Kalenderblatt - Thema: Israel und der Krieg im nahen Osten

Rembrandt: Jeremias trauert über den Untergang Jerusalems
Rembrandt (Rembrandt Harmensz. van Rijn, 1606-1669):
Jeremias trauert über den Untergang Jerusalems (1630)

Chronik:

  • 10.08.586 v.Chr.: Zerstörung des Ersten Tempels, den König Salomo (Regierungszeit 961-922 v.d.Z.), im 10. Jahrhundert v.d.Z. mit einem angeschlossenen Palast-Komplex in Jerusalem errichten ließ. Der 9. Aw (»Tischa be Aw«, »Tisha B'Av«) ist ein Fastentag zur Erinnerung an die Zerstörung des ersten (586 v.d.Z.) und zweiten (70) Tempels in Jerusalem.
    »Im 480. Jahr nach dem Auszug der Kinder Israel aus Ägypten, im vierten Jahre der Regierung Salomos über Israel, im Monat Siv, das ist der zweite Monat, baute er dem HERRN das Haus. Das Haus aber, das der König Salomo dem HERRN baute, war sechzig Ellen lang, zwanzig Ellen breit und dreißig Ellen hoch.« (1. Könige, Kaptel 6, Vers 1-2, Eine Elle = 0,5 - 0,8 Meter)
    »Am siebenten Tage des fünften Monats (das ist das neunzehnte Jahr Nebukadnezars, des Königs von Babel), kam Nebusaradan, der Oberste der Leibwache, der Diener des Königs von Babel, nach Jerusalem und verbrannte das Haus des HERRN und das Haus des Königs und alle Häuser zu Jerusalem, und alle großen Häuser verbrannte er mit Feuer.« (2. Könige, Kapitel 25, Vers 8-9)
    »Aber am zehnten Tage des fünften Monats, im neunzehnten Jahre des babylonischen Königs Nebukadnezar, kam Nebusaradan, der Oberste der Leibwache, welcher vor dem König von Babel stand, nach Jerusalem und verbrannte das Haus des HERRN und das Haus des Königs und alle Häuser von Jerusalem; alle großen Häuser verbrannte er mit Feuer...« (Jeremia, Kapitel 52, Vers 12-13)
  • 10.08.70: Titus Flavius (39-81), der Sohn des römischen Kaisers Vespasian, erobert Jerusalem nach mehrwöchiger Belagerung und lässt die Stadt plündern und zerstören, wobei auch das größte Heiligtum der Juden, der zweite Tempel, vernichtet wird. Die Schätze und Kultgegenständen werden als Beute nach Rom gebracht. 100.000 Juden werden getötet oder in die Sklaverei geführt. Im Frühling 73 töten sich Verteidiger der Bergfeste Massada am Toten Meer selbst, nachdem sie 3 Jahre lang Widerstand geleistet haben. Damit endet der im Jahr 66 ausgebrochenen Aufstand gegen die Fremdherrschaft der Römer, bei der vermutlich eine Million Juden getötet werden. Der 9. Aw (»Tischa be Aw«, »Tisha B'Av«) ist ein Fastentag zur Erinnerung an die Zerstörung des ersten (586 v.d.Z.) und zweiten (70) Tempels in Jerusalem. Im Jahre 2005 ist dies der 14. August, im Jahre 2006 der 3. August.
    Im Jahre 68 hatten die Römer bereits die klosterähnliche Siedlung Qumran zerstört. Die dort lebende Sekte kann ihre Schriften in Höhlen verstecken, die erst 1947 von Beduinen gefunden werden. (Anmerkung: bei der Recherche für dieses Datum habe ich die unterschiedlichsten Angaben gefunden - 6. August, 10. August, 10. September und 25. September...)
    Die Christen gedenken der Zerstörung Jerusalems mit dem so genannten »Israelsonntag« am 10. Sonntag nach Trinitatis (Dreifaltigkeitsfest am ersten Sonntag nach Pfingsten).
    Link: www.hagalil.com - Zum 9.Aw

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Jerusalem (Lithographie, 1846)
Jerusalem (Lithographie, 1846), Quelle: [16]
  • 27.11.1095: Papst Urban II. (um 1040-1099) ruft auf dem Konzil von Clermont-Ferrand (Frankreich) zum Kreuzzug gegen die Seldschuken (einer türkischen Fürstendynastie) zum Schutz des »Heiligen Grabes« in Jerusalem auf. Die Seldschuken hatten Jerusalem 1071 erobert und behindern den stetig wachsenden Strom christlicher Pilger. Mit der Losung »Gott will es!« begründet der Papst den Kreuzzug und verspricht den Teilnehmern den Ablass ihrer Sünden. Die Anführer des Ersten Kreuzzuges: Gottfried von Bouillon (um 1061-1100), Bohemund von Tarent (1051/52-1111), Tankred von Hauteville (um 1076-1112), Raimund IV. von Toulouse (1041/42-1105), Robert II. von Flandern (um 1065-1111), Robert von der Normandie (1054-1134), Stephan von Blois (1046-1102), Balduin von Boulogne (1058-1118). Adhémar de Monteuil (gestorben 1098), der Bischof von Le Puys, wird durch Papst Urban II. (um 1040-1099) zum geistlichen Anführer ernannt. Von 330.000 Rittern erreichen schließlich - nach wechselvollen Kämpfen - etwa 40.000 das »Heilige Land«. Am 15. Juli 1099 wird Jerusalem erobert. Unter Gottfried von Bouillon (Godefroy de Bouillon, um 1061-1100) wird das Königreich Jerusalem gegründet.
    Bereits im Frühjahr 1096 hatte sich unter der Führung des Eremiten Peter von Amiens (um 1050-1115) der »Kreuzzug der Armen« auf den Weg gemacht. Sie erreichen das Heilige Land jedoch nie, sondern plündern und massakrieren die Judengemeinden am Rhein und werden im Oktober 1096 in Kleinasien von seldschukischen Truppen vernichtet. Peter von Amiens schließt sich mit den Überlebenden den inzwischen eingetroffenen ritterlichen Kreuzfahrern an.
    Link: Kreuzzüge in der Wikipedia
  • 15.07.1099: Unter der Führung von Raimund IV. von Toulouse (1041/42-1105) erobern die Kreuzfahrer nach vierwöchiger Belagerung Jerusalem und richten dort ein schreckliches Massaker an. 70.000 Muslime und Juden, Männer, Frauen und Kinder, werden von ihnen abgeschlachtet. 300.000 Ritter, vorwiegend aus Frankreich, waren 1095 aufgebrochen, nach vielen wechselhaften Kämpfen und unter größten Mühen erreichen nur 40.000 von ihnen das Heilige Land. Nach der Eroberung wird 1099 unter Gottfried von Bouillon (um 1061-1100) das Königreich Jerusalem gegründet. Nach seinem Tod (18. Juli 1099) wird sein Bruder Balduin von Boulogne (1058-1118) am 25. Dezember 1100 durch Daimbert von Pisa (gestorben 1107) zum ersten König von Jerusalem gekrönt.
    Link: Kreuzzüge in der Wikipedia

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Brunnen in Nazareth, um 1890-1900
Brunnen in Nazareth, um 1890-1900, Quelle: [16]
  • 31.08.1897: »Der Zionismus erstrebt für das jüdische Volk die Schaffung einer öffentlich gesicherten Heimstatt in Palästina«. Das ist das Ergebnis des ersten Zionistenkongresses, der auf Einladung des jüdischen Journalisten Theodor Herzl in Basel stattgefunden hat. Erstmals nach 2000jährigem Exil versammelten sich hierbei jüdische Delegierte aus aller Welt. Unter dem Eindruck des Dreyfus-Prozesses und antisemitischer Ausschreitungen schrieb Herzl, Journalist und Pariser Korrespondent der Wiener Zeitung »Neue Freie Presse«, 1894 eine programmatische Schrift: »Der Judenstaat«. Darin vertrat er seine Meinung von der zionistischen Eigenständigkeit. Der Kongress beschließt die Förderung der jüdischen Besiedlung Palästinas, die Gliederung der gesamten Juden durch allgemeine örtliche Veranstaltungen, die Stärkung des jüdischen Volksbewusstseins und Volksgefühls und vorbereitende Schritte, um bei den Staatsregierungen Zustimmung für die Ziele des Zionismus zu erreichen.
  • 13.01.1898: »J'accuse!« (Ich klage an!) heißt der offene Brief des Schriftstellers Emile Zola an den Präsidenten der franz. Republik. Zola fordert darin die Wiederaufnahme des Prozesses gegen den Offizier Alfred Dreyfus.

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Jerusalem - Schafe und Ziegen werden zum Markt getrieben
Jerusalem - Schafe und Ziegen werden zum Markt getrieben, um 1880-1920, Quelle: [16]
  • 27.11.1914: Gründung des »American Joint Distribution Committee« (Joint) u.a. durch Felix M. Warburg mit dem Ziel der Hilfe und Unterstützung für jüdische Kriegsflüchtlinge.
    Link: Das »Joint Distribution Committee« in der Wikipedia
  • 22.03.1915: Jüdische Exilanten aus Palästina und Russland bilden in Ägypten das »Zion Mule (Maultier) Corps«, um die britische Armee bei der Eroberung Palästinas (unter türkischer Herrschaft) zu unterstützen. Joseph Trumpeldor (1880-1920) befehligt ein Corps von 562 Soldaten, die in der »Schlacht von Gallipoli« (19. Februar 1915 - 9. Januar 1916) an der Seite der Engländer kämpfen.
    Links: Schlacht von Gallipoli und Joseph Trumpeldor in der Wikipedia
  • 11.10.1916: Unter dem Druck der rechten Parteien, die den Juden während des ersten Weltkriegs Drückebergerei und Profimacherei vorwerfen, ordnet das deutsche Kriegsministerium eine Zählung der Juden in der kaiserlichen Armee an. Das Ergebnis der Untersuchung wird niemals veröffentlicht, da die Statisken beweisen, dass der Prozentsatz der jüdischen Militärdienstleistenden keinesfalls niedriger ist als der der nichtjüdischen Bevölkerung.
  • 23.08.1917: Die britische Regierung gestattet die Bildung eines jüdischen Regiments - des 38. Bataillons der Königlichen Füsiliere. Das Regiment besteht aus etwa 800 Männern, die im Februar 1918 nach Palästina entsandt werden.
  • 02.11.1917: Der britische Außenminister Arthur James Balfour (1848-1930) schreibt an Lord Lionel Walter Rothschild (1868-1937), eine der Führungspersonen der zionistischen Bewegung: »Seiner Majestät Regierung betrachtet die Schaffung einer nationalen Heimstätte in Palästina für das jüdische Volk mit Wohlwollen und wird die größten Anstrengungen machen, um die Erreichung dieses Zieles zu erleichtern, wobei klar verstanden wird, dass nichts getan werden soll, was die bürgerlichen und religiösen Rechte bestehender nichtjüdischer Gemeinschaften in Palästina oder die Rechte und die politische Stellung der Juden in irgendeinem anderen Land beeinträchtigen könnte.«
    (Zitat aus: Lautemann, Geschichte in Quellen (1980), Bd. 7, S. 609)

    Die »Balfour-Deklaration« wird am 24. Juli 1922 in das Völkerbundsmandat über Palästina aufgenommen.
  • 09.12.1917: Das zum Osmanischen Reich gehörende Jerusalem wird von britischen Truppen eingenommen.

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  • 29.09.1923: Großbritannien erhält das Völkerrechtsmandat über Palästina.
  • 12.08.1925: In Berlin wird auf einer Konferenz jüdischer Wissenschaftler das »Institut für jüdische Forschung« (YIVO) gegründet.

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  • 07.07.1937: Eine britische Untersuchungskommission empfiehlt den Arabern und den Juden die Teilung Palästinas, was von beiden Seiten abgelehnt wird.
  • 17.05.1939: Das »Britische Weißbuch«, veröffentlicht von dem britischen Kolonialminister Malcolm MacDonald, begrenzt die Einwanderung der Juden in den kommenden fünf Jahren auf 75.000 Menschen und sieht eine Einschränkung des Landkaufs vor. Die zionistische Führung des »Jischuw« (die jüdische Gemeinschaft) unter Chaim Weizmann und Ben Gurion ruft die Bevölkerung auf, dies zu ignorieren; es kommt zu Generalstreiks und Demonstrationen im ganzen Land. Der 21. Zionistenkongress diskutiert Maßnahmen gegen das Weißbuch.

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Jaffa, um 1890-1900
Jaffa (heute: Tel-Aviv-Jaffa), um 1890-1900, Quelle: [16]
Link: Jaffa in der Wikipedia
  • 11.05.1942: In dem »Biltmore-Programm« fordern Zionisten wegen der Judenverfolgungen in Deutschland die unbeschränkte Einwanderung sowie die Bildung eines jüdischen Staates: »Jewish Commonwealth«.
  • 10.07.1947: Das Flüchtlingsschiff »President Garfield«, später umbenannt in »Exodus 1947«, mit 4.554 Überlebenden der Konzentrationslager an Bord, verlässt den Hafen von Sète (Frankreich). Die Haganah (die jüdische Miliz) hatte es von einem Abwrackunternehmen in den USA erworben. Am 18. Juli wird die »Exodus« von zwei Zerstörern der Royal Navy gerammt. Zwei Passagiere und ein Besatzungsmitglied kommen dabei ums Leben. Bei den anschließenden Kampfhandlungen während des britischen Enterkommandos sterben 146 Flüchtlinge. Die schwer beschädigte »Exodus« wird in den Hafen von Haifa geschleppt. Die Flüchtlinge werden mit Gefangenenschiffen zurück nach Frankreich deportiert und von dort einen Monat später in die britische Besatzungszone Deutschlands. Die löst einen Skandal und einen weltweiten Protest aus. Die »Exodus-Affäre« beschleunigt die Entscheidung zu einer Teilung Palästinas (siehe 29. November 1947).
  • 29.11.1947: Die UNO beschließt die Teilung Palästinas in einen jüdischen und einen arabischen Teil. Am 15. Mai 1947 hatte ein Sonderkomitee der Vereinten Nationen, die »United Nations Special Committee on Palestine« (UNSCOP), die zur Prüfung der Palästinafrage eingesetzt ist, eine Teilung empfohlen. Der sowjetische Delegierte Andrej Andrejewitsch Gromyko (1909-1989) hatte die Unterstützung seines Landes für den Teilungsplan erklärt. Der Plan der UNO wird nur von der Jewish Agency angenommen.
    »Die Tatsache, dass kein westeuropäischer Staat im Stande war, die Verteidigung der Grundrechte des jüdischen Volkes zu gewährleisten und es vor der Gewalt der faschistischen Mörder zu beschützen, macht den Wunsch der Juden begreiflich, einen eigenen Staat zu gründen. Es wäre ungerecht, diesen Grund nicht mit in Erwägung zu ziehen und das Recht des jüdischen Volkes auf die Verwirklichung seines Wunsches zu leugnen« (Andrej Andrejewitsch Gromyko auf der erste Sondersitzung der Vollversammlung der Vereinten Nationen, 14. Mai 1947)
    Link: Behauptungen und Tatsachen - Teilung
  • 14.05.1948: Gründung des Staates Israel. Um 24 Uhr endet das Mandat der britischen Regierung in Palästina. Da der 15. Mai Sabbat ist, geben der jüdische Nationalrat und der Zionistische Weltkongress die Wiedergründung des Staates Israel einen Tag zuvor bekannt. Staatspräsident wird der Chemiker Chaim Weizmann (1874-1952), Ministerpräsident der Führer der zionistischen Bewegung, David Ben Gurion (1886-1973). Bereits am 15. Mai erklärt die Arabische Liga den palästinensischen Juden den Krieg (15.05.1948-15.01.1949) und greift jüdische Siedlungen an. Nach anfänglichen Niederlagen gewinnt die israelische Armee schließlich die Oberhand. Der Unabhängigkeitskrieg endet am 20. Juli 1949 nach zähen Waffenstillstandsverhandlungen der U.N.O., mit erheblichen Gebietsgewinnen für Israel. 6.000 israelische Soldaten, 2.000 arabische Soldaten sowie eine unbekannte Zahl freiwilliger Kriegsteilnehmer sterben bei den Kämpfen. Über 600.000 Palästinenser wurden zu heimatlosen Flüchtlingen.
    Link: Die Geschichte Israels in der Wikipedia
  • 04.02.1949: Die Arbeiterpartei »Mapai« gewinnt die ersten Wahlen in Israel; sie wird bis 1977 an der Regierung bleiben. Ministerpräsident wird David Ben Gurion (bis 1954).
  • 11.05.1949: Israel wird Mitglied der UNO.

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David Roberts: Der Hafen von Suez, 1839
David Roberts (1796-1864): Der Hafen von Suez, 1839, Quelle: [16]
  • 23.01.1950: Das israelische Parlament - die Knesset - erklärt den im Palästinakrieg 1948/49 besetzten Westteil Jerusalems (Neustadt) zur Hauptstadt Israels.
  • 29.10.1956: Israelische Truppen greifen auf breiter Front ägyptische Stellungen im Sinai an. Unterstützt werden sie dabei von Frankreich. Zuvor hatten die »Schutzmächte« des Suezkanals ein Ultimatum an Israel und Ägypten gestellt, das zur Beendigung der Kampfhandlungen aufrief. Vorausgegangen ist die Verstaatlichung des Suezkanals durch Ägypten am 26. Juli 1956. Diplomaten Frankreichs und Großbritanniens versuchen dies rückgängig zu machen. Am 23. August 1956 findet in London ein Treffen von 22 Ländern statt, deren Angebot jedoch von Ägypten zurückgewiesen wird. Bei einer Vollversammlung der Vereinten Nationen verurteilen Amerika und die Sowjetunion zusammen das Vorgehen der Alliierten und Israels. Siehe: 5. November 1956.
    Link: Der Suezkanal in der Wikipedia
  • 05.11.1956: Frankreich und Großbritannien greifen in die Kriegshandlungen um den Suezkanal ein, die sich zu einer Machtprobe zwischen Amerika und der Sowjetunion entwickeln. Die drohenden weltweiten Auseinandersetzungen können durch ein Einlenken Frankreichs und Großbritanniens verhindert werden (siehe auch: 29. Oktober 1956).

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  • 15.12.1961: In Jerusalem wird der ehemalige SS-Offizier Adolf Eichmann (1906-1962) zum Tode verurteilt. Als so genannter »Judenreferent« des SS-Reichssicherheitshauptamts war er als Organisator führend an der Deportation von Millionen von Juden in die Vernichtungslager beteiligt. Er konnte zunächst nach Argentinien fliehen, wurde dort vom israelischen Geheimdienst aufgespürt und nach Israel entführt.
    Link: Adolf Eichmann in der Wikipedia
  • 12.05.1965: Nach monatelangen Verhandlungen nehmen die Bundesrepublik Deutschland und Israel volle diplomatische Beziehungen zueinander auf und vereinbaren außerdem den Austausch von Botschaftern. Mehrere arabische Staaten brechen daraufhin ihre diplomatischen Beziehungen zur BRD ab, nur Libyen, Tunesien und Marokko erhalten sie aufrecht.
  • 05.06.1967: Beginn des so genannten »Sechstage-Krieges« zwischen Israel und den arabischen Staaten. Dies ist der dritte Krieg seit der Gründung des Staates Israel am 14. Mai 1948 und bringt den Israelis erhebliche territoriale Gewinne, u.a. die gesamte Halbinsel Sinai. Als Held dieses Krieges wird der frühere Stabschef der israelischen Armee und jetzige Verteidigungsminister, General Moshe Dayan (1915-1981), gefeiert.
    Link: Der Sechstagekrieg in der Wikipedia
  • 13.06.1967: Als Folge des Sechstage-Kriegs (siehe 5. Juni 1967) wird die Teilung der Altstadt von Jerusalem aufgehoben. Erstmals seit 1948 ist damit der Zugang zu einer der wichtigsten heiligen Stätten der Juden wieder frei - hundertausende Juden strömen am Feiertag Schawuot zur Klagemauer.
    Link: Die »Klagemauer« in der Wikipedia
  • 17.03.1969: Die frühere Außenministerin (1956-1965) Golda Meir (1898-1978) wird in Israel zur Ministerpräsidentin (1969-1974) gewählt. 1970 setzt sie gegen großen Widerstand in den eigenen Reihen einen Waffenstillstand am Sueskanal durch. Nach dem überraschenden ägyptischen Angriff im Oktober 1973 gerät sie trotz des Sieges Israels unter Druck und tritt 1974 zurück. Ihr Nachfolger ist Yitzhak Rabin (1922-1995). Golda Meir stirbt 1978 an Leukämie.
    Link: Golda Meir in der Wikipedia

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David Roberts: Auf dem Gipfel von Sinai, 1839
David Roberts (1796-1864): Auf dem Gipfel von Sinai, 1839, Quelle: [16]
  • 06.10.1973: Am höchsten jüdischen Feiertag »Jom Kippur« greifen Ägypten und Syrien überraschend Israel an. Hintergrund ist die Weigerung Israels, die während des »Sechstagekrieges« 1967 besetzten arabischen Gebiete aufzugeben. Ägypten und Syrien erhalten Unterstützung durch die UdSSR, Israel durch die USA. Am 25. Oktober 1973 wird nach Vermittlungsbemühungen der Großmächte, die durch den Krieg in eine Ölkrise geraten, ein von der UN überwachter Waffenstillstand vereinbart. Israels Ministerpräsidentin Golda Meir (1898-1978) tritt als Folge des Krieges nach massiver innenpolitischer Kritik im April 1974 zurück.
    Link: Der Jom-Kippur-Krieg in der Wikipedia
  • 11.05.1975: Ein Abkommen (»Assoziierungsabkommen«) über den Zollabbau mit der EG für israelische Exporte nach Europa beendet die wirtschaftliche Isolation Israels. Das Abkommen tritt am 1. Juli in Kraft.
  • 08.07.1975: Der Besuch von Ministerpräsident Itzhak Rabin (1922-1995), dem Nachfolger von Golda Meir (1898-1978), ist der erste offizielle Besuch eines israelischen Regierungschefs in der Bundesrepublik Deutschland (und Westberlin). Rabin kommt, nach eigener Aussage, als Jude und als Israeli mit gemischten Gefühlen. Der Besuch läuft unter umfangreichen Sicherheitsvorkehrungen ab.
  • 08.12.1978: Die ehemalige israelische Ministerpräsidentin Golda Meir (1898-1978) stirbt in Jerusalem. Sie hatte 1948 die Proklamation des Staates Israel mit unterzeichnet. Von 1969 bis 1974 Ministerpräsidentin, trat sie nach einer Auseinandersetzung um Israels mangelnde Vorbereitung auf den Jom-Kippur Krieg von 1973 (siehe 6. Oktober 1973) zurück.
    Link: Golda Meir in der Wikipedia
  • 26.03.1979: Israelisch-ägyptischer Friedensvertrag: Abzug der Israelis von der Sinai-Halbinsel, Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Israel und Ägypten. Die vollständige Rückgabe der Sinai-Halbinsel erfolgt im April 1982.
    Link: Israelisch-ägyptischer Friedensvertrag in der Wikipedia

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  • 07.06.1981: Israelische Jagdflugzeuge bombardieren und zerstören das Kernforschungszentrum und das Atomkraftwerk Tamuz im Irak. Ein französischer Techniker stirbt bei dem Angriff, der von den meisten westlichen Staaten verurteilt wird. Der Irak verlangt Sanktionen gegen Israel, was vom UN-Sicherheitsrat abgelehnt wird.
  • 14.12.1981: Annektierung der seit 1967 besetzten Golan-Höhen und Einführung einer Zivilverwaltung durch Israel. 1982 wird die Annexion auf einer UN-Sondersitzung für nichtig erklärt.
    Link: Die Golanhöhen in der Wikipedia
  • 06.06.1982: Unter dem Namen »Frieden für Galiläa« marschieren israelische Truppen im Südlibanon ein. Hintergrund ist ein Anschlag auf den israelischen Botschafter in London am 3. Juni 1982, für den die israelische Regierung die palästinensische Befreiungsorganisation PLO verantwortlich macht. Die PLO bestreitet eine Verbindung. Am 4. Juni fliegen israelische Militärflugzeuge gegen palästinensische Stellungen und Lager im Libanon. Bei den Kämpfen um die libanesische Hauptstadt Beirut sterben 18.000 Menschen. Nach Vermittlungen durch die USA müssen die Palästinenser Beirut und den übrigen Libanon verlassen (21. August bis 1. September). Israel beginnt den Truppenrückzug aus dem Libanon am 20. Januar 1985.
    Link: Der Libanon-Feldzug in der Wikipedia
  • 15.09.1982: Nach der Ermordung des libanesischen Staatspräsidenten und Führers der christlichen Miliz, Béchir Gemayel (14. September), marschieren israelische Truppen in West-Beirut ein. Siehe: 16. September 1982.
    Link: Beirut in der Wikipedia
  • 16.09.1982: Bei einem Massaker in den palästinensischen Flüchtlingslagern Sabra und Shatila durch christliche Milizen werden - vor den Augen der israelischen Besatzungstruppen - mehr als 1.000 Palästinenser getötet. Die Mehrzahl der Opfer sind Kinder, Frauen und Greise. Auslöser ist die Ermordung des libanesischen Staatspräsidenten und Führers der christlichen Miliz, Béchir Gemayel, am 14. September, wofür die PLO verantwortlich gemacht wird. Kurz vor seinem Tod hatte Gemayel zur »Eliminierung aller palästinensischen Flüchtlingscamps« im Libanon aufgerufen.
  • 09.12.1987: Bei dem Unfall eines israelischen Militärfahrzeuges kommen vier Palästinenser ums Leben. Schnell verbreitet sich das Gerücht eines geplanten Anschlags des israelischen Geheimdienstes. Es kommt zu Massendemonstrationen im Gazastreifen und später auch im gesamten Westjordanland (Westbank). Die Palästinenser, vor allem Kinder und Jugendliche, liefern sich Straßenschlachten mit den Sicherheitskräften; sie errichten Barrikaden, bewerfen die Sicherheitskräfte mit Steinen und Molotow-Cocktails. Die palästinensische Befreiungsorganisation PLO ruft zum verstärkten Widerstand auf. Israel lässt die Demonstrationen gewaltsam auflösen, wobei mehrere Menschen sterben. Die so genannte (erste) »Intifada« (arabisch: wach werden, sich erheben) dauert noch bis 1993 an; Hunderte von Menschen kommen bei blutigen Straßenschlachten ums Leben.
    Link: Intifada in der Wikipedia
  • 15.11.1988: Der Palästinensische Nationalrat proklamiert einen unabhängigen Staat in den von Israel besetzten Gebieten. Mit der Regierung wird das Exekutivkomitee der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) unter Jassir Arafat beauftragt.
    Am 9. Dezember 1987 hatten die Palästinenser in den seit dem Sechtagekrieg (5. Juni 1967) von Israel besetzten Gebieten Westjordanland und Gazastreifen mit einem vom stellvertretenden Vorsitzenden und PLO-Militärchef, Abu Dschihad, organisierten Widerstand (»Intifada«) begonnen. Als am 16. April 1988 Abu Dschihad Opfer eines Anschlags wurde, kam es zu schweren Unruhen. Am 31. Juli verzichtete Jordanien auf ihre Territorialansprüche im Westjordanland zugunsten der PLO.
    Link: Der Staat Palästina in der Wikipedia
  • 13.12.1988: Der PLO-Chef Jassir Arafat (1929-2004) schwört allen »Formen des Terrorismus« ab und bestätigt am 14. Dezember ausdrücklich das »Existenzrecht Israels«. Die US-Regierung ist nun zu offiziellen Kontakten mit der PLO bereit; die ersten Gespräche zwischen den Botschaftern finden am 16. Dezember in Tunis statt.

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  • 30.10.1991: Beginn einer internationalen »Nahost-Friedenskonferenz« mit ersten offiziellen Friedensgesprächen zwischen Juden und Arabern. Erstmals seit der Gründung des Staates Israel nehmen auch die Palästinenser offiziell an einer internationalen Konferenz teil. Unter der Schirmherrschaft der USA und der UdSSR findet eine Aussprache statt. Die Konferenz endet am 4. November ohne Ergebnis, aber mit der Vereinbarung, weitere Gespräche zu führen.
  • 13.09.1993: In Washington unterzeichnen der israelische Ministerpräsident Yitzhak Rabin (1922-1995) und PLO-Chef Jassir Arafat (1929-2004) das so genannte »Gaza-Jericho-Abkommen« über eine Unabhängigkeit der Palästinenser in den von Israel besetzten Gebieten. Am 23. September wird es von der Knesset (israelisches Parlament) mit knapper Mehrheit (61 von 120 Stimmen) gebilligt, am 12. Oktober auch vom PLO-Zentralrat in Tunis; es tritt am 13. Oktober 1993 in Kraft. Für einen dauerhaften Frieden sorgt auch dieses Abkommen nicht. Rabin wird am 4. November 1995 von einem religiösen Fanatiker ermordet.
    Link: Jizhak Rabin in der Wikipedia
  • 26.10.1994: Umfassender Friedensvertrag zwischen Israel und Jordanien.
  • 04.11.1995: Der israelische Regierungschef und Friedensnobelpreisträger von 1994, Yitzhak Rabin (1922-1995), wird in Tel Aviv beim Verlassen einer Friedenskundgebung von einem der Siedlerbewegung nahe stehendem israelischen Studenten ermordet.
    Link: Jizhak Rabin in der Wikipedia
  • 16.01.1996: Als erstes israelisches Staatsoberhaupt spricht Israels Präsident (1993-2000) Ezer Weizman (*1924) - auf hebräisch - vor dem deutschen Bundestag. Er bedankt sich herzlich für die Freundschaft und die Zusammenarbeit beider Länder und hebt besonders den Bereich der wissenschaftlichen Forschung hervor. Zugleich warnt er eindringlich vor den Gefahren des Rassismus und des Neonazismus.
    Link: Die Rede von Ezer Weizman im Deutschen Bundestag in Bonn

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  • 12.07.2006: Die Entführung von zwei israelischen Soldaten ist der unmittelbare Auslöser des Krieges (Libanonkrieg II, Julikrieg) zwischen Israel und der vom Libanon aus operierenden islamistischen Organisation Hisbollah. Am 14. August 2006 tritt gemäß der UN-Resolution 1701 ein Waffenstillstand in Kraft. Als Folge des Konfliktes startet die deutsche Marine am 21. September 2006 zu ihrem ersten Nahost-Einsatz in der Geschichte der Bundeswehr.
    Link: Der »Libanonkrieg 2006« in der Wikipedia
  • 02.01.2007: Der israelische Politiker Teddy Kollek (Theodor Kollek, 1911-2007), Bürgermeister von Jerusalem 1965-1993, stirbt in Jerusalem. Kollek wurde am 27. Mai 1911 in Nagyvázsony (Österreich-Ungarn) geboren. 1935 emigrierte er nach Haifa in Palästina, damals britisches Mandatsgebiet. 1940-1947 war er Mitglied der politischen Abteilung der Jewish Agency. Nach der Staatsgründung Israels (14. Mai 1948) war Kollek in verschiedenen Ministerien und Behörden tätig. 1965 wurde er zum Bürgermeister Jerusalems gewählt. 1985 erhielt er den Friedenspreis des deutschen Buchhandels. Bei den Wahlen im Jahre 1993 unterlag Kollek dem Likud-Kandidaten Ehud Olmert (*1945), dem heutigen Ministerpräsidenten Israels.
    Link: Teddy Kollek in der Wikipedia

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Zuletzt geändert am 16.06.2015

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