Kalenderblatt - Thema: Katastrophen

»Trombes or whirlwinds...«
»Trombes or whirlwinds...«, aus: »The Atmosphere«, 1873
Quelle: www.photolib.noaa.gov

Chronik:

  • 24.08.79: Bei dem Vulkanausbruch des Vesuv wird die süditalienische Stadt Pompeji mit Regen aus Asche, Geröll und Bimsstein bedeckt. Durch die so genannte »Monte-Somma-Eruption« werden riesige Mengen von Lava, Schlamm, Geröll und Asche freigesetzt und bedecken die Städte Pompeji, Herculaneum, Stabiae und Oplontis mit einer 6 Meter hohen Schicht. Die meisten der 20.000 Einwohner sterben bei dem Unglück.
    Link: Der Untergang von Pompeji in der Wikipedia
  • 21.07.365: Bei einem durch ein Seebeben verursachten Tsunami im östlichen Mittelmeer werden mehrere tausend Einwohner von Alexandria getötet. Die Stadt war im April 331 v.Chr. von Alexander dem Großen gegründet worden.
    Link: Alexandria in der Wikipedia
  • 18.10.1356: Bei dem großen »Erdbeben von Basel«, dem bislang verheerendsten Erdbeben nördlich der Alpen, werden etwa 300 Menschen getötet. Das Beben erreicht vermutlich eine Stärke von 6,5 auf der Richter-Skala. Die Stadt Basel und zahlreiche Schlösser, Burgen und Dörfer in einem Umkreis von 200 Kilometern werden durch das Beben zerstört. Eine Feuersbrunst wütet mehrere Tage lang.
    Link: Das grosse Erdbeben von Basel
  • 23.01.1556: Vermutlich 830.000 Menschen sterben bei einem Erdbeben in der chinesischen Provinz Shaanxi.
    Link: Das »Erdbeben in Shaanxi« in der Wikipedia
  • 01.11.1570: Bei der so genannten »Allerheiligenflut«, die mehrere Tage dauert, brechen die Deiche. Die gesamte Nordseeküste von Belgien bis Norwegen wird überschwemmt. Das Wasser dringt bis zu einem Gebiet südlich von Aurich vor. Die ostfriesischen Dörfer Oldendorf und Westbense werden zerstört, mehrere tausend Menschen ertrinken (wohl 3.000 Menschen, wie eine Chronik von David Fabricius verzeichnet, andere Quellen berichten von mehr als 100.000 Toten).
  • 11.10.1634: Durch eine Sturmflut, die so genannte »Burchardiflut«, wird die nordfriesische Küste verwüstet und der Küstenverlauf verändert. 8.000 bis 15.000 Menschen sterben bei dem Unglück.
    Link: Burchardiflut in der Wikipedia
  • 02.09.1666: In London bricht ein Großfeuer aus. Bis zum 7. September zerstört das »Great Fire of London« die Stadt nahezu vollständig. Nach dem Brand beginnt ein großzügiges Aufbauprogramm, bei dem die meisten Straßen neu angelegt werden. 1684 wird die Straßenbeleuchtung eingeführt.
    Link: Der große Brand von London in der Wikipedia
  • 24.12.1717: Bei der so genannten » Weihnachtsflut« in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember 1717 ertrinken über 12.000 Menschen. Es ist die gewaltigste bisher bekannte Sturmflut, die schwere Schäden an den Deichen und auf den friesischen Inseln Juist, Baltrum, Langeoog und Spiekeroog verursacht.
    Link: Die Weihnachtsflut von 1717
  • 01.11.1755: Bei der wohl verheerendsten Naturkatastrophe des 18. Jahrhunderts wird die portugiesische Hauptstadt Lissabon durch ein Erdbeben und die nachfolgenden Brände zu zwei Dritteln zerstört. Zwischen 40.000 und 100.000 Menschen werden getötet, darunter auch viele der unzähligen Gläubigen, die sich auf Grund des Feiertages (Allerheiligen) in den Kirchen versammelt hatten. Einwohner der Stadt, die an das Ufer des Flusses Tejo flüchten, werden von haushohen Flutwellen überrascht. Dieser Tsunami wird noch in Irland und jenseits des Atlantiks auf den kleinen Antillen registriert. Madeira wird von 15 Meter hohen Wellen erreicht. Der portugiesische Außenminister Marquis von Pombal (José de Carvalho, 1699-1782) organisiert die Hilfsaktionen und den Wiederaufbau der Stadt. 1756 wird er von König Joseph I. (José Manuel, 1714-1777) zum ersten Minister ernannt.
    Link: Lissabon in der Wikipedia

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Erdgasbrand in Neuengamme bei Bergedorf
Erdgasbrand in Neuengamme bei Bergedorf, Hamburg, 1910
  • 10.04.1815: Bei einer der größten Vulkankatastrophen aller Zeiten zerreisst eine gewaltige Explosion die Hälfte des 4.000 m hohen Vulkans Tambora (Insel Sumbawa, Indonesien). Ein Krater von sechs Kilometern Durchmesser und 600-700 Metern Tiefe entsteht, dichte Aschewolken verdunkeln drei Tage lang den Himmel. Vermutlich werden 10.000 Menschen direkt durch das Unglück getötet. Da durch den Vulkanausbruch die komplette Ernte vernichtet wird, sterben etwa 82.000-100.000 weitere Menschen durch Krankheiten (Seuchen) oder Hunger. Die Asche in der Atmosphäre verschleiert den Himmel über Amerika und Europa, die Durchschnittstemperaturen sinken im folgenden Jahr um einige Grad unter das übliche Niveau und verursachen Kälte und Missernten. Das Jahr 1816 wird auch als »Jahr ohne Sommer« bezeichnet.
    Links: Der Tambora in der Wikipedia und 1816 - Das Jahr ohne Sommer
  • 02.07.1816: Die französische Fregatte La Méduse (Medusa) strandet auf der Arguin-Sandbank vor der Küste Mauretaniens. Da die Rettungsboote nicht für alle 400 Schiffbrüchigen ausreichen, retten sich 147 Menschen auf ein notdürftig zusammengezimmertes Floß. Es kommt zum brutalen Kampf ums nackte Überleben und um die knappen Wasser- und Nahrungsvorräte, ab dem dritten Tag zum Kannibalismus. 13 Tage später können nur 15 Menschen von der Besatzung der Brig Argus gerettet werden. 5 der Männer sterben noch an Bord des Schiffes. Der Maler Théodore Géricault (1791-1824) hat das Unglück 1819 in einem seiner berühmtesten Gemälde, Le radeau de la Méduse (Das Floß der Medusa), eindrucksvoll dargestellt.
    »Diejenigen, die der Tod verschont hatte, stürzten sich gierig auf die toten Körper, die das Floß bedeckten, schnitten sie in Stücke, und einige verzehrten sie sogleich. Ein großer Teil von uns lehnte es ab, diese entsetzliche Nahrung zu berühren. Aber schließlich gaben wir einem Bedürfnis nach, das stärker war als jegliche Menschlichkeit. Wir sahen in dieser gräßlichen Mahlzeit das einzige bedauerliche Mittel, unsere Existenz zu verlängern« (Aus dem Bericht des Schiffsarztes Henri Savigny, Quelle: Meisterwerke im Detail, Taschen-Verlag 2005, S. 557)
    Links: Der Schiffbruch der Fregatte Medusa und Die »Medusa« in der Wikipedia
  • 05.05.1842: Bei einem Großfeuer (5. bis 8. Mai 1842), der in einem Speicher in der Deichstraße ausbricht, wird fast ein Drittel der Hamburger Innenstadt zerstört. 51 Menschen sterben, rund 20.000 werden obdachlos. 1.749 Häuser und 102 Speicher werden ein Opfer der Flammen, ebenso wie die Nicolai- und die Petrikirche sowie Bank und Börse. Der Sachschaden wurde damals auf etwa 90 Millionen Mark geschätzt.
    Link: Der »Hamburger Brand« in der Wikipedia
  • 29.05.1865: In Kiel erfolgt die Gründung der »Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger« (DGzRS) durch Adolph Bermpohl, Georg Breusing und Arwed Emminghaus als einheitliches deutsches Seenotrettungswerk. Sitz der DGzRS ist Bremen, erster Vorsitzender ist Konsul H.H. Meier, der Mitbegründer des Norddeutschen Lloyd. Die durch Spenden finanzierte Organisation ist bei der Gründung mit offenen Ruderbooten, einfachen Raketenapparaten und Hosenbojen ausgestattet. Über 65.000 Menschen können bis zum Jahre 2000 durch den Einsatz der DGzRS gerettet oder aus kritischer Gefahr befreit werden.
    Link: Offizielle Homepage der DGzRS. Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger
  • 08.10.1871: Durch ein Großfeuer werden weite Teile der Innenstadt von Chicago zerstört und über 300 Menschen getötet. 900.000 Menschen werden obdachlos. Erst mehrere Tage später kann das Feuer gelöscht werden. Als Folge dieser Katastrophe werden Holzkonstruktionen zum Häuserbau in Zukunft verboten. 1873 erfolgt die Gründung einer Feuerwehr.
    Link: Der Große Brand von Chicago in der Wikipedia
  • 08.12.1881: Bei einem Großbrand im Wiener Burgtheater, der schlimmsten Katastrophe im Wien des 19. Jahrhunderts, sterben 368 Menschen. Nach dem Brand erfolgt eine Reorganisation des Brandschutzes und der Wiener Feuerwehr.
    Link: Das Wiener Burgtheater in der Wikipedia
  • 27.08.1883: Nach dem Ausbruchs des Vulkans auf der Insel Krakatau (zwischen Sumatra und Java) am 26./27. August 1883 versinkt die Insel 250 Meter tief im Meer. Die Asche wird 50 bis 80 Kilometer hoch geschleudert. Eine Druckwelle, ausgelöst durch den Einsturz der Insel, bewegt sich sieben Mal um die Erde. Sie löst im nahen Umkreis 40 Meter hohe Tsunamis und im 800 Kilometer entfernten Lake Taupo in Neuseeland einen Mikrotsunami aus. 36.000 Menschen sterben bei der Katastrophe. An der Küste Großbritanniens steigt der Meeresspiegel um etwa einen halben Meter.
    Link: Krakatau in der Wikipedia
  • 15.06.1896: Ein Erdbeben an der Nordostküste der japanischen Insel Hondo (Honshu) löst den so genannten »Sanriku-Tsunami« aus, durch den etwa 26.000 Menschen getötet werden.
    Link: Honshu in der Wikipedia

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Tornado am 28. August 1884
Das älteste bekannte Foto eines Tornados, entstanden am 28. August 1884
Quelle: www.photolib.noaa.gov
  • 08.09.1900: Bei der folgenschwersten Naturkatastrophe in der Geschichte der USA fordert der »Galveston-Hurrikan« zwischen 6.000 und 12.000 Menschenleben. Der Hurrikan der Kategorie 4 rast mit einer Geschwindigkeit von 300 Stundenkilometern über Texas hinweg und zerstört 75 Pozent der blühenden Metropole Galveston. Eine 20 Meter hohe Flutwelle setzt das Land unter Wasser. Das Waisenhaus »St. Mary's Orphanage« ist eines der ersten Gebäude, das von dem Sturm zerstört wird. Von den 93 dort lebenden Kindern und den 10 katholischen Ordensschwestern überleben nur drei Jungen. Wegen der vielen Opfer werden etliche Leichen und Tierkadaver mit Lastkähnen zum Golf von Mexiko transportiert und dort versenkt. Die von den Fluten zurückgespülten Leichen werden verbrannt.
    Link: Der Galveston-Hurrikan in der Wikipedia
  • 08.05.1902: Bei dem Vulkanausbruch des Mont Pelée auf der französischen Insel Martinique im westindischen Ozean werden durch die vulkanische Glutwolke 25.000 (29.000 ?) Menschen getötet. Die Stadt St. Pierre wird vollkommen zerstört. Vorbote des Unglücks war eine Invasion giftiger Lanzenottern, die im April aus ihren Schlupflöchern am Berhang herauskamen und 50 Menschen durch ihre Bisse töteten. Nur drei Bewohner St. Pierres überleben den Vulkanausbruch, darunter der Gefängnisinsasse Auguste Sylbaris hinter den dicken Gefängnismauern...
    Link: Die Glutwolke vom Mont Pelée
  • 18.04.1906: Bei einem schweren Erdbeben und den nachfolgenden Bränden wird der Großteil von San Francisco (Kalifornien) zerstört. Nach jahrelangen Forschungen wurde die bisher angegebene Opferzahl von 478 korrigiert: bei dem »Jahrhundert-Beben« sterben 3.000 Menschen direkt und 3.000 weitere an den Folgen ihrer Verletzungen. Aus Imagegründen war die Zahl der Toten vom damaligen Stadtmagistrat niedrig gehalten worden, ledige Frauen und Einwanderer wurden in der Statistik nicht erwähnt. Zum 100jährigen Gedenktag 2006 wurde eine Korrektur der Todeszahl beschlossen (Quelle: G-Geschichte, Juni 2005, Seite 15).
    Zu den Überlebenden gehört auch der Startenor Enrico Caruso (1878-1921), der am Abend vor dem Unglück in der San Francisco Opera aufgetreten war. Noch schlimmer als das Erbeben selbst sind die nachfolgenden, schweren Brände, die vor allem durch defekte Gasleitungen entstehen.
    Link: San Francisco in der Wikipedia
  • 03.07.1906: Die evangelische Barockkirche St. Michaelis, ein Wahrzeichen Hamburgs (»Hamburger Michel«), wird durch ein Feuer, dass bei Reparaturarbeiten am Dach ausbricht, völlig zerstört. Die Hamburger Bürgerschaft beschließt mit großer Mehrheit den insgesamt 3,5 Millionen Mark teuren Wiederaufbau. Die Einweihung findet am 19. Oktober 1912 statt.
    Link: www.st-michaelis.de
  • 28.12.1908: Durch ein schweres Erdbeben auf Sizilien und einen nachfolgenden Tsunami werden die Städte Messina und Reggio di Calabria (Unteritalien) nahezu vollständig zerstört. Insgesamt sterben fast 100.000 Menschen bei dem Unglück, allein in der Hafenstadt Messina sind es 84.000 Todesopfer.
  • 26.01.1910: Sintflutartige Regenfälle führen zu einer Überschwemmungskatastrophe in Nordfrankreich. Besonders Paris ist davon betroffen. Die an der Seine liegenden Stadtviertel sind überschwemmt, viele Häuser sind nur noch mit dem Boot erreichbar. Viele Bewohner müssen aus ihren Häusern gerettet werden. An der Seine-Brücke Pont Royal wird ein Wasserpegel von 8,60 m gemessen, normalerweise liegt er bei 2 m bis 2,4 m.
  • 15.04.1912: Das britische Passagierschiff »Titanic« sinkt um 2:20 Uhr vor Neufundland. 1.503 Menschen (von 1308 Passagieren und 898 Mann Besatzung) sterben bei diesem bis dahin größten Unglück der zivilen Schifffahrt. Der als unsinkbar geltende Luxusliner kollidierte am 14. April gegen 23:40 Uhr mit einem Eisberg, der die Flanke des Schiffes an mehreren Stellen aufreisst. Es kommt zu einigen Fehlentscheidungen, die tödliche Gefahr wird unterschätzt. Die Anzahl der Rettungsboote erweist sich als zu gering.
    Link: Die Titanic in der Wikipedia
  • 30.05.1914: Im dichten Nebel, um 1:55 Uhr, stößt der norwegische Tanker »Storstad« mit dem britischen Passagierdampfer »Empress of Ireland« zusammen. Innerhalb von 15 Minuten sinkt der schwer beschädigte Canadian Pacific Liner und versinkt im St.-Lorenz-Strom vor Kanada, fünf Meilen östlich von Father Point. 1.024 Menschen kommen bei dem Unglück ums Leben, 463 können gerettet werden
  • 13.01.1915: Ein Erdbeben in den ital. Abruzzen zerstört 17 Ortschaften und fordert 30.000 Todesopfer.

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Luftschiff LZ 129 »Hindenburg«
Luftschiff LZ 129 »Hindenburg«, Quelle: [13]
  • 21.09.1921: Bei einer Explosion auf dem Werksgelände der Badischen Anilin & Soda-Fabrik (BASF) in Ludwigshafen-Oppau werden 565 Menschen getötet und über 2.500 verletzt. Die Katastrophe ereignet sich vermutlich als Folge einer so genannten Lockerungssprengung (ein damals übliches Verfahren, um den verdichteten Dünger transportfähig zu machen). Zunächst detoniert ein Silo mit 4.000 Tonnen hochexplosivem Material, dann ein riesiger, 5.000 Kubikmeter fassender Gasbehälter. Durch die Druckwelle werden die meisten Häuser in Oppau völlig zerstört.
    Link: Explosion des Oppauer Stickstoffwerkes in der Wikipedia
  • 18.03.1925: Der »Tri-State Tornado«, der über die US-Bundesstaaten Missouri, Illinois und den Südwesten von Indiana hinwegfegt, ist der tödlichste Tornado in der Geschichte Amerikas. Er fordert 695 Todesopfer (der zweitschlimmste »Great Natchez Tornado« fordert am 7. Mai 1840 317 Tote) und mehr als 2.000 Verletzte. 15.000 Häuser werden zerstört. Die Strecke seiner Verwüstung ist mit 219 Meilen die bisher längste in den USA registrierte.
    Link: NOAA/NWS 1925 Tri-State Tornado Web Page
  • 22.04.1928: Ein schweres Erdbeben zerstört die griechische Stadt (Neu-) Korinth (78 km westlich von Athen) fast vollständig, über 10.000 Menschen werden obdachlos. Da sich viele Menschen nach den ersten Erdstößen ins Freie retten können, ist die Opferzahl gering. 1858 war Alt-Korinth durch ein Erbeben zerstört worden, Neu-Korinth wurde 6 km nördlich aufgebaut.
    Link: Korinth in der Wikipedia
  • 06.05.1937: Kurz vor der Landung in Lakehurst bei New York explodiert der Zeppelin LZ 129 »Hindenburg«. Das größte Luftschiff der Welt hatte bei seiner Atlantiküberquerung 36 Fluggäste und 61 Besatzungsmitglieder an Bord. 34 Menschen sterben bei dem Unglück. Damit ist das Ende der Luftschifffahrt besiegelt.
    Link: Luftschiff »LZ129 Hindenburg« in der Wikipedia
  • 30.01.1945: Ein sowjetisches U-Boot versenkt das als Kriegsschiff geltende deutsche Passagierschiff »Wilhelm Gustloff« (ehemaliges »Kraft-durch-Freude«-Schiff, Stapellauf am 5. Mai 1937), das etwa 10.300 Menschen an Bord hat, darunter etwa 8.800 Flüchtlinge aus Ostpreußen. Bei der grössten Schiffskatastrophe aller Zeiten kommen etwa 8.800-9.300 Menschen ums Leben, 1.252 Menschen werden gerettet.
    Links: Die »Wilhelm Gustloff« in der Wikipedia
  • 10.02.1945: Der NDL-Passagierdampfer »Steuben« wird von dem sowjetischen U-Boot S-13 versenkt, nur 300 der 3.000 sich an Bord befindlichen Menschen können gerettet werden.
  • 16.04.1945: Der Frachter »Goya« (5230 BRT) mit 6.385 Menschen an Bord (zumeist Flüchtlinge) wird auf der Ostsee von einem sowjetisches U-Boot versenkt. Es gibt nur 165 Überlebende.
  • 03.05.1945: Die »Cap Arcona«, ein Schiff der HSDG (»Hamburg - Südamerikanische - Dampfschifffahrtsgesellschaft«), und der Frachter »Thielbek«, mit insgesamt über 7.000 Häftlingen aus dem deutschen Konzentrationslager Neuengamme an Bord, werden vor Schleswig-Holstein von britischen Jagdbombern angegriffen und versenkt. Es gibt nur 200 Überlebende.
    Link: Die »Cap Arcona« in der Wikipedia
  • 28.07.1945: Bei schlechter Sicht rast ein B-25-Bomber der amerikanischen Luftwaffe mit einer Geschwindigkeit von 320 km/h in das 79. Stockwerk des Empire State Building. Die 3 Crewmitglieder und 11 Menschen im Inneren des Gebäudes sterben, der Schaden am Wolkenkratzer ist aber relativ gering.
  • 01.04.1946: Vor Alaska reißt eine Springflut, die durch ein Erdbeben ausgelöst wird, die fünfköpfige Besatzung eines Leuchtturms in den Tod. Stunden später erreicht die Welle das fast 3.700 Kilometer entfernte Hawaii, wo 159 Menschen ums Leben kommen.
    Link: Wie eine Flutwelle entsteht - Stichwort: Tsunami
  • 1956: Die Streitkräfte der Bundesrepublik erhalten offiziell den Namen »Bundeswehr«.
    Link: www.bundeswehr.de
  • 19.03.1948: In den US-Bundesstaaten Missouri, Ohio und Illinois fordert ein verheerender Tornado 42 Todesopfer und mehr als 300 Verletzte. Er hinterlässt eine Spur der Verwüstung. Als Folge dieses Tornados beginnen die Ausstrahlungen von Tornado-Warnungen.
    Link: Stichwort »Tornado« in der Wikipedia

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»Trombe sur terre«
»Trombe sur terre« (Tornado über dem Land), aus: »Histoire des Meteores«, 1869
Quelle: www.photolib.noaa.gov
  • 22.08.1950: Die Katastrophenschutzorganisation des Bundes »Technisches Hilfswerk« (»THW«) wird gegründet. Das THW ist dem Bundesministerium des Innern unterstellt und hat folgende Aufgaben: »technische Hilfe im Zivilschutz; technische Hilfe im Auftrag der Bundesregierung außerhalb des Geltungsbereichs dieses Gesetzes; technische Hilfe bei der Bekämpfung von Katastrophen, öffentlichen Notständen und Unglücksfällen größeren Ausmaßes auf Anforderung der für die Gefahrenabwehr zuständigen Stellen, insbesondere im Bergungs- und Instandsetzungsdienst.« (Quelle)
    Link: Homepage des THW
  • 01.021953: Bei den schwersten Überschwemmungen seit 1420 werden die Küstengebiete Englands und Hollands verwüstet. 100.000 Menschen müssen mit Hubschraubern evakuiert werden, 1487 Menschen sterben.
    Link: »Flutkatastrophen« in der Wikipedia
  • 11.06.1955: Während des 24-Stunden-Rennens (11./12. Juni) in Le Mans ereignet sich der bisher folgenschwerste Unfall in der Rennsport-Geschichte. Durch ein waghalsiges Überhol- und Bremsmanöver des Jaguar-Fahrers Mike Hawthorne (1929-1959) gerät der Wagen von Lance Macklin (1919-2002), der bremsen muss, außer Kontrolle. Der nachfolgende Mercedes von Pierre Levegh (1905-1955) kann nicht mehr ausweichen und prallt mit etwa 280 km/h in die Böschung, überschlägt sich und rast in die Zuschauertribüne, wo er explodiert. 85 Menschen sterben, über 200 werden zum Teil schwer verletzt. Das Rennen wird jedoch fortgesetzt und von Mike Hawthorne gewonnen. Mercedes zieht nach dem Unglück seine »Silberpfeile« von allen weiteren Rennen zurück.
    Link: Pierre Levegh in der Wikipedia
  • 25.07.1956: Vor der Ostküste der USA stößt das italienische Passagierschiff »Andrea Doria« im dichten Nebel mit dem schwedischen Dampfer »Stockholm« zusammen. Die »Andrea Doria« sinkt am Vormittag des 26. Juli. 50 Menschen sterben, 1692 Passagiere können gerettet werden. Da man in den Tresoren des gesunkenen Schiffes Schmuck und Wertpapiere in Millionhöhe vermutete, gerät das Wrack immer wieder in die Schlagzeilen. Das Unglück ist auch die erste Live-Berichterstattung im US-Fernsehen.
  • 03.06.1957: 15 Rekruten der Bundeswehr sterben bei dem Versuch, den Gebirgsfluss Iller (Allgäu) zu durchwaten. Sie werden durch die starke Strömung des Flusses mitgerissen und ertrinken. Der Vorgesetzte, der den Befehl zur Überquerung gegeben hatte, wird am 23. August wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung verurteilt (die achtmonatige Gefängnisstrafe wird zur Bewährung ausgesetzt).
  • 21.09.1957: Das mit Getreide beladene, bundesdeutsche Segelschulschiff »Pamir«, das sich auf der Reise von Buenos Aires nach Hamburg befindet, gerät 600 Seemeilen südwestlich der Azoren in einen Hurrikan, kentert und sinkt. 80 Seeleute sterben, nur sechs überleben die Katastrophe. Ursache des Unglücks sind eine verrutschte Ladung, eine falsche Segelführung und nichtgeflutete Tiefentanks.
    Link: Der Untergang der Pamir
  • 29.09.1957: In der russischen Atomanlage Majak kommt es zu dem so genannten »Kyschtym-Unfall«, bei dem infolge einer Explosion eine radioaktive Wolke freigesetzt wird. Weite Gebiete werden verstrahlt, hunderte Menschen sterben in den Wochen nach der Explosion. Laut Greenpeace leiden noch heute mindestens 272.000 Menschen unter den Folgen. Sie leiden an chronischen Krankheiten wie Bluthochdruck, Herzproblemen, Arthritis und Asthma. Jeder zweite Erwachsene ist unfruchtbar, jedes dritte Neugeborene kommt mit Missbildungen auf die Welt.
    Links: Die "Unfälle" von Majak und Majak in der Wikipedia
  • 10.10.1957: Im älteren der beiden Atomkraftwerke im englischen Windscale (heute: Sellafield) ereignet sich ein erster schwerer nuklearer Unfall. Bei dem Reaktor-Brand gelangt radioaktives Material in die Umwelt. Von den britischen Behörden wird der Vorfall zunächst geheim gehalten, vorübergehend wird ein Verzehrverbot für Milch erteilt. Nach offiziellen Angaben gibt es zwischen 30 und 40 Todesopfer, nicht berücksichtigt sind die (etwa 1000?) Menschen, die an den Spätfolgen (Blut-, Knochenmarks- und Schilddrüsenkrebs) sterben. Festzustellen ist eine zehnfach erhöhte Leukämie-Erkrankung der Kinder und eine dreifach erhöhte Krebserkrankung der Erwachsenen, die in der Umgebung leben. Siehe auch: 23. März 1979 (Harrisburg) und 25. April 1986 (Tschernobyl).
  • 02.06.1958: Der British-European-Airways-Flug 609 verunglückt bei einer Zwischenlandung auf dem Flughafen München-Riem. 23 Menschen sterben bei dem Unglück, darunter sieben Spieler des englischen Fußballklubs Manchester United. Ein weiterer Spieler, Duncan Edwards, erliegt am 21. Februar seinen Verletzungen.
    Link: British-European-Airways-Flug 609 in der Wikipedia

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Tornado in Oklahoma City
Tornado in Oklahoma City, 12. Mai 1896
Quelle: www.photolib.noaa.gov
  • 22.05.1960: Im Pazifik vor Chile bricht ein Erdbeben von nie zuvor gemessener Stärke aus (9,5 auf der Richterskala). Eine elf Meter hohe Welle tötet 5.700 Menschen, auf Hawaii 61 Menschen. Durch ein erstes Warnsystem kann der Ort Hilo rechtzeitig evakuiert werden.
    Link: Hawaii in der Wikipedia
  • 10.09.1961: Nach einem Bremsmanöver beim »Großen Preis von Italien« in Monza rast der Ferrari von Wolfgang Graf Berghe von Trips (1928-1961) in die Zuschauermenge und tötet 15 Menschen. Trips bricht sich das Genick und stirbt ebenfalls. Das Rennen wird fortgesetzt und von Phil Hill (Philip Toll Hill, *1927) aus den USA gewonnen.
    Am gleichen Tag stürzt ein Flugzeug der »President Airlines« auf dem Weg von Düsseldorf nach Chicago über Shannon in Irland ab. Trips sollte eigentlich an Bord sein und mit einer Delegation der Landwirtschaftskammer Bonn in die USA reisen. Alle Insassen sterben bei dem Unglück.
    Link: Wolfgang Graf Berghe von Trips in der Wikipedia
  • 17.02.1962: An der Nordseeküste wütet die schwerste Sturmflut seit dem Jahre 1855, der Wasserstand erreicht 3,77 m über dem normalen Hochwasser. In dem am schwersten betroffenen Hamburg sterben 312 Menschen, etwa 75.000 werden obdachlos. Die Bundeswehr wird von Hamburgs Bürgermeister Helmut Schmidt zum Katastrophenschutz eingesetzt. 40.000 Soldaten retten mit 200 Sturm- und 140 Schlauchbooten unzählige Menschenleben. 6 Soldaten und ein Polizeibeamter sterben bei den Einsätzen. Ingesamt sterben 337 Menschen, 4000 Stück Vieh ertrinkt.
    Link: Die Sturmflut von 1962 in der Wikipedia
  • 09.10.1963: Durch einen Erdrutsch in Longarone (Oberitalien) stürzen etwa 260 Millionen Kubikmeter Dolomiten-Gestein des Berges Toc mit einer Geschwindigkeit von bis zu 110 Stundenkilometern in den 265 Meter hohen Vaiont-Stausee. Dabei werden Bäume, Häuser, Tiere und Menschen mit in die Tiefe gerissen. Die Wassermassen überfluten zwei Dörfer, die Staumauer und die Stadt Longarone. Alleine in Longarone sterben 1.910 Menschen, jeder zehnte Einwohner. Insgesamt kommen bei dem Unglück zwischen 2.000 und 4.000 Menschen ums Leben.
    Link: Katastrophe aus Menschenhand
  • 24.10.1963: Bei einem Grubenunglück in der Eisenerzgrube »Mathilde« bei Lengede (Niedersachsen) werden 129 Bergleute von 500.000 Kubikmeter Schlamm eingeschlossen. 29 Arbeiter kommen dabei ums Leben. Die Rettung von 11 Arbeitern am 7. November - zwei Wochen nach der Katastrophe - geht als »Wunder von Lengede« in die Geschichte ein.
    Link: www.das-wunder-von-lengede.de
  • 17.08.1969: In der Nacht vom 17. auf den 18. August 1969 erreicht der Hurrikan »Camille« die Golf-Küste des US-Bundesstaates Mississippi und richtet dort schwerste Zerstörungen an. 256 Menschen in den USA und 3 weitere Menschen auf Kuba sterben bei der Katastrophe. »Camille« und die nachfolgenden Überschwemmungen verursachen Schäden von über 1,4 Milliarden US-Dollar. »Camille« ist einer der zerstörerischsten Hurrikane in der amerikanischen Geschichte.

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  • 05.09.1970: Bei dem Training zum 41. »Großen Preis von Italien« in Monza verunglückt der Formel-1-Rennfahrer Jochen Rindt (1942-1970) tödlich. Sein »Lotus 72« rast mit einer Geschwindigkeit von 240 km/h in die Leitplanken, überschlägt sich und zerbricht in mehrere Teile. Unfallursache ist der Bruch der Bremswelle. Jochen Rindt, der sich nicht korrekt angeschnallt hatte, stirbt an einer gerissenen Luftröhre und einem eingedrückten Brustkasten. Der gebürtige Deutsche mit österreichischer Lizenz hatte 1970 bereits fünf Grand-Prix-Rennen gewonnen und wird aufgrund seines Punktevorsprungs posthum zum Formel-1-Weltmeister erklärt.
    Link: Jochen Rindt in der Wikipedia
  • 03.01.1971: 66 Menschen sterben bei einem Fußballspiel in Glasgow bei dem Zusammenbruch einer Tribüne des Stadions im Ibrox Park. 100 Menschen werden verletzt. Zu weiteren Unglücken in britischen Fußballstadien kommt es am 11. Mai 1985 in Bradford (52 Tote) und am 15. April 1989 in Sheffield (95 Tote).
  • 23.12.1972: Bei einem schweren Erdbeben wird die Hauptstadt von Nicaragua, Managua, fast vollständig zerstört. Vermutlich mehr als 5.000 Menschen sterben bei der Katastrophe.
    Link: Nicaragua in der Wikipedia
  • 03.03.1974: 346 Menschen sterben bei dem Flugzeugabsturz einer türkischen McDonnell Douglas DC-10-10 (TC-JAV). Kurz nach dem Start vom Pariser Flughafen Orly kommt es durch den Konstruktionsfehler der Heckklappe, die sich löst, zu einem plötzlichen Druckabfall, das Flugzeug stürzt mit voller Wucht in ein Waldgebiet bei Paris.
  • 10.07.1976: Im italienischen Seveso wird durch eine Explosion im Reaktor einer Chemiefabrik eine Giftgaswolke freigesetzt und dadurch eine der größten Chemiekatastrophen der Geschichte ausgelöst. Hochgiftiges Dioxin verseucht ein 18 Quadratkilometer großes Gebiet, etwa 200 Menschen erleiden akute Vergiftungen (Chlorakne), zahllose Tiere verenden. Aufgrund der Fehleinschätzung der Gefahr erfolgt die Schließung der Fabrik und die Evakuierung der Bevölkerung erst Tage später. Zu einem neuen Skandal kommt es im Sommer 1982 bei der Entsorgung der Giftfässer mit den dioxinhaltigen Reaktorinhalten. Die Fässer verschwinden spurlos und tauchen erst 1983 in Frankreich wieder auf. In Basel werden sie in einem Spezialofen verbrannt.
  • 28.07.1976: Bei einem schweren Erdbeben der Stärke 8,2 auf der Richter-Skala um 3:42 Uhr Ortszeit sterben in der chinesischen Stadt Tangschan (150 km südöstlich von Peking) mehr als 650.000 Menschen, etwa 780.000 Menschen werden verletzt. Am folgenden Tag kommt es erneut zu einem schweren Beben. Informationen über die Jahrhundertkatastrophe gelangen erst verspätet an die Weltöffentlichkeit, da die chinesische Regierung genaue Angaben zurückhält. Sie meldet offiziell 255.000 Tote.
    Link: Das Beben von Tangshan 1976 in der Wikipedia
  • 27.03.1977: Auf der Rollbahn des Flughafens von Santa Cruz (Teneriffa) stoßen eine Boeing 747 der niederländischen KLM und eine Boeing 747 der PanAm (»Pan American World Airways«) zusammen. 583 Menschen sterben bei dem Unglück, der größten Katastrophe der zivilen Luftfahrt.
    Hintergrund ist die Schließung des Flughafens von Las Palmas aufgrund eines Bombenattentats. Dadurch werden zahlreiche Flüge auf den Flughafen Los Rodeos in Santa Cruz umgeleitet. Dichter Nebel erschwert zusätzlich Starts und Landungen der Maschinen. Beim Zusammenstoß geraten die Maschinen - voll aufgetankt - sofort in Brand.
  • 16.09.1978: Bis zu 26.000 Menschen werden bei einem dreiminütigen Erdbeben der Stärke 7,7 auf der Richter-Skala im Südosten des Iran getötet. Die Stadt Tabas (965 km von Teheran entfernt) sowie 40 weitere Dörfer werden vollkommen zerstört.
    Link: Thousands dead in Iran earthquake (BBC on this day)
  • 28.12.1978: Schneechaos in Norddeutschland. Ab dem 28. Dezember 1978 beginnt heftiger Schneefall, stürmische Winde führen zu meterhohen Schneeverwehungen, Blitzeis legt den Verkehr lahm. Zum Jahreswechsel sind 150 Orte von der Außenwelt abgeschnitten, Stromleitungen brechen unter der Schneelast zusammen. Panzer der Bundeswehr und Schneefräsen aus Bayern werden zur Befreiung von Eingeschlossenen eingesetzt.
    Link: Die Schneekatastrophe vom Jahreswechsel 1978/79
  • 28.03.1979: In dem Kernkraftwerk »Three Mile Island« bei Harrisburg (Pennsylvania) kommt es zu einem schweren Unfall. Nach einer Pannenserie kommt es zum Verlust von Kühlwasser, wodurch sich der Reaktor überhitzt und ein Teil des Brennstoffs schmilzt. Es werden radioaktive Gase freigesetzt und schwach aktives Wasser in den Fluss Susquehanna geleitet. Nach Untersuchungen der Universität Columbia 20 Jahre später ist bei Menschen, die der radioaktiven Wolke ausgesetzt waren, eine deutlich erhöhte Leukämie-Erkrankung festzustellen.
    Link: Beinahe-GAU in Harrisburg
  • 25.05.1979: Eine DC-10 der »American-Airlines« verliert in 170 Metern Höhe ein Triebwerk und stürzt über Chicago ab. Alle 273 Menschen an Bord sowie 2 Passanten am Boden sterben bei dem Unglück, der bis dahin größten Katastrophe der US-Luftfahrt. Kontrollen an den 275 im Einsatz befindlichen Maschinen erhärten den Verdacht auf Konstruktionsmängel, die US-Luftfahrtbehörde FAA spricht ein Flugverbot aus.
    Link: McDonnell Douglas DC-10
  • 11.07.1979: Bruchstücke des US-Weltraumlabors »Skylab« stürzen auf ein dünn besiedeltes Gebiet in Westaustralien. Weder der Absturztermin noch der Ort konnten exakt berechnet werden, erwartet wurde allerdings, dass die nicht verglühten Teile im Pazifik oder im Indischen Ozean landen würden. Am 14. Mai 1973 war »Skylab« in eine Erdumlaufbahn gebracht worden und nach 35.000 Erdumkreisungen unvorhergesehen in die tieferen Schichten der Erdatmosphäre eingedrungen.

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  • 18.05.1980: Der Ausbruch des seit 1857 ruhenden Vulkans »Mount St. Helens« löst im US-Bundesstaat Washington eine Naturkatastrophe aus. Bei der gewaltigen Explosion - entsprechend der 500-fachen Gewalt der Hiroshima-Bombe - werden 400 Meter Gestein von dem 2.950 Meter hohen Gipfel abgesprengt. Die gesamte Nordflanke rutscht in den nahe gelegenen Spirit-See und löst eine gewaltige Schlammlawine aus, die über 400 Quadratkilometer Land bedeckt. Eine Aschewolke steigt 20 Kilometer hoch in die Stratosphäre auf und verdunkelt für mehrere Tage den Himmel. Die Landschaft rund um den Krater ist völlig zerstört, zehn Millionen Bäume werden durch die Druckwelle abgeknickt. Bei den 57 Menschen, die bei der Katastrophe sterben, handelt es sich vor allem um Touristen.
    Link: Der »Mount St. Helens« in der Wikipedia
  • 05.06.1981: Das »Center for Disease Control« (»CDC«), die zentrale Gesundheitsbehörde der USA, meldet in ihrem Wochenbericht fünf Fälle einer seltenen Lungenerkrankung. Zeitgleich erkranken ungewöhnlich viele Patienten an der amerikanischen Ostküste an einem Kaposi-Sarkom, einem seltenen Gefäßtumor. Der Begriff »schwere erworbene Immunschwäche« taucht erstmals am 10. Dezember 1981 in der medizinischen Literatur auf (als »GRID«, »gay related immune deficiency« = »Schwulen-Immunschwäche«), später benennt man die Krankheit als »acquired immune desiciency syndrome« (erworbenes Immun- oder Abwehrschwäche-Syndrom), abgekürzt: Aids. Die meist tödlich verlaufende Virusinfektion wird durch Blut und Sexualkontakte übertragen. 1983 gelingt die Identifizierung des Immunschwächevirus (»human immunodeficiency virus«, HIV). Nach Angaben der UN sind bis Dezember 2003 weltweit 30 Millionen Menschen an der Krankheit gestorben, in Deutschland sind es etwa 22.000 Menschen. Wichtigster Schutz gegen Aids ist die Verwendung von Kondomen (siehe auch: Tod von Rock Hudson: 2. Oktober 1985).
    Links: Die »Geschichte von Aids« in der Wikipedia und Stichwort »AIDS« bei www.medicine-worldwide.com
  • 01.09.1983: Sowjetische Mig-Abfangjäger schießen eine Boeing 747 der »Korean Airlines« ab, die sich irrtümlich im Luftraum über der russischen Insel Sachalin befindet. Alle 269 Insassen, darunter 51 US-Bürger, sterben bei dem Absturz der Maschine ins Meer. Der Vorfall löst weltweites Entsetzen und Proteste aus. Nach Angaben der Sojets war ein Spionageauftrag vermutet worden.
  • 03.12.1984: Nach einer Explosion in einer Pflanzenschutzmittelfabrik des US-amerikanischen Konzerns »Union Carbide« im indischen Bhopal (im zentralindischen Unionsstaat Madhya Pradesh) strömen hochgiftige Gase ins Freie. 8.000 Menschen sterben sofort, weitere 20.000 an den Spätfolgen (genaue Zahlen sind nicht bekannt). Bis zu 500.000 Menschen werden verletzt, viele von ihnen verlieren durch die ätzenden Dämpfe ihr Augenlicht.
  • 25.05.1985: Bei einem verheerenden Wirbelsturm und einer damit verbundenen Sturmflut an der Küste von Bangladesch sterben nach Schätzungen des Deutschen Roten Kreuzes etwa 40.000 Menschen.
    Link: Bangladesch in der Wikipedia
  • 10.07.1985: Das Schiff »Rainbow Warrior« der Umweltschutzorganisation »Greenpeace« wird in Auckland, Neuseeland, von Agenten des französischen Geheimdienstes versenkt. Die Beziehung zwischen Frankreich und Neuseeland erlebt daraufhin eine Krise, da sich das Schiff, das gegen die französischen Nukleartests im Pazifik demonstriert hatte, in neuseeländischen Hoheitsgewässern befand, und die neuseeländische Regierung bereits seit Jahren gegen die Tests protestiert hatte. 1987 erklärt sich Neuseeland zur nuklearfreien Zone.
  • 12.08.1985: 520 Menschen sterben beim Absturz einer japanischen Boeing 747 nahe des Berges Fudschijama, nur 4 Menschen können geborgen werden. Nach einer Explosion im Heck fällt die Steuerung aus, in einer Höhe von 1460 Meter prallt der Jumbo-Jet gegen den Berg Osutaka.
  • 13.11.1985: Der Ausbruch des 5.321 m hohen Vulkans Nevado del Ruiz in Kolumbien (160 km nordwestlich der Hauptstadt Bogota) löst eine gewaltige, aus Schmelzwasser und Vulkanasche bestehende Schlammlawine aus, welche die 70 km entfernte Kleinstadt Armero unter sich begräbt. Etwa 23.000 Menschen sterben bei dem Unglück. Zuvor hatten Geologen vor den Gefahren einer gewaltigen Eruption des seit 140 Jahren ruhenden Vulkans gewarnt, eine Evakuierung der Bevölkerung war jedoch nicht erfolgt.
    Links: Deadly Lahars from Nevado del Ruiz, Colombia und Bedrohliche Vulkane
  • 28.01.1986: Die amerikanische Raumfähre »Challenger« explodiert 73 Sekunden nach dem Start. Bei dem Unglück sterben die sechs Astronauten und die Lehrerin Christa McAuliffe. Als Ursache stellt eine Kommission poröse Dichtungen am rechten Feststoffbooster fest. Das Unglück hat umfassende technische Überarbeitungen und Verbesserungen zur Folge. Am 29. August 1988 startet mit der »Columbia« erstmals nach dem Unglück wieder ein Space Shuttle ins All.
    Link: Challenger - Neun erfolgreiche Flüge und ein Totalverlust
  • 26.04.1986: Bei dem bisher schwersten Unfall in der Geschichte der friedlichen Nutzung der Kernenergie kommt es im ukrainischen Tschernobyl (Chornobyl), 130 Kilometer nördlich von Kiew (Kyyiv), zu einem so genannten »Super-GAU«. Nach einem Reaktorbrand wird massive radioktive Strahlung freigesetzt, die sich in einer radioaktiven Wolke über ganz Mittel- und Nordeuropa ausbreitet. Offiziell werden von den Behörden 32 Tote gemeldet, nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde starben 56 Menschen sofort. Als Spätfolgen der Verseuchung wird weltweit mit tausenden von Krebstoten (v.a. Schilddrüsenkrebs, Leukämie) und genetischen Schäden gerechnet, nach Schätzungen der Russischen Akademie der Wissenschaften werden 200.000 Menschen an den Folgen der Katastrophe sterben. Zur Verhinderung eines weiteren Austritts radioaktiver Strahlung wird das Gebäude von hunderttausenden so genannten "Liquidatoren" (Soldaten, Studenten, "Freiwilligen") mit einem Betonmantel ("Sarkophag") umhüllt, der mit der Zeit allerdings brüchig wird.
    Links: Die Katastrophe von Tschernobyl in der Wikipedia, Linkportal zum 25. Jahrestag der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl, Tschernobylfolgen (IPPNW Deutschland)
  • 06.03.1987: Nur 800 Meter vor dem Hafen der belgischen Stadt Zeebrugge verunglückt die britische Fähre »Herald of Free Enterprises«. Der Kapitän ist gestartet, obwohl ein Bugtor noch nicht richtig geschlossen ist. Dadurch dringen rasend schnell Wassermassen ein, überfluten das Schiff und bringen es innerhalb weniger Minuten zum Kentern. Viele Menschen sind in den Zwischendecks eingeschlossen und können nicht rechtzeitig befreit werden. 209 Menschen sterben bei dem Unglück, 408 Menschen können lebend geborgen werden.
  • 20.12.1987: Die Fähre »Dona Paz« kollidiert in der Nähe der Insel Marinduque (Philippinen) mit dem Tanker »Vector«. Nach einer Explosion kommt es zu einem Brand. Die Angabe über die Anzahl der Opfer schwankt zwischen 1.537 und 4.317 Toten und kann nicht genau ermittelt werden, da das Schiff hoffnungslos überfüllt war.
  • 03.07.1988: Das amerikanische Kriegsschiff U.S.S. Vincennes schießt versehentlichen einen Airbus A300 der »Iran Air« über dem Persischen Golf ab. Alle 290 Flugzeuginsassen kommen bei dem Unglück ums Leben.
    Link: USS Vincennes (CG-49)
  • 28.08.1988: Bei einer Flugschau in Ramstein-Miesenbach (Ramstein Air Base, Rheinland Pfalz) kollidieren drei Flugzeuge der italienischen Kunstflugstaffel Frecce Tricolori. Eine der Maschinen stürzt in die Zuschauermenge und explodiert. In dem Flammeninferno sterben 67 Zuschauer und die 3 Piloten, 500 (1.000?) Menschen erleiden zum Teil schwere Verbrennungen und/oder Verletzungen. Als Ursache des Unglück wird offiziell menschliches Versagen angegeben.
    Link: Das Flugtagunglück von Ramstein in der Wikipedia
  • 07.12.1988: Bei einem schweren Erdbeben der Stärke 7,5 (auf der Richterskala) in der Sowjetrepublik Armenien sterben mindestens 25.000 Menschen, andere Quellen berichten von 60.000 Todesopfern. Etwa 500.000 Menschen werden obdachlos. Die Sowjetunion lässt erstmals ausländische Hilfsorganisationen (aus etwa 40 Ländern) einreisen.
    Link: Armenien in der Wikipedia
  • 21.12.1988: Nach einer Bombenexplosion stürzt eine Boeing 747 über der schottischen Ortschaft Lockerbie ab. 270 Menschen kommen um, darunter sieben Bewohner des Dorfes. Einer der lybischen Täter wird 2001 im niederländischen Camp Zeist zu lebenslanger Haft verurteilt.
  • 24.03.1989: Der mit 206.000 Tonnen beladene Öltanker »Exxon Valdez« läuft auf das Bligh-Riff im Prinz-William-Sund und schlägt leck. 42.000 Tonnen Öl laufen aus und verseuchen die Küste auf einer Länge von 1.300 Kilometern. Der Ölteppich breitet sich auf einer Fläche von 1600 Quadratkilometern aus. Tausende von Seehunden, Seelöwen und Walen sowie schätzungsweise 2,6 Millionen Seevögel verenden. Die Unglücksregion wird von Steve Cowper, dem Gouverneur von Alaska, zum Katastrophengebiet erklärt. Untersuchungen ergeben, dass das Schiff vom Dritten Offizier gesteuert worden war, während der Kapitän betrunken in seiner Kabine gelegen hatte. Beim Versuch, Eisschollen auszuweichen, war das Schiff vom Kurs abgekommen und mit dem Riff kollidiert.
  • 15.04.1989: Im Hillsborough-Stadion der englischen Stadt Sheffield sterben 95 Menschen bei dem größten Unglück in der europäischen Sportgeschichte. Als in dem völlig überfüllten Stadion die Tribüne zusammenzubrechen droht, werden die in den vorderen Reihen stehenden Menschen gegen die Gitterzäune gedrückt. 95 Menschen ersticken, werden erdrückt oder während der panikartigen Massenflucht zu Tode getreten.

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  • 29.04.1991: Ein Wirbelsturm mit Geschwindigkeiten von bis zu 235 km/h vor der Küste von Bangladesch ruft eine sechs Meter hohe Flutwelle hervor. Die Küstenregionen in den Mündungsgebieten der Flüsse Ganges und Brahmaputra werden verwüstet und zwischen 140.000 und 500.000 Menschen getötet. Mehr als zehn Millionen Menschen werden obdachlos, durch ausbrechende Seuchen und Krankheiten sterben Zehntausende von Menschen.
  • 13.04.1992: 236 Jahre nach dem letzten Erdbeben am Niederrhein erschüttert ein mittelschweres Erdbeben der Stärke 5,8 auf der Richter-Skala die Grenzregion zu Holland. Das Epizentrum des Bebens liegt in Roermond. In der deutschen Stadt Heinsberg werden etwa 150 Häuser zum Teil erheblich beschädigt. 1 Mensch wird getötet, mehr als 40 werden verletzt, der Sachschaden beläuft sich auf etwa 100 Millionen Mark. Ausläufer des Bebens sind bis nach Niedersachsen, Hessen und Thüringen zu spüren.
  • 24.08.1992: Der Hurrikan »Andrew« verursacht verheerende Schäden im US-Bundesstaat Florida. Es ist einer der schwersten Wirbelstürme aller Zeiten. Insgesamt sterben 65 Menschen bei dem Unglück, 250.000 Menschen werden (vorrübergehend) obdachlos. Die Schädenshöhe in den USA beträgt etwa 25 Milliarden US-Dollar.
    Link: Hurricane Andrew (16.-28. August 1992)
  • 28.09.1994: Bei dem Untergang der estnischen Fähre »Estonia« 35 Kilometer vor der finnischen Südküste sterben 912 Menschen, nur 137 überleben das Unglück. Ursache ist das Abreißen der äußeren Bugklappe bei schwerer See. Um 0:24 Uhr funkt die »Estonia« SOS und meldet den Ausfall der Maschinen und der Elektrik. Sie sinkt vermutlich innerhalb von 30 Minuten, die meisten Menschen werden im Schlaf überrascht. Die tagelang andauernden Rettungsaktionen werden durch das schlechte Wetter stark behindert, so dass auch Menschen sterben, die sich zunächst ins Wasser retten konnten.
  • 23.07.1997: Bei Brieskow-Finkenherd (in der Nähe von Frankfurt an der Oder) bricht der erste Deich. Bei der Hochwasserkatastrophe in Polen, Tschechien und Deutschland versinken ganze Dörfer in den Fluten, 114 Menschen in Polen und Tschechien kommen ums Leben. Ursache für den historischen Höchststand der Oder (6,57 m) sind starke Regenfälle im Gebiet von Oder, Neiße und Weichsel. 3 Wochen dauert der Kampf gegen die Oderflut, es ist der größte Katastropheneinsatz in Deutschland seit Kriegsende.
    Link: Die Oderflut von 1997
  • 03.06.1998: Das schwerste Zugunglück in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland bei Eschede (Celle) fordert 101 Menschenleben. Das Unglück wird durch den Bruch eines Radreifens des ICE-Zuges verursacht.
    Link: Das ICE-Unglück Eschede in der Wikipedia
  • 17.08.1999: In Izmit im Nordwesten der Türkei kommt es zu einem schweren Erdbeben (Stärke 7,8), bei dem mehr als 14.500 Menschen sterben. Mehr als 240.000 Menschen werden verletzt. Von der Katastrophe sind auch die Städte Gölcuk, Bolu, Bursa und Istanbul betroffen. Grund für die hohe Opferzahl ist der schlechte Zustand der Gebäude, die wie Kartenhäuser einstürzen. Internationale Hilfstrupps u.a. aus Deutschland und Japan beteiligen sich an der Suche nach Überlebenden und den Hilfsmaßnahmen.
    Link: Stichwort »Erdbeben« in der Wikipedia

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  • 12.08.2000: 118 Mann des russische Atom-U-Boots »Kursk« sterben, als das U-Boot nach zwei Explosionen in der Barentsee versinkt. Die Barentsee ist ein Meeresarm des Nordpolarmeeres, die nach ihrem Entdecker Willem Barents (1550-1597) benannt wurde.
    Link: Das Atom-U-Boot »Kursk«in der Wikipedia
  • 26.11.2000: Der erste Fall einer an »BSE« (Bovine Spongiforme Enzephalopathie) erkrankten Kuh wird aus Schleswig-Holstein gemeldet. Dies ist eine auch als »Rinderwahnsinn« bezeichnete degenerative Gehirnerkrankung. Die Krankheit ist im Jahre 1986 erstmals aufgetreten, die meisten Fälle sind aus Großbritannien bekannt. Forscher stellen einen Zusammenhang zwischen BSE und einer neuen Variante der relativ seltenen »Creutzfeldt-Jakob-Krankheit« (nvCJD / Human BSE) fest, an der bis Ende 2003 etwa 150 Menschen sterben, die meisten davon in Großbritannien. In Deutschland darf seit Oktober 2000 Rückenmark, das als BSE-Risikomaterial gilt, nicht mehr zu Nahrungsmitteln verarbeitet werden.
    Link: »Rinderkrankheit BSE« in der Wikipedia
  • 16.01.2001: Die DPA berichtet über den Absturz eines UN-Hubschraubers in der Mongolei, bei dem neun Insassen ums Leben kommen, darunter auch eine deutsche UN-Repräsentantin. Das UN-Team wollte das dortige Ausmaß der Schneekatastrophe untersuchen. Das Deutsche Rote Kreuz berichtet in einer Pressemitteilung vom 16. Februar über ein Soforthilfeprogramm mit 850 Tonnen Nahrungsmitteln. Der schwerste Katastrophenwinter in der Mongolei seit 50 Jahren mit Tiefsttemperaturen von Minus 50 Grad bedroht das Leben von 35.000 Menschen, 38 Prozent aller Nomadenfamilien und 40 Prozent des gesamten Viehbestandes sind von der Schneekatastrophe betroffen.
    Link: Schneekatastrophe in der Mongolei
  • 26.01.2001: Bei einem schweren Erdbeben (der Stärke 7,6 auf der Richterskala) in Indien und Pakistan kommen über 50.000 Menschen ums Leben, über eine halbe Million Menschen werden obdachlos. Besonders betroffen ist die Stadt Bhachau in dem westindischen Bundesstaat Gujarat. Sie wird zu 90 Prozent zerstört.
  • 17.08.2002: Der Pegel der Elbe erreicht im überfluteten Dresden einen historischen Höchststand von 9,40 Meter, flussaufwärts in Pirna sogar etwa 11,50 Meter. Ursache für das Elbehochwasser sind die heftigen Regenfälle, die seit Anfang August im Einzugsgebiet der Moldau und im Erzgebirge niedergehen. Weite Landesteile von Tschechien (besonders Prag), Sachsen, Sachsen-Anhalt und Niedersachsen werden unter Wasser gesetzt, es entsteht alleine in Deutschland ein geschätzter Schaden von 15 Milliarden Euro. Große Schäden entstehen auch an und in der Dresdner Semperoper.
    Links: Das »Elbehochwasser 2002« in der Wikipedia
  • 26.09.2002: 1.863 Menschen sterben, als die völlig überfüllte senegalesische Fähre Joola vor der Küste Gambias kentert. Es kommt zu einer politischen Krise in Senegal und zur Entlassung der Regierung durch Präsident Abdoulaye Wade.
  • 01.02.2003: Die amerikanische Raumfähre »Columbia« verglüht beim Wiedereintritt in die Atmosphäre. Sieben Menschen sterben bei dem Unglück, darunter auch der israelische Oberst Ilan Ramon (48), der erste Israeli im Weltall. Nach widersprüchlichen Aussagen über die Ursache des Unglücks wird von einer Untersuchungskommission am 26. August 2003 bekannt gegeben, dass ein beim Start abgefallenes Stück Isolierschaum des Außentanks ein Loch in die Vorderkante des linken Flügels geschlagen habe. Dazu kämen mechanische Fehler und Fehlverhalten von Ingenieuren sowie eine mangelhafte Kommunikation innerhalb der NASA.
    Link: Columbia Sonderseite
  • 29.03.2003: Der italienische Arzt Carlo Urbani (1957-2003), Entdecker der Atemwegskrankheit SARS (severe acute respiratory syndrome: schweres akutes Atemwegssyndrom), stirbt im Alter von 46 Jahren in Bangkok an dieser Infektionskrankheit. Bis Juni 2003 werden der Weltgesundheitorganisation etwa 8.000 infizierte und 800 daran gestorbene Menschen gemeldet, vorwiegend aus dem asiatischen Raum.
    Link: »SARS« in der Wikipedia
  • 26.12.2003: Bei einem Erdbeben der Stärke 6,6 (auf der Richter-Skala) im Südosten des Iran, nahe der Stadt Bam, sterben zwischen 30.000 und 60.000 Menschen. Die nahezu zerstörte Stadt wird am 21. Juli 2004 erneut durch ein Erdbeben erschüttert (Stärke 4,2). Die Zitadelle von Bam, das älteste erhaltene Bauwerk der Welt in der für die Region typischen Lehmbauweise, gehörte zum Weltkulturerbe der UNESCO.
    Link: Bam in der Wikipedia
  • 13.01.2004: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bestätigt einen Zusammenhang zwischen dem Tod von 3 Vietnamesen und der »Vogelgrippe«. In Vietnam und Thailand sterben 24 Menschen an der Viruskrankheit, die sich seit November 2003 über Südostasien ausgebreitet hat. Am 28. Januar 2004 findet eine internationale Konferenz in Bangkok statt, um Maßnahmen gegen die Vogelgrippe zu beschließen.
    Link: Thema »Grippe« bei www.medicine-worldwide.com
  • 24.05.2004: Bei Überschwemmungen sterben in Haiti und der Dominkanischen Republik über 1.500 Menschen. Ursache sind tagelang anhaltende schwere Regenfälle.
    Link: Stichwort »Überschwemmungen« in der Wikipedia
  • 01.08.2004: Bei dem Brand in einem Einkaufszentrum in Asunción, der Hauptstadt Paraguays, sterben mindestens 364 Menschen, über 400 werden schwer verletzt. Das Feuer war durch Ruß- und Fettpartikel im Küchenabzug eines Restaurant ausgelöst worden, die sich entzündeten, was zu Explosionen von Kompressoren, Kühlschränken und Spraydosen führte. Auf Veranlassung der Besitzer hatte das Sicherheitspersonal alle Türen geschlossen, um Plünderungen und Diebstahl zu verhindern. Nach Augenzeugenberichten schossen die Wachleute sogar auf Feuerwehrleute, die versuchten, die Türen einzuschlagen.
    Link: Brandkatastrophe in Asunción
  • 02.09.2004: Durch einen Brand in der »Herzogin Anna Amalia Bibliothek« in Weimar werden 50.000 teilweise unersetzliche Bücher und Schriften aus dem 17. und 18. Jahrhundert vernichtet.
    Link: Die »Herzogin Anna Amalia Bibliothek« in der Wikipedia
  • 18.09.2004: Vier schwere Wirbelstürme verwüsten die Inseln der Karibik und den Süden der Vereinigten Staaten. Am 13. August fordert der Hurrikan »Charley« 33 Menschenleben, »Frances« verwüstet Ende September die Bahamas und Florida und tötet 11 Menschen. 2,5 Millionen Menschen sind auf der Flucht. Kurz darauf wütet »Ivan« und tötet mindestens 122 Menschen. Dem Hurrikan »Jeanne« fallen über 3.000 Menschen zum Opfer, eine Springflut lässt die Stadt Gonaives im Wasser untergehen, weite Gebiete Haitis werden zerstört. Forscher befürchten eine Zunahme der Naturkatastrophen.
    Link: »Hurricane Jeanne« in der englischen Wikipedia
  • 26.12.2004: Verheerende Flutwellen zerstören in Süd- und Südostasien ganze Küstenregionen. Mehrere Länder - selbst an der ostafrikanischen Küste - sind von den Folgen des schweren Bebens vor der Küste Sumatras betroffen. Die Zahl der Toten wird auf über 200.000 geschätzt. Millionen Menschen in den Katastrophengebieten verlieren ihre Familien, Freunde und Bekannte, ihr Hab und Gut und müssen nun um ihr Überleben kämpfen. Besonders schlimm sind die Kinder betroffen, die in Gefahr geraten, an Kinderhändler zu geraten. Auch deutsche Urlauber sterben in den Fluten. Das Unglück löst weltweit eine nie dagewesene Spendenbereitschaft aus.
    Tsunami ist der Begriff für eine Flutwelle, die von Erdbeben, Erdrutschen oder Vulkanen unter der Wasseroberfläche verursacht wird. Eine solche Welle kann sich mit bis zu 720 Kilometern pro Stunde ausbreiten und einen gesamten Ozean erfassen. Die Wellen können an den Küsten bis zu 35 Metern hoch werden, ihre Länge reicht von 150 bis 300 Kilometer. Das Tückische: Auf hoher See sind die Flutwellen nicht größer als zwei oder drei Meter und werden von Schiffsbesatzungen kaum wahrgenommen. Der Abstand zwischen den Wellenkämmen kann bis zu 100 Kilometer betragen. Wenn eine Tsunami-Welle ins flache Uferwasser läuft, legt sie zunächst den Meeresboden auf großer Strecke trocken. Wenig später folgt eine riesige Flutwelle, die zu einem mehr als 30 Meter hohen Wasserberg anwachsen kann. (Quelle: tagesthemen.de)

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Hurricane Katrina
»Hurricane Katrina taken on Aug. 28, 2005, at 11:45 a.m. EDT when the storm was a Category Five hurricane«, Quelle: NOAA
  • 29.08.2005: Der Hurrikan »Katrina« erreicht mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 240 km/h das südöstliche Küstengebiet der USA am Atlantischen Ozean. Von den Zerstörungen ist eine Fläche von der Größe Großbritanniens betroffen, vor allem der Großraum New Orleans betroffen, aber auch kleinere Städte wie Biloxi (Mississippi), die nahezu vollständig zerstört werden. Als in New Orleans die Dämme brechen, wird die Stadt, die unter dem Meeresspiegel liegt, zu 80 Prozent überflutet. Trotz der von den Behörden angeordneten Evakuierungsmaßnahmen sind Tausende in der Stadt geblieben, vor allem Arme, Kranke und alte Menschen. Nach der Katastrophe bricht Chaos und Anarchie aus. Augenzeugen berichten von »verhungernden und zu Tode vergewaltigten Kindern«. Hilfe kommt gar nicht oder verspätet. Es fehlen Trinkwasser, Nahrungsmittel, Medikamente, Antibiotika und Insulin. Das Stromnetz ist zusammengebrochen. Banden ziehen plündert und marodierend durch die Stadt. Besonders schlimm betroffen sind die etwa 60.000 Menschen, die im »Louisiana Superdome«, dem Football-Stadion, Zuflucht gesucht haben. Dort fehlt es vor allem an Trinkwasser und Nahrung; die sanitären Anlagen sind außer Betrieb, Leichen werden "einfach" an die Seite geschoben. Am 1. September verhängt die Gouverneurin von Louisiana, Kathleen Blanco, das Kriegsrecht. Plünderer sollen von der Nationalgarde erschossen werden. Der Bürgermeister von New Orleans, C. Ray Nagin, richtet einen Hilferuf an die Nation und greift die Regierung wegen der mangelnden Hilfe scharf an. Bei seinem Besuch im Katastrophengebiet am 2. September verspricht US-Präsident George W. Bush »eine Korrektur der Missstände« und erläutert seine Vision von der wunderbaren zukünftigen Stadt. Er hatte seinen Urlaub erst am Mittwoch abgebrochen. Erst kurz vor seinem Besuch in Biloxi waren die Straßen in Biloxi teilweise geräumt worden und erste Hilfslieferungen eingetroffen.
    Der Hurrikan Katrina gilt nach dem 11. September 2001 und dem Erdbeben in San Franciso am 18. April 1906 als schlimmste Katastrophe in der Geschichte der USA. Mindestens 1.300 Menschen sterben, mehr als eine Million Menschen werden obdachlos. Eine Seuchengefahr droht durch das von Leichen, Kot und Abfällen verschmutzte Wasser. Man geht davon aus, dass es Monate oder sogar Jahre dauern wird, bis die Menschen wieder zurückkehren können.
    Die aus fast allen Ländern der Erde eintreffenden Hilfsangebote beantwortet Bush in einem Interview mit: »Ich erwarte nicht viel von ausländischen Nationen, weil wir nicht darum gebeten haben. Ich erwarte viel Anteilnahme und vielleicht schicken ein paar (Länder) Bargeld. Aber dieses Land wird aufstehen und sich (selbst) um alles kümmern.«
    Links: »Hurricane Katrina« in der englischen Wikipedia
  • 04.10.2005: Der tropische Sturm »Stan« erreicht die Stärke eines Hurrikans ( Kategorie 1). Er löst sintflutartige Überschwemmungen und Erdrutsche in weiten Teilen Mittelamerikas und den Südprovinzen Mexikos aus. Mindestens 1.153 Menschen werden getötet (befürchtet werden mehr als 2.000 Tote), mindestens 225.000 Menschen werden obdachlos. Die Regierungen von Guatemala und El Salvador verhängen den Ausnahmezustand.
    Salvador ist außerdem von dem Ausbruch des Vulkans Santa Ana betroffen, durch den am 2. Oktober 2005 zwei Menschen sterben.
    Link: Hurricane Stan in der englischen Wikipedia
  • 08.10.2005: Ein schweres Erdbeben der Stärke 7,6 erschüttert um 05.30 Uhr MESZ den Norden Pakistans, Indiens und Afghanistans und richtet schwerste Zerstörungen an. Das Zentrum liegt nordöstlich von Islamabad (der Hauptstadt Pakistans) in der Region Kaschmir. Nach Regierungsangaben werden mehr als 73.000 Menschen getötet. Zehntausende Menschen werden verletzt, Millionen Menschen werden obdachlos. Die Überlebenden, vor allem im unzugänglichen nordpakistanischen Gebirge, sind durch Kälte, Mangelernährung und katastrophale sanitäre Verhältnisse bedroht. Zahlreiche Dörfer im Norden Pakistans werden dem Erdboden gleich gemacht. Aus der indischen Stadt Uri an der Grenze zu Pakistan wird berichtet, dass dort 70 Prozent der Häuser »wie Kartenhäuser« zusammengebrochen sind. Das Erdbeben ist das schwerste seit fast 100 Jahren in Pakistan.
  • 02.01.2006: Bei dem Einsturz einer Eislauf- und Schwimmhalle in Bad Reichenhall (Bayern) - verursacht durch die extrem hohe Schneelast auf der Dachkonstruktion - werden 15 Menschen getötet und mehrere verletzt. Die meisten der Opfer sind Kinder und Jugendliche.
    Link: Unglück in Bad Reichenhall
  • 28.01.2006: Bei dem Einsturz des Daches einer Messehalle in der Nähe der oberschlesischen Stadt Kattowitz sterben 63 Menschen (darunter auch zwei Deutsche), etwa 170 Menschen werden verletzt. Etwa 160 Menschen können von den Rettungskräften aus den Trümmern geborgen werden. Zur Zeit des Unglücks fand dort die Taubenzüchterausstellung »Taube 2006« statt.
    Link: Die Kattowitzer Messe in der Wikipedia
  • 03.02.2006: Bei dem Untergang der ägyptischen Fähre »Al-Salaam Bocaccio 98« im Roten Meer ertrinken über 1.000 Menschen. Die mit 1.400 Menschen belegte Fähre kentert auf dem Weg von Duba in Saudi-Arabien zur ägyptischen Hafenstadt Safaga. Etwa 400 Menschen können aus dem Wasser gerettet werden. Die Überlebenden berichten von einem Brand und Explosionen an Bord. Zum Löschen des Feuers wurde vermutlich eine große Menge Meerwasser an Bord geholt, wodurch es zu einer gefährlichen Schlagseite des Schiffes kam.
  • 27.05.2006: Bei einem schweren Erdbeben auf der Insel Java (Indonesien) sterben mehr als 6.200 Menschen, über 30.000 werden verletzt, mehr als 130.000 werden obdachlos. Allein in der Provinz Bantul südlich von Yogyakarta sollen mindestens 2.000 Menschen ums Leben gekommen sein. Mehrere Dörfer und kleinere Ortschaften wurden vollkommen dem Erdboden gleich gemacht.
  • 17.07.2006: Als Folge eines Seebebens der Stärke 7,7 auf der Richterskala bilden sich an der Küste von Java meterhohe Flutwellen, die Hotels und Wohnhäuser zerstören. Besonders der Badeort Pangandaran ist von den Zerstörungen betroffen. Mindestens 650 Menschen sterben bei der Katastrophe.
    Link: Das »Seebeben vor Java Juli 2006« in der Wikipedia
  • 22.09.2006: Auf der Teststrecke des Hochgeschwindigkeitszuges »Transrapid« im Emsland kommt es zu einem schweren Unfall, bei dem 23 Menschen sterben und zehn Menschen zum Teil schwer verletzt werden. Ein Zug der Magnetschwebebahn rammt mit einer Geschwindigkeit von etwa 170 Stundenkilometern den auf der Strecke stehenden Werkstattwagen und kommt erst nach knapp 400 Metern zum Stillstand. Ursache ist vermutlich menschliches Versagen.
    Seit 1984 fährt der in Deutschland entwickelte Transrapid auf einer Versuchsstrecke im Emsland in Niedersachsen. Er gilt als modernstes Schienenfahrzeug der Welt.
  • 18.01.2007: Der Orkan Kyrill führt mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 225 km/h zu erheblichen Sachschäden in weiten Teilen Mitteleuropas. Mindestens 34 Menschen sterben, 13 davon in Deutschland. Zahlreiche Flüge werden gestrichen, Bahnverbindungen werden teilweise vollständig eingestellt. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft geht von einem Sachschaden von mindestens einer Milliarde Euro aus und bezeichnet den Orkan als einen der schwersten Stürme, die es je in Deutschland gegeben hat.
    Links: Der Orkan Kyrill in der Wikipedia
  • 04.09.2007: Der Wirbelsturm »Felix« fegt mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 260 Kilometer pro Stunde über den Nordosten Nicaraguas (Mittelamerika) hinweg. Er war zuvor in die höchste Alarmstufe fünf eingestuft worden. Es gibt nach offiziellen Angaben mindestens 130 Tote (Quelle).
    Link: Hurrikan »Felix« in der Wikipedia
  • 02.05.2008: Der Zyklon Nargis erreicht die Küste Myanmars (Birma/Burma) und verursacht schwerste Verwüstungen. Nach UN-Schätzungen sterben bis zu 100.000 Menschen bei der Katastrophe, 1,5 Millionen Menschen werden obdachlos. Die Militärregierung von Myanmar verhindert die Einreise von Hilfsorganisationen, was zu weltweiter Empörung führt.
    Links: Der »Zyklon Nargis« in der Wikipedia
  • 11.03.2011 Das schwerste Erdbeben (Stärke 9,0) in der Geschichte Japans erschüttert den Nord-Osten des Inselstaates. Das Tõhoku-Erdbeben löst weitere Katastrophen aus. Ein bis zu 10 Meter hoher Tsunami verwüstet einen bis zu 10 km breiten Küstenstreifen über hunderte Kilometer Länge, ganze Städte werden von gewaltigen Schlamm-Massen begraben. Es kommt zu Unfällen in mehreren Kernkraftwerken. Besonders schwer betroffen ist das älteste Kernkraftwerk Japans, Fukushima-Daiichi (250 km nördlich von Tokio), wo alles außer Kontrolle gerät. Bereits nach dem Erdbeben kommt es zu drei Kernschmelzen. Weite Landesteile und das Meer werden verseucht (radioaktive Kontamination). Am 12. April stuft die japanische Regierung das Atomunglück in Fukushima auf der Internationalen Bewertungsskala für nukleare Ereignisse (INES) auf die größtmögliche Gefahren-Stufe 7 ein, die bisher nur für den GAU in Tschernobyl galt.
    Links: Tõhoku-Erdbeben 2011 (wikipedia)

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Zuletzt geändert am 18.03.2016

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