Elisabeth - Biografie

  • Elisabeth Amalie Eugenie, genannt Sisi
  • geboren: 24.12.1837 (Possenhofen)
  • gestorben: 10.09.1898 (Genf, ermordet)

Kaiserin von Österreich (seit 1854), Königin von Ungarn (seit 1867), Tochter des Herzogs Maximilian in Bayern (1808-1888), heiratete 1854 ihren Cousin Kaiser Franz Joseph von Österreich. Der 'Liebesheirat' folgt schon bald die Entfremdung, denn der Kaiser war ultrakonservativ, pedantisch und kleinlich, im Gegensatz zur empfindsamen, intellektuell veranlagten und freiheitsliebenden Elisabeth, die allerdings auch sehr schwermütig war. Aus Trotz gegen ihre Schwiegermutter, der Ungarnhasserin Erzherzogin Sophie, lernte sie die ungarische Sprache, studierte die Geschichte des Landes und suchte den persönlichen Kontakt zu den Ungarn. Ein Verhältnis zu dem Grafen Gyula Andrássy (1823-1890) ist jedoch nicht belegbar und auch nicht wahrscheinlich. In Ungarn wird Elisabeth noch heute verehrt. 1898 wurde sie von einem italienischen Anarchisten erdolcht.

Thomas Schoene: Sisi
Thomas Schoene: Sisi; Digital-Art; veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung des Künstlers

Zitate:

»Unsere Träume sind immer schöner, wenn wir sie nicht verwirklichen.«

Gefangen

»Den Adler vom Felsenhorste
Dort oben in schwindelnder Höh'
Den jagenden Wolken so nahe,
Dem sonnenschimmernden Schnee,
Sie haben ihn eingefangen,
Die stolzen Schwingen gelähmt,
In ewige Fesseln geschlagen,
Bis dass der Tod sich einst grämt.
Geheimnisvoll rauschen die Wellen
Und flüstern es schauernd der Nacht:
'In unserem Schloss hat sich eben
Der Königsaar umgebracht'.
Klagend umkreist die Möwe
Den Spiegel des lieblichen Sees
Zur Zeit der blühenden Rosen,
Zur Zeit des bitteren Wehs!«

Gedicht von Kaiserin Elisabeth von Österreich zum Tod ihres Vetters Ludwig, Quelle: P.M. History, Heft 2/2001

Skulptur Sisi
Skulptur Sisi von Thomas Schöne

Meinung:

Elisabeth, Kaiserin von Österreich: Sie ist eine Legende, nicht erst seit ihrem tragischen Tod vor hundert Jahren. Schon zu Lebzeiten galt sie als eine unnahbare, von ihrer Umgebung nicht verstandenen Frau, die sich gegen die damaligen Konventionen auflehnte. Auf ihre Art rebellierte sie gegen das Frauenbild des 19. Jahrhunderts, gegen die starren Regeln ihrer aristokratischen Welt.
Als Tochter von Herzogin Ludovica und Herzog Maximilian wurde sie in Possenhofen in Bayern geboren. Sie verlebte eine recht glückliche Kindheit. Danach folgte die Liebesheirat mit Franz Joseph I. im Alter von siebzehn Jahren. Sie wurde Kaiserin von Österreich und Königin von Ungarn. Mit Kaiser Franz Joseph I hatte sie einen Sohn, Kronprinz Rudolf, dessen Leben früh und tragisch im Jahre 1889 in Mayerling endete und drei Töchter, die Erzherzoginnen Sophie, Gisela und Marie Valerie, wobei vor allem letztere ihre Mutter auf den Reisen begleitete und selbst TB schrieb.
Die Ermordung 1898 durch einen italienischen Anarchisten in Genf sind der Stoff für diese historische Biografie. Sie war eine exzentrische, intelligente und hochsensible Frau, die ihren eigenen Weg ging und zunehmend vereinsamte. Am 10. September 1898 wurde sie von einem italienischen Anarchisten in Genf ermordet.
Manu (Ladyhueber)

Sophie

Sisi's 'kleine' Schwester
gleiches Alter wie Ludwig II. (25.08.1845-13.06.1886)

Keiner ihrer Verehrer ist Prinzessin Sophie gut genug, ringsum verteilt sie nur Körbe. Unter dem Druck ihrer Mutter Ludovika verlobt sie sich schließlich mit ihrem Cousin, König Ludwig II, obwohl ihr Herz längst einem Unbekannten gehört. Als sich ihr Schwarm als Fotograf Edgar Hanfstaengl entpuppt, der für die Verlobungsfotos mit Ludwig zuständig ist, kann Sophie gegen ihre Gefühle nicht länger ankämpfen. Die Eltern erfahren von diesem Fiasko und verheiraten die junge Dame kurzerhand mit dem französischen Adligen Duc d'Alenšon, den diese nicht mag. Fern von der Heimat geht sie fremd (allerdings nicht mit dem Fotografen, der hat unterdessen geheiratet!) und wird daraufhin in eine Irrenanstalt gesteckt (übliches Verfahren für untreue Ehefrauen). Als sie aus dieser entlassen wird, tritt sie in ein Kloster ein und wird Nonne. Während eines Brandes desselbigen rettet sie Kinder aus den Flammen, kniet dann nieder um zu beten und wird von einem herunterfallenden Balken erschlagen...
Manu (Ladyhueber)

»Sophie abgeschrieben, das düstre Bild verweht,
nach Freiheit doch verlangte ich, nach Freiheit, Freiheit dürstet's mich!
Aufleben nach qualvollem Alp - und weckend mich aus düstrem Traum!«

Tagebuch-Eintrag Ludwigs, Juli 1867, nach der Auflösung der Verlobung mit Sophie Charlotte

Sophie
Gemälde von Thomas Schoene; Größe: 60 x 75 cm; Technik: Öl auf Leinwand; mit freundlicher Genehmigung des Künstlers

Romy Schneider und die Sissi-Filme

Die kitschigen Verfilmungen über das Leben der Kaiserin, die es mit den historischen Tatsachen nicht so genau nahmen, trafen genau den Geschmack des Publikums der Nachkriegszeit (heute könnte man sie als Kultfilme bezeichnen).
Romy Schneider (23.09.1938-29.05.1982) musste sich dreimal die schwere Perücke auf den Kopf setzen, dann hatte sie die Nase voll von der zuckersüßen Rolle, mit der man sie auch im Privatleben identifizierte. Sie wollte als ernsthafte Schauspielerin anerkannt werden. Was dann auch geschah, allerdings über Umwege (Frankreich, Italien). Die 'Sissi' spielte sie dann doch noch einmal: 1972 in dem Film 'Ludwig II.' unter der Regie von Luchino Visconti.

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Zuletzt geändert am 15.06.2015

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