Judentum - Gedanken

LIFEBOOK - 16 of the oldest Czech Jews and their life stories
Vlastimila Zingerová, geboren am 16. August 1908
Ihre Geschichte ist hier nachzulesen

Als ich meinem Web-Freund Dietmar meine Seiten über das Judentum vorstellte, hat er mir per mail seine Gedanken dazu mitgeteilt:
Es wurde durch Hitler auch eine mitteleuropäische, urbanitäre GEISTESART ausgelöscht, eine bestimmte Art des Witzes, des selbständigen Denkens; deshalb bin ich über Kraus, Tucholsky nach Bloch, Adorno gelangt, dann nach Benyoetz...

In New York, im jüdischen Museum, wurde mir durch viele Vorträge klar, dass Juden, über die ganze Welt verstreut, sich weniger durch einen Ort definieren, als durch eine bestimmte Art, miteinander (fair und zusammenhaltend) zu kommunizieren. Eine Zielvorgabe, die ich auch für das Internet lohnend finde, und an der ich mit meiner kleinen Kraft auch versuche zu arbeiten. Daraus ergibt sich so ein bisschen auch: das Judenthema nicht unbedingt nur schwerblütig-verzweifelt angehen (diese unauslöschlichen Stichworte Dachau, Auschwitz, Anne Frank, Eichmann), sondern der Sache vielleicht mehr dienen, indem man die Leichtigkeit und Souveränität, den Humor und den Durchhaltewillen erlebbar macht, den jüdisches Denken auch haben kann.

»Forget it« pflegten unsere nach New York geflüchteten Freunde am liebsten zu schwermütige Assoziationen abzukürzen (weinend hatten wir sie in unserer Heimatstadt vor KZ-Bildern hilflos, bewegungslos, als Fremde aufgegriffen und mit zu uns geschleppt und wieder ins Leben zurückgeholt).
In New York zeigten uns die über 80jährigen, dass Judentum für sie weltweite Vernetztheit und Hilfsbereitschaft bedeutet. Wie anders hätten sie überleben können?

Dietmar's Homepage: FRIZZTEXT
Foto: Ben Eden, veröffentlicht mit seiner freundlichen Genehmigung

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Zuletzt geändert am 29.01.2011

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