Judentum - Verfolgung

Gedenkstein in Oldenburg
»Haben wir nicht alle einen Vater
Hat uns nicht ein Gott erschaffen
Warum denn verachten wir einander«
»Hier stand bis 1938 das Gotteshaus der jüdischen Gemeinde«

Gedenkstein in Oldenburg, Peterstraße, geschaffen im Jahre 1963

Und die Juden?

Eine Informationstafel im Stadtmuseum Oldenburg

Der erste schriftliche Beleg dafür, dass Juden in Oldenburg lebten stammt noch aus der Zeit der Stadtrechtsverleihung. Eine Protokolnotiz vom 13. Dezember 1334 hält fest, dass die Ratmannen und die Weisesten der Stadt vereinbart hätten:
- keinem weiteren Juden eine verbriefte Aufenthaltsgenehmigung (modern gesprochen) zu erteilen
- künftig ablaufende Aufenthaltsgenehmigungen nicht zu verlängern.

Von Anfang an also finden sich - wie andernorts - die Ausgrenzung von jüdischen Mitbewohnern und deren Rechtsunsicherheit dokumentiert.
Wie viele Personen jüdischen Glaubens seinerzeit in Oldenburg lebten, ist unbekannt (sicher nur wenige). Auch die Stadtrechtsurkunde vom 6. Januar 1345 schweigt sich darüber aus. die Oldenburger Grafen bestimmen darin:
- dass der Judenschutz ihnen gehört (d.h. sie das Recht zur Ausstellung von Schutzbriefen besitzen und die Abgaben daraus erheben.)
- die Juden sich nicht als Händler betätigen, sondern nur Geldgeschäfte betreiben dürfen
- der Zins dabei (der 'Wucher') sich am Bremer Beispiel orientieren sollte.

In der Folgezeit verloren sich die Spuren, so muss dabei offen bleiben, ob aus Mangel an Zeugnissen oder weil Juden - wie in Wildeshausen - gewaltsam vertrieben worden waren.

Erst gegen Ende des 17. Jahrhunderts lässt sich ein Neubeginn jüdischen Lebens in der Stadt nachweisen. 1692 privilegierte der neue Landesherr, König Christian V. von Dänemark, die Juden Joseph und Jacob Abraham(s) aus Altona mit dem Wohnrecht in der Stadt Oldenburg.
Weitere jüdische Familien zogen zu, aber erst zu Anfang des 19. Jahrhunderts konnte sich eine kleine jüdische Gemeinde aus den mittlerweile 15 ortsansässigen Familien (1818; 1825: 13) formieren. Ein jüdischer Friedhof wurde (nach 1814) vor den Toren der Stadt (heute: Dedestraße) eingerichtet, G'ttesdienst in einem ungenutzten Haus in der Mühlenstraße gehalten. Seit 1854 besaß man eine eigene, neu errichtete Synagoge mit zugehörigem Schulgebäude in der Peterstraße (die dann, 1905 umgebaut, in der so genannten 'Reichskristallnacht' 1938 zerstört wurde).

Quelle: Informationstafel im Stadtmuseum Oldenburg

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Zuletzt geändert am 28.05.2009

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