Kalenderblatt - Thema: Religion

Ronald Reagan und seine Frau Nancy bei Johannes Paul II.
US-Präsident Ronald Reagan und seine Frau Nancy bei Johannes Paul II. (1920-2005) im Vatikan, 7. Juni 1982, Quelle: [13]

Chronik:

  • 07.04.30: Jesus von Nazareth wird am Freitag, den 16. Nisan 3790, auf Golgatha, einem Hügel vor den Stadttoren Jerusalems, von römischen Soldaten gekreuzigt.
    Link: Jesus von Nazaret in der Wikipedia
  • um 30.11.60: Der Apostel Andreas wird in Patras (Griechenland) an ein Kreuz mit schrägen Balken (Andreaskreuz) gefesselt und zu Tode gefoltert. Andreas war der Bruder von Simon Petrus, beide waren Fischer und Jünger Jesus' von Nazaret. Der Heilige Andreas ist der Patron Russlands, Griechenlands und Schottlands.
    Link: Der Apostel Andreas in der Wikipedia
  • 10.08.258: In Rom stirbt der Erzdiakon des Papstes Sixtus II., Laurentius von Rom (um 230-258). Er gehört zu den am meisten verehrten Heiligen der Christenheit.
    Papst Sixtus II. war im Zuge der Christenverfolgung unter Kaiser Valerian (um 200-nach 260) am 6. August 258 während eines Gottesdienstes in der Calixtuskatakombe festgenommen und enthauptet worden. Drei Tage später wurde Laurentius festgenommen und am 10. August 258 mit dem Schwert hingerichtet (nach legendären Berichten soll er auf einem glühenden Rost gemartert worden sein). Um 330 lässt Kaiser Konstantin I. (um 280-337) an der Stätte des Martyriums eine Kirche erbauen.
    Link: Laurentius im www.heiligenlexikon.de
  • 14.02.269: Der Bischof und Märtyrer Valentin von Terni (gestorben 269) wird auf Befehl des Kaisers Claudius II. Gothicus (214/219-270) in Rom enthauptet. Trotz des Verbotes hatte er Trauungen vollzogen. Er ist Patron der Liebenden, Verlobten und Bienenzüchter.
    Links: Valentin von Rom im Heiligenlexikon und Der Valentinstag in der Wikipedia
  • 04.05.304: Der römische Beamte Florian stirbt in Lauriacum (heute Lorch an der Enns in Oberösterreich) den Märtyrertod. Er war als Kanzleivorstand des kaiserlichen Statthalters Aquilius tätig und folgte dem Dekret des römischen Kaisers Diokletian (236/245-313/316), sich als Anhänger des christlichen Glaubens zu melden. Er wird mit einem Mühlstein um den Hals in der Enns ertränkt. Im 15. Jahrhundert entwickelt sich seine heutige Bedeutung als Schutzheiliger in Feuer- und Wassergefahren. Der Legende nach hatte Florian als Jugendlicher den Brand eines Hauses mit nur einem kleinem Kübel Wasser gelöscht. Florian ist unter anderem Schutzpatron der Feuerwehr und der Schornsteinfeger sowie von Krakau und Oberösterreich.
    Link: Florian im www.heiligenlexikon.de
  • 04.12.306: Die heilige Barbara (um 290-306) wird von ihrem Vater Dioskuros von Nikomedia enthauptet. Obwohl die Existenz der Barbara historisch nicht belegt ist, gilt sie als eine der bekanntesten christlichen Heiligen. Der Legende nach lebte Barbara in Nikomedia (heute Izmit in der Türkei). Nachdem sie heimlich zum Christentum übergetreten war, wurde sie von ihrem eigenen Vater bei den römischen Behörden denunziert und daraufhin öffentlich gefoltert.
    Link: Die heilige Barbara im www.heiligenlexikon.de
Der Hl. Papst Silvester und das Drachenwunder
Maso di Banco (gestorben um 1350): Der Hl. Papst Silvester und das Drachenwunder (Detail), Fresko um 1340.
  • 31.12.335: In Rom stirbt Papst Silvester I., der Namensgeber für den letzten Tag des Jahres. Silvester, geborener Römer, wurde am 31. Januar 314 zum 34. Papst gewählt. Der Legende nach heilte er den römischen Kaiser Konstantin I. (um 272/285-337), der an Lepra erkrankt war, durch die Taufe (Konstantin wurde erst auf dem Sterbebett von Bischof Eusebius von Nikomedia getauft, siehe 22. Mai 337). Die darauf angeblich erfolgte »Konstantinische Schenkung« ist eine Fälschung, die im 8. oder 9. Jahrhundert entstand.
    Link: Silvester I. in der Wikipedia
  • 06.12.345: Der Heilige Nikolaus (um 280/286 - zwischen 345/351) stirbt zwischen 345 und 351 in Myra, dem heutigen Kocademre bei Kale (Türkei). Er ist einer der populärsten Volksheiligen, um den sich zahlreiche Legenden ranken. Meistens wird er mit dem gleichnamigen Bischof von Myra gleichgesetzt, der im 4. Jh. lebte. Dieser war einer der 318 Teilnehmer des Ersten Konzils von Nicäa (325) und ein scharfer Gegner des Arianismus. Andere Quellen setzen ihn mit dem Abt Nikolaus von Sion (gestorben 564) gleich. Vermutlich war Nikolaus der Christenverfolgung ausgesetzt und starb an den Folgen der Misshandlungen. Mitte des 6. Jahrhunderts weiht Kaiser Justinian (um 482-565) ihm eine Kirche in Konstantinopel. Der Kult um seine Person verbreitet sich von Griechenland aus über die slawischen Länder. Im Westen wird der Kult besonders durch Theophanu (um 955-991) gefördert, der aus Byzanz stammenden Gemahlin Ottos II. (955-983). Der Brauch, dass Kinder am Vorabend des 6. Dezember beschenkt werden, ist seit dem 17. Jahrhundert bekannt. Die Gestalt des Nikolaus mit seinem roten Mantel und dem weißen Bart ist eine Erfindung, die im 19. Jahrhundert entstand. Die Firma Coca Cola™ sorgte in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts durch Werbekampagnen für eine weltweite Verbreitung dieser Figur.
    Link: Nikolaus von Myra in der Wikipedia und Nikolaus von Myra im www.heiligenlexikon.de
  • 02.05.373: In Alexandria stirbt der griechische Kirchenlehrer und Bischof von Alexandria seit 328, Athanasios (Athanasios von Alexandria, »der Große«, um 295-373). Werke: »Leben und Wirken unseres heiligen Vaters Antonius«, »Reden gegen die Arianer«, »Rede gegen die Heiden«.
    Link: Athanasios im www.heiligenlexikon.de
  • 08.11.397: In Candes bei Tours (im heutigen Frankreich) stirbt der Bischof Martin von Tours (um 316-397). Einer Legende zur Folge schenkt Martin einem frierenden Bettler die Hälfte seines Mantels, worauf ihm Jesus erscheint. Martin gründet im Jahre 361 in Ligugé in der Nähe von Poitiers das erste gallische Kloster und wird 371 Bischof von Tours. Der Tag seines Begräbnisses, der 11. November (sein Gedenktag), löst das germanische Herbstfest als Beginn der Adventsfastenzeit ab. Aus dem 14. Jahrhundert stammt die Tradition, am Vorabend, also am 10. November, eine Gans zu verspeisen.
    Link: Martin von Tours im www.heiligenlexikon.de

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  • 14.09.407: In Comana Pontica (Kumana/Pontus, Kleinasien) stirbt der Patriarch von Konstantinopel und Prediger Johannes von Antiochien (»Chrysostomos«, um 344/349-407). Die östlich-orthodoxe Kirche verehrt ihn als einen der drei heiligen Hierarchen, die katholische Kirche sieht in ihm einen der vier Kirchenlehrer des Ostens (die anderen sind: Basilius der Große (um 330-379), Gregor von Nazianz (um 329-390) und Athanasius von Alexandria (um 298-373)).
    Link: Johannes Chrysostomus in der Wikipedia
  • 30.09.420: Der lateinische Kirchenvater Hieronymus (Sophronius Eusebius Hieronymus, um 347-420) stirbt in Bethlehem. Seine Neubearbeitung der lateinischen Bibel, die »Vulgata«, wird auf dem Konzil von Trient 1546 zum allein verbindlichen Bibeltext erklärt und ist seitdem die amtliche Bibel der katholischen Kirche.
    Link: Der Heilige Hieronymus im Heiligenlexikon
  • 28.08.430: Augustinus (354-430), lateinischer Kirchenlehrer, Bischof von Hippo Regius (Nordafrika) seit 395/396 und Heiliger, stirbt während der Belagerung der Stadt Hippo Regius durch die Vandalen. Die Plünderung Roms durch die Westgoten (siehe: 24. August 410) veranlasste ihn, eine umfangreiche Geschichtstheologie (»Über den Gottesstaat«, 22 Bände) zu verfassen.
    Link: Augustinus im www.heiligenlexikon.de
  • 08.10.451: In der Euphemia-Kirche in Chalcedon (Chalkedon) in Bithynien (Kleinasien) findet vom 8. Oktober bis zum 1. November 451 das »Konzil von Chalcedon« statt. Papst Leo I., der Große (um 400-461), verurteilt in seinem »Dogmatischen Brief« über die »Zweinaturenlehre« die Monophysiten, welche die menschliche und göttliche Natur Christi zur untrennbaren göttlichen Einheit erklärt haben. Das IV. Ökumenische Konzil von Chalcedon bezeichnet den Monophysitismus als Irrlehre und verkündet als Dogma, dass in Christus zwei Naturen, unvermischt und ungetrennt, in einer Person verbunden seien.
  • 21.03.547: Benedikt von Nursia (Benedetto, um 480-547), der »Vater des abendländischen Mönchwesens«, stirbt auf dem Montecassino bei Cassino, wo er um 529 das Kloster Montecassino gegründet hatte - die Keimzelle des Benediktinerordens. In 73 Kapiteln stellte er die Ordensregeln »Regula Benedicti« auf. Der Leitsatz »Ora et Labora« (»Bete und arbeite«) ordnete den Tagesablauf der Mönche.
    Link: Benedikt von Nursia
  • 06.11.559: Leonhard von Limoges (um 500-559) stirbt in Nobiliacum (heute: St-Léonard-de-Nolat bei Limoges) in Frankreich. In der Stiftskirche von St-Léonard-de-Nolat ruhen auch seine Reliquien. Remigius, der Bischof von Reims (um 436-533), taufte ihn und spendete ihm die Bischofsweihe. Statt die Leitung einer Diözese zu übernehmen, zog sich Leonhard in eine Einsiedelei zurück. Er setzte sich intensiv für die menschenwürdige Behandlung und Unterbringung von Gefangenen sowie für Arme und Verfolgte ein. Kurze Zeit später gründete er das Kloster Noblat. Zu Ehren des heiligen Leonhard finden in vielen katholischen Gemeinden in Süddeutschland und den Alpenländern die so genannten Leonhardiritte statt. Der wohl bekannteste Leonhardiritt ist die seit 1718 stattfindende Bad Tölzer Leonhardifahrt.
    Link: Leonhard von Noblat im www.heiligenlexikon.de

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Die Kaaba in Mekka
Die Kaaba in Mekka, um 1910, Quelle: [16]
  • 16.07.622: Der Prophet Mohammed (um 570-632) flüchtet von Mekka in die Oasenstadt Jasrib (Yathrib, Jathrid) die nun den Namen »Medinet al-Nabi« (»Stadt des Propheten«) erhält - Medina. Mit dem Tag der »Hedschra« (»Hidjra«), der Auswanderung nach Medina, beginnt die islamische Zeitrechnung.
    Link: Mohammed in der Wikipedia
  • 20.09.622: Der Prophet Mohammed (um 570-632), der am 16. Juli 622 Mekka verlassen hat, sucht Zuflucht in Jasrib (Yathrib, Jathrid), dem Hauptort einer Großoase, die nun den Namen »Medinet al-Nabi« (»Stadt des Propheten«) erhält - Medina. Mit dem Tag der »Hedschra« (»Hidjra«), der Auswanderung nach Medina, beginnt die islamische Zeitrechnung.
    Link: Mohammed in der Wikipedia
  • 08.06.632: Mohammed (arab. »der Gepriesene«, Abul Kasim Muhammad Ibn Abd Allah, um 570-632), Stifter des Islam, stirbt in Medina. Ein Visionserlebnis (um 610) mit dem Erzengel Gabriel am Berg Hira überzeugt ihn, der persönliche Gesandte Gottes zu sein (Sure 96, 1-5). Er versteht sich als der zu den Arabern gesandte Prophet und predigt die »Offenbarungen Gottes«, die im Koran (Quran) zusammengefasst sind.
    Links: AlKoran Alkarim - in Deutschland, www.nur-koran.de und Der Islam bei Arte
  • 04.04.636: In Hispale (heute: Sevilla) stirbt der Kirchenlehrer und Bischof von Hispale, Isidor von Sevilla (Isidorus hispalensis, um 560-636), einer der herausragenden Heiligen der katholischen Kirche. Ausgebildet wurde er von seinem Bruder Leander (um 540-600), dem Erzbischof von Sevilla, dessen Nachfolger er 600 wurde. Bedeutend ist sein umfangreiches Werk »Etymologiarum sive originum libri XX« (Etymologiae, 623). Isidor ist der Nationalheilige Spaniens.
    Link: Isidor von Sevilla in der Wikipedia
  • 17.06.656: Kalif Othman (Uthman ibn Affan, um 574-656) aus der Dynastie der Omaijaden wird von aufständischen Landsleuten ermordet. Unter Othman hatte eine von ihm eingesetzte Kommission den Koran, die heilige Schrift der Moslems, zu seiner endgültigen Form zusammengestellt. Bei den Kämpfen um seine Nachfolge kommt es am 9. Dezember 656 zur so genannten »Kamelschlacht bei Basra«.
    Link: Uthman ibn Affan in der Wikipedia
  • 09.12.656: Bei den Kämpfen um die Nachfolge des am 17. Juni 656 ermordeten Kalif Othman (Uthman ibn Affan, um 574-656) aus der Dynastie der Omaijaden kommt es am 9. Dezember 656 zur so genannten »Kamelschlacht bei Basra« (auch: »Schlacht von Basra«), die von Ali Ibn Abi Talib (um 600-661) gewonnen wird. Am 26. Juli 657 gewinnt Kalif Ali ibn Abi Talib auch die »Schlacht von Siffin«. Folge ist die Spaltung des Islams in Schiiten, Sunniten und Charidschiten.
    Link: Die »Kamelschlacht« in der Wikipedia
  • 26.07.657: Die »Schlacht von Siffin« zwischen den Syrern unter Muawiya I. (603-680) und den Truppen von Kalif Ali ibn Abi Talib (um 588/599-661, Vetter und Schwiegersohn des Propheten Mohammed) ist Auslöser für die endgültige Spaltung der islamischen Welt. Vorausgegangen war die Ermordung von Kalif Othman (Uthman ibn Affan, um 574-656) am 17. Juni 656. Die Nachfolge Alis wurde von Muawiya nicht anerkannt.
    Link: Die »Schlacht von Siffin« in der Wikipedia
  • 24.01.661: Kalif Ali ibn Abi Talib (um 598-661), der Vetter und Schwiegersohn des Propheten Mohammed, erliegt den Folgen eines Attentats der Charidschiten (22. Januar).
    Link: Ali ibn Abi Talib in der Wikipedia
  • 10.10.680: Husain (Hussein ibn-Ali, al-Husain ibn 'Ali), 3. Imam der Schiiten, Enkel des Propheten Mohammed (um 570-632), Sohn von dessen Tochter Fatima (606-632) und dessen Schwiegersohn Ali (Ali ibn Abi Talib, gestorben 661), fällt in der »Schlacht von Kerbela« (im heutigen Irak). Der Jahrestag wird von den so genannten Imamiten (Zwölferschiiten), die Husain als Märtyrer verehren, als Trauerfest gefeiert.
    Die Schia (»die Partei Alis«) ist eine der drei ursprünglichen Glaubensrichtungen des Islam, die Mohammeds Vetter und Schwiegersohn Ali (Ali ibn Abi Talib) als rechtmäßigen Nachfolger des Propheten betrachtet, als ersten Imam (oberster religiöser Führer). Die Schiiten sind wiederum in verschiedene Glaubensrichtung gespalten. Die Mehrheit von ihnen verehrt 12 Imame, wobei der zwölfte Imam der »verborgene Imam« ist. Zusammen mit Mohammed und dessen Tochter Fatima gelten die zwölf Imame als die »Vierzehn Unfehlbaren«. Diese Verehrung wird allerdings von einigen Gruppierungen der Schiiten abgelehnt.
    Links: Imamiten in der Wikipedia und Der Islam bei Arte

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  • 30.05.727: In Tervuren bei Brüssel stirbt der Missionar Hubertus (um 655-727), Bischof von Tongern-Maastricht. Der Legende nach wurde er auf der Jagd durch die Erscheinung eines Hirsches mit einem Kreuz im Geweih zum Christentum bekehrt. Seit dem 10. Jahrhundert wird Hubertus als Beschützer der Jagd verehrt. Sein (katholischer) Gedenktag ist der 3. November - an diesem Tag erfolgte 743 die Übertragung seiner Reliquien nach Antagium (Saint Hubert) zwischen Luxemburg und Brüssel/Belgien.
    Link: Hubertus von Lüttich im www.heiligenlexikon.de
  • 05.06.754: Der angelsächsische Benediktiner und Missionar Bonifatius (Winfried, 672/673-754) wird bei Dokkum in Friesland erschlagen. Der »Apostel der Deutschen«, geboren in Crediton (südwestl. England), verließ 716 England und missionierte ab 718 im Auftrag von Papst Gregor II. (um 669-731) in Bayern, Friesland, Hessen, Thürigen und Bayern. 732 wird er von Papst Gregor III. (gestorben 741) zum Erzbischof und päpstlichen Vikar für das zu missionierende Frankenreich ernannt. Er gründet u.a. die Klöster Fritzlar, Tauberbischofsheim, Fulda und die Bistümer Freising, Eichstätt, Erfurt, Würzburg und Büraberg. 747 wird er Erzbischof von Mainz.
    Link: Bonifatius im Heiligenlexikon
  • 18.11.942: In Tours stirbt Abt Odo von Cluny (um 878-942). Als (zweiter) Abt des Benediktinerklosters Cluny (ab 927) machte er dieses zum Zentrum einer das ganze Abendland erfassenden Erneuerungsbewegung (»Cluniazensische Reformation«). Odo liebte die Musik und komponierte selbst geistliche Lieder.
    Link: Odo von Cluny im www.heiligenlexikon.de

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  • 27.12.1005: Der Heilige Nilus von Rossano (Nilus der Jüngere, 910-1005), der Sohn nach Italien eingewanderter Griechen, stirbt in einem Kloster in der Nähe von Rom. Der Begründer des griechischen Klosters von Sankt Marien in Grottaferrata bei Rom (1004) verbreitete die Lehren des Heiligen Basilius (um 330-379) in Italien. Sein Gedenktag ist der 26. September.
    Link: Das Kloster von Sankt Marien in Grottaferrata
  • 01.11.1007: Kaiser Heinrich II. (»der Heilige«, 973/978-1024) gründet das Bistum Bamberg. Der Sprengel wird aus Würzburger und Eichstätter Diözesengebieten abgezweigt. Heinrich II. ist seit 1002 König des Ostfrankenreichs (Regnum Teutonicorum) und ab 1014 Kaiser des Heiligen Römischen Reiches.
    Link: Das Bistum Bamberg in der Wikipedia
  • 14.02.1076: Im »Investiturstreit« um die Vormachtstellung von Kirche oder Staat belegt Papst Gregor VII. den römisch-deutschen König Heinrich IV. mit dem Kirchenbann. Am 28. Januar 1077 erfolgt der »Gang nach Canossa«.
    Link: Der »Investiturstreit« in der Wikipedia
  • 16.11.1093: Die schottische Königin Margareta (um 1046/47-1093) stirbt in Edinburgh (Schottland). Sie wird in Reska bei Násad (Ungarn) geboren. 1057 kommt sie an den Hof ihres Großonkels, dem englischen König Eduard dem Bekenner (um 1004-1066). 1066 wird England von den Normannen erobert und Margareta flieht nach Schottland, wo sie 1070 den schottischen König Malcolm III. (1031-1093) heiratet. 1075 gründete sie die Abtei Dunfermline. Wegen ihrer Verdienste um die Kirche wird sie 1251 von Papst Innozenz IV. heilig gesprochen.
    Link: Margaret von Schottland www.heiligenlexikon.de

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  • 16.06.1106: In Meißen (Sachsen) stirbt der Bischof von Meißen, Benno (um 1010-1106). 1040 empfing Benno die Priesterweihe, 1042 wurde er Abt des Benediktinerklosters St. Michael in Hildesheim, 1066 Bischof von Meißen. Der Legende nach entdeckte man 1088 unter den Kiemen (oder im Bauch) eines Fisches, welcher dem unerkannten Benno in einem Gasthaus in Meißen serviert wurde, die verlorenen Domschlüssel (die Benno Jahre zuvor in die Elbe geworfen hatte). Seit 1604 ist der Sachse Benno Stadtpatron von München sowie der heutigen Diözese Dresden-Meißen.
    Link: Benno von Meißen im Heiligenlexikon
  • 23.09.1122: Das »Wormser Konkordat« beendet den seit fast 50 Jahren andauernden Investiturstreit zwischen Kaiser- und Papsttum. Nach dem französischen (1106) und englischen (1107) König einigt sich auch der deutsche Kaiser Heinrich V. (1086-1125) mit Papst Kalixt II. (um 1060-1124) auf eine Kompromisslösung. Die Bischöfe und Äbte werden von nun an frei gewählt und nicht mehr vom Kaiser eingesetzt. Der Investiturstreit war durch die Frage ausgelöst worden, ob die Kirche oder der König in einem christlichen Staat die Vorrangstellung innehaben soll.
    Link: Das »Wormser Konkordat« in der Wikipedia
  • 20.08.1153: In Clairvaux bei Troyes stirbt der Abt, Kreuzzugsprediger und Mystiker Bernhard von Clairvaux (um 1090-1153), einer der bedeutendsten Mönche des Zisterzienserordens. Bernhard wird 1174 heilig gesprochen, 1830 erfolgt seine Ernennung zum Kirchenlehrer.
    Link: Bernhard von Clairvaux in der Wikipedia
  • 29.12.1170: Thomas Becket (1118-1170), Erzbischof von Canterbury, wird von vier Vertrauten des englischen Königs Heinrich II. (1154-1189) vor dem Altar der Kathedrale von Canterbury ermordet. 1155 hatte Heinrich II. ihn zum Lordkanzler ernannt, 1162 wird er Erzbischof von Canterbury und somit Primas von England. Aus der Freundschaft der beiden wird bald Feindschaft, da Thomas die Rechte und Freiheiten der Kirche konsequent verteidigt. So wandte er sich 1164 gegen die »Constitutions of Clarendon«, die dem König weitgehende Rechte gegenüber dem Klerus einräumen, und muss nach Sens in Frankreich flüchten. Ein geheucheltes Angebot bewegt ihn im Dezember 1170 zur Rückkehr nach England. Hier exkommuniziert er die Bischöfe, die Heinrichs Sohn, Heinrich den Jüngeren (1155-1183), gekrönt hatten.
    Thomas Becket wird bereits 1173 heilig gesprochen. Er ist der Patron der katholischen Kirche Englands.
    Link: Thomas Becket in der Wikipedia
  • 17.09.1179: In dem von ihr gegründeten Kloster Rupertsberg stirbt die Äbtissin, Mystikerin und Heilkundige Hildegard von Bingen (1098-1179), deren Schriften auch heute noch von großer Bedeutung sind.
    Link: Hildegard von Bingen in der Wikipedia

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  • 30.11.1215: Im römischen Lateranpalast - bis 1308 Amtssitz der Päpste - wird die Schlußsitzung des IV. Laterankonzils abgehalten. Das Konzil findet auf Einladung von Papst Innozenz III. (1161-1216) statt. Über 1.200 Bischöfe und Äbte, Gesandte der Kreuzfahrerstaaten sowie Könige verschiedener Länder beschließen u.a. die Pflicht der jährlichen Beichte und der Osterkommunion. Die Vertreter abweichender Lehren werden zu Ketzern erklärt, die Verfolgung obliegt sowohl der Inquisition und als auch den weltlichen Fürsten. Die Trennung von Juden und Christen wird verschärft: für Juden gilt ein Ausgehverbot in der Karwoche und eine besondere Kleidungsvorschrift. Die Reformen dieses Konzils werden für Jahrhunderte maßgeblich.
    Links: Konzile im Lateran und Das Vierte Laterankonzil in der Wikipedia
  • 03.10.1226: In Assisi stirbt der Gründer des Fransikanerordens, Franz von Assisi (Franziskus, eigentlich Giovanni Bernadone, 1181/1182-1226). Um 1207 ändert der Sohn eines reichen Tuchhändlers sein Leben radikal, gibt sämtliche Besitztümer auf und lebt als Einsiedler. Als Wanderprediger fordert er zu einem einfachen Leben, zur Nächstenliebe und zur Naturverbundenheit auf und gewinnt rasch zahlreiche Anhänger. Es entsteht der Fransikanerorden, der erste Bettelorden der Kirchengeschichte. Die von Franz aufgestellten Ordensregeln der besitzlosen »Minderbrüder« werden 1210 von Papst Innozenz III. (1160/1161-1216) anerkannt. Der Orden breitet sich schon bald über ganz Europa aus, gründet Schulen und Studienzentren. 1212 wird durch die adlige Klara von Assisi (um 1193-1253) eine Schwesterngemeinschaft gegründet. Franz zieht sich 1222 in die Einsamkeit des Monte Alverno bei Arezzo zurück, wo er der Überlieferung nach 1224 die Wundmale Christi empfängt. Der auch wegen seiner Tierliebe verehrte Franz von Assisi wird 1228 durch Papst Gregor IX. (um 1160-1241) heilig gesprochen. Papst Johannes Paul II. (1920-2005) erklärt ihn 1980 zum Schutzpatron der Ökologen.
    »Wo die Armut mit der Fröhlichkeit ist, da ist nicht Begierde nach Habsucht« (Franz von Assisi, Von der Kraft der Tugenden)
    Link: Franziskus von Assisi im Heiligenlexikon
  • 17.11.1231: Elisabeth von Thüringen (1207-1231), die Landgräfin von Thüringen und Tochter des ungarischen Königs Andreas II. (um 1177-1235), stirbt in einem Siechenheim in Marburg an der Lahn. Im Alter von 4 Jahren kommt sie nach Thüringen, wo sie von ihrem Verlobten, dem Landgrafensohn Ludwig von Thüringen (1200-1227), erzogen wird. Die beiden heiraten 1221. Elisabeth fördert den Bettelorden der Franziskaner und ermöglicht ihnen, sich in Eisenach anzusiedeln. Nach dem Tod Ludwigs (er stirbt während eines Kreuzzuges an der Pest) wenden sich die Verwandten von Elisabeth ab und sie zieht nach Marburg an der Lahn, wo sie 1229 ein Spital gründet. Über ihrem Grab wird 1235-83 die gotische Elisabethkirche errichtet. 1235 wird Elisabeth von Papst Gregor IX. (um 1167-1241) heiliggesprochen.
    Link: Elisabeth von Thüringen in der Wikipedia
  • 30.05.1232: Der italienische Franziskaner, Theologe und Prediger Antonius von Padua (lat. Antonius Patavinus, 1195-1231) wird von Papst Gregor IX. heilig gesprochen. 1946 wird er von Papst Pius XII. zum Kirchenlehrer ernannt. Besonders bekannt ist sein Patronat für die Armen (»St.-Antonius-Brot«). Sein Fest wird an seinem Todestag, dem 13. Juni, begangen.
    Link: Antonius von Padua in der Wikipedia
  • 11.08.1253: Papst Urban IV. (um 1200-1264) führt das Fronleichnamsfest als Fest für die gesamte Kirche an. Es wird jeweils am zweiten Donnerstag nach Pfingsten gefeiert. Der Name stammt von dem mittelhochdeutschen Wort »vronlichnam« ab und bedeutet so viel wie »lebendiger Leib«, womit der in der geweihten Hostie anwesende Leib Christi gemeint ist.
  • 06.01.1256: Die deutsche Mystikerin und Heilige Gertrud von Helfta (Gertrud die Große) wird in Thüringen geboren. Bereits im Alter von 5 Jahren kommt sie zur Ausbildung in das Zisterzienserinnenkloster Helfta (heute ein Stadtteil von Eisleben). Mit 26 Jahren wird sie dort Äbtissin, zeitgleich hat sie Christusversionen. Sie stirbt am 13., 16., oder 17. November 1301 oder 1302, ihr Gedenktag in Deutschland ist der 17. November.
    Link: Gertrud von Helfta im www.heiligenlexikon.de
  • 07.03.1274: Der italienische Philosoph, Theologe und Kirchenlehrer Thomas von Aquin (Thomas von Aquino, um 1225-1274), genannt »Doctor communis« und »Doctor angelicus«, stirbt in der Abtei Fossanova (Latium). Der Schüler des Albertus Magnus lehrte in Paris, Orvieto, Viterbo, Rom und Neapel. Er gilt als der bedeutendste Philosoph und Theologe des Mittelalters.
    Link: Thomas von Aquin im Heiligenlexikon

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  • 13.10.1307: Der französische König Philipp IV., der Schöne (1268-1314), lässt (am Freitag, den 13. Oktober 1307) 2.000 Mitglieder des Ritterordens der Templer verfolgen und als Ketzer verhaften. Dadurch will er in Besitz ihrer Reichtümer gelangen und ihnen den politischen Einfluss nehmen. Papst Klemens V. (um 1260-1314) beugt sich dem Willen des Königs, und 1312 löst er den Orden auf. Der letzte Großmeister des Templerordens, Jaques de Molay (um 1243-1314), wird am 18. März 1314 in Paris auf dem Scheiterhaufen verbrannt.
    Gegründet wurde der Templer-Orden (»Pauperes commilitones Christi Templique Salomonis«) am 13. Januar 1118/1119 in Jerusalem.
    Link: Der Templerorden in der Wikipedia
  • 18.03.1314: Jaques de Molay (um 1243-1314), der letzte Großmeister des Templerordens, wird in Paris auf dem Scheiterhaufen verbrannt.
    Der »Orden der armen Ritter Christi vom Tempel Salomos«, wird (am 13. Januar) 1118-1120 von dem französischen Ritter Hugo von Payens (Payns, um 1080-1136), Gottfried von Saint-Omer und sieben weiteren Rittern gegründet. Durch die Bulle »Omne datum optimum« von Papst Innozenz II. (vor 1116-1143) vom 29. März 1139 wird der Orden bestätigt und direkt dem Papst unterstellt. Die Tempelritter gelangen zu großer Machtfülle und Reichtum. Der französische König Philipp IV. (der Schöne, 1268-1314), der sich durch seine Kriege mit England in finanziellen Schwierigkeiten befindet, lässt am 13. Oktober 1307 alle Templer in Frankreich verhaften und klagt sie der Blasphemie, der Ketzerei sowie homosexueller Praktiken an.
  • 16.08.1327: In Montpellier stirbt der Franziskaner und Pilger Rochus von Montpellier (um 1295-1327). Der heilige Rochus ist im katholischen Glauben der Nothelfer gegen die Pest.
    Link: Rochus von Montpellier im Heiligenlexikon
  • 12.05.1328: Der im Jahr 1324 exkommunizierte römisch-deutsche Kaiser Ludwig IV (Ludwig der Bayer, 1281/82-1347) veranlasst die Wahl des Franziskanermönch Pietro von Corvaro (1275-1333) zum (Gegen-) Papst Nikolaus V. durch das römische Volk. Nikolaus V. verzichtet 1330 auf die Papstwürde und unterwirft sich Johannes XXII., der in Avignon residiert.
    Link: Gegenpapst Nikolaus V. in der Wikipedia
  • 31.12.1384: Der englische Philosoph, Theologe und Reformer John Wyclif (Wiclif, Wiclef, Wycliffe, um 1320/26-1384) stirbt in Lutterworth (Leicestershire).
    ...engl. Reformator, geb. um 1324 in der Grafsch. York, 1361 Vorsteher des Balliol College zu Oxford, seit 1374 zugleich Pfarrer zu Lutterworth in Leicester, trat zunächst gegen die päpstl. Finanzansprüche an England und die Verderbnis des Klerus, dann gegen Verfassung und Dogma des päpstl. »Antichristentums« überhaupt auf und forderte die Wiederherstellung der reinen christl. Lehre auf Grund der Heiligen Schrift, die er ins Englische übersetzte, sowie die Bildung einer von Rom unabhängigen, demokratisch aufgebauten Nationalkirche; 1382 von der Synode zu London verdammt, wurde er von Hof und Parlament beschützt; gest. 31. Dez. 1384; das Konstanzer Konzil erklärte ihn 1415 für einen Ketzer, seine Gebeine wurden 1428 verbrannt, seine Anhänger, die Wiclifiten, ausgerottet. W.s zahlreiche theol. und philos. Schriften blieben bis 1869 meist ungedruckt.«
    (aus: Brockhaus. Kleines Konversationslexikon, 1906)

    Link: John Wyclif in der Wikipedia

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Johanna von Orléans
Johanna von Orléans (Jeanne d'Arc, 1412-1431), Ausschnitt eines Gemäldes von Frank Craig (1874-1918).
  • 05.11.1414: Auf dem »Konzil von Konstanz« (1414-1418), das auf Anregung von Sigismund (1368-1437, Römisch-deutscher Kaiser, König von Ungarn und Böhmen) ab dem 5. November 1414 stattfindet, sollen das »Abendländische Schisma« (Kirchenspaltung, seit 1378) beigelegt, eine Kirchreform herbeigeführt und Beschlüsse gegen Ketzer gefasst werden. Mehrere Päpste werden während des Konzils gewählt oder abgesetzt, bis man sich am 11. November auf Martin V. (Oddo Colonna, 1368-1431) einigt, wodurch die Kirchenspaltung beendet wird. Der tschechische Reformator Jan Hus (Johannes Huß, um 1370-1415) wird am 6. Juli 1415 als Ketzer verbrannt, Hieronymus von Prag (um 1365-1416) am 30. Mai 1416.
    Link: Konzil von Konstanz in der Wikipedia
  • 06.07.1415: Der tschechische Reformator Jan Hus (Johannes Huß, um 1370-1415) wird - trotz eines Geleitbriefes und dem Protest des deutschen Königs Sigismund (1368-1437) - auf dem Konstanzer Konzil (siehe 5. November 1414) als Ketzer verurteilt und verbrannt. Dies löst die bis 1436 andauernden Hussitenkriege aus.
    Link: Jan Hus in der Wikipedia
  • 30.05.1431: Johanna von Orléans (Jeanne d'Arc, um 1411-1431) wird in Rouen als Ketzerin verbrannt. 1429 hatte sie an der Spitze eines Heeres die Engländer besiegt und dadurch König Karl VII. auf den Thron geholfen. 1430 geriet sie in Gefangenschaft und wurde an die mit den Burgundern verbündeten Engländer ausgeliefert.
    Link: Johanna von Orléans im www.heiligenlexikon.de
  • 05.12.1484: Papst Innozenz VIII. (1432-1492) erlässt die »Hexenbulle« »Summis Desiderantis Affectibus«, welche den Inquisitoren umfassende Vollmachten zur Verfolgung angeblicher Hexen gibt. Bei den nun folgenden zahlreichen Hexenprozessen werden zumeist Frauen der Hexerei und der Ketzerei angeklagt - dazu genügt oft schon ein Verdacht oder Belanglosigkeiten (Kräutersuche, seltener oder auch häufiger Kirchenbesuch, Muttermale, rote Haare). Unter Folter werden Geständnisse erzwungen oder die Schuld durch grausame (meist tödliche) Experimente "bewiesen". In Spanien fallen dem 1483 zum Großinquisitor ernannten Dominikaner Tomás de Torquemada (1420-1498) etwa 2.000 Menschen zum Opfer. 1487 erscheint der berüchtigte »Hexenhammer« des deutschen Inquisitoren und Dominikanerpaters Heinrich Institoris (Heinrich Kramer, um 1430-1505). Das "Anleitungsbuch" für den Kampf gegen vermeintliche Hexen löst eine wahre Hexenhysterie in Europa aus. Höhepunkt des Hexenwahns sind die Jahre 1590-1630. In den deutschen Ländern werden bis 1775, als der letzte Hexenprozess in Kempten stattfindet, etwa 25.000 Menschen wegen Hexerei oder Zauberei hingerichtet, in ganz Europa sind es etwa 60.000.
    Links: Hexenprozesse und der Hexenhammer in der Wikipedia

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  • 25.02.1516: Der Humanist Erasmus von Rotterdam (1466/69-1536) beendet seine Arbeiten an der griechischen Fassung des Neuen Testaments, die Martin Luther (1483-1546) später als Vorlage seiner Bibelübersetzung ins Deutsche dient.
    Link: Erasmus von Rotterdam in der Wikipedia
  • 31.10.1517: Martin Luther schreibt Briefe an den Mainzer Kurfürsten und Erzbischof Albrecht II. von Brandenburg (1490-1545) und andere hohe kirchliche Amtsinhaber, in denen er die Ablassprediger und die Auswüchse des Ablasshandels scharf angreift. Den Briefen legt er seine 95 Thesen »Zur Aufklärung über die Kraft des Ablasses« bei, die als Grundlage für eine Disputation (Streitgespräch) gedacht sind.
    Die Vergebung der Sünden durch Zahlung von Geldbußen war immer mehr zu einem einträglichen Geldgeschäft der Kirche geworden. Und sie dient nicht nur Kirchenprojekten. Der Dominikaner Johannes Tetzel (um 1465-1519) hatte in seinen marktschreierischen Predigten behauptet, mit dem Geld solle der Bau des Petersdoms in Rom finanziert werden. »Der Taler in dem Säcklein klingt, die Seele aus dem Feuer springt«. In Wirklichkeit diente es zur Hälfte zur Schuldenbegleichung von Erzbischof Albrecht II., der sich 1513/1514 seine Kirchenämter mit Bestechungsgeldern erkauft hatte und das Geld nun an das Bankhaus Fugger zurückzahlen musste. Im Oktober 1517 gelangte Luther in den Besitz einer Dienstanweisung des Erzbischofs Albrecht II. an den Ablassprediger Tetzel, worauf er die 95 Thesen verfasste. Er wendet sich nicht gegen das Ablasswesen selbst, sondern gegen dessen Missbrauch. Die Thesen finden schnell weite Verbreitung (siehe: 12. Oktober 1518).
    Link: Martin Luther in der Wikipedia
  • 01.12.1521: In Rom stirbt Leo X. (Giovanni de' Medici, 1475-1521), Papst von 11. März 1513 bis zum 1. Dezember 1521. Der Renaissancepapst und Kunstmäzen erlässt 1514 das Ablassdekret zur Finanzierung des Neubaus von Sankt Peter in Rom - für Martin Luther einer der Anlässe zur Veröffentlichung seiner 95 Thesen am 31. Oktober 1517.
    Link: Papst Leo X. in der Wikipedia
  • 09.01.1522: Der Holländer Kardinal Adrian von Utrecht (1459-1523) ist als Hadrian VI. der letzte nichtitalienische Papst bis zur Wahl des Polen Johannes Paul II. (1920-2005) am 16. Oktober 1978.
    Link: Hadrian VI. in der Wikipedia
  • 27.09.1540: Papst Paul III. (1468-1549) bestätigt mit seiner Bulle »Societas Jesu« den am 15. August 1534 von Ignatius von Loyola (1491-1556) gegründeten Jesuitenorden (»Gesellschaft Jesu«), der die Gegenreform entscheidend mitbestimmt.
    Link: »Jesuiten« in der Wikipedia
  • 10.11.1549: In Rom stirbt Papst Paul III. (Alessandro Farnese, 1468-1549, Papst seit 1534). Unter ihm wird insbesondere die Baukunst gefördert. In seinem Auftrag malt Michelangelo 1536-1541 das Fresko »Das jüngste Gericht« in der Sixtinischen Kapelle, entwirft die Kuppel der Peterskirche (Bauleitung seit 1546) und arbeitet am Familienpalast der Farnese.
  • 31.07.1556: In Rom stirbt der Gründer des Jesuitenordens, Ignatius von Loyola (1491-1556). Er wird 1609 selig- und 1622 heiliggesprochen. Der 31. Juli ist in der katholischen und anglikanischen Kirche sein Gedenktag.
    Link: Ignatius von Loyola im www.heiligenlexikon.de
  • 01.03.1562: Ein Massaker an der hugenottischen Gemeinde in Vassy in der Champagne durch die Gefolgsleute des Herzogs Francois I. von Lothringen, Herzog von Guise (1519-1563), löst den Bürgerkrieg zwischen Hugenotten und Katholiken in Frankreich aus (23. August 1572).
  • 01.05.1572: In Rom stirbt Pius V. (Antonio Michele Ghislieri, 1504-1572), Papst seit dem 17. Januar 1566. Der sittenstrenge Papst ging mit äußerster Härte gegen Häretiker und Irrlehrer vor, veröffentlichte Bullen gegen Juden und Muslime. In Frankreich unterstützte er den Kampf gegen die Hugenotten. Die englische Königin Elisabeth I., die die anglikanische Staatskirche wiederhergestellt hatte, belegte er mit einem Bann und erklärte sie für abgesetzt (dies führte zur Verfolgung der Katholiken in England). Pius V. verbündete sich in der »Heiligen Liga« mit Spanien und Venedig zum Kampf gegen die vorwärts drängenden Türken. Nach dem Sieg der christlichen Flotte in der »Seeschlacht bei Lepanto« (7. Oktober 1571) führte Pius V. - aus Dankbarkeit gegenüber der Gottesmutter - das Rosenkranzfest ein.
    Link: Papst Pius V. in der Wikipedia
  • 13.05.1598: Der französische König Heinrich IV. (1553-1610) erlässt das »Edikt von Nantes«, das den Hugenotten (den französischen Protestanten) Religionsfreiheit zusichert und beendet damit die Hugenottenkriege (8 Hugenottenkriege seit dem 1. März 1562). Protestanten und Katholiken werden gleichgestellt - extreme Katholiken sehen darin einen Verrat. Das Edikt hat bis zur Aufhebung durch Ludwig XIV. (1638-1715) im Jahre 1685 Gültigkeit.
    Link: Das Edikt von Nantes in der Wikipedia

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  • 28.12.1622: Der Heilige Franz von Sales (François de Sales, 1567-1622), Bischof von Genf/Annecy, Ordensgründer, Mystiker und Kirchenlehrer, stirbt in Lyon. Zusammen mit der Mystikerin Jeanne Françoise Frémyot de Chantal (Johanna Franziska Frémyot von Chantal, 1572-1641) gründete er 1610 den Orden der Salesianerinnen (Ordensgemeinschaft der Schwestern von der Heimsuchung Mariens). 1665 wurde er heiliggesprochen. Sein Gedenktag (katholisch und anglikanisch) ist der 24. Januar.
    Link: Franz von Sales im www.heiligenlexikon.de
  • 15.09.1644: Der Kardinal Giambattista Pamfili (1574-1655) wird als Innozenz X. zum Papst (1644-1655) gewählt. Die Förderung seiner Verwandten sowie der Einfluss seiner habgierigen Schwägerin Olimpia Maidalchini führen zur Kritik an seiner Person.
    Link: Innozenz X. in der Wikipedia

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  • 20.08.1823: In Rom stirbt Pius VII. (Giorgio Barnaba Luigi Chiaramonti, 1740-1823), Papst von 1800-1823. 1808 exkommuniziert er den französchen Kaiser Napoléon Bonaparte, den er wegen der Besetzung des Kirchenstaates als raquo;Räuber des Erbguts Petri« bezeichnet. 1809 wird er gefangengenommen und erst auf der Seefeste Savona, dann in Fontainebleau inhaftiert. 1813 verzichtet er in einem Konkordat auf den Kirchenstaat, widerruft diesen Beschluss jedoch wieder. 1815 kann Pius VII. endgültig nach Rom zurückkehren und mit einer vorsichtigen kirchlichen Restauration beginnen.
    Link: Biografie von Pius VII.
  • 22.09.1827: Dem Amerikaner Joseph Smith (1805-1844) erscheint nach eigener Darstellung der Engel Moroni und übergibt ihm Goldplatten mit eingravierten göttlichen Weisungen. Smith veröffentlicht sie 1830 als »Buch Mormon« (»The Book of Mormon«) und gründet am 6. April 1830 die »Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage«. Der 22. September 1827 ist für die Glaubensgemeinschaft der Mormonen ein heiliges Datum.
    Link: Joseph Smith in der Wikipedia
  • 16.06.1846: Beginn der Amtszeit von Pius IX. (Giovanni Maria Mastai-Ferretti, 1792-1878), dem mit 31 Jahren bisher am längsten amtierenden Papst (1846-1878). Pius IX. verkündet 1854 das Dogma von der Unbefleckten Empfängnis. 1864 veröffentlicht er eine Enzyklika, in welcher er die Religionsfreiheit, die Trennung von Kirche und Staat, Protestantismus, Naturalismus, Rationalismus, Sozialismus und Kommunismus sowie die falschen Lehren über die christliche Ehe verurteilt.
    Link: Papst Pius IX. in der Wikipedia
  • 11.02.1858: Der 14jährigen Bernadette Soubirous (1844-1879) erscheint in der Grotte von Massabielle bei Lourdes angeblich die Jungfrau Maria. Es ist die erste von 18 (Visionen von) Marienerscheinungen. Lourdes wird dadurch zu einem bedeutenden katholischen Wallfahrtsort. Bernadette wird am 14. Juni 1925 selig und am 8. Dezember 1933 heilig gesprochen. Ihr Todestag, der 16. April, ist zugleich ihr (katholischer) Gedenktag.
    Link: Bernadette Soubirous in der Wikipedia
  • 18.07.1870: Papst Pius IX. (1792-1878) verkündet auf dem »Ersten Vatikanischen Konzil« (»Vaticanum I«, 8. Dezember 1869 - 20. Oktober 1870) - trotz einer starken Opposition der meisten deutschen und österreichischen Bischöfe - das Dogma von der Unfehlbarkeit des Papstes. Die vom Papst als Amtsperson verkündeten Entscheidungen in Glaubens- und Sittenfragen werden dadurch als unfehlbar und unabänderlich angesehen. Dies löst innerhalb der katholischen Kirche und in den meisten Ländern starke Proteste aus.
    Link: Das Erste Vatikanische Konzil

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Lyndon B. Johnson bei Papst Paul VI.
US-Präsident Lyndon B. Johnson bei Papst Paul VI. (1897-1978) im Vatikan, 23. Dezember 1967, Quelle: [13]
  • 20.07.1903: In Rom stirbt Leo XIII. (Vincenzo Gioacchino Pecci, 1810-1903), Papst seit dem 3. März 1878, im Alter von 93 Jahren. Er gilt als einer der einflussreichsten Päpste des 19. Jahrhunderts. Mit seiner Enzyklika »Rerum novarum« (1891), die zur Grundlage der katholischen Soziallehre wird, versuchte er zwischen Arbeitern und Arbeitgebern zu vermitteln. In zahlreichen Enzykliken nahm Leo XIII. zu Fragen der theologischen Wissenschaften Stellung und empfahl Thomas von Aquin als Vorbild bei den Studien. Sein politisches Hauptziel, die Wiederherstellung des Kirchenstaates, erreichte Leo XIII. nicht.
    Link: Papst Leo XIII. in der Wikipedia
  • 11.10.1962: Papst Johannes XXIII. (1881-1963) eröffnet das »Zweite Vatikanisches Konzil«, das größte Konzil in der Geschichte der katholischen Kirche. 2.850 Kirchenfürsten aus 133 Ländern nehmen daran teil. Das Konzil endet am 8. Dezember 1965.
    Link: Das »Zweite Vatikanisches Konzil« in der Wikipedia
  • 28.10.1965: Das »Zweite Vatikanische Konzil« verabschiedet die Erklärung »Nostra Aetate« (lat. = »In unserer Zeit«). Darin wird unter anderem die Allgemeinschuld der Juden am Kreuzestod von Jesus Christus verworfen. Alle Formen des Antisemitismus werden verurteilt, ebenso »jede Diskriminierung eines Menschen oder jeden Gewaltakt gegen ihn um seiner Rasse oder Farbe, seines Standes oder seiner Religion willen«.
    Link: »Nostra Aetate « in der Wikipedia
  • 16.10.1978: Mit der Wahl des Krakauer Erzbischofs Kardinal Karol Wojtyla (1920-2005) zum Papst Johannes Paul II. tritt der erste Nicht-Italiener seit 456 Jahren dieses Amt an. Wojtyla war seit 1964 Erzbischof von Krakau und im Jahr 1967 von Papst Paul VI. zum Kardinal erhoben worden. Siehe auch: 2. April 2005 (Tod von Johannes Paul II.).
    Link: Johannes Paul II. in der Wikipedia
  • 15.11.1980: Papst Johannes Paul II. (1920-2005) besucht Deutschland, das Mutterland der Reformation. Es ist der erste Besuch eines Papstes in Deutschland seit 1782. Offizieller Anlass des Besuches ist der 700. Todestag des Philosophen Albertus Magnus (um 1200-1280).
    Link: Papst Johannes Paul II. in der Wikipedia

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Papst Johannes Paul II. (Karol Wojtyla, 1920-2005)
Papst Johannes Paul II. (Karol Wojtyla, 1920-2005) 1979 in den USA, Quelle: [16]
  • 02.04.2005: Nach langer, schwerer Krankheit stirbt in Rom Papst Johannes Paul II. (Karol Wojtyla, 1920-2005). Am 16. Oktober 1978 hatte der erste nichtitalienische Papst seit 1523 sein Pontifikat begonnen. Seine offene und freundliche Art machten den »Reisepapst« zu einem der beliebtesten Päpste überhaupt. Maßgeblichen Einfluss hatte er auf den Sturz des Kommunismus, zu dem er durch seine Besuche in seiner Heimat Polen (ab 1979) und seiner Unterstützung der Gewerkschaft »Solidarnosc« beitrug. Er setzte sich für die Menschenrechte und die Aussöhnung der Religionen ein. Zur Vergangenheitsbewältigung der Katholischen Kirche trug seine öffentliche Anerkennung von Fehlern der Kirche in der Vergangenheit bei. So wurden Galileo Galilei (1982) und Nikolaus Kopernikus (1983) rehabilitiert. Als besonders bedeutsam gilt das Schuldbekenntnis vom 12. März 2000 in dem Dokument »Erinnerung und Versöhnung. Die Kirche und die Schuld der Vergangenheit.«. Kritisiert wurde seine Bestätigung der Unfehlbarkeit des Papstes, seine Verdammung von Empfängnisverhütung und Schwangerschaftsabbruch (sogar bei einer Vergewaltigung) sowie seine Erklärung von Homosexuellen zu "armen Sündern". Johannes Paul II. litt seit Ende der 1990er-Jahre an der Parkinsonschen Krankheit. Die Totenmesse findet am 8. April 2005 statt.
    Link: Johannes Paul II. in der Wikipedia
  • 08.04.2005: Um an der Totenmesse des 2. April 2005 verstorbenen Papstes Johannes Paul II. (Karol Wojtyla, 1920-2005) teilzunehmen, reisen etwa 3,5 Millionen Menschen nach Rom, darunter auch 200 Staats- und Regierungschefs aus der ganzen Welt. Geleitet wird die Zeremonie, das größte Medienereignis des Jahres 2005, von dem deutschen Kardinal Joseph Ratzinger (*16. April 1927), der am 19. April zum neuen Papst gewählt wird.
  • 19.04.2005: Der aus Deutschland stammende Joseph Kardinal Ratzinger (*1927) wird auf dem Konklave in Rom zum 266. Papst - Benedikt XVI. - gewählt. Ratzinger wurde 1981 unter seinem Vorgänger Papst Johannes Paul II. (1920-2005) zum Präfekten der Glaubenskongregation ernannt. Ab 2002 war er Dekan des Kardinalskollegiums. Die Amtseinführung von Benedikt XVI. erfolgt am 24. April 2005.
    »Liebe Brüder und Schwestern! Nach dem großartigen Papst Johannes Paul II. haben die Herren Kardinäle mich, einen einfachen, demütigen Arbeiter im Weinberg des Herrn, zum Diener der Kirche gewählt. Mich tröstet, dass der Herr auch mit unzureichenden Mitteln regieren und arbeiten kann. Vor allem vertraue ich mich eurem Gebet an. In der Freude des auferstandenen Herrn gehen wir voran. Der Herr wird uns helfen. Und Maria, seine Mutter, wird uns helfen. Vielen Dank.« (Benedikt XVI.)
    Link: Joseph Ratzinger in der Wikipedia
  • 25.05.2005: In Hannover findet bis zum 29. Mai der 30. Deutsche Evangelische Kirchentag statt. Motto: »Wenn dein Kind dich morgen fragt...« (5. Mose 6,20).
    Link: Deutscher Evangelischer Kirchentag
  • 16.08.2005: In Köln findet bis zum 21. August der 20. Weltjugendtag der katholischen Kirche statt, zu dem 600 Bischöfe aus aller Welt erwartet werden. Das Leitwort aus dem Matthäusevangelium lautet: »Wir sind gekommen, um IHN anzubeten«. Papst Benedict XVI. hat seine Teilnahme zugesagt.
    Link: Offizielle Website des XX. WJT 2005 in Köln
  • 16.08.2005: Der 90-jährige Frère Roger (1915-2005), Gründer und Prior der internationalen ökomenischen Gemeinschaft von Taizé, wird bei einem Attentat während des Abendgebetes getötet. Mutmaßliche Täterin ist eine offenbar geistesgestörte 36-jährige Rumänin. 1940 hatte der Protestant Roger Schutz die Gemeinschaft der Brüder von Taizé gegründet, die während des Krieges Flüchtlingen - vor allem Juden - Schutz vor den Nazis bot.
    Links: www.tageschau.de und Frère Roger in der Wikipedia
  • 12.09.2006: Mit seinen Äußerungen zum Islam in seiner Rede an der Universität Regensburg löst Papst Benedikt XVI. (*1927) Kritik und Empörung in der islamischen Welt aus. Der Papst zitiert darin einen wohl 1391 geführten Dialog des byzantinischen Kaiser Manuel II. Palaeologos (1350-1425) mit einem gebildeten Perser »über Christentum und Islam und beider Wahrheit«.
    Link: Der gesamte Wortlaut der Rede

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Zuletzt geändert am 16.06.2015

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