Georg Wilhelm Friedrich Hegel - Biografie

  • geboren: 27.08.1770 (Stuttgart)
  • gestorben: 14.11.1831 (Berlin)

deutscher Philosoph, Begründer der Dialektik, bedeutendster Vertreter des deutschen Idealismus, einflussreichster Philosoph seiner Zeit; versuchte eine umfassende, begreifbare Deutung der Welt zu geben. Hegel beeinflusste maßgeblich die Politik des 19. Jahrhunderts und Denker und Philosophen wie Marx, Engels und Nietzsche.

Georg Wilhelm Friedrich Hegel (1770-1831)
Georg Wilhelm Friedrich Hegel (1770-1831)

Hegel studierte von 1788-1793 Philosophie und Theologie. Ab 1793 arbeitete er als Hauslehrer in Bern und Frankfurt. Sein Studienkollege Friedrich Wilhelm Joseph von Schelling (1775-1854) vermittelte ihm 1801 eine Stellung als Privatdozent an der Universität Jena. 1802 gründet Hegel zusammen mit Schelling das »Kritische Journal der Philosophie«, in dem er verschiedene Schriften veröffentlicht.

Ab 1807 arbeitete Hegel als Redakteur für die »Bamberger Zeitung«, ab 1808 als Rektor des Nürnberger Gymnasiums. 1816 erhält er eine Professur in Heidelberg und ab 1818 in Berlin. Von 1820-1822 ist Hegel Mitglied der Königlich-Wissenschaftlichen Prüfungskommission der Provinz Brandenburg, ab 1822 Mitglied des Senats der Universität.

Nach Hegel ist das Leben selbst und die Geschichte ein sinnvoller, dialektischer Vorgang. Grundlage dazu ist die Einheit der Widersprüche (These, Antithese und Synthese).

Werke:

  • 'Phänomenologie des Geistes' (1807)
  • 'Wissenschaft der Logik' (1812-16)
  • 'Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften' (1817)
  • 'Grundlinien der Philosophie des Rechts oder Naturrecht und Rechtswissenschaft im Grundrisse' (1821)

Zitate:

»Was vernünftig ist, das ist wirklich; und was wirklich ist, das ist vernünftig.«

»Partei ergreifen ist: ein besonderes Interesse haben, eine einseitige Sache vertreten.«

»Der Widerspruch ist das Erheben der Vernunft über die Beschränkungen des Verstandes.«

»Das Zeitungslesen des Morgens ist eine Art von realistischem Morgensegen.«

»Freiheit ist Einsicht in die Notwendigkeit.«

»Der Mut der Wahrheit, der Glaube an die Macht des Geistes ist die erste Bedingung der Philosophie.«

»Die Weltgeschichte ist nicht der Boden des Glücks. Die Perioden des Glücks sind leere Blätter in ihr.«

Erste Stellung des Gedankens zur Objektivität: Metaphysik

»Die erste Stellung ist das unbefangene Verfahren, welches, noch ohne das Bewusstsein des Gegensatzes des Denkens in und gegen sich, den Glauben enthält, dass durch das Nachdenken die Wahrheit erkannt, das, was die Objekte wahrhaft sind, vor das Bewusstsein gebracht werde. In diesem Glauben geht das Denken geradezu an die Gegenstände, reproduziert den Inhalt der Empfindungen und Anschauungen aus sich zu einem Inhalte des Gedankens und ist in solchem als der Wahrheit befriedigt. Alle anfängliche Philosophie, alle Wissenschaften, ja selbst das tägliche Tun und Treiben des Bewusstseins lebt in diesem Glauben.«
Aus: Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften im Grundrisse (1817)

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Zuletzt geändert am 03.05.2009

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