Leopold Zunz - Biografie

  • geboren: 10.08.1794 (Detmold)
  • gestorben: 17.03.1886 (Berlin)

deutsch. Literaturhistoriker, einer der großen jüdischen Gelehrten, Begründer der Wissenschaft des Judentums, Vorkämpfer für die Emanzipation der Juden in Deutschland.

Zunz studierte Klassik und Geschichte in Berlin. Die Wissenschaft des Judentums begründete er 1818 mit seinem Werk 'Etwas zur rabbinischen Literatur'. 1921 promovierte Zunz zum Doktor der Philosophie. Von 1824-1831 arbeitete er als Redakteur für die »Haude & Spenersche Zeitung«, von 1840-1850 war er Direktor des jüdischen Lehrerseminars in Berlin. 1832 erschien 'Die Gottesdienstlichen Vorträge der Juden', 1845 'Zur Geschichte und Literatur'. 1848 beteiligte Zunz sich an der März-Revolution in Berlin. Zunz war auch Übersetzer der Bibel und schrieb bedeutende Werke über die jüdische Liturgie.

1819 gründete er zusammen mit dem Anwalt Eduard Gans (1798-1839) und dem Kaufmann Moses Moser (1796-1838) den 'Verein für Cultur und Wissenschaft der Juden'. Durch wissenschaftliche Forschungsmethoden und praktische Lehrarbeit sollte eine geistige Reform des Judentums in Deutschland bewirkt werden. Von 1822-1823 gab Zunz die Zeitschrift des Vereins heraus, u.a. einen Bericht über den großen mittelalterlichen Talmud- und Bibel-Kommentator Raschi (Salomo ben Isaak, 1040-1107). Der Verein wurde aufgelöst, als 1823 das »Zulassungsverbot zu Staatsstellen für Juden« in Kraft trat.

Werke:

  • 'Etwas zur rabbinischen Literatur' (1818)
  • 'Die Gottesdienstlichen Vorträge der Juden' (1832)
  • 'Zur Geschichte und Literatur' (1845)
  • 'Die synagogale Poesie des Mittelalters' (1855)
  • 'Literaturgeschichte der synagogalen Poesie' (1866)
  • 'Gesammelte Schriften' (1874)

Biografie-Startseite

Zuletzt geändert am 03.05.2009

Google+ Email
Facebook Twitter! Google+ Instagram Pinterest LinkedIn Xing