Judentum - Die Dreizehn Grundlehren des orthodoxen Judentums

Torarolle mit Toramantel (Miniatur)
Torarolle mit Toramantel (Miniatur)

1. Zu glauben und zu wissen: Es gibt ein vollkommenes Sein, den Schöpfer, gepriesen sei Sein Name, den Herrn der Welt. Er ist der Ursprung aller Existenz. Alles, was existiert, ist von ihm abhängig. Er ist vollkommen unabhängig.

2. Gott ist eine absolute und vollständige Einheit, eins und einzig.

3. Gott ist nicht materiell und nicht körperlich. Er ist nicht den Naturgesetzen unterworfen und kann mit menschlichen Sinnen nicht wahrgenommen werden.

4. Er war vor allem anderen. Er ist und wird in Ewigkeit sein.

5. Nur ihm darf gedient werden. Seine Gebote und Sein Wille sind zu wahren. Keine anderen Existenzen (wie z.B. Engel und andere Naturkräfte) dürfen angebetet werden, denn sie sind von Ihm geschaffen worden.

6. Gott offenbart Seine Wünsche durch ausgewählte Menschen, auf verschiedene Art und Weise und zu verschiedenen Zwecken.

7. Moses Prophetie war die höchste Form der Prophetie. Er wurde von keinem übertroffen und keiner kam ihm gleich.

8. Die gesamte Torah, welche von Moses dem Volk Israel gegeben wurde, wurde Moses von Gott gegeben. Es ist die wahre Torah.

9. Diese Torah ist ewig. Sie wird niemals geändert und niemals durch ein anderes Gesetz ersetzt werden.

10. Gottes Wissen ist absolut und allumfassend. Keine Existenz ist Ihm verborgen, denn Er sieht Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Alle Ursachen und Folgen sieht Er voraus.

11. Gott kontrolliert und überwacht die Welt, belohnt den Menschen für seine guten Taten und bestraft ihn für seine schlechten Taten. Der Hauptlohn wird in der kommenden Welt ausgezahlt.

12. Am Ende aller Tage wird Gott unseren Messias senden, aus dem Hause David. Er wird ein vollkommener König in einer vollkommenen Welt sein, und die Welt wird durch ihn errettet werden.

13. Gott wird die Toten auferwecken. Das bedeutet absolute Güte und Gerechtigkeit, welche alle Tränen wischt. Alles, was vernichtet und zerstört wurde, wird Er wieder aufbauen; diese Auferstehung wird an Stelle des Todes treten.

Quelle: Eliahu Avichail: Judentum. Eine Einführung in die Grundlagen des jüdischen Glaubens und Gesetzes, Seite 11-13, Roman Kovar Verlag München, 1989

Die Grundsätze des liberalen Judentums finden Sie auf der Internetseite www.liberale-juden.de

Der wichtigste inhaltliche Unterschied zum orthodoxen Judentum ist, dass liberale Juden nicht für das Kommen des Messias beten, weil sie der Meinung sind, dass Demokratie einen Fortschritt in der Geschichte darstellt - auch der beste gottgesandte König würde hier einen Rückschritt bedeuten.
Viele liberale Juden lehnen außerdem den Glauben an eine individuelle körperliche Auferstehung der Toten ab.

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Zuletzt geändert am 28.05.2009

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