Emile Berliner - Biografie

  • (Emil Berliner)
  • geboren: 20.05.1851 (Hannover)
  • gestorben: 03.08.1929 (Washington, D.C.)

deutsch-amerikanischer Erfinder und Elektromechaniker, Erfinder des Grammophons (1887), der Schallplatte und des Mikrophons.
Emile Berliner wurde am 20. Mai 1851 in Hannover geboren. Im Kriegsjahr 1870 wanderte er - mit der Absicht, Erfinder zu werden - nach Amerika aus. Dort schlug er sich als Zeitungsjunge, Hoteldiener und Flaschenspüler durch. Sein technisches und physikalisches Wissen brachte er sich selbst mit dem Studium von Büchern bei. 1877 erfand er ein Mikrophon, welches die Fernsprechtechnik revolutionierte. Die 'Bell Telephone Company' erwarb für 75.000 Dollar die Rechte daran (ein Patentprozess mit der 'Western Union Telegraph Company', welche die Rechte an Edisons Mikrophon besaß, wurde erst im Jahre 1891 beigelegt). Zusammen mit seinem Bruder Joseph gründete Emile in Hannover die 'Telefonfabrik Berliner', kehrte aber bald wieder in die USA zurück und arbeitete an einer Verbesserung von Edisons Phonographen.

Emile Berliner (1851-1929)
Emile Berliner (1851-1929, Quelle: [16])

1887 meldete er sein Grammophon in Washington zum Patent an. 1889 führte Berliner sein Grammophon der 'Elektrotechnischen Gesellschaft' in Berlin vor, deren Mitglied er wurde. Für die Herstellung verwendete Berliner ab 1895 eine Mischung aus feinem Gesteinsmehl und Schellack. Die so genannte Schellackplatte beherrschte fast 60 Jahre lang den Markt. Emile Berliners Bruder Joseph gründete 1898 die 'Deutsche Grammophon Gesellschaft' in Hannover.

Während der Phonograph von Thomas Alva Edison als Tonträger Stanniol- oder Wachswalzen verwendete, wurden beim Grammophon die Tonrillen in flache, runde Metallplatten eingeätzt. Die erste Schallplatte bestand aus Glas, die mit Ruß und Leinöl überzogen war. Am Ende eines Schalltrichters saß ein an einer Membran befestigter 'Schreibstift', der die Tonspur in die sich drehende Scheibe kratzte. Nach der Aufzeichnung wurde die Schallplatte mit Schellack gehärtet. Später verwendete Berliner eine mit Wachs überzogene Zinkplatte.

Zitate:

»Man wird mit Hilfe meines Grammophons ein Menschenleben in 20 Minuten auf Platten zusammenfassen können. 5 Minuten lang Kindergebrabbel, 5 Minuten für das Jauchzen des Knaben, 5 Minuten für die Gedanken des Mannes und den Rest für die schwachen, letzten Äußerungen auf dem Totenbett. Dieses Tonbild wird eine ständige Erinnerung sein. Man wird auch von meinen Platten so viele Kopien machen können, wie man will, und prominente Sänger, Sprecher und Schauspieler werden durch den Verkauf ihrer 'Phonoautogramme' zu einem Tantieme-Einkommen gelangen können.«
Berliner vor dem Gremium des Franklin-Instituts, 16.05.1888

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Zuletzt geändert am 03.05.2009

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