Kalenderblatt - Thema: Geschichte des Kalenders

Ladies Calendar for 1889
Ladies Calendar for 1889, Quelle: [16]

Chronik:

  • Der Begriff Kalender (lateinisch=calendae) bedeutet: »die Einteilung der Zeit in regelmäßige Abschnitte nach astronomischer Grundlage«
  • Altägyptischer Kalender: Schon bei den alten Ägytern (ca. 2900 v.Chr. - 300 n. Chr.) wurde das Jahr in 12 Monate mit jeweils 30 Tagen aufgeteilt, der Jahresanfang fiel in die Zeit der Nilüberschwemmung, wenn Sonne und Sirius gemeinsam aufgingen. Im Jahre 238 v.Chr. versuchte der ägyptische König Ptolemaios III. Euergetes eine Kalenderreform, bei der dem ägyptischen Jahr alle 4 Jahre ein Schalttag hinzugefügt wurde. Die Reform setzte sich zwar nicht durch, ist aber Basis unseres heutigen Kalenders.
  • Altrömischer Kalender: Das Jahr war zunächst in zehn Monate eingeteilt und hatte 304 Tage. Im 7. Jahrhundert v.Chr. führt König Numa Pompilius eine Kalenderreform durch und fügt 2 Monate hinzu: Januarius und Februarius. Damit hatte das Jahr nun 12 Monate mit 355 Tagen, was einem Mondjahr entspricht. Gegen Ende der römischen Republik fügte man alle zwei Jahre einen zusätzlichen Monat mit abwechselnd 22 und 23 Tagen ein, um die Verschiebungen gegenüber dem Sonnenjahr auszugleichen. Die Länge dieser Monate wurden von dem Oberpriester, dem Pontifex Maximus, festgelegt, was oftmals zu eigenen Vorteilen geschah.

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  • 01.01.45 v.Chr.: Bei seinem Aufenthalt in Ägypten lernt Julius Caesar (100-44 v.Chr.) nicht nur die schöne Kleopatra (67-30 v.Chr.) kennen, sondern auch den ägyptischen Sonnenkalender. Nach seiner Rückkehr nach Rom (46. v.Chr.) setzt er eine Kommission zur Reformierung des Kalenders ein. Diese legt das Sonnenjahr auf 365,25 Tage fest, das Schaltjahr (alle 4 Jahre) hat 366 Tage. Die Monate sind jeweils 30 oder 31 Tage lang, Schaltmonat ist der Februar mit 29 oder 30 Tagen. Beginn der Zeitrechnung war die Gründung Roms im Jahre 753 v.Chr. Der Jahresbeginn wird vom März auf den damaligen Amtsantritt der römischen Konsuln verlegt - auf den 1. Januar. Der »Julianische Kalender« tritt am 1. Januar 45 v.Chr., am Tag des 1. Neumonds nach der Wintersonnenwende, in Kraft. Durch die Reform ist das Jahr 45 v.Chr. 445 Tage lang und damit das längste Jahr der abendländischen Geschichte.
    Link: Der »Julianische Kalender« in der Wikipedia
  • 8 v.Chr.: Der römische Kaiser Augustus (Gaius Julius Caesar Oktavianus, »der Erhabene«, 63 v.Chr.-14) nimmt eine Änderung am Kalender vor. Der Monat »Sextilis« wird, dem Kaiser zu Ehren, in »Augustus« umbenannt und von 30 auf 31 Tage verlängert. Dafür kürzt man den Februar um einen Tag. Die Länge der Monate September, October, November und December werden vertauscht und haben nun die noch heute gültige Länge.

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  • Kalender der Maya: Bei den Maya (Blütezeit ca. 300-850 n. Chr.) gab es zwei Kalender, die auf dem 20er Zahlensystem beruhten: den heiligen Kalender (Tzolkin), der aus 13 Einheiten zu je 20 Tagen bestand und das Jahr in 260 Tage einteilte. Und den weltlichen Kalender (Tun), der mit seinen 365,242129 Tagen als genauester Kalender aller Völker gilt. Hier wurde das Jahr in 18 Einheiten zu 20 Tagen eingeteilt, am Ende des Jahres wurden noch 5 zusätzliche (Feier-) Tage eingefügt. Dieser Kalender blieb aber ohne Bedeutung für die restliche Welt.

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  • 20.05.325: Der römische Kaiser Konstantin I. (der Große, um 280-337) eröffnet das »Konzil von Nizäa«, auf dem das arianische Christentum verdammt wird und das Nizänum, das altchristliche ökumenische (Glaubens-)Bekenntnis abgefasst und beschlossen wird. Auf dem Konzil wird auch der Osterfeststreit entschieden - als Termin für das Auferstehungsfest wird der erste Sonntag nach dem Frühlingsvollmond festgesetzt. Nach Meinung der Arianer ist Jesus nur ein Geschöpf Gottes und daher von »etwas geringerer Göttlichkeit« als sein Vater, er ist wesensähnlich, aber nicht wesensgleich. Auf dem Konzil wird diese Lehre des Arius aus Alexandria zurückgewiesen und die Wesensgleichheit wird für alle Zeiten festgelegt.
  • 532: Die heutige Zeitrechnung (nach Christi Geburt) wird von dem römischen Abt Dionysius Exiguus (um 500-560) eingeführt. Damals zählte man die Jahre nach dem Amtsantritt des römischen Kaisers Diokletian (245-313). Der Abt schätzte das Geburtsdatum von Jesus und ersetzte das aktuelle Jahr 284 nach Diokletian durch das Jahr 532 n.Chr. und nannte die neu gezählten Jahre »anni domini nostri Jesus Christi« (»die Zahl unseres Herrn Jesus Christus«). Er begann die Zählung allerdings nicht mit dem Jahre 0, sondern mit dem Jahre 1 - die Null gab es damals als Zahl noch nicht! Somit begann unser neues Jahrtausend auch erst am 1. Januar 2001, und nicht 2000!
    Die neue Zählweise verbreitete sich schnell und war ab dem Jahr 1000 überall in Europa üblich. Der deutsche Astronom Johannes Kepler stellte bereits 1606 fest, dass das festgelegte Geburtsdatum von Jesus nicht stimmen konnte. Er vermutete, dass der »Stern von Bethlehem« in Wirklichkeit eine enge Zusammenkunft (Konjunktion) der Planeten Jupiter und Saturn im Jahre 7 vor Beginn der Zeitrechnung war...
  • 16.07.622: Beginn der islamischen Zeitrechnung (am 1. Muharram 1 AH), dem Datum der Hidschra (auch: Hedschra, Auswanderung) des Religionsstifters Mohammed (um 570-632) von Mekka nach Medina. Der islamische Kalender ist ein Mondkalender und in einigen islamischen Ländern neben dem gregorianischen Kalender in Gebrauch. Im Iran (seit 1925) und in Afghanistan (seit 1957) ist der persische Kalender gebräuchlich.
    Links: Islamischer Kalender und Islamischer Kalender in der Wikipedia

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New York Daily News Kalender für 1888
New York Daily News Kalender für 1888, Quelle: [16]
  • 04.10.1582: Die Kalenderreform von Papst Gregor XIII. (1502-1585) tritt in Kraft - auf Donnerstag, den 4. Oktober 1582 folgt direkt Freitag, der 15. Oktober 1582. Der »Gregorianische Kalender« ersetzt den »Julianischen Kalender«, der 46 v.Chr. von Gaius Julius Caesar (100-44 v.Chr.) eingeführt worden war und gleicht Fehler in der Zeitrechnung aus. Astronomen des späten Mittelalters hatten eine stetige Verschiebung des auf dem Konzil von Nicäa im Jahre 325 festgelegten Frühlingsbeginns beobachtet. Im Auftrag des Papstes wird 1576 eine Kommission eingesetzt, das Ergebnis wird am 24. Februar 1582 in der Bulle »Inter gravissimas« (»In tiefster Sorge«) verkündet. Neben dem »Zeitsprung« wird auch eine Änderung der Schaltregel vorgenommen: alle Jahrhundertwenden (1600, 1700,...) sind nur dann Schaltjahre, wenn sie sich durch 400 ohne Rest teilen lassen.
    In Frankreich ist der Kalender ab dem 9. Dezember 1582 gültig, in Holland und Flandern ab dem 21. Dezember 1583. Das protestantische Deutschland und die skandinavischen Staaten übernehmen den Kalender erst 1700, Großbritannien 1752, Ägypten 1875, China 1912, Russland am 14. Februar 1918, Griechenland 1923, die Türkei 1927.
    Link: Der »Gregorianische Kalender« in der Wikipedia
  • 1627: Der französische Astronom Denis Petau benutzt erstmals den Begriff »vor Christi Geburt« während seiner Lehrtätigkeit in Paris.
  • 01.01.1700: Zar Peter I. (der Große, 1672-1725) ersetzt in Russland die byzantinische Zeitrechnung durch den Julianischen Kalender. In den meisten katholischen Ländern ist seit 1582 der Gregorianische Kalender (Korrektur des Julianischen Kalenders von Papst Gregor XIII. am 4. Oktober 1582) in Gebrauch, das protestantische Deutschland und die skandinavischen Staaten übernehmen ihn ab 1700, Großbritannien 1752. Die orthodoxen Länder in Ost- und Südosteuropa rechnen dagegen mit dem Julianischen Kalender (eingeführt 46 v.Chr. von Julius Caesar). In Russland wird der Gregorianische Kalender erst am 14. Februar 1918 (nach Greg. Kal.) eingeführt.
  • 05.10.1793: Der französische Konvent beschließt die Einführung eines »Revolutionskalenders«. Das Jahr I beginnt am 22. September 1792, dem Tag der Ausrufung der Republik. Die neue Zeitrechnung ist bis zum 31. Dezember 1805 in Kraft.
    Link: Der Französische Revolutionskalender
  • 14.02.1918: In Russland wird die gregorianische Zeitrechnung eingeführt, die in großen Teilen Europas bereits seit dem 4. Oktober 1582 gilt. Seit dem 1. Januar 1700 galt in Russland der Julianische Kalender, eingeführt von Zar Peter I. (dem Großen, 1672-1725). Um die Differenz von 13 Tagen auszugleichen, folgt in Russland dem 31. Januar 1918 direkt der 14. Februar 1918. Die unterschiedliche Zeitrechnung erklärt auch die - aus "westlicher" Sicht - verwirrende Bezeichnung »Oktoberrevolution« (25. Oktober 1917 nach alter Zeitrechnung, 7. November 1917 nach neuer Zeitrechnung).

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Letzte Änderung: 30.12.2014

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