Alexander Freiherr von Humboldt - Biografie

  • geboren: 14.09.1769 (Berlin)
  • gestorben: 06.05.1859 (Berlin)

deutscher Naturforscher, einer der bedeutendsten und vielseitigsten Naturforscher, Mitbegründer der physischen Geographie, der Pflanzengeographie und der modernen Landeskunde; Gegner von Kolonialherrschaft, Sklaverei und Rassismus.

Alexander von Humboldt (1769-1859
Alexander von Humboldt (1769-1859), Daguerreotypie von Hermann Biow (1804-1850), 1847

1790 reiste er zusammen mit Georg Forster (der 1772/75 James Cook auf dessen zweiter Weltumseglung begleitet hatte) nach England und Frankreich. Von 1792-1797 war er als Berghauptmann bzw. Oberbergmeister in den Markgrafschaften Ansbach-Bayreuth tätig. Von 1799-1804 führte ihn seine gemeinsame Forschungsreise mit dem Botaniker Aimé Bonpland (1773-1858) über Spanien nach Venezuela, wo sie bis zum Orinoco vordrangen (und die Verbindung des Orinoco mit dem Amazonas nachwiesen). Kuba, Kolumbien und Ecuador waren die nächsten Stationen. Die Besteigung des Chimborazo (bis 5759 m Höhe) am 23.06.1802 war damals der neue Rekord einer Bergbesteigung. Über Peru und Mexiko ging es an die Westküste Südamerikas, wo sie die Meeresströmungen untersuchten.

Von 1807-1827 lebte Humboldt vorwiegend in Paris, wo er zusammen mit dem franz. Physiker und Chemiker Joseph Louis Gay-Lussac (1778-1850) die Zusammensetzung der Atmosphäre erforschte. 1806 hatte Humboldt die gesetzmäßige Abnahme der Temperatur mit der Höhe erkannt, 1808 stellte er das Gay-Lussac-Humboldt-Gesetz auf und zeichnete 1817 die erste Isothermenkarte der Erde. Zusammen mit anderen Forschern erfolgte in Paris auch die Auswertung seiner Expeditionen.

Alexander von Humboldt (1769-1859)
Alexander von Humboldt, Porträt von Friedrich Georg Weitsch (1758-1828), 1806

1829 bereiste er - auf Einladung des Zaren Nikolaus I. zusammen mit Christian Gottfried Ehrenberg (1795-1876) und Gustav Rose (1798-1873) die Dsungarei, das Ural-Altai-Gebiet und das Kaspische Meer.

Nach seiner Rückkehr entstand in Berlin das Werk 'Kosmos. Entwurf einer physikalischen Weltbeschreibung' (1845-62), eine Zusammen- fassung des (naturwissenschaftlichen) Wissens seiner Zeit und die erste echte wissenschaftliche Enzyklopädie der Geografie und Geologie.

Alexanders Bruder war der Staatsmann, Sprachforscher und Philosoph Wilhelm Freiherr von Humboldt (22.06.1767-08.04.1835), Gründer der Berliner Universität.

Werke:

  • 'Mineralogische Beobachtungen über einige Basalte am Rhein' (1790)
  • 'Versuche über die gereizte Muskel- und Nervenfaser,...' (1797-1799)
  • 'Essai sur la géographie des plantes' (1805)
  • 'Ansichten der Natur' (1808)
  • 'Voyage aux régions équinoxiales du Nouveau Continent' (1811-1826)
  • 'Fragments de géologie et de climatologie asiatiques' (1831)
  • 'Kosmos. Entwurf einer physikalischen Weltbeschreibung' (1845-1862)
  • 'Geognostische und physikalische Erinnerungen' (1853)
Humboldt und Bonpland am Orinoko
Humboldt und Bonpland am Orinoko, nach einem Gemälde von Ferdinand Keller (1842-1922), 1881

Zitate:

»Alles Unrecht trägt den Keim der Zerstörung in sich.«

»Denken und Wissen sollten immer gleichen Schritt halten. Das Wissen bleibt sonst tot und unfruchtbar.«

»Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, welche die Welt nie angeschaut haben.«

»Die Natur muß gefühlt werden.«

»Solange man lebt, muß man das Leben erhalten, sich ihm nicht entfremden, sondern darein eingreifen, wie es die Kräfte und die Gelegenheit erlauben«

Felsenbrücke über den Icononzo
Wilhelm Friedrich Gmelin (1745-1821): Felsenbrücke über den Icononzo, Kolumbien, um 1810/13, Quelle: www.loc.gov

»Überall geht ein frühes Ahnen dem späteren Wissen voraus.«

»Glück und Schmerzlosigkeit müssen wir dankbar annehmen und genießen, aber nie fordern.«

»Der Mensch ist zu vielem fähig, wenn er sich viel zutraut.«

»Der Mensch muß das Gute und Große wollen, das übrige hängt vom Schicksal ab...«

»Wenn es mich noch immer in die schönsten Länder des heißen Erdgürtels zog, so war es jetzt nicht mehr der Drang nach einem aufregenden Wanderleben, sondern vielmehr der Trieb, eine wilde, großartige, an mannigfaltigen Naturprodukten reiche Natur zu sehen, die Aussicht, Erfahrungen zu sammeln, welche die Wissenschaften förderten.«

»Auf den Bergen ist Freiheit! Der Hauch der Grüfte
Steigt nicht hinauf in die reinen Lüfte;
Die Welt ist vollkommen überall,
Wo der Mensch nicht hinkommt mit seiner Qual.

A. v. Humboldt in: Ansichten der Natur (1808)

 Wasserfall am Bogotá
Wilhelm Friedrich Gmelin (1745-1821): Wasserfall am Bogotá in der Provinz Tequendama, Kolumbien, Quelle: www.loc.gov

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Zuletzt geändert am 16.06.2015

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