Lise Meitner - Biografie

  • geboren: 07.11.1878 (Wien, Österreich)
  • gestorben: 27.10.1968 (Cambridge, Großbrit.)

österr.-schwedische Physikerin, Forschungen über Atomphysik und Kernspaltung (Uranspaltung 1938), seit 1907 Mitarbeiterin von Otto Hahn (1879-1968).

Lise Meitner stammte aus einer jüdischen Familie, wurde aber protestantisch erzogen. Sie studierte Mathematik, Physik und Philosophie in Wien und promovierte 1906 (als zweite Frau überhaupt). In Berlin, wo sie als Frau mit vielen Nachteilen zu kämpfen hatte, begann 1907 ihre langjährige Zusammenarbeit mit Otto Hahn. Sie arbeitete als Assistentin bei Max Planck in Berlin und während des 1. Weltkriegs als Röntgenschwester in einem Frontlazarett. Ab 1917 arbeitete sie wieder mit Otto Hahn, 1918 entdeckten die beiden Wissenschaftler das Element Protactinium. Die Experimente mit Uran deutete Lise Meitner als »eine Spaltung der Atomkerne«. 1922 konnte Lise Meitner sich als erste Frau in Physik habilitieren und wurde 1926 außerordentliche Professorin in Berlin. 1928 wurde sie Direktorin des Kaiser-Wilhelm-Instituts.

Lise Meitner und Otto Hahn
Lise Meitner und Otto Hahn, Quelle: arcweb.archives.gov

Die Nationalsozialisten entzogen ihr 1933 die Lehrerlaubnis. 1938 floh sie nach Schweden und nahm eine Stelle am Nobel-Institut für Physik an. 1946 erhielt sie die schwedische Staatsbürgerschaft.

Ende 1938 entdeckten Otto Hahn und Fritz Straßmann (1902-1980) die Kernspaltung von Uran und Thorium, wozu Lise Meitner durch briefliche Anregungen maßgeblich beigetragen hatte. 1939 entwickelten Lise Meitner und ihr Neffe Otto Robert Frisch (1904-1979) die erste theoretische Deutung der Kernspaltung.

Otto Hahn erhielt 1944 den Nobelpreis für Chemie für »die Entdeckung der Spaltung schwerer (Uran-)Atomkerne als Grundlage für die spätere friedliche und militärische Nutzung der Nuklearenergie«. 1966 wurde Lise Meitner als erste Frau mit dem Enrico-Fermi-Preis ausgezeichnet.

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Zuletzt geändert am 07.06.2009

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