Gotthold Ephraim Lessing - Biografie

  • geboren: 22.01.1729 (Kamenz/Lausitz)
  • gestorben: 15.02.1781 (Braunschweig)

deutscher Schriftsteller, Philosoph, Kunsttheoretiker und Kritiker, bedeutendster Vertreter der deutschen Aufklärung, Begründer des deutschen Nationaltheaters und des bürgerlichen Trauerspiels, Wegbereiter der Emanzipation des Bürgertums; vertrat geistige Freiheitsideen und prägte das klassische Humanitätsideal, beeinflusste maßgeblich die Entwicklung der deutschen Literatur, verschaffte den Werken von William Shakespeare künstlerische Anerkennung.

Lessing studierte Medizin, Theologie und Philologie in Leipzig. Er arbeitete danach als freier Schriftsteller, war aber aus finanziellen Gründen auch auf Stellungen als Sekretär, Dramaturg (am Nationaltheater in Hamburg) und Bibliothekar angewiesen. Er war Herausgeber und Mitarbeiter verschiedener Zeitschriften, u.a. für die zusammen F. Nicolai und Moses Mendelssohn gegründete Zeitschrift 'Briefe die neue Literatur betreffend'.

Sein dramatisches Gedicht 'Nathan der Weise' (1779), welches er seinem Freund Moses Mendelssohn widmete, ist eine Forderung nach Humanität und Toleranz. Lessing war gegen kirchliche Dogmen und überkommene Ordnungen. Er trat für eine »Vernunftreligion« und die Gleichberechtigung aller Menschen ein.

Werke:

  • 'Die Juden' (1749/1754)
  • 'Der Freigeist' (1749/1755)
  • 'Fabeln und Erzählungen' (1753)
  • 'Miss Sara Sampson' (1755)
  • 'Briefe, die neueste Literatur betreffend' (1759/65)
  • 'Minna von Barnhelm' (1763)
  • 'Laokoon oder Über die Grenzen der Malerei und Poesie' (1766)
  • 'Hamburgische Dramaturgie' (1767/69)
  • 'Emilia Galotti' (1772)
  • 'Nathan der Weise' (1779)
  • 'Die Erziehung des Menschengeschlechtes' (1780)
Moses Mendelssohn (1729-1786)
Der jüdische Philosoph Moses Mendelssohn (1729-1786), der Schriftsteller Gotthold Ephraim Lessing (1729-1781) und der Theologe Johann Kaspar Lavater (1741-1801); Gemälde von Moritz Daniel Oppenheim (1800-1882)

Zitate:

»Der Langsamste, der sein Ziel nur nicht aus den Augen verliert, geht immer noch geschwinder als der, der ohne Ziel herumirrt.«

»Ein Vergnügen erwarten ist auch ein Vergnügen.«

»Mit wem man umgeht, dessen Sitten nimmt man nach und nach an.«

»Die Menschen sind nicht immer, was sie scheinen.«

»Und ist denn nicht das ganze Christentum aufs Judentum gebaut? Es hat mich oft geärgert, hat mich Tränen genug gekostet, wenn Christen gar so sehr vergessen konnten, dass unser Herr ja selbst ein Jude war.«

»Nur die Sache ist verloren, die man selber aufgibt.«

»Nicht im Glauben, sondern im sittlichen Handeln liegt das Wesen der Religion.«

Die Sperlinge

Eine alte Kirche, welche den Sperlingen unzähliche Nester gab, ward ausgebessert. Als sie nun in ihrem neuen Glanze da stand, kamen die Sperlinge wieder, ihre alten Wohnungen zu suchen. Allein sie fanden sie alle vermauert. Zu was, schrieen sie, taugt denn nun das große Gebäude? Kommt, verlaßt den unbrauchbaren Steinhaufen!
aus: Fabeln. Drei Bücher (1759)

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Zuletzt geändert am 03.05.2009

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