Jean-Jaques Rousseau - Biografie

  • geboren: 28.06.1712 (Genf/Schweiz)
  • gestorben: 02.07.1778 (Ermenonville, Paris)

schweiz.-französischer Philosoph, Schriftsteller und Staatstheoretiker, einer der größten Denker des 18. Jahrhunderts, kritisierte die Zivilisation, vertrat die Lehre von der Freiheit und Gleichheit der Menschen, »Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit«, beeinflusste maßgeblich die Französische Revolution. Er begründete die moderne Autobiographie und erneuerte die Kindererziehung sowie die Auffassung vom modernen Staat.

Jean-Jacques Rousseau (1712-1778)
Jean-Jacques Rousseau (1712-1778), Porträt von Allan Ramsey (1713-1784)

Nach einer unglücklichen Kindheit, die er bei seinem unnachgiebigen Onkel verbrachte, verließ Rousseau bereits mit 16 Jahren seine Heimatstadt. Madame de Warren nahm ihn (1728) bei sich auf und bewegte ihn, vom Kalvinismus zum Katholizismus überzutreten - ein Schritt, den er allerdings 1754 wieder rückgängig machte. Rousseau begann ein unstetes Wanderleben und arbeitete als Musiklehrer, Notargehilfe, Graveur und Diener, ehe er 1750 den Preis der Akademie von Dijon für sein Essay »Über den Einfluss der schönen Künste auf das Wohl des Staates« gewann. Mit seiner Aufforderung zur Rückbesinnung auf den glücklichen Urzustand der Menschen traf er das Lebensgefühl seiner Zeit. Seine Abhandlung »Über den Ursprung der Ungleichheit unter den Menschen« (1753/55) mit der Forderung nach der Wiederherstellung der »natürlichen Rechtsgleichheit aller Menschen« wurde von der Französischen Revolution aufgegriffen.

Rousseau überwarf sich im Laufe der Zeit mit allen Freunden, mit Denis Diderot und auch mit seiner Gönnerin Madame dŽEpinay. Mit der Arbeiterin Thérèse Levasseur lebte er ab 1745 zusammen, sie heirateten jedoch erst 1768. 5 Kinder hatten sie zusammen. Sie wurden von Rousseau jeweils sofort nach der Geburt in ein Findelhaus gegeben.

Sein Buch 'Die neue Héloise, oder Briefwechsel zweier Liebenden' (1761-64) wurde ein europaweiter Bestseller, sein Werk 'Émile, oder über die Erziehung' (1762) hatte größten Einfluß auf die pädagogischen Theorien - bis in unsere Gegenwart. In seiner Abhandlung über den Gesellschaftsvertrag »Contrat social« (1762) forderte er »einen Zusammenschluss der freien Bürger auf der Basis gleicher Rechte«.

Werke:

  • 'Nouvelle Héloise - Die neue Héloise, oder Briefwechsel zweier Liebenden' (1761-64)
  • 'Émile, oder über die Erziehung' (1762)
  • 'Contrat social - Vom Gesellschaftsvertrag' (1762)
  • 'Bekenntnisse' (1770/1781)

Zitate:

»Der Mensch ist von Natur aus gut, er liebt Gerechtigkeit und Ordnung«

»Die Freiheit des Menschen liegt nicht darin, dass er tun kann, was er will, sondern dass er nicht tun muss, was er nicht will«

»Das Leben ist kurz, weniger wegen der kurzen Zeit, die es dauert, sondern weil uns von dieser kurzen Zeit fast keine bleibt, es zu genießen.«

»Beleidigungen sind die Argumente derer, die unrecht haben.«

»Glück besteht aus einem soliden Bankkonto, einer guten Köchin und einer tadellosen Verdauung.«

»Sobald man bei Staatsangelegenheiten die Worte hören kann: 'Was geht das mich an?', kann man darauf rechnen, dass der Staat verloren ist.«

»Man muss viel gelernt haben, um über das, was man nicht weiß, fragen zu können.«

Biografie-Startseite

Zuletzt geändert am 03.05.2009

Google+ Email
Facebook Twitter! Google+ Instagram Pinterest LinkedIn Xing