Judentum - Kurze Einführung

Kiddusch-Becher
Kiddusch-Becher

Der Bund mit Gott

Die jüdische (mosaische) Religion ist die älteste rein monotheistische (nur an einen einzigen Gott glaubende) Religion. Der Name stammt vom lateinischen judaeus und dem hebräischen yehudi (=Abkömmling Judas). Juda lebte um 1500 v.d.Z. und war der vierte Sohn Jakobs, des dritten der Erzväter Israels. Jakob ist zusammen mit seinem Großvater Abraham und seinem Vater Isaak einer der Erzväter der Israeliten. Jakobs Söhne - Ruben, Simeon, Levi, Juda, Dan, Naftali, Gad, Ascher, Issachar, Sebulon, Josef und Benjamin - gelten als Stammväter der Zwölf Stämme Israels.

Abraham schloss mit Gott einen Bund: er und seine Nachkömmlinge würden als das auserwählte Volk die Botschaft eines einzigen und alleinigen Gottes verbreiten. Dieser Bund wurde von Isaak und Jakob (Israel) erneuert. Moses führte die Juden im 13. Jahrhundert aus der ägyptischen Sklaverei und empfing auf dem Berg Sinai von Gott die Gesetzestafeln mit den 10 Geboten.

Gemeinsamkeiten und Unterschiede

Christentum und Islam haben ihren Ursprung im Judentum, sind ebenfalls monotheistisch und teilen mit ihm den Glauben an die ethischen Grundsätze der hebräischen Bibel - dem Alten Testament der Christen. Jesus war ein Jude, seine Muttersprache war aramäisch, womöglich sprach er auch einen hebräischen Dialekt (die Muttersprache galiläischer Juden war damals Aramäisch). Alle seine Apostel und Jünger waren Juden. Im Unterschied zum Judentum ist Jesus für die Christen der Messias; die Juden dagegen erkennen Jesus nicht als Messias an und warten noch heute auf sein Erscheinen.
Für den Juden ist das Verhältnis des Einzelnen zu Gott unmittelbar und persönlich, Vermittlungen durch Priester oder Handlungen (Beichte, Sakramente) sind nicht nötig.

Unterschiedliche Strömungen

Wie bei fast allen anderen Weltreligionen so gibt es auch beim Judentum unterschiedliche Strömungen. So entwickelten sich im Mittelalter das sefardische und das aschkenasische Judentum.

Das Reformjudentum, entstanden Ende des 18. Jahrhunderts, versucht jüdische Tradition mit moderner Kultur in Einklang zu bringen, wobei die Neugestaltung des Gottesdienstes eine besondere Rolle spielt.
Das orthodoxe Judentum hält die religiösen Gebote in ihrer heutigen Form für von Gott offenbart und vertritt die Unveränderlichkeit der religiösen Praxis. Die Torah wurde von Gott gegeben, und zwar sowohl die schriftliche Torah, als auch die mündlichen Überlieferungen, die nach der endgültigen Zerstörung des Tempels im Jahre 70 von den Rabbinen niedergeschrieben wurden. Aber auch beim orthodoxen Judentum gibt es wiederum verschiedene Ausprägungen.
Das konservative Judentum ist für Veränderungen offen, gleichzeitig aber auch bemüht, die traditionelle religiöse Praxis zu bewahren.

Weltweit ist die liberale Richtung (= Reformjudentum bzw. progressives Judentum) mit Abstand die mitgliederstärkste. In der deutschen Öffentlichkeit erscheint dagegen das Judentum oft als monolithischer (und orthodoxer) Block, und durch die ziemlich einseitige Förderung nur der orthodoxen Richtung durch den deutschen Staat haben sich aktuell die Verhältnisse etwas verzerrt (Anerkennung nur der orthodoxen Gemeinden als Körperschaft öffentlichen Rechts, Zuschüsse zum Synagogenbau nur für orthodoxe Gemeinden).

Interessant in diesem Zusammenhang ist die Webseite des Vereins Chaverim-Freunde der liberalen Synagoge Beth Shalom München. Dort finden Sie unter "News" ausführliche Infos zum Versuch der liberalen Gemeinde, in München endlich eine liberale Synagoge wiederzuerrichten.

Ausführliche Infos zum liberalen Judentum gibt es unter www.beth-shalom.de/

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Zuletzt geändert am 29.01.2011

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