Theodor Herzl - Biografie

  • Herzl Tivadar
  • Benjamin Seew Herzl
  • geboren: 02.05.1860 Pest (heute Budapest, Ungarn)
  • gestorben: 03.07.1904 Edlach, Gemeinde Reichenau an der Rax, Niederösterreich

österreichisch-jüdischer Schriftsteller, Publizist und Journalist. Herzl studierte Jura in Wien, arbeitete 1891-1895 als Korrespondent der »Neuen Freien Presse« in Paris und ab 1896 als Feuilletonredakteur der »Neuen Freien Presse« in Wien. Die Dreyfus-Affäre und die damit verbundenen antisemitischen Ausschreitungen berührten Herzl so stark, dass er fortan für die Gründung eines jüdischen Staates in Palästina kämpfte. Er brachte 1894 seine Schrift 'Der Judenstaat' heraus und berief 1897 den ersten Zionistischen Weltkongreß ein. In seinem 1902 erschienenem Roman 'Altneuland' entwarf Herzl eine Zukunftsvision der möglichen politisch-sozialen Ordnung eines eigenständigen jüdischen Staates.

Theodor Herzl, der Begründer des modernen politischen Zionismus, der unermüdlich für die Sache gekämpft hatte, starb 1904 im Alter von nur 44 Jahren.

Theodor Herzl
Theodor Herzl im Alter von 26 Jahren, Quelle: Prints & Photographs Online Catalog

Die Balfour-Deklaration

Der britische Außenminister Arthur James (Earl of) Balfour (1848-1930) ermöglichte dem jüdischen Volk mit der »Balfour-Deklaration« schließlich die Staatsgründung in Palästina. Nachdem 1948 die letzten britischen Truppen das Land verlassen haben, proklamiert David Ben-Gurion im 1908 von jüdischen Siedlern gegründeten Tel Aviv-Jaffa den unabhängigen Staat Israel (Medinat Yisrael). Chaim Weizmann wird erster Staatspräsident. Die sterblichen Überreste Theodor Herzls werden 1949 nach Israel überführt.

Zitate:

»Die Judenfrage besteht. Es wäre töricht, sie zu leugnen. Sie ist ein verschlepptes Stück Mittelalter, mit dem die Kulturvölker auch heute beim besten Willen noch nicht fertig werden.«

»Wir sind ein Volk - der Feind macht uns ohne unseren Willen dazu, wie das immer in der Geschichte so war. In der Bedrängnis stehen wir zusammen, und da entdecken wir plötzlich unsere Kraft, einen Staat, und zwar einen Musterstaat, zu bilden.«

»Wenn ihr wollt, ist es kein Märchen.«
Aus der Einleitung des Romans "Altneuland", 1902

»Es gibt Ideen, denen man nicht entrinnen kann«

»Durch den Dreyfus-Prozess wurde ich zum Zionisten. Ich sehe den Angeklagten immer noch vor mir, wie er, bekleidet mit einer Artillerie-Uniform, den Saal betritt, indes die Wutschreie 'Tod den Juden!' der vor der Ecole Militaire versammelten Volksmenge mir noch in den Ohren hallen. Aber war er wirklich ein Verräter? Der Prozess Dreyfus ist mehr als ein Justizirrtum. Er ist der Ausdruck des Wunsches der großen Mehrheit in Frankreich, einen Juden und durch ihn alle Juden zu verurteilen.«

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Zuletzt geändert am 02.05.2010

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