Helene Lange - Biografie

  • geboren: 09.04.1848 (Oldenburg/Ol.)
  • gestorben: 13.05.1930 (Berlin)
Helene Lange Büste
Helene Lange, Büste von Udo Reimann (1995) in Oldenburg/Ol.

deutsche Frauenrechtlerin und Sozialreformerin, Lebensgefährtin von Gertrud Bäumer (1873-1954), mit der sie zusammen ein Standardwerk, »Das Handbuch der deutschen Frauenbewegung« (1901-1906) und die Zeitschrift »Die Frau« herausbrachte.

Helene Lange kämpfte für die Verbesserung der Mädchen- und Lehrerinnen-Ausbildung in Preußen. 1896 konnten dadurch erstmals sechs Frauen das Abitur ablegen. Helene Lange war Mitbegründerin (1890) und Leiterin (ab 1902) des Lehrerinnenvereins ADLV und des Allgmeinen Deutschen Frauenvereins. 1894 gründete sie den »Bund Deutscher Frauenvereine«, 1889 führte sie Real- und Gymnasialkurse für Frauen ein. Von 1917-1920 war sie als Lehrerin an der Frauenschule in Hamburg tätig.

Zitate:

»Kinder sind dazu da, um Lärm zu machen.«

Helene Lange, Vorkämpferin des modernen weiblichen Bildungsstrebens, geb. 9. April 1848 in Oldenburg (Großherzogtum), bildete sich nach Besuch der Cäcilienschule ihrer Vaterstadt im damals noch französischen Elsaß für den Lehrerinnenberuf vor und leitete, 1872 nach Berlin übergesiedelt, das Lehrerinnenseminar von Fräulein Crain. Seit dem Jahre 1888 stand sie an der Spitze der Realkurse für Frauen in Berlin, die 1893 zu Gymnasial- (Realgymnasial-) Kursen umgewandelt wurden. Mit Auguste Schmidt und Marie Loeper-Housselle begründete sie 1889 den Allgemeinen Deutschen Lehrerinnenverein. Sie ist Vorsitzerin dieses Vereins wie des Berliner und des Allgemeinen Deutschen Frauenvereins; auch gehört sie dem Vorstande des International Council of Women an. Sie schrieb: »Leitfaden für den Unterricht in der Geschichte der französischen Literatur« (auch französisch als »Précis de l'histoire de la littérature française«, Berl. 1885, 13. Aufl. 1904); »Schillers philosophische Gedichte« (das. 1887, 2. Aufl. 1904); »Die[164] höhere Mädchenschule und ihre Bestimmung« (das. 1887); »Frauenbildung« (das. 1889; auf Grund einer Studienreise nach England); »Entwickelung und Stand des höhern Mädchenschulwesens in Deutschland« (im Auftrag des preußischen Kultusministers zur Weltausstellung in Chicago, das. 1893) und eine Anzahl von Flugschriften und Vorträgen im Dienste der Frauen- und Lehrerinnensache. Seit 1893 gibt sie die Monatsschrift »Die Frau« (Berl.) heraus, mit Gertrud Bäumer das »Handbuch der Frauenbewegung« (Bd. 1-4, das. 1901-02).
Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 12. Leipzig 1908, S. 163-167.

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Zuletzt geändert am 13.07.2015

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