Alfred Dreyfus - Biografie

  • geboren: 09.10.1859 (Mühlhausen)
  • gestorben: 11.07.1935 (Paris)

elsässisch-jüdischer Artilleriehauptmann, wurde mit gefälschten Beweismitteln 1894 wegen angeblichen Landesverrates von einem Militärgericht degradiert und zu lebenslänglicher Deportation auf die Teufelsinsel bei Cayenne (Französisch-Guyana) verurteilt.

Nachdem 1896 der wahre Schuldige gefunden wird (der französische Generalstabsoffizier Esterhazy) kommt es 1897/1898 zu einer Wiederaufnahme des Prozesses. Der Schriftsteller Émile Zola wendet sich mit einem offenen Brief »J'accuse - Ich klage an«, der auf der Titelseite der Zeitschrift 'LÁurore' erscheint, an den französischen Staatspräsidenten. Zola wird zu einem Jahr Gefängnis und einer Geldstrafe verurteilt, kann jedoch nach England fliehen. Der Oberstleutnant Hubert Joseph Henry gesteht die Fälschung der belastenden Dokumente und begeht danach Selbstmord, der freigesprochene Esterhazy flieht nach England. Dreyfus wird jedoch erneut für schuldig befunden und zu zehn Jahren Festungshaft verurteilt. 1899 wird Alfred Dreyfus begnadigt, aber erst 1906 vollständig rehabilitiert. Im Ersten Weltkrieg kämpft er als Oberstleutnant gegen Deutschland.

Alfred Dreyfus (1859-1935)
Hauptmann Alfred Dreyfus (1859-1935) zusammen mit anderen französischen Offizieren, um 1906/1916
Quelle: Prints & Photographs Online Catalog

Als Folge der Dreyfus-Affäre, welche die gesamte Nation in 2 Lager spaltete, entstanden einerseits zahlreiche antisemitische Organisationen. Anderseits beeinflusste die Affäre maßgeblich die Entwicklung des Zionismus: 1896 erschien das Buch 'Der Judenstaat' von Theodor Herzl.

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Zuletzt geändert am 05.05.2009

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