William Shakespeare - Biografie

  • geboren: 23.04.1564* ? (Stratford-upon-Avon)
  • (Taufe am 26.04.1564*, genaues Geburtsdatum unklar)
  • gestorben: 23.04.1616* / 03.05.1616** (Stratford-upon-Avon)
William-Shakespeare
Samuel Cousins (1801-1887): William Shakespeare, 1849, Quelle: P & P Online Catalog

Über das Leben von William Shakespeare, dem bedeutendsten Dramatiker der Weltliteratur, ist nur sehr wenig bekannt. Er wurde (abgeleitet von seinem Taufdatum) am 23.04.1564* im englischen Stratford-upon-Avon geboren. Seine Eltern waren der Handwerker und Bürgermeister John Shakespeare, seine Mutter Mary Arden, die Tochter eines Gutsbesitzers. Mit 18 Jahren heiratete er die 8 Jahre ältere Anne Hathaway (1556-1623), mit der er 3 Kinder hatte.

1592 wurde er erstmals als Bühnenschriftsteller in London erwähnt. Er war Teilhaber am "Globe-Theatre", später am "Blackfriars Theatre", seine Schauspielertruppe nannte sich "The king's men". 1611 kehrte er nach Stratford zurück, wo er den Rest seines Lebens verbrachte. Er starb im Jahre 1616.

Zu seinen unvergänglichen Werken gehören Dramen (Heinrich VI., 1590-91; Richard III., 1592), Komödien (Der Widerspenstigen Zähmung, um 1593; Ein Sommernachtstraum, 1595; Der Kaufmann von Venedig, um 1597; Die lustigen Weiber von Windsor, um 1597; Viel Lärm um nichts, 1598; Wie es euch gefällt, 1599; Was ihr wollt, 1600-01) und Tragödien (Julius Cäsar, 1599; Hamlet, 1600; Othello, 1604; Macbeth, um 1606; König Lear, 1605-06), um nur einige zu nennen.
Die romantische Tragödie Romeo und Julia (1595) ist ein unvergessenes und unübertroffenes Meisterwerk der Weltliteratur.

William Shakespeare Collage
William Shakespeare Collage - © 2003 by Klaus Oppermann

Auszug aus Romeo und Julia:

Julia:
Willst du schon gehen? Der Tag ist ja noch fern.
Es war die Nachtigall, und nicht die Lerche,
Die eben jetzt dein banges Ohr durchdrang;
Sie singt des Nachts auf dem Granatbaum dort.
Glaub, Lieber, mir: es war die Nachtigall.

Romeo:
Die Lerche war's, die Tagverkünderin,
Nicht Philomele; sieh den neid'schen Streif,
Der dort im Ost der Frühe Wolken säumt.
Die Nacht hat ihre Kerzen ausgebrannt,
Der muntre Tag erklimmt die dunst'gen Höhn;
Nur Eile rettet mich, Verzug ist Tod.

Julia:
Trau mir, das Licht ist nicht des Tages Licht;
Die Sonne haucht ihr Luftbild aus,
Dein Fackelträger diese Nacht zu sein,
Dir auf dem Weg nach Mantua zu leuchten;
Drum bleibe noch; zu gehen ist ja noch nicht not.

Romeo:
Lass sie mich greifen, ja, lass sie mich töten!
Ich gebe gern mich drein, wenn du es willst.
Nein, jenes Grau ist nicht des Morgens Auge,
Der bleiche Abglanz nur vom Cynthias Stirn.
Das ist auch nicht die Lerche, deren Schlag
Hoch über uns des Himmels Wölbung trifft.
Ich bleibe gern; zum Gehen bin ich verdrossen.
Willkommen, Tod! hat Julia dich beschlossen.
Nun Herz? Noch tagt es nicht, noch plaudern wir.

Julia:
Es tagt, es tagt! Auf! Eile! Fort von hier!
Es ist die Lerche, die so heiser singt,
Und falsche Weisen, rauhen Misston gurgelt.
Man sagt, der Lerche Harmonie sei süß;
Nicht diese; sie zerreist die unsre ja.
Die Lerche, sagt man, wechselt mit der Kröte
Die Augen; möchte sie doch auch die Stimme!
Die Stimm' ist's ja, die Arm aus Arm uns schreckt,
Dich von mir jagt, dass sie den Tag erweckt.
Stets hell und heller wird's; wir müssen scheiden.

Romeo:
Stets heller - und stets dunkler unsre Leiden.

Theaterplakat zu »Romeo and Juliet« (1879)
Theaterplakat zu »Romeo and Juliet« (1879), Quelle: P & P Online Catalog

Sonette 18

Shall I compare thee to a summer's day?
Thou art more lovely and more temperate:
Rough winds do shake the darling buds of May,
And summer's lease hath all too short a date:
Sometime too hot the eye of heaven shines,
And often is his gold complexion dimm'd;
And every fair from fair sometime declines,
By chance or nature's changing course untrimm'd;
But thy eternal summer shall not fade
Nor lose possession of that fair thou owest;
Nor shall Death brag thou wander'st in his shade,
When in eternal lines to time thou growest:
So long as men can breathe or eyes can see,
So long lives this and this gives life to thee.

Soll ich dich einem Sommertag vergleichen?
Anmutiger, gelassener bist du;
Rauh wühlt der Wind im holden Maienhag;
Und Sommers Pracht hat allzu kurze Frist.
Manchmal zu heiß des Himmels Auge scheint,
Und oft sein golden Anlitz trübe blickt.
Und Schönes manchmal Schönheit fast verneint,
Durch Wechselfälle der Natur entschmückt.
Doch soll dein ew'ger Sommer nie ermatten,
Nie sehn, dass deine Schönheit dir entflieht.
Nie prahle Tod, du gingst in seinem Schatten,
Wenn dich unsterblich macht mein ewig Lied.
Solange Menschen atmen, Augen sehn,
So lang lebt dies und dies lässt dich bestehn.

Theaterplakat »Richard III.«
Theaterplakat zu Shakespeares Drama »Richard III.« (1884), Quelle: P & P Online Catalog

Shakespeare

(Shakspere, spr. schehkspihr), William, größter engl. Dramatiker, geboren 23.(?) April 1564 zu Stratford am Avon, vermählte sich dort 1582 mit der acht Jahre ältern Anna Hathaway, wirkte später als Schauspieler in London am Blackfriars- und seit 1599 am Globetheater, dessen Mitbesitzer er wurde, erwarb großes Vermögen und zog sich um 1611 nach Stratford zurück, gest. das. 23. April 1616; in der dortigen Kirche begraben, Denkmal in der Westminsterabtei in London. Größter Repräsentant des modernen Dramas, von unerschöpflichem, durch keine Fessel der Form gebundenem Reichtum in der anschaulichen Wiedergabe des gesamten menschlichen Lebens, unübertrefflicher Meister in der Darstellung energischer Leidenschaften und in der lebenswahren Hinstellung menschlicher Charaktere in ihrer größten Mannigfaltigkeit. Hervorzuheben unter den 37 Stücken S.s die großen Tragödien (Tragedies): »Romeo und Julia«, »Hamlet«, »Othello«, »Julius Cäsar«, »König Lear«, »Macbeth«; die Reihe der engl. Königsdramen (Histories, darunter bes. »Richard III.«, »König Heinrich IV.«); die Lustspiele etc. (Comedies): »Zähmung der Widerspenstigen«, »Kaufmann von Venedig«, »Sommernachtstraum«, »Viel Lärm um Nichts«, »Die lustigen Weiber von Windsor«, »Was Ihr wollt« u.a. Auch Sonette (deutsch von Bodenstedt, Gildemeister) und erzählende Gedichte (»Venus und Adonis«, 1593; »Lucretia«, 1594). Erste Gesamtausg. 1623 (Folio) ...
Seit Mitte des 19. Jahrh. wird von einigen Forschern die wahre Verfasserschaft der Dramen S.s wegen der in ihnen gezeigten ausgebreiteten Gelehrsamkeit dem Philosophen Francis Bacon (s.d.) zugeschrieben, der sie S. nur zur Aufführung überlassen habe (Shakespeare- Bacon-Frage). Hierfür treten ein die Schriften von Holmes (Neuyork 1866), Morgan (1881; deutsch 1885), Donnelly (Lond. 1888), Graf Vitzthum von Eckstädt (1888), Bormann (1894, 1895, 1897, 1906), dagegen sind die von Schipper (1889 u. 1895), Wülker (1889 u. 1894), K. Fischer (1895).
(aus: Brockhaus. Kleines Konversationslexikon, 1906)

*=nach dem julianischen Kalender, **=nach dem seit 1582 in den katholischen Ländern gültigen Gregorianischen Kalender, der in England 1752 eingeführt wurde

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Zuletzt geändert am 25.04.2014

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