich in den folgenden vier Jahren um die Verwaltung und den Ausbau der Festungen in Palästina. Im Frühjahr 1254 kehrt er in seine Heimat Frankreich zurück.
    Link: Ludwig IX. im Heiligenlexikon
  • 13.12.1250: In Fiorentino bei Lucera stirbt der Staufer Friedrich II. (1194-1250), römisch-deutscher Kaiser seit 1220, wohl einer der gebildetsten Fürsten seiner Zeit (von seinen Anhängern »Stupor mundi« - »das Staunen der Welt« genannt). Der Sohn von Heinrich IV. (1165-1197) und Konstanze von Sizilien (1154-1198) wächst als Mündel des Papstes Innozenz III. (1161-1216) am Hofe von Palermo auf, durch dessen Betreiben auch die Wahl Friedrichs zum deutschen König (1211) erfolgt. In Deutschland war dagegen bereits 1209 der Welfe Otto IV. (1177-1218) zum Kaiser gewählt worden. Otto IV. wird 1215 vom Laterankonzil abgesetzt und Friedrich am 23. Juli 1215 in Aachen zum römisch-deutschen König gekrönt. Am 22. November 1220 wird er durch Papst Honorius III. (1160-1227) zum Kaiser gekrönt. Unter anderem durch sein nicht gehaltenes Kreuzzug-Versprechen gerät er in den Konflikt mit den Päpsten und wird von Papst Gregor IX. (um 1167-1241) gebannt, kann aber Jerusalem 1229, während des fünften Kreuzzuges, auf diplomatischem Wege gewinnen und dadurch den Bann 1230 aufheben. 1239 wird er von Papst Gregor IX. erneut gebannt und 1245 auf dem »Ersten Konzil von Lyon« von Papst Innozenz IV. (um 1195-1254) für abgesetzt erklärt.
    Bedeutend ist sein Buch »Über die Kunst mit Vögeln zu jagen« (1246) über die Falkenjagd und die Einführung des Rechnens mit der Zahl Null (Leonardo Fibonacci, (um 1170 - nach 1240)).
    Link: Friedrich II. in der Wikipedia

zum Seitenanfang

Heimkehrender Kreuzfahrer
Karl Friedrich Lessing (1808-1880): Heimkehrender Kreuzfahrer, 1835

Siebter Kreuzzug (1270-1275)

  • 03.09.1260: In der »Schlacht von Ain Djalu« besiegen die Mamluken unter Baibars (Baibars al-Bunduqdari, 1233-1277) die Mongolen unter General Kitbuqa. Baibars ermordet den über Ägypten herrschenden Sultan Qutuz und tritt selbst die Nachfolge an. 1261 gründet er in Kairo das Kalifat der Abbasiden neu. Zwischen 1261 und 1270 führt er erfolgreiche und blutige Feldzüge gegen die Kreuzfahrerstaaten, die u.a. zum Fall von Jaffa und Antiochia führen (1268). Der französische König Ludwig IX. (der Heilige, 1214-1270) will daraufhin gegen Baibars I. zu Felde ziehen.
    Link: Baibars I. in der Wikipedia
  • 25.07.1261: Kaiser Michael VIII. Palaiologus (1224-1282), seit 1258 Kaiser von Nikaia (Nicäa), kann Konstantinopel (Istanbul) kampflos erobern. Balduin II. (1217-1273) flieht. Damit endet das 1204 gegründete Lateinische Kaiserreich.
    Link: Michael VIII. Palaiologus in der Wikipedia
  • 25.08.1270: Während des »Siebten Kreuzzuges« stirbt der französische König Ludwig IX. (der Heilige, 1214-1270) vor Tunis an einer Seuche. Sein Bruder Karl von Anjou (1226-1285), der König von Sizilien, hatte ihn zur Eroberung der Stadt veranlasst, um den Sultan von Tunis zu bekehren. Prinz Eduard von England (1239-1307) segelt weiter nach Akkon. 1271 wird er bei Tripolis besiegt. Mit Baibars I. (Baibars al-Bunduqdari, 1233-1277) kann er einen auf elf Jahre begrenzten Waffenstillstand schließt. Ludwig IX. wird 1297 heilig gesprochen, Eduard wird am 20. November 1272 König von England.
    Link: Ludwig IX. im Heiligenlexikon
  • 20.06.1277: In Damaskus stirbt der Sultan von Ägypten und Syrien, Baibars I. (Baibars al-Bunduqdari / Baybar, 1233-1277) an einer Vergiftung. Ein ägyptisches Heer unter seiner Führung hatte 1277 die Mongolen bei Albistan in Kleinasien geschlagen. Von 1265-1268 hatte der skrupellose Baibars I. die Kreuzfahrerbastionen Haifa, Jaffa und Antiochia einnehmen können, was zum Siebten Kreuzzug führte.
    Link: Baibars in der Wikipedia
  • 18.05.1291: Die Mamluken unter Sultan Al-Ashraf Khalil erobern die Festung Akkon, die letzte Bastion der Kreuzfahrer. Palästina wird daraufhin kampflos geräumt, der Sitz des Hochmeisters des Deutschen Ordens wird nach Venedig verlegt. Die Templer geben 1303 ihren letzten Stützpunkt, die Insel Ruad vor Tortosa, auf. Von den Kreuzfahrerstaaten können sich nur Armenien (bis 1375) sowie das Königreich Zypern halten, das 1489 an Venedig fällt.
    Link: Die »Belagerung von Akkon« in der Wikipedia

zum Seitenanfang

Zuletzt geändert am 16.04.2016

Google+ Email
Facebook Twitter! Google+ Instagram Pinterest LinkedIn Xing