Matthias Claudius - Biografie

  • geboren: 15.08.1740 (Reinfeld/Holstein)
  • gestorben: 21.01.1815 (Hamburg)

deutscher Dichter, Journalist, Herausgeber des 'Wansbecker Bothen' (1771-1775), seit 1777 als freier Schriftsteller in Wandsbek.

1764-1765 arbeitet er als Sekretär eines Grafen in Kopenhagen, wo er Friedrich Gottlieb Klopstock kennenlernt. 1768-1770 arbeitet er als Redakteur der 'Adress-Comptoir-Nachrichten' in Hamburg. Hier freundet er sich mit Gotthold Ephraim Lessing und mit Johann Gottfried von Herder an. 1871 übernimmt er die Redaktion des 'Wandsbecker Bothen', für den er namhafte Autoren (Lessing, Goethe, Klopstock, Herder) gewinnen kann und heiratet Rebekka Behn. 12 Kinder entspringen dieser glücklichen und harmonischen Ehe.

Nach Verlust der Stellung arbeitet er für ein Jahr (1776-1777) als Oberlandcommissarius in Darmstadt. Nach der Rückkehr nach Wandsbek arbeitet Claudius als Hauslehrer für die Söhne des Düsseldorfer Rates Friedrich Heinrich Jacobi. Der dänische Kronprinz verschafft Claudius eine Pension und die Stelle des Ersten Revisors einer Bank in Altona.

Abendlied

Der Mond ist aufgegangen,
Die goldnen Sternlein prangen
Am Himmel hell und klar;
Der Wald steht schwarz und schweiget,
Und aus den Wiesen steiget
Der weiße Nebel wunderbar.

Wie ist die Welt so stille,
Und in der Dämmrung Hülle
So traulich und so hold!
Als eine stille Kammer,
Wo ihr des Tages Jammer
Verschlafen und vergessen sollt.

Seht ihr den Mond dort stehen?
Er ist nur halb zu sehen,
Und ist doch rund und schön!
So sind wohl manche Sachen,
Die wir getrost belachen,
Weil unsre Augen sie nicht sehn.

Wir stolze Menschenkinder
Sind eitel arme Sünder
Und wissen gar nicht viel;
Wir spinnen Luftgespinste
Und suchen viele Künste
Und kommen weiter von dem Ziel.

Gott, laß uns dein Heil schauen,
Auf nichts Vergänglichs trauen,
Nicht Eitelkeit uns freun!
Laß uns einfältig werden
Und vor dir hier auf Erden
Wie Kinder fromm und fröhlich sein!

Wollst endlich sonder Grämen
Aus dieser Welt uns nehmen
Durch einen sanften Tod!
Und, wenn du uns genommen,
Laß uns in Himmel kommen,
Du unser Herr und unser Gott!

So legt euch denn, ihr Brüder,
In Gottes Namen nieder;
Kalt ist der Abendhauch.
Verschon uns, Gott! mit Strafen,
Und laß uns ruhig schlafen!
Und unsern kranken Nachbar auch!

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Zuletzt geändert am 03.05.2009

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