Kalenderblatt - Thema: Nachkriegszeit

Trümmerfrauen beseitigen den Schutt der zerstörten Häuser
»Trümmerfrauen« (offizielle Bezeichnung: 'Hilfsarbeiterinnen im Baugewerbe') beseitigen den Schutt der zerstörten Häuser
Quelle: © AdsD der Friedrich-Ebert-Stiftung

Chronik:

  • 19.04.1945: In Hannover erfolgt bei einer Zusammenkunft ehemaliger Sozialdemokraten die Wiederbegründung der SPD. Am 5. Oktober 1945 findet in Wennigsen am Deister die erste Gesamtkonferenz der deutschen Sozialdemokraten statt. Maßgebliche Persönlichkeiten des Wiederaufbaus der Partei sind Kurt Schumacher (1895-1952) und Erich Ollenhauer (1901-1963). Der erste Parteitag der SPD nach dem Zweiten Weltkrieg findet am 9. Mai 1946 in Hannover statt. Zum Vorsitzenden wird Kurt Schumacher gewählt.
    »In dieser Partei ist Raum für diejenigen, die im Geist des Kommunistischen Manifests, wie für diejenigen, die im Geist der Bergpredigt kommen.« (Kurt Schumacher)
  • 25.05.1945: »Im Interesse der schnellen Wiederherstellung des normalen Lebens der Bevölkerung der Stadt Berlin, im Interesse des Kampfes gegen Verbrechen und öffentliche Ruhestörung, der Regulierung des Straßenverkehrs und des Schutzes der Selbstverwaltungsgebäude der Stadt Berlin ist der Selbstverwaltung der Stadt Berlin vom Kommando der Roten Armee erlaubt, die Stadtpolizei, das Gericht und die Staatsanwaltschaft zu organisieren; diese Organe sind bereits am 20. Mai dieses Jahres gebildet und haben ihre Arbeit begonnen.«
    Befehl des Militärkommandanten der Stadt Berlin, 25. Mai 1945

    Quelle: »Volkspolizei«, Verlag Zeit im Bild, ca. 1980, S. 14
  • 01.06.1945: In Berlin werden alle Frauen im Alter zwischen 15 und 50 Jahren durch das städtische Hauptamt für Arbeitseinsatz zur Mitarbeit bei Aufräumarbeiten und Trümmerbeseitigung verpflichtet. Wer sich weigert, erhält keine Lebensmittelkarte, wer mitmacht, kann die kargen Essensrationen etwas aufbessern. Die Männer sind im Krieg gefallen, verwundet oder in Gefangenschaft, und die Frauen müssen die alten Leute und die Kinder in ihrem Haushalt versorgen. Auf »Hamsterfahrten« und dem »Schwarzmarkt« versuchen sie, Lebensmittel zu organisieren. Man muss den Einsatz dieser Frauen einfach bewundern, die mit einfachsten Hilfsmitteln und unter größten körperlichen Anstrengungen ans Werk gehen. Sie räumen die Straßen und suchen den Schutt nach Holzbalken und Metallteilen ab. Eine typische, mühevolle Tätigkeit ist das »Picken« der Steine und Ziegel (das Abklopfen des alten Mörtels). Mit Loren, die sie selbst schieben und ziehen müssen, transportieren sie das Material für den Wiederaufbau. Gefahr droht von einstürzenden Mauern oder Blindgängern, die sich unter dem Schutt verbergen und jederzeit explodieren können. Doch nicht nur in Berlin wird »aufgeräumt«. Am 10. Juli 1946 erlässt der Alliierte Kontrollrat in Deutschland ein Gesetz, das Frauen und Kindern ab 14 Jahren die Beschäftigung bei Bau- und Aufräumarbeiten gestattet.
    Erst spät haben die Frauen die ihnen zustehende Anerkennung auch offiziell erfahren.
    Links: Trümmerfrauen, Trümmerleben und tägliche Not
  • 09.06.1945: Bildung der Sowjetischen Militäradministration in Deutschland (SMAD) in Berlin-Karlshorst. Hauptaufgaben sind Entnazifizierung, Bestrafung von Kriegsverbrechern, Rückführung sowjetischer Staatsbürger und die Überwachung des politischen Lebens. Faktisch hat die SMAD - bis zur Übertragung der Verwaltungshoheit der Regierung der DDR am 11. November 1949 - die Souveränität in der sowjetischen Besatzungszone (SBZ) inne. Erster Chef der SMAD ist der sowjetische Marschall Georgi K. Schukow (1896-1974).
    Link: Die SMAD in der Wikipedia
  • 17.06.1945: In Köln wird die rheinische Christlich-Demokratische Union (CDU) gegründet. Sie will die Konfessionsgrenzen überwinden und als Volkspartei alle gesellschaftlichen Gruppen vertreten. In Berlin erfolgt die Gründung der CDU am 26. Juni durch Ernst Lemmer und Jacob Kaiser auf Basis eines »christlichen Sozialismus«. Die Gründung der bayerischen Christlich-Sozialen Union erfolgt am 10. Oktober 1945 unter Adam Stegerwald in Würzburg.
    Link: Die Geschichte der CDU in der Wikipedia
  • 01.07.1945: Offizielles Gründungsdatum der »Deutschen Volkspolizei« (DVP) in der sowjetischen Besatzungszone. Von der Sowjetischen Militäradministration in Deutschland (SMAD) wird die DVP mit notwendigen technischen und materiellen Ausrüstungen versorgt, am 31. Oktober 1945 wird die Genehmigung zur Bewaffnung erteilt. Ende 1945 werden in den Innenministerien der Länderverwaltungen Landespolizeibehörden gebildet. Am 30. Juli 1946 wird die Deutsche Verwaltung des Innern (DVdI) gebildet, die der Koordination der Polizei in der SBZ dient. Erst am 11. Juni 1968 wird das »Gesetz über die Aufgaben und Befugnisse der DVP« erlassen.
    Link: Die Volkspolizei in der Wikipedia
  • 30.08.1945: In Berlin wird der Alliierte Kontrollrat als oberstes Regierungsorgan der Besatzungsmächte Frankreich, Großbritannien, UdSSR und USA eingerichtet. Er gibt am 30. August 1945 die so genannte »Proklamation Nr. 1« heraus, in der er die Grundzüge seiner künftigen Arbeit festlegt.
  • 05.10.1945: In Wennigsen am Deister findet vom 5. bis 8. Oktober 1945 die erste Gesamtkonferenz der SPD seit dem Ende der Weimarer Republik statt. Der SPD-Politiker Kurt Schumacher (1895-1952), von 1945 bis 1949 maßgeblich am Wiederaufbau der SPD in Westdeutschland beteiligt, wird zum »Beauftragten für die Westzonen« ernannt. Am 10. Mai 1946 wird er zum SPD-Vorsitzenden gewählt.
    Link: Die SPD in der Wikipedia

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  • 01.03.1946: Während einer Tagung der CDU-Delegierten der britischen Zone in Neheim-Hüsten (26. Februar - 1. März) wird der ehemalige Kölner Oberbürgermeister Konrad Adenauer (1876-1967) zum Vorsitzenden der CDU der britischen Zone gewählt.
    Link: Konrad Adenauer in der Wikipedia
  • 07.03.1946: Auf dem Gründungskongress der sozialistischen Massenorganisation »Freie Deutsche Jugend« (FDJ) wird Erich Honecker (1912-1994) zum 1. Vorsitzenden gewählt. Diese Funktion hat er bis 1955.
  • 21.04.1946: Unter sowjetischem Druck werden in der sowjetischen Besatzungszone die SPD und die KPD zur »Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands« (SED) zwangsvereinigt. Gefordert worden ist die Vereinigung von der Sowjetischen Militär-Administration in Deutschland (SMAD) und der KPD; die SPD hatte sich zunächst gegen eine Verschmelzung ausgesprochen. An der Spitze der Partei stehen Wilhelm Pieck (1876-1960, KPD), Otto Grotewohl (1894-1964, SPD) und Walter Ulbricht (1893-1973, KPD). Die erste Ausgabe der Parteizeitung »Neues Deutschland« erscheint am 23. April 1946.
  • 09.05.1946: Auf dem ersten Parteitag der SPD in Hannover wird Kurt Schumacher (1895-1952) zum Vorsitzenden gewählt. Schumacher leidet nach Kriegsverletzung und jahrelanger Folter im Konzentrationslager unter schweren körperlichen Behinderungen. Er verfolgt das Programm eines einheitlichen, sozialistischen Deutschland.
    Link: Kurt Schumacher in der Wikipedia
  • 06.06.1946: General Lucius DuBignon Clay (1897-1978), der stellvertretende US-Militärgouverneur in Deutschland, unterzeichnet in Stuttgart den CARE-Vertrag zur Unterstützung der deutschen Zivilbevölkerung. Die »Cooperative for American Remittances to Europe« ist in den USA von privaten und kirchlichen Organisationen gegründet worden, um der Not leidenden Bevölkerung im Nachkriegseuropa Nahrungsmittel zukommen zu lassen. Mit Unterzeichnung des Vertrages erhalten nun auch die Deutschen CARE-Pakete.
    Link: Was ist in den ersten CARE-Paketen?
  • 09.07.1946: Die Sowjetische Militäradministration in Deutschland (SMAD) verfügt die Gründung der Länder Mecklenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt sowie der Provinzen Brandenburg und Thüringen innerhalb der SBZ.
  • 23.08.1946: Die britische Militärregierung errichtet durch die Verordnung Nr. 46 »Betreffend die Auflösung der Provinzen des ehemaligen Landes Preußen in der Britischen Zone und ihre Neubildung als selbständige Länder« in ihren Besatzungszonen die Länder Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein. Niedersachsen folgt am 1. November 1946.
    Links: www.nrw.de und www.schleswig-holstein.de
  • 30.08.1946: Die französische Besatzungsmacht bildet durch dem Zusammenschluss der Pfalz, Teilen der Provinz Hessen-Nassau und dem linksrheinischen Teil Hessens das Land Rheinland-Pfalz.
    Link: www.rlp.de
  • 30.09.1946: In den »Nürnberger Prozessen« werden am 30. September und 1. Oktober die Urteile gegen die Hauptkriegsverbrecher gesprochen. Zwölf erhalten die Todesstrafe, darunter (in Abwesenheit) Martin Bormann (1900-1945), Alfred Jodl (1890-1946), Ernst Kaltenbrunner (1903-1946) und Fritz Sauckel (1894-1946). Sieben werden zu langen Haftstrafen verurteilt, darunter Rudolf Heß (1894-1987) und Karl Dönitz (1891-1980). Der Hauptverantwortliche für den Judenmord, der ehemalige Reichsmarschall Hermann Göring (1893-1946), begeht am 15. Oktober, noch vor der Vollstreckung, Selbstmord durch die Einnahme von Gift. Die Todesurteile werden am 16. Oktober 1946 vollstreckt.
  • 01.11.1946: In der britischen Besatzungszone wird durch den Zusammenschluss der Länder Hannover, Schaumburg-Lippe, Oldenburg und Braunschweig das Land Niedersachsen gebildet. Erster Ministerpräsident ist der SPD-Politiker Hinrich Wilhelm Kopf (bis 1955).
    Link: www.niedersachsen.de

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»Berliner Notprogramm mit Marshall-Plan Hilfe«
»Berliner Notprogramm mit Marshall-Plan Hilfe«, Quelle: [13]
  • 01.01.1947: Die amerikanische Militärregierung bildet das Land Bremen aus dem Land- und Stadtgebiet Bremen und dem Stadtkreis Wesermünde (Bremerhaven).
    Link: Bremen in der Wikipedia
  • 25.02.1947: Mit dem Gesetz Nr. 47 des Alliierten Kontrollrates wird das Land Preußen als »Träger des Militarismus und der Reaktion« formell aufgelöst.
    Link: Preußen in der Wikipedia
  • 10.03.1947: Die Außenminister der vier Siegermächte tagen vom 10. März - 24. April in Moskau und beraten über Friedensverträge mit Deutschland und Österreich. Die Konferenz scheitert aufgrund der Differenzen über die künftige Besatzungspolitik. Man beschließt die Auflösung des Staates Preußen und die Entlassung aller Kriegsgefangenen bis zum 31. Dezember 1948 - diese Zusage wird von der Sowjetunion jedoch nicht eingehalten.
  • 22.04.1947: Vom 22. bis 25. April tagen in Bielefeld Gewerkschaftsfunktionäre der britischen Zone und gründen den »Deutschen Gewerkschaftsbund« (DGB) als Dachverband für 14 Einzelgewerkschaften. Erster Vorsitzender wird Hans Böckler (1875-1951). Am 27. April wird der Bayerische Gewerkschaftsbund gegründet und bald darauf die Gewerkschaftsverbände der französischen Zone.
    Link: Der DGB in der Wikipedia
  • 29.05.1947: Die USA und Großbritannien schließen ein Abkommen über die Neugestaltung der »bizonalen« Wirtschaftsverwaltung. Dadurch sollen deutsche Verwaltungsorgane geschaffen werden. Am 8. April 1948 wird die »Bizone« durch den Beitritt Frankreichs zur »Trizone« erweitert.
  • 05.06.1947: US-Außenminister George Catlett Marshall (1880-1959) stellt an der Harvard University in einer Rede seinen Plan zur Wirtschaftshilfe des durch den Krieg zerstörten Europas vor. Der »Marshallplan« bildet die Grundlage für das deutsche »Wirtschaftswunder« der 50er Jahre. Siehe: 03. April 1948.
    »Es ist nur logisch, dass die Vereinigten Staaten alles tun, was in ihrer Macht steht, um die Wiederherstellung gesunder wirtschaftlicher Verhältnisse in der Welt zu fördern, ohne die es keine politische Stabilität und keinen sicheren Frieden geben kann. Unsere Politik richtet sich nicht gegen irgendein Land oder irgendeine Doktrin, sondern gegen Hunger, Armut, Verzweiflung und Chaos.« (George C. Marshall, aus: Engel, Handbuch der Nato, 1957, S. 309 ff)
  • 05.06.1947: Ein Treffen der deutschen Ministerpräsidenten vom 5.-7. Juni in München, bei dem die wirtschaftliche Einheit und die politische Zusammenarbeit besprochen werden sollten, wird von den Vertretern der sowjetischen Besatzungszone noch vor der offiziellen Eröffnung der Konferenz am 6. Juni verlassen. Es ist die letzte Zusammenkunft ost- und westdeutscher Regierungschefs bis zum 19. März 1970.
  • 18.08.1947: Vom 18. August bis 7. September 1947 findet mit beachtlichem Erfolg die erste Hannover-Messe statt. Der Maschinenbau erweist sich bereits wieder als international konkurrenzfähig.
    Link: www.hannovermesse.de

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  • 23.02.1948: Vertreter der USA, Großbritanniens, Frankreichs, Belgiens, der Niederlande und Luxemburg treffen sich zur »Sechs-Mächte-Konferenz« in London um über die künftige Ordnung in Westeuropa zu beraten. Sie beschließen die Bildung eines westdeutschen Staates aus der »Trizone« (den drei Westzonen), der politisch, wirtschaftlich und später auch militärisch eng mit dem Westen verbunden sein soll. Die Sowjetunion protestiert dagegen und schlägt eine gesamtdeutsche Lösung vor - womit Stalin seinen Einflussbereich bis an den Rhein ausdehnen will.
  • 17.03.1948: Frankreich, Großbritannien und die Beneluxländer schließen in Brüssel den »Brüsseler Pakt«, der den britisch-französischen Bündnisvertrag von 1947 erweitert. Dieser Wirtschafts- und Verteidigungspakt richtet sich u.a. gegen eine »Erneuerung einer deutschen Aggressionspolitik« und hat zum Ziel »loyal zusammenzuarbeiten« und »in Westeuropa eine feste Basis für die wirtschaftliche Erholung Europas zu schaffen«.
  • 20.03.1948: Der Alliierte Kontrollrat für Deutschland stellt aufgrund der Auseinandersetzungen zwischen UdSSR und Westalliierten über die Londoner Sechsmächtekonferenz (23. Februar - 6. März) seine Tätigkeit ein. Am 16. Juni 1948 stellen die sowjetischen Vertreter ihre Mitarbeit in der Allierten Kommandantur in Berlin ein.
    Link: Der »Alliierte Kontrollrat« in der Wikipedia
  • 03.04.1948: US-Präsident Harry S. Truman (1884-1972) unterzeichnet das Gesetz über das »Europäische Wiederaufbau-Programm« (European Recovery Program, ERP), besser bekannt als »Marshallplan«. US-Außenminister George Catlett Marshall (1880-1959) hatte seinen Plan zur Wirtschaftshilfe Europas am 5. Juni 1947 an der Harvard University vorgeschlagen. Er bildet die Grundlage für das deutsche »Wirtschaftswunder« der 50er Jahre. Bis 1952 fließen rund 12 bis 15 Milliarden Dollar in die westlichen Staaten - unter dem Druck Stalins lehnen die sowjetisch besetzten Staaten Osteuropas die vorgesehene Teilnahme an dem Marshallplan ab. Bundeskanzler Konrad Adenauer (1876-1967) und der amerikanische Hohe Kommissar John Jay McCloy (1895-1989) unterzeichnen ein zweiseitiges Abkommen über wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen den USA und der BRD am 15. Dezember 1949, womit die BRD auch als Staat dem Marshallplanhilfe-Abkommen beitritt.
  • 16.04.1948: Gründung der »Organisation for European Economic Co-operation« (OEEC), der »Organisation für europäische wirtschaftliche Zusammenarbeit«, durch 18 europäische Länder. Hauptaufgaben sind die Organisation und die Durchführung von Wiederaufbauprogrammen im Rahmen des Marshallplans.
  • 20.06.1948: Bei der Währungsreform in den Westzonen erhält jeder Westdeutsche ein »Kopfgeld« von 40 Deutschen Mark (DM), die hiermit eingeführt führt und die Reichsmark ablöst. Die am 1. März gegründete »Bank Deutscher Länder« erhält das Ausgaberecht. »Vor der Währung« und »nach der Währung« werden zu Epochebegriffen. Da Geschäftsinhaber aufgrund der Wertlosigkeit der alten Reichsmark große Warenmengen gehortet haben, sind die Schaufenster praktisch über Nacht wieder mit begehrten Waren gefüllt. In der sowjetischen Besatzungszone erfolgt die Währungsreform am 23. Juni 1948. Am 24. Juni 1948 reagiert die Sowjetunion mit einer Blockade der Land- und Wasserwege zu den westlichen Sektoren Berlins.
    Link: Währungsreform
  • 24.06.1948: Die UdSSR blockiert die Land- und Wasserwege zu den westlichen Sektoren Berlins. Alle Lieferungen von Strom und Kohle aus der sowjetischen Besatzungszone nach Westberlin werden gestoppt. Auslöser ist die Währungsumstellungen in der West- und der Ostzone (siehe 20. Juni 1948). Die Sowjetunion erklärt die Vier-Mächte-Verwaltung Groß-Berlins für »praktisch beendet«. Die so genannte Berliner Blockade dauerte fast ein Jahr, und wird nach Verhandlungen zwischen dem UN-Delegierten Philipp Jessup (USA) und Jakob Malik (UdSSR) am 12. Mai 1949 beendet.
    »Hurra wir leben noch« (Plakat a. e. Berliner Fahrzeug am 12.05.1949)
  • 26.06.1948: Die Pläne des amerikanischen Militärgouverneurs General Lucius DuBignon Clay (1897-1978), Berlin auf dem Luftwege zu versorgen, wird umgesetzt: die USA und Großbritannien beginnen mit einer Luftbrücke die Versorgung West-Berlins mit Waren und Lebensmitteln, Maschinen und Rohstoffen. Im Volksmund heißen die Versorgungsflugzeuge der Luftbrücke »Rosinenbomber«. Obwohl die Blockade am 12. Mai 1949 endet, werden die Flüge noch bis zum 30. September fortgesetzt. Täglich sind bis zu 380 Flugzeuge im Einsatz, während der 277.264 Hilfsflüge bringen sie rund 2 Millionen Tonnen Waren nach Westberlin. Siehe: 24. Juni 1948 (Berliner Blockade).
  • 01.07.1948: Westzonenkonferenz in Frankfurt a.M.: aufgrund der Londoner Empfehlungen übergeben die Militärgouverneure der 3 Westzonen den westdeutschen Ministerpräsidenten und zwei Regierenden Bürgermeistern die »Frankfurter Dokumente«. Bis zum 1. September 1948 haben sie einen verfassungsgebenden Parlamentarischen Rat einzuberufen und die bestehenden Landesgrenzen zu überprüfen.
    Link: Die »Frankfurter Dokumente« in der Wikipedia
  • 10.08.1948: Bis zum 23. August 1948 tagt im Alten Schloss Herrenchiemsee (Chiemsee, Bayern) der »Ausschuss von Sachverständigen für Verfassungsfragen«, ein von den Ministerpräsidenten der westdeutschen Länder berufener Verfassungskonvent. Er legt die Richtlinien für ein Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland fest.
    Link: Der »Verfassungskonvent auf Herrenchiemsee« in der Wikipedia
  • 01.09.1948: In Bonn tritt der »Parlamentarische Rat« mit Delegierten aus den elf westdeutschen Landtagen zusammen. Unter dem Vorsitz von Konrad Adenauer (1876-1967) wird die Verfassung der Bundesrepublik Deutschland erarbeitet. Am 8. Mai 1949 wird der endgültige Verfassungsentwurf verabschiedet und bis zum 21. Mai von allen Ländern (außer Bayern) angenommen. Am 23. Mai 1949 wird schließlich das Grundgesetz der BRD verkündet.
  • 30.11.1948: 2.500 Deligierte des »Demokratischen Blocks« der Parteien des Ostsektors erklären den Magistrat von Groß-Berlin für abgesetzt und wählen im Ostberliner Admiralspalast Friedrich Ebert (1894-1979, SED), den Sohn des ehemaligen Reichspräsidenten, zum Oberbürgermeister. Dadurch ist die Stadt politisch endgültig geteilt. Die ursprüngliche Stadtverwaltung ist gezwungen, in den Westteil der Stadt zu ziehen. Friedrich Ebert bleibt bis 1967 Oberbürgermeister Ost-Berlins.

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  • 23.05.1949: Mit den Worten »Heute, am 23. Mai, beginnt ein neuer Abschnitt in der Geschichte unseres Volkes.« verkündet Konrad Adenauer (1876-1967) das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland.
  • 29.05.1949: Der kurz zuvor gewählte 3. Volkskongress der sowjetisch besetzten Zone verabschiedet die Verfassung der Deutschen Demokratischen Republik.
  • 14.08.1949: Die CDU/CSU gewinnt die ersten Bundestagswahlen in Westdeutschland mit 34,6 Prozent der Stimmen. Die SPD kommt auf 32,6 Prozent, die FDP auf 11,9 und die KPD auf 5,7 Prozent. Der CDU-Vorsitzende Konrad Adenauer (1876-1967) setzt eine Koalition der CDU/CSU mit der FDP und der Deutschen Partei (DP) durch. Am 12. September wird der FDP-Vorsitzende Theodor Heuss (1884-1963) zum ersten Bundespräsidenten (1949-1959) der BRD gewählt, am 15. September erfolgt die Wahl Adenauers zum ersten Bundeskanzler (1949-1963) der BRD.
    »Man muss einen klaren Kurs steuern.« (Konrad Adenauer)
  • 12.09.1949: Der FDP-Vorsitzende Theodor Heuss (1884-1963) wird zum ersten Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland gewählt. Im zweiten Wahlgang kann er sich gegen den SPD-Kandidaten Kurt Schumacher (1895-1952) durchsetzen.
  • 07.10.1949: Der Deutsche Volksrat in Ost-Berlin proklamiert die Deutsche Demokratische Republik (DDR). Erster (und einziger) Staatspräsident wird am 11. Oktober der SED-Vorsitzende Wilhelm Pieck (1876-1960), erster Ministerpräsident wird am 12. Oktober Otto Grotewohl (1894-1964).
  • 21.10.1949: Bundeskanzler Konrad Adenauer (1876-1967) betont in einer Rede vor dem Deutschen Bundestag den Alleinvertretungsanspruch der BRD für das gesamte deutsche Volk.
    »Die Bundesrepublik Deutschland ist allein befugt, für das deutsche Volk zu sprechen.« (Konrad Adenauer, Quelle: 'Informationen zur politischen Bildung 232', 1991, S. 28)

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Zuletzt geändert am 18.03.2016

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