Alfred Bernhard Nobel - Biografie

  • geboren: 21.10.1833 (Stockholm)
  • gestorben: 10.12.1896 (San Remo)

Alfred Bernhard Nobel, schwedischer Chemiker und Industrieller, Erfinder mit über 350 Patenten, darunter: die Initialzündung (1863), die Stabilisierung des Nitroglycerins in 25% Kieselgur (Dynamit, 1867), die Sprenggelatine (1875) und Ballistit, ein rauchloses Pulver (1887). In vielen Ländern der Erde gründete Nobel Sprengstofffabriken.

Den größten Teil seines Vermögens hinterließ er zur Gründung der Nobelstiftung, zu deren Gründung ihn Bertha von Suttner angeregt hatte. Das chemische Element Nobelium ist nach ihm benannt.

Alle Nobelpreisträger und weitere Informationen finden Sie in der Rubrik »Der Nobelpreis«.

Alfred Nobel (1833-1896)
Alfred Nobel (1833-1896), Quelle: http://lcweb2.loc.gov

Zitate:

»Die Schwierigkeiten wachsen, je näher man ans Ziel kommt.«

»Ein Lexikon handhaben wissen ist besser als zu glauben, ein solches zu sein.«

»Meine Fabriken werden vielleicht dem Krieg noch früher ein Ende machen als Ihre Kongresse: An dem Tag, da zwei Armeekorps sich gegenseitig in einer Sekunde werden vernichten können, werden wohl alle zivilisierten Nationen zurückschaudern und ihre Truppen verabschieden«
Alfred Nobel an Bertha von Suttner nach dem 4. Weltfriedenskongress in Bern, 1892

Der Nobelpreis

Die Zinsen aus dem von Alfred Nobel testamentarisch eingerichteten Fonds werden jährlich als Nobelpreis für bedeutende Leistungen auf dem Gebiet der Physik, Chemie, Physiologie o. Medizin, Literatur und als Friedenspreis für Bemühungen um den Weltfrieden vergeben. Der Nobelpreis für Wirtschafts-Wissenschaften wurde 1968 durch die Schwedische Reichsbank gestiftet und 1969 erstmals verliehen.
Ein Fünferausschuß des Norwegischen Storthing (des Norwegischen Parlaments) bestimmt jährlich den Preisträger des Friedenspreises, das Karolinische Institut in Stockholm (Kongl. Karolinska Mediko-Kirurgiska Institut) den Preisträger für Medizin und Physiologie; die Literatur-Preisträger werden von der Akademie in Stockholm (Svenska Akademien) bestimmt, die Physik- und Chemiepreisträger werden von der Königlich Schwedischen Akademie der Wissenschaften (Kungliga Vetenskapsakademien) ausgewählt.
Der Friedensnobelpreis wird vom norwegischen König in Oslo überreicht, die übrigen Nobelpreise vom schwedischen König in Stockholm (bis 1905 bildeten Norwegen und Schweden eine Union).

Nitroglycerin und Dynamit

...es ist zu diesem Zwecke besonders brauchbar, weil ein Raumteil Nitroglycerin dieselbe Sprengkraft wie 13 Raumteile Pulver hat. Diese ungeheure Gewalt des Sprengöls beruht darauf, daß bei seiner Detonation die entwickelten Gase (Kohlensäure, Wasser, Stickoxydul, Stickstoff) nach Nobels Untersuchungen auf das achtfache ihres Volumens ausgedehnt werden - ein Liter Sprengöl giebt im Momente seiner Explosion etwa 10400 Liter Gase und Dämpfe. Das Nitroglycerin birgt aber mancherlei Gefahren in sich, insbesondere die, daß man die Explosion nicht immer in der Gewalt hat und daß oft nicht vorherzusehende Umstände diese plötzlich herbeiführen. Dennoch hat sich dasselbe die weitgehendste Anwendung in der Technik errungen, allerdings in anderer Form.
Der Erfinder dieser neuen Form, und damit der Schöpfer einer neuen Industrie, war wiederum Alfred Nobel. Im Jahre 1867 brachte er ein neues Sprengmittel in den Handel, das er 'Dynamit' benannte. Dynamit ist unterdessen ein Gattungsname geworden; man bezeichnet damit Mischungen von Nitroglycerin mit solchen Stoffen, die dasselbe aufsaugen und dauernd festhalten. In einem guten Dynamit darf das Nitroglycerin weder durch Druck, noch durch Temperaturschwankungen, noch sonstige Umstände ausgeschieden werden. Um sehr wirksame Dynamite zu erhalten, tränkt man nach Nobel in Patronen aus Zinkblech Schwarzpulver direkt mit Nitroglycerin. Dynamit bedarf stets einer künstlichen Zündung; es kostet viermal so viel Pulver, leistet aber achtmal so viel und gewährleistet bei richtiger Behandlung eine fast völlige Gefahrlosigkeit.
Aus: Das XIX. Jahrhundert in Wort und Bild, Deutsches Verlagshaus Bong & Co. (um 1900)

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Zuletzt geändert am 03.05.2009

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