Joseph Freiherr von Eichendorff - Biografie

  • geboren: 10.03.1788 (Schloß Lubowitz)
  • gestorben: 26.11.1857 (Neiße, Oberschlesien)

Der aus einer katholischen Adelsfamilie stammende Lyriker und Erzähler Joseph Freiherr von Eichendorff wurde am 10.03.1788 auf Schloss Lubowitz bei Racibórz geboren. Während seines Jurastudiums machte er in Berlin u.a. die Bekanntschaft mit Heinrich von Kleist und Clemens Brentano. 1810 siedelte er nach Wien über, wo er sich dem Freundeskreis von Friedrich Schlegel anschloss.

Joseph Freiherr von Eichendorff (1788-1857)
Joseph Freiherr von Eichendorff (1788-1857), Porträt von Franz Kugler (†1862), um 1832

Nach der Teilnahme an den Befreiungskriegen (1813-1815) trat er in den preußischen Staatsdienst ein und war ab 1821 als Kirchen- und Schulrat in Danzig tätig. 1824 wurde er Oberpräsidialrat in Königsberg. Ab 1831 lebte er in Berlin und arbeitete u.a. als geheimer Regierungsrat. Eichendorff starb am 26.11.1857 in Neisse (Schlesien).
Eichendorffs volksliedhafte Gedichte gehören zu den Höhepunkten der deutschen Romantik.

Werke:

  • 'Ahnung und Gegenwart' (1815)
  • 'Das Marmorbild' (1819)
  • 'Aus dem Leben eines Taugenichts' (1826)
  • 'Dichter und ihre Gesellen' (1834)
  • 'Geschichte der poetischen Literatur Deutschlands' (1857)

Zitate:

»Ich habe jetzt das Reisen erwählt, und befinde mich wie aus einem Gefängnis erlöst, alle alten Wünsche und Freuden sind nun auf einmal in Freiheit gesetzt. Auf dem Lande in der Stille aufgewachsen, wie lange habe ich da die fernen blauen Berge sehnsüchtig betrachtet, wenn der Frühling wie ein zauberischer Spielmann durch unsern Garten ging und von der wunderschönen Ferne verlockend sang und von großer, unermeßlicher Lust.«
(aus: Das Marmorbild)

»Die Frühlingssonne schien warm über die dampfende Erde, Bäume, Gras und Blumen äugelten dazwischen mit blitzenden Tropfen, unzählige Lerchen schwirrten durch die laue Luft. Ihm war recht innerlichst fröhlich zumute. Tausend Erinnerungen, Entwürfe und Hoffnungen zogen wie ein Schattenspiel durch seine bewegte Brust. Das Bild der schönen Rosa stand wieder ganz lebendig in ihm auf, mit aller Farbenpracht des Morgens gemalt und geschmückt.«
(aus: Ahnung und Gegenwart)

Der frohe Wandersmann

Wem Gott will rechte Gunst erweisen,
Den schickt er in die weite Welt,
Dem will er seine Wunder weisen
In Berg und Wald und Strom und Feld.

Die Trägen, die zu Hause liegen,
Erquicket nicht das Morgenrot,
Sie wissen nur vom Kinderwiegen,
Von Sorgen, Last und Not um Brot.

Die Bächlein von den Bergen springen,
Die Lerchen schwirren hoch vor Lust,
Was sollt ich nicht mit ihnen singen
Aus voller Kehl und frischer Brust?

Den lieben Gott laß ich nur walten;
Der Bächlein, Lerchen, Wald und Feld
Und Erd und Himmel will erhalten,
Hat auch mein Sach aufs best bestellt!

aus: »Aus dem Leben eines Taugenichts«

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Zuletzt geändert am 03.05.2009

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