Artikel aus dem Neuen Pester Lloyd

Warum eigentlich Ungarn?

Also mal ehrlich: Warum sollte ein Ausländer - auch noch aus deutschsprachigen Landen - gerade in Ungarn die schönste Zeit des Jahres verbringen und dort auch noch sein Geld unter die Leute streuen? Man könnte ja schließlich auch in anderen Gegenden Urlaub machen - im Meer der Kroaten baden, in den Bergen der Slowaken herumkraxeln oder das Bilderbuch-Touristenparadies von Felix Austria erleben.

Aber Ungarn bietet im weltweiten und beinharten Wettbewerb um die betuchten und besonders die weniger betuchten Touristen etwas Einmaliges: Dieses Land der gutmütigen und freundlichen Magyaren war einst sprichwörtlich für seine sprudelnde Gastfreundschaft bekannt und begehrt. Zugegeben, gewisse Übergriffe auf der Autobahn, das Abzocken von Gästen in manchen Restaurants und anderswo, und auch die gar nicht selten anzutreffende Unfreundlichkeit der Behörden bestätigen diese Traditionen nicht unbedingt. Doch der aufgeschlossene Gast kann mit etwas Geduld und Zeit trotz der zuweilen unschönen Fassade (auch hinter den Mauern der vernachlässigten Gebäude) dieses einmalige, freundliche Ungarn auch heute noch entdecken. Menschen, die stolz sind, zu diesem seltsamen Volk zu gehören, dessen Sprache außer ihnen selbst niemand versteht. Vielleicht sind sie auch deshalb meist aufgeschlossen gegenüber Ausländern und in ihrer Mehrheit freundlich und hilfsbereit.

Die Hauptstadt Budapest ist eine lärmende, stinkende, nicht allzu saubere und dynamisch wachsende Metropole. Doch wenn man sich die Mühe und das Vergnügen macht, hinter die Kulissen des Landes zu schauen, entfaltet sich ein einmaliges Bild voller Geschichte, Kultur und Kunst. Die einmaligen Freilichtmuseen der ungarischen Architektur in Eger, Veszprém oder Szentendre, zahlreiche Kurzentren und in Europa einmalige Heilbäder und vieles andere mehr.

Sobald wir die einzige Großstadt des Landes in irgendeine Richtung verlassen, können wir binnen einer Autostunde eine Zeitreise ins 19. Jahrhundert - und bitte schön auch davor - erleben. Kleine, schläfrige Städte in ruhigen, dünn besiedelten Landschaften; Dörfer, in denen nur einige Dutzend Menschen leben. Ländliche Idylle pur, wenn man so will, Entspannung für die Augen und die Nerven der Besucher. Sogar die Umgebung des Balaton hat viele unentdeckte Ecken, in denen es nicht von Touristen wimmelt. Und bereist man den Süden, den Norden, aber besonders den Osten des Landes, wird man weitere Oasen der Ruhe und der Erholung finden.

Man kann fast überall im Lande mehr oder weniger komfortabel wohnen. Und ganz sicher auch gut und reichlich essen. Man wird dann zwar etwas zunehmen, doch sich dabei sauwohl fühlen. Passt man dann noch etwas auf, schützt man sich vor Gaunern aller Art, die es auch hierzulande - wie in allen Touristenzentren der Welt - gibt, kann man unvergessliche Erlebnisse mit nach Hause nehmen und sich auf einen weiteren Besuch in diesem gastfreundlichen Lande freuen. Machen wir uns also gemeinsam auf den Weg, das wirklich liebenswerte Ungarn zu entdecken...

DER NEUE PESTER LLOYD - DIE DEUTSCHSPRACHIGE ZEITUNG UNGARNS
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Letzte Änderung: 04.05.2009

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