Albrecht Dürer - Zitate

Albrecht Duerer - Collage
Albrecht Duerer - Collage © 2003 by Klaus Oppermann

»Denn wahrhaftig steckt die Kunst in der Natur, wer sie heraus kann reißen, der hat sie.«

- Vier Bücher von menschlicher Proportion, 1528

»Ich glaube, daß die Vollkommenheit von Form und Schönheit in der Summe aller Menschen liegt.«

- Vier Bücher von menschlicher Proportion, 1528

Auf Eure Anfrage, wann ich kommen wolle, thue ich Euch zu wissen, wonach sich Meine Herren auch richten können: ich bin in noch 10 Tagen hier fertig; darnach würde ich nach Bologna reiten um der Kunst in geheimer Perspective willen, die mich einer lehren will.
Von dort will ich ungefähr in 8 oder 1o Tagen aufbrechen und wieder nach Venedig zurückreiten. Darnach will ich mit dem nächsten Boten kommen.
O wie wird mich nach der Sonnen frieren! Hier bin ich ein Herr, daheim ein Schmarotzer!

- Briefe an Pirkheimer, Venedig ungefähr 13 October 15o6

»Ich habe auch, wie ich in Wahrheit schreiben kann, die dreißig Jahre, die ich zu Hause gesessen bin, in dieser Stadt für fünfhundert Gulden Arbeit bekommen, was ja wahrlich eine geringe und lächerliche Summe ist; und gleichwohl ist noch nicht ein Fünftel davon Gewinn. Ich habe vielmehr alle meine Armut, die mir, weiß Gott! sauer geworden ist, an Fürsten, Herren und anderen fremden Personen verdient und gewonnen, sodass ich nur das, was ich an Fremden gewonnen habe, in dieser Stadt verzehre.«

- Brief an die Stadt Nürnberg, 1524 (4)

»Dieweil ich nun nicht in Zweifel ziehe, ich werde allen denen, welche Liebe zur Kunst haben und begierig sind zu lernen, hierin einen Gefallen thun, muss ich dem Neid, der nichts ungescholten lässt, seinen gewöhnlichen Gang lassen und antworten, dass es gar viel leichter sei, ein Ding zu tadeln, als selbst zu erfinden.«

- Dürer an Pirkheimer, Zueignung der Proportionslehre, 1528

»Das Leben in der Natur gibt die Wahrheit der Dinge zu erkennen.«

- Vier Bücher von menschlicher Proportion, 1528

»Aber ohne Proportion kann nie eine Figur vollkommen sein, wenn sie auch so fleissig, wie das nur immer möglich ist, gemacht würde; wiewohl es auch nicht Noth thut alle, und zumal ganz kleine Figuren nach dem Mass zu machen, denn das würde zu viel Mühe verursachen. Wenn man aber in dem Mass recht Bescheid weiss und dasselbe in der Uebung hat, kann man nachträglich desto leichter auch ohne das Mass eine jegliche Figur machen.«

- Dürer an Pirkheimer, Zueignung der Proportionslehre, 1528

»Es ist zu Zierikzee in Zeeland ein Wallfisch mit einer grossen Fluth und durch Sturmwind an's Land gekommen. Der ist viel mehr als hundert Klafter lang, und es lebt niemand in Zeeland, der einen gesehen hat, der nur ein Drittheil von 20 dieser Länge gehabt hätte. Und der Fisch kann nicht vom Land; das Volk sähe gern, dass er fort wäre, denn sie fürchten den grossen Gestank. Denn er ist so gross, dass sie meinen, man kann ihn nicht in einem halben Jahre zerhauen, und Thran aus ihm sieden.«

»Und am Montag (9. December) früh fuhren wir zu Schiffe aus und fuhren vor die Veere und vor Zierikzee und den grossen Fisch zu sehen bekommen; da hatte ihn Fluth wieder hinweggeführt. Und ich habe 2 Gulden verfahren...«

- Albrecht Dürer, Tagebuch der Reise in die Niederlande, Juli 1520 - Juli 1521, S. 103 ff

»Darnach fuhr ich zu der Veere wo aus allen Landen die Schiffe anlegen, ist ein gar feines Städtchen. Zu Arnemuiden aber, wo ich früher landete, da widerfuhr mir ein grosses Ungemach. Als wir an's Land stiessen und unser Seil auswarfen, da drang ein grosses Schiff neben uns so kräftig ein - wir waren eben im Aussteigen - dass ich im Gedränge jedermann vor mir aussteigen liess, bis dass niemand als ich, Georg Kötzler, zwei alte Weiber und der Schiffsherr mit einem kleinen Buben im Schiffe blieben. Als nun das andere Schiff auf uns eindrang und ich so mit den Genannten auf dem Schiffe war und wir nicht ausweichen konnten, da zerriss das starke Seil und kam dazu im selben Augenblick ein starker Sturmwind, der trieb unser Schiff mit Gewalt nach rückwärts. Da schrieen wir alle um Hilfe, aber niemand wollte sich daran wagen. Nun warf uns der Wind wieder in die See hinaus; da raufte sich der Schiffsherr die Haare und schrie, denn seine Knechte waren alle ausgestiegen und war das Schiff unbemannt. Da war Angst und Noth, denn der Wind war gross und nicht mehr als sechs Personen im Schiffe. Da sprach ich zum Schiffsherrn, er sollte sich ein Herz fassen und Hoffnung zu Gott haben und dass er doch nachdächte, was zu thun wäre. Wenn er das kleine Segel, sagte er nun, aufziehen könnte, so wollte er doch versuchen, ob wir wieder landen könnten. Und so halfen wir denn mühselig zusammen, brachten es so ziemlich halb empor und fuhren wieder an. Und da die auf dem Lande, die uns schon aufgegeben hatten, sahen, wie wir uns behalfen, da kamen sie uns zu Hilfe und wir kamen an's Land.«

- Albrecht Dürer, Tagebuch der Reise in die Niederlande, Juli 1520 - Juli 1521, S. 105


Ehrendenkmal auf Albrecht Dürer in Nürnberg,
welcher in der sogenannten Zisselgasse, jetzt Albrecht Dürer's Gasse, gewohnt und daselbst vor 3oo Jahren den 6. April 1528 gestorben ist; jetzt aber am 7. April 1828 als am 2ten Ostertage zu seinem Gedächtniß, der Grund zu seinen Bildniß, einer Statue von Metall gegossen, gelegt worden ist, welcher Tag, in Nürnberg festlich begangen wurde.

Dies ist Herr Albrecht Dürer, in der Mahlerkunst erfahren.
Vor allen Mahlern die schon vor und nach ihn waren
Da viele hundert Bilder, theils auf den Rathhaus man
Theils auf den Schloß, und in Sebalder Kirch trifft an.

Drum wurde diesen Mann, von Künstlern jung u. alten
Die All' mit beigewohnt ein Ehrenfest gehalten.
Ein kleiner Dichter hat, ihn gleichfalls auch ansetzt
Zu seinen Lob und Ruhm, died Denkmal aufgeseht

Verfaßt von Johann Jacob Leberer Volksdichter aus ZirnDorf.

"Gewiß ist, daß er unter allen die größten geschichtlichen Wirkungen hervorgerufen hat. Und zwar mit Fug und Recht: deshalb, weil er in das Gefäß seiner Kunst den größten menschlichen Gehalt zu legen hatte."

- Georg Dehio (1850-1932), deutscher Kunsthistoriker

"Unschätzbar hielt ich Albrecht Dürers Porträt, von ihm selbst gemalt, mit der Jahreszahl 1493, also in seinem zweiundzwanzigsten Jahre, halbe Lebensgröße, Bruststück, zwei Hände, die Ellenbogen abgestutzt, purpurrotes Mützchen mit kurzen, schmalen Nesteln, Hals bis unter die Schlüsselbeine bloß, am Hemde gestickter Obersaum, die Falten der Ärmel mit pfirsichroten Bändern unterbunden, blaugrauer, mit gelben Schnüren verbrämter Überwurf, wie sich ein feiner Jüngling gar zierlich herausgeputzt hätte, in der Hand bedeutsam ein blaublühendes Eryngium, im Deutschen Männertreue genannt, ein ernstes Jünglingsgesicht, keimende Barthaare um Mund und Kinn, das Ganze herrlich gezeichnet, reich und unschuldig, harmonisch in seinen Teilen, von der höchsten Ausführung, vollkommen Dürers würdig, obgleich mit sehr dünner Farbe gemalt, die sich an einigen Stellen zusammengezogen hatte."

- Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) zum Selbstbildnis mit Männertreu, (Bd. XXXI. S. 216)

"Hier aber bewundern wir mit vollstem Rechte unsern Albrecht als treuesten Wächter der Zucht und Scham. Nichts Unreines, nichts Unziemendes findet sich in seinen Werken, da alles das seinem reinen Gemüthe fern lag. In der Großartigkeit seiner Gemälde zeigt er aber, wie er seiner Kraft sich vollkommen bewußt war - so jedoch, daß auch von seinen kleineren Arbeiten nichts gering zu schätzen ist. In diesen findet man keine Linie, die unachtsam oder verkehrt geführt wäre, keinen überflüssigen Punkt."

- Joachim Camerarius d. Ä. (1500-1574), Humanist, Universalgelehrter und Dichter, Lehrer des Ägidiengymnasium in Nürnberg

Zuletzt geändert am 02.08.2015

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