Kalenderblatt - November

Joachim von Sandrart: Der November
Joachim von Sandrart (1606-1688): Der November

Novembertag

Nebel hängt wie Rauch ums Haus,
Drängt die Welt nach innen.
Ohne Not geht niemand aus,
Alles fällt in Sinnen.
Leiser wird die Hand, der Mund,
Stiller die Gebärde.
Heimlich, wie auf Meeresgrund
Träumen Mensch und Erde.

Christian Morgenstern (1871-1914)

Sie ist traurig, die Jahreszeit, darin wir stehen;
man möchte glauben, dass das Leben mit der Sonne dahinschwinden wolle;
ein Frösteln rinnt über die Haut und ins Herz;
alle Laute verstummen;
der Himmelssaum verblasst;
alles sinkt, zum Schlafen oder zum Sterben.

Gustave Flaubert (1821-1880), November

Wenn die Bäume kahl sind,
wenn am Himmel die tiefroten Farben
des Sonnenuntergangs schwimmen
und das vergilbte Gras übergolden,
dann gewahrst du mit Entzücken,
wie alles verlischt,
was jüngst noch in dir brannte.

Gustave Flaubert (1821-1880), November

»November (vom lat. novem, d.h. neun), der 11. (im altrömischen Kalender 9.) Monat; 30 Tage.«
(aus: Brockhaus. Kleines Konversationslexikon, 1906)

Letzte Änderung: 03.05.2009

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