Hildegard von Bingen - Biografie

  • geboren: 1098 (Bermersheim, Kreis Alzey)
  • gestorben: 17.09.1179 (Kloster Rupertsberg, Bingen)

Dichterin, Komponistin, Äbtissin, eine der bedeutendsten deutschen Mystikerinnen des Mittelalters. Die Äbtissin der von ihr gegründeten Klöster Rupertsberg und Eibingen, legte in ihren Schriften, deren bekannteste der »Liber Scivias« (Wisse die Wege) ist, ihre mystischen Erfahrungen, ihre Tugendlehre sowie ihre medizinischen und naturwissenschaftlichen Kenntnisse nieder.

Hildegard ist Patronin der Naturforscher und der Sprachforscher. Obwohl sie im römischen Kalender als heilig aufgeführt wird, ist sie trotz viermaliger Prüfung nie heilig gesprochen worden.

Buchmalerei von Hildegard von Bingen
Hildegard von Bingen wird von dem Heiligen Geist in Form eines Feuerstroms ergriffen, zeitgenössische Buchmalerei

Werke:

  • Liber Scivias Domini (Wisse die Wege Gottes, 1141-1151)
  • Liber Vitae Meritorum (Buch des verdienstlichen Lebens, 1148-1163 / 1158-1161?)
  • Liber Divinorum Operum (Buch der göttlichen Werke, 1163-1173/74)
  • Liber Simplicis Medicinae
  • Liber Compositae Medicinae
  • Liber Subtilitatum Diversarum Naturarum Creaturarum, Teil I: Physica (Naturkunde)
  • Liber Subtilitatum Diversarum Naturarum Creaturarum, Teil II: Causae et curae (Ursachen und Behandlung, Heilkunde)
  • Ordo Virtutum (Singspiel)

Zitate:

»Alles, was durch die Weisheit hervorgegangen ist, lebt in ihr wie ein reiner und einzig schöner Schmuck und strahlt im lautersten Glanz seines Wesens.«

Von den Krankheiten

Was die verschiedenen Krankheiten betrifft, an denen manche Menschen leiden, so rühren sie vom Schleim her, der sie anfüllt. Wäre der Mensch im Paradies geblieben, so hätte er keinen Schleim im Körper - woher die Krankheiten stammen - sondern sein Leib wäre gesund und frei von ihm. Nun aber hat er sich dem Bösen zugeneigt und hat das Gute verlassen, und da ist er der Erde ähnlich geworden, die gute und schädliche Kräuter hervorbringt und gute und schädliche Feuchtigkeit in sich birgt. Denn vom Genuss des Apfels ist das Blut der Söhne Adams in das Samengift verwandelt worden, dem die Menschenkinder entstammen. Daher ist ihr Fleisch voll Schwären und Löcher, die gewissermaassen Sturm und Rauchniederschläge in den Menschen herbeiführen; und hieraus bildet sich Schleim und erstarrt und macht den Körper krank ...
aus: Causae et curae (Ursachen und Behandlung, Heilkunde, 1151-1158)

Von der Diät

...ueberhaupt soll man jede Speise und jeden Trank anständig und in Maßen zu sich nehmen ...
Ist man gesund, muss man sich in angegebener Weise beim Essen und Trinken in Acht nehmen, um gesund zu bleiben; ist man leidend, möge man sich durch Fleischgenuss mäßig und vorsichtig stärken, aber auch dann nur verdünnten Wein trinken.
Wenn einer zu fettes Fleisch oder andere zu fette Speisen ... geniesst, ist ihm dies mehr schädlich als nützlich ...
aus: Causae et curae (Ursachen und Behandlung, Heilkunde, 1151-1158)

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Zuletzt geändert am 05.05.2009

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