Leo Baeck - Biografie

  • geboren: 23.05.1873 (Lissa/Posen)
  • gestorben: 02.11.1956 (London)

jüdischer Theologe, führende Persönlichkeit des deutschen Judentums, Vermittler zwischen jüdischem Glauben und deutscher Kultur.

Leo Baeck besuchte das konservative Rabbinerseminar in Breslau und ging danach an die liberale »Hochschule für die Wissenschaft des Judentums«. Er promovierte 1895 an der Universität Berlin (Dissertation über 'Spinozas erste Einwirkungen auf Deutschland'). Er amtierte als Rabbiner in Oppeln (1895-1905), dann in Düsseldorf (1907-1912) und ab 1912 in Berlin. Hier war er auch als Dozent an der »Hochschule für die Wissenschaft des Judentums« tätig. Während des Ersten Weltkrieges diente Leo Baeck als Feldrabbiner. Ab 1919 war Leo Baeck Repräsentant der Jüdischen Gemeinde Berlins. Mit den »christlich-jüdischen Gesprächen« versuchte er mehr Verständnis - religiös und kulturell - zwischen Christen und Juden zu erreichen. 1922 wurde er Vorsitzender des »Allgemeinen Rabbinerverbandes in Deutschland«, 1933 Präsident der »Reichsvertretung der deutschen Juden«. In dieser Position ermöglichte er vielen Juden die rechtzeitige Auswanderung. Nach vielfältigen Schikanen und Gestapo-Verhören wurde Leo Baeck 1943 nach Theresienstadt deportiert, dort war er Mitglied des Ältestenrats (der »Heilige von Theresienstadt«).

Nach dem Krieg lebte Leo Baeck in London und bemühte sich um eine Wiederaufnahme des deutsch-jüdischen Dialogs. 1947 gründete er das »Institut zur Erforschung der Geschichte des Judentums in Deutschland seit der Aufklärung«. Ab 1948 war er Professor für Religionsgeschichte am »Hebrew Union College« in Cincinnati. Das Leo-Baeck-Institut wurde 1954 in New York gegründet. Seit 1956 erfolgt die jährliche Vergabe des Leo-Baeck-Preises, der vom Zentralrat der Juden in Deutschland und der Zentralwohlfahrtsstelle gestiftet wird.

Hauptwerk:

'Das Wesen des Judentums' (1905)

Biografie-Startseite

Zuletzt geändert am 03.05.2009

Google+ Email
Facebook Twitter! Google+ Instagram Pinterest LinkedIn Xing