Judentum - Bücher

W. Michael Blumenthal: Die unsichtbare Mauer

Dreihundert Jahre deutsche Geschichte: Das Schicksal einer jüdischen Familie zwischen Toleranz und Verfolgung, zwischen Hoffnung und Hass, zwischen Versöhnung und Vernichtung. (Umschlagtext)

Innentext: Sieben Lebensläufe seiner weitläufigen Familie, darunter den der tragisch-kämpferischen Rahel Varnhagen und des vom Hass Richard Wagners verfolgten Giacomo Meyerbeer, fügt Michael Blumenthal zu einer Chronik zusammen und entwirft damit ein Spiegelbild der Entwicklung jüdischen Lebens in Deutschland. In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts erlebt Jost Liebmann, der Trödler, der es zum Hofjuwelier beim Großen Kurfürst in Preußen gebracht hatte, die Selbstbefreiung der Juden aus der mittelalterlichen Ghettoexistenz. Schrittweise vollzogen sich dann in Wechselwirkung mit deutscher Kultur und Geschichte und in dauerndem Kampf gegen Antisemitismus, Ausgrenzung und Demütigung Säkularisierung und Emanzipation der Juden, bis an deren Höhepunkt um die Wende zum 20. Jahrhundert der Vater des Autors, Ewald Blumenthal, geboren wurde. Er erlebt den Zenit jüdischen Lebens in Deutschland - und seinen Untergang in der vom geliebten und gefürchteten Deutschland ausgehenden Vernichtung. Authentisch, anrührend und unmittelbar wie kaum je zuvor tritt hier Dramatik und Widersprüchlichkeit, die Versöhnung und die unüberwindliche Trennung in der deutsch-jüdischen Lebensgemeinschaft vor Augen.

Jost Liebmann (1640-1702), Rahel Varnhagen von Ense (1771-1833), Giacomo Meyerbeer (1791-1864), Louis Blumenthal (1818-1901), Arthur Eloesser (1870-1938), Ewald Blumenthal (1889-1990) und der Autor selbst, W. Michael Blumenthal (*1926), sind die Hauptpersonen in dieser flüssig geschriebenen Chronik. Eine spannende, bewegende und lehrreiche Geschichtsstunde, die ich nur empfehlen kann!

W. Michael Blumenthal: Die unsichtbare Mauer (The Invisible Wall). Chronik, 1998, dtv

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Zuletzt geändert am 10.09.2013