Judentum - Verfolgung

Die Synagoge in Oldenburg nach der 'Reichskristallnacht', Foto im Stadtmuseum Oldenburg
Die Synagoge in Oldenburg nach der 'Reichskristallnacht', Foto im Stadtmuseum Oldenburg
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Schon immer wurde das jüdische Volk aus religiösen, politischen oder wirtschaftlichen Motiven verfolgt. Juden waren gezwungen in sogenannten Ghettos zu leben und durften nur im Handel und Geldverkehr tätig sein. Als äußeres Zeichen trugen sie den so genannten Judenhut und den »gelben Fleck«.

Mit den Kreuzzügen begann eine Zeit der Verfolgungen, die fast das ganze Mittelalter über andauerte. Im Jahre 1095 rief Papst Urban II. zum Kreuzzug auf, um »die heiligen Stätten Nazareth, Bethlehem und Jerusalem aus den Händen der Ungläubigen zu befreien«. Außerdem verhieß diese Befreiung reiche und leichte Beute sowie eine Vergebung aller Sünden....
Doch der Aufruf des Papstes (»Gott will es!«) hatte verheerende Folgen: es machten sich nämlich nicht nur Ritterheere auf den Weg, sondern auch mordende und plündernde Horden fanatischer Menschen, die auf ihrem Weg viele jüdischen Gemeinden überfielen und zerstörten. So wurden die blühenden Gemeinden von Speyer, Worms, Mainz, Trier, Köln, Neuss und Xanten vernichtet.
Nach etlichen schweren Kämpfen mit den Seldschuken erreichen schließlich 40000 der ursprünglich rund 330000 Ritter Jerusalem. 1099 gelingt - nach einmonatiger Belagerung - die »Eroberung«: in einem wahren Blutrausch werden alle Bewohner der Stadt, Moslems und Juden, niedergemetzelt.

Die Schreckensherrschaft der Nazis begann 1933 mit dem Boykott jüdischer Geschäfte und Unternehmen sowie der Bücherverbrennung. Die »Nürnberger Gesetze« machten 1935 die 500000 deutschen Juden zu Bürgern zweiter Klasse. Während der »Reichskristallnacht« am 09.11.1938 wurden viele Juden ermordet, jüdische Geschäfte zerstört und geplündert, 30000 Juden verhaftet und in die Konzentrationslager verschleppt. Die Massen-Exekutionen, die auf Befehl des Reichsführers SS, Heinrich Himmler, durchgeführt wurden, sind unbeschreiblich in ihrer Grausamkeit. Auf der so genannten Wannseekonferenz wurde 1942 die planmäßige Vernichtung des jüdischen Volkes beschlossen. Ein Drittel des jüdischen Volkes wurde Opfer des nationalsozialistischen Rassenwahns.

Über sechs Millionen Juden wurden in den deutschen Vernichtungslagern umgebracht, darunter eine Million Kinder, außerdem zwei Millionen Zigeuner, Kommunisten, Homosexuelle, Kranke und Angehörige anderer Minderheiten.

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Zuletzt geändert am 28.05.2009

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