Ché Guevara - Biografie

  • Ernesto Guevara de la Serna
  • geboren: 14.06.1928 (Rosario, Argentinien)
  • gestorben: 9.10.1967 (La Higuera, Bolivien)

Ernesto Guevara de la Serna, kurz "Ché" (= argent. für Kumpel), war ein kubanischer Politiker, Guerillaführer, Arzt und Autor argentinischer Herkunft. Sein Leben lang litt er unter seiner Asthmaerkrankung. Seine Reisen durch Lateinamerika konfrontierten ihn mit den politischen und gesellschaftlichen Missständen und er gelangte zu der Überzeugung: die Armut und soziale Ungerechtigkeit Lateinamerikas kann nur durch eine Revolution auf dem gesamten Kontinent gelöst werden.

1950 reiste Guevara auf einem Fahrrad (mit Hilfsmotor) durch den Norden Argentiniens. Zwischen 1951 und 1952 bereiste er zusammen mit seinem Freund Alberto Granado (1922-2011) Chile, Bolivien, Peru, Kolumbien und Venezuela.

Sein Medizinstudium (1947-1953) an der Universität von Buenos Aires schloss er 1953 mit der Promotion zum Facharzt für Hautkrankheiten ab (Verleihung des Doktortitels am 12. Juni 1953).

Ab Juli 1953 besuchte er mit seinem Freund Carlos Ferrer (*1929, "Calica") Bolivien, Peru und Ecuador. Ende 1953 landete Guevara in Guatemala, wo der reformfreudige Präsident Jacobo Arbenz (Jacobo Arbenz Guzmán, 1913-1971) eine neue Gesellschaft zu schaffen versuchte. 1954 wurde Arbenz durch einen von dem US-Geheimdienst CIA unterstützten Staatsstreich gestürzt.

In Mexiko arbeitete Guevara ab Herbst 1954 im Krankenhaus von Mexiko-Stadt. 1955 schloss er sich der "Bewegung des 26. Juli" um die beiden Exil-Kubaner Raul und Fidel Castro an, die den Sturz der Regierung des Diktators Fulgencio Batista y Zaldivar (1901-1973) auf Kuba plante - die Kubanische Revolution. Im gleichen Jahr heiratete Ché die Peruanerin Hilda Gadea Acosta (1925-1974), mit der er eine gemeinsame Tochter hatte. Die Ehe wurde 1959 geschieden.

Fidel Castro 1959
"Fidel Castro arrives MATS Terminal, Washington, D.C.", 15. April 1959. Fotograf: Warren K. Leffler. Quelle: Library of Congress Prints and Photographs Division Washington, D.C. 20540 USA, CALL NUMBER: LC-U9- 2315-6 [P&P]

Guevara wurde für seine Verdienste im Kampf um Kuba zum geborenen kubanischen Staatsbürger erklärt. Im Juni 1959 heiratete er seine zweite Frau Aleida March de la Fore (*1937), die ihm vier Kinder schenkte. Von 1959 bis 1961 war er Präsident der Nationalbank Kubas, von 1961 bis 1964 war Guevara Industrieminister. So war er maßgeblich beteiligt an der Nationalisierung besonders der nordamerikanischen Unternehmen, der Enteignung des privaten Großgrundbesitzes sowie an den ländlichen Siedlungsprogrammen (Agrarreformgesetz). Im Februar 1960 folgte das erste Kubanisch-Sowjetische Handels- und Kapitalhilfeabkommen. Die USA kürzten darauf den Zuckerimport aus Kuba drastisch und verhängten ein Handelsembargo gegen Kuba. Die UdSSR wurde dadurch zum Haupthandelspartner Kubas.

1964 kritisierte der radikale Kommunist Guevara die Pläne der UdSSR auf Kuba. 1965 trat "Che" von seinen Ämtern zurück und gab die kubanische Staatsangehörigkeit auf. In Afrika engagierte er sich erfolglos im Bürgerkrieg des Kongo.

Capitol in Havanna um 1918
Capitol in Havanna um 1918, Quelle: lcweb2.loc.gov

1966 wollte er durch den Aufbau einer neuen Guerillaorganisatiob in Bolivien die Massen zum revolutionären Aufstand zu bewegen. Der bolivianische Präsident René Barrientos (1919-1969) setzte ein Kopfgeld auf Guevara aus. Am 8. Oktober 1967 geriet Ché Guevara bei einem Gefecht seiner Rebellen mit bolivianischen Regierungstruppen in einen Hinterhalt, wurde verletzt und gefangen genommen. Auf Befehl von Präsident Barrientos wurde Ché am 9. Oktober 1967 von Feldwebelleutnant Mario Terán erschossen.

Durch seinen Tod wird er zur Symbol- und Kultfigur für studentische Protestbewegungen und zur wichtigsten Leitfigur der europäischen Linken der 1960er Jahre. 1997 werden seine verscharrten sterblichen Überreste entdeckt, identifiziert, nach Kuba überführt und mit einem Staatsbegräbnis in einem Mausoleum in Santa Clara beigesetzt.

The birth of a nation
"The birth of a nation - the star [flag] of the Cuban Republic raised over the Palace, noon, May 20, 1902 [Havana]", Quelle: lcweb2.loc.gov

Das Kultfoto

Die berühmte Fotografie des "Che" - das Porträt des bärtigen, langhaarigen Guerrillero Heroico (des heldenhaften Widerstandskämpfers) mit dem 5-zackigem Stern an der Baskenmütze - wurde am 5. März 1960 von Alberto Korda (Alberto Díaz Gutiérrez, 1928-2001), Fotograf der Zeitschrift "Revolucion", aufgenommen.

Zitate

»Jetzt muss die Geschichte die Armen Amerikas berücksichtigen, die Ausgebeuteten und Ausgeplünderten, die beschlossen haben, für alle Ewigkeit ihre Geschichte selber zu schreiben.«
Che Guevara vor der UNO-Vollversammlung, 10.-12. November 1964

Links

Weitere Quellen

  • G/Geschichte, ISSN 1617/9412, Ausgabe Juni 2003, S. 63ff
  • Harenberg Personenlexikon, ISBN 3-611-00893-1, 2000
  • Reader's Digest, Unser 20. Jahrhundert, Die Zeit der Supermächte, ISBN 3-87070-864-6, S. 97
  • Thomas Mießgang: Che Guevara, Fackelträger Verlag, 2007, ISBN 978-3-7716-4346-1
  • Frank Niess: Che Guevara, rororo monographie, Rowohlt Tachenbuch Verlag, 2003, ISBN 978-3-499-50650-3
  • Stephan Lahrem: Che Guevara - Leben, Werk, Wirkung, Suhrkamp Verlag, 2005, ISBN 978-3-518-18206-2

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Zuletzt geändert am 06.03.2011

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