Bertha Pappenheim - Biografie

  • geboren: 27.02.1859 (Wien)
  • gestorben: 28.05.1936 (Neu-Isenburg, Deutschland)

Frauenrechtlerin, Sozialarbeiterin, Autorin, eine der bedeutendsten Persönlichkeiten der jüdischen Frauenbewegung, maßgeblich beteiligt an der Einrichtung staatlicher Institutionen zur Armenpflege (Arbeitsamt, Wohnungsamt und Jugendamt).

Unter dem Pseudonym Paul Berthold schrieb sie 1890 die Novelle 'In der Trödlerbude'. 1899 brachte sie das Theaterstück 'Frauenrechte' heraus und übersetzte Mary Wollstonecrafts Schrift 'A Vindication of the Rights of Women'. 1902 erschien ihre Novelle 'Ein Schwächling'. 1904 gründete sie den »Jüdischen Frauenbund von Deutschland« (Vorsitz bis 1924), der sich für die Verbesserung von Bildung und Berufsausbildung jüdischer Frauen und Mädchen einsetzte und gegen den Mädchenhandel (Prostitution) kämpfte. 1907 gründete Bertha Pappenheim das »Heim des Jüdischen Frauenbundes für hilfsbedürftige jüdische Kinder, junge Mädchen und Frauen«. 1930 brachte Bertha Pappenheim ihr bekanntestes Werk heraus: 'Sisiphus-Arbeit'. Darin behandelte sie das Thema Prostitution und Mädchenhandel in Osteuropa und im Vorderen Orient.

1936 wurde Bertha Pappenheim von der Gestapo ermordet.

Als Patientin 'Anna O.' ging Bertha Pappenheim, die nach der Pflege ihres kranken Vaters an Halluzinationen, Lähmungserscheinungen und Sprachstörungen litt, und von dem Wiener Arzt Josef Breuer und dessen Assistenten Sigmund Freud behandelt wurde (1880-1882), in die Geschichte der Psychoanalyse ein.

Der bedeutende Rabbiner Leo Baeck (1873-1956) bezeichnete Bertha Pappenheim als »eine der stärksten Persönlichkeiten des deutschen Judentums«, die Schriftstellerin Margarethe Susman (1872-1966) beschrieb sie als »einen großen jüdischen Menschen« und dass »mit ihr ein Leben erloschen ist, wie es das Judentum unter den tief veränderten Lebensbedingungen in Generationen nicht mehr hervorbringen wird«.

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Zuletzt geändert am 03.05.2009

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